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Leselupe.de > Erzählungen
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Eingestellt am 18. 11. 2002 09:13


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Markus Veith
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Quadratischer Raum, ca. 6 x 6m. Höhe ca. 2,5m. Wände tapeziert, weiße Raufaser. Möbel aus Holz, hell, unbehandelt, schlicht gezimmert: Schrank, Kommode, langer Tisch, 2 Stühle an den Schmalseiten. An einer Wand: 2 Bilder. Teppich weiß u. weich. Tür u. Fenster fehlen.
Jemand muss hier gelebt haben, unübersehbar -> Sämtliche Flächen sind mit Worten beschrieben. Alle Ebenen voll mit Zeilen, hektische Schrift. Das Zimmer ist ein einziger Brief. Nirgends mehr Platz. Man kann nur lesen.
Auffällig --> 4 große Buchstaben, N, W, S + O. Windrosenanordnung, Wandmitte, direkt unter Decke gemalt
--> Wände wurden zwar (meist) von links nach rechts beschriftet, Texte passen aber nicht zeitlich hintereinander. Schreiber wechselte von Ort zu Ort)
--> Text an linker NWand wurde offenbar zu allererst geschrieben.
Plan: Rekonstruktion der Texte in chronologischer Reihenfolge
Warum? - Weiß nicht.

Wo bin ich?
Ich wachte auf und war hier. Das ist schon einige Zeit her. Tage oder Wochen? Ich weiß es so wenig, wie ich weiß, wie ich hier hereingekommen bin sein muss. Es gibt hier keine Zeit. Es gibt keine Lampe, dennoch ist es nicht dunkel. Keine Ahnung, woher das Licht kommt, doch es ist stetig. Ich kann nicht sagen, ob Tag ist oder Nacht. Die Müdigkeit kommt, wann sie will.
Als Erstes habe ich gerufen, aber niemand antwortete. Ich begann zu brüllen, tobte, schlug und trommelte gegen die Mauern - keine Reaktion. Nicht das geringste Anzeichen von Leben um mich rum. Erschöpft gab ich mein Toben auf, legte mein Ohr an die Wände, an das Holz des Schrankes, an die Kommode, in der Hoffnung, Resonanzen aus einem Dahinter zu vernehmen. Stimmen, Geräusche, wenigstens das Nagen oder Kratzen von Tieren. Aber nichts. Nur die Stille ist hier und atmet mit mir im gleichen Takt. Ich saß stundenlang am Tisch. Mag sein auch Tage, wenn es Tage in der mir bekannten Form noch gibt. Ich wartete, wusste aber nicht, auf was. Vielleicht darauf, dass sich in den verdammten Wänden eine Öffnung bildet. Vielleicht darauf, dass ich plötzlich etwas entdecke, das mir vorher entgangen ist.
Ich durchmaß mein Gefängnis mit Blicken. Bis ich jede Handbreit, die Entfernungen, die einzelnen Punkte in und auswendig kannte. Doch jetzt kann ich nicht mehr nichts tun. Das Nichts wird mir zur Qual.
In der Kommode fand ich fünf Bleistifte und einen Anspitzer. Und eine volle Schachtel mit Kerzen und einem Feuerzeug. Als würde erwartet, dass in diesem Zimmer einmal die Nacht hereinbricht. Sonst fand ich nichts. Keine Kleider. Keine Bücher. Nie! Die Schränke sind und bleiben leer. Und es gibt keine Hinweise darauf, dass hier vor mir jemand gelebt haben könnte.
Aus einem seltsam irrationalen Antrieb heraus habe ich das Zimmer in Himmelsrichtungen eingeteilt. Sentimental, mag sein. Doch weiß ich schon nicht, wie lange ich hier sein werde und was das alles soll, so möchte ich wenigstens einen Hauch Weltlichkeit spüren. Papier habe ich nirgends gefunden. Drum schreibe ich auf den Wänden. Wenn niemand hier ist, dem ich zuhören kann, so lasse ich eben die Mauern sprechen. Die Kunst des Mangels ist Akzeptanz.

Schrankwand, innen:
Ich darf nicht so viel nachdenken. Mein Kopf ist ein Durcheinander von all diesen Fragen, die sich mir völlig ungeordnet stellen; stumm-verbale Gedanken, die ständig auf mich einprügeln. Ständig habe ich das Gefühl, im nächsten Moment wird irgend etwas geschehen, auftauchen und wieder verschwinden wie die Elemente eines verrückten Bilderrätsels.
Ich habe noch einmal alles durchsucht und nichts gefunden. Mir wäre lieber, es würde endlich etwas geschehen. Meinetwegen etwas, das ich nicht verstehe. Wundern ist besser als warten.
Wofür stehen hier Schrank und Kommode, wenn es nichts zu verstauen gibt? Ich schreibe auf ihnen, um ihnen einen Grund zu geben. Vielleicht kann ich mein Durcheinander in ihnen verstauen.

Gegenüber:
Ich muss Notiz von mir nehmen. Mich notieren.
Es geht mehr schlecht als recht. Das Holz ist ein sperriges Papier und die Tapete grob. Ich gebe mir Mühe, klein zu schreiben, um Bleistiftmiene zu sparen.
Mein Kopf muss sich erst daran gewöhnen, die Gedanken einzeln auf Bügel zu hängen und hintereinander zu ordnen. Die Pausen zwischen den Sätzen sind lang. Ich überlege, ob das, was ich hier schmiere, verständlich sein wird für jene, die es möglicherweise nie zu lesen bekommen. Was soll man von mir denken, wenn alles so unordentlich an den Schränken steht? Ungebügelt und zerknittert. Ich sollte aussortieren, Unnützes verwerfen.
Aber ich hänge an meinen altvertrauten, gammeligen Gedanken, auch wenn ich sie nicht mehr brauche und sie nur Platz wegnehmen.
Ich muss den Müll unterbringen. Irgendwie!!
Eine Wand werde ich frei lassen. Den Süden. Der Süden soll schön sein.

NWand:
Was soll ich über mich schreiben? Ich weiß nichts. MEIN GOTT, ICH WEISS NICHTS ÜBER MICH!

WWand:
Ich weiß nicht, wie alt ich bin!
Ich weiß nicht, wer ich bin.
Ich hatte es nie für wichtig gehalten, darüber nachzudenken. Kann nicht jeder davon ausgehen zu wissen, wer man selbst ist. Aber meine Erinnerung besteht nur aus Ruinen. Als hätte ich mein Leben geträumt, sei erwacht und versuche nun, den zerrieselnden Traum zusammen zu puzzeln. Mir scheint nur so, als sei noch etwas gewesen, bevor ich hier erwachte. Sicher bin ich mir nicht.
Aber es muss doch etwas gewesen sein. Ich kann nicht erst in dem Moment zu leben begonnen haben, als ich die Augen aufschlug. Ich muss mir meinen körperlichen Zustand doch irgendwie erwachsen haben. Aber so sehr ich auch grüble, die Erinnerung an eine Kindheit kommt mir einfach nicht in den Sinn.
Ich kann alles, was ich in diesem Zimmer sehe, benennen und mit allem etwas anfangen. Und ich weiß, dass ich noch mehr weiß. Ich kann reden. Wenn auch nur mit mir selbst, der ich sowieso weiß, was ich sagen will. Ich kann schreiben und kenne die Bedeutung jedes Wortes. Ich weiß, was Müdigkeit, was Schmerz, was Tag und Nacht ist. Auch mit abstrakten Begriffen - Liebe, Hass, Neid, Gier - kann ich etwas anfangen. Ich weiß, was Türen und Fenster sind und dass sie hier fehlen. Dass sie etwas mit einer Außenwelt zu tun haben, die ich kennen sollte. Oder gekannt habe. Aber ob diese Bilder und Informationen in meinem Kopf tatsächlich stimmen ...?
Ob sie nun stimmen oder nicht: Wer hat es mir beigebracht?! Und weshalb, wenn ich sie hier nicht gebrauchen kann, verdammt?!?!

WWand:
Ich habe lange gegrübelt, in der Hoffnung, dass mir eine Erklärung für meine Unwissenheit einfällt. Aber es will mir nicht gelingen. Meine Fragen stehen wie Monumente in diesem Raum, nehmen allen Platz ein und atmen so heftig, dass mir die Luft wegbleibt.
Meine Kleidung besteht aus schlichtem Leinen. Da es keinen Spiegel gibt, kann ich mein Alter nur erahnen. Mein Gesicht ist weich und ohne Falten. Mein Haaransatz ragt recht hoch in die Stirn, die Haare, die ich mir aus den Schläfen zupfe, sind blond und zeigen Nuancen von Grau. Meine Hände sind groß, ohne Absonderlichkeiten. Meine Brust ist spärlich behaart und mein Bauch eben. - Ich schätze mich auf Ende zwanzig, vielleicht Anfang dreißig. Keine Ahnung, ob das stimmt. Vielleicht wissen es die Wände.
Meine Finger können mein Gesicht nur ungenügend betrachten. Welche Farbe haben meine Augen? Ich rieche nach etwas, aber ist es mein Geruch oder der des Raumes? - Was bin ich, dass ich sagen kann: "Ich"?

Offenbar später:
Ich habe mich geirrt. Ich weiß zwar, was Hunger und Durst sind und kenne diese Bedürfnisse, verspüre aber weder das eine noch das andere. Ich gebe mir wirklich Mühe, mir den Mangel und das Erleiden in Erinnerung zu rufen, aber es will mir nicht gelingen. Ich bin ständig gesättigt und kann nie Mir fehlen die Worte.
Ich sollte froh sein. Es gibt keine Lebensmittel. Das Fehlen eines Abortes macht Sinn.

Tisch, OEnde:
Ich fürchte Ja! fürchte, ich mache mir immer mehr Gedanken. Über mich selbst. Über das, was ich über mich vermute. - Was ich selbst befürchte, tatsächlich zu sein. Ich denke. Ich bin. Aber bin ich einer oder der Einzige? Bin ich der Erste in dieser Gefangenschaft, oder ein weiterer? Vielleicht war alles vor mir, nur um mich zu erschaffen. Oder alle anderen sind fort, und ich soll jetzt die Lichter ausmachen, deren Schalter ich nicht finde?

übergroß, mehr graviert als geschrieben:
Wer bin ich ?
Meine Hand. Der blöde Stift. Nur noch ein Stummel.

Weiterhin Tisch, OEnde, aber offenbar später:
Mein Verstand will mir von Menschen erzählen, die es außer mir gibt oder gegeben hat. Viele. Andere. Warum bin dann aber ausgerechnet ich hier? Soll diese Einzelhaft Strafe sein oder sogar Erleichterung? Vielleicht war mein Leben so gut, dass ich es nicht wert war. Wenn das Sünde ist, bin ich mir ihr nicht bewusst. Welchem Sünder nutzt eine Strafe, wenn er seine Sünde nicht kennt und nicht weiß, was er zu büßen hat? Wenn ich der Schmetterling war, dessen Flügelschlag einen Orkan auslöste, wo stürmt dieser jetzt? Wo sind die Reste von meinem Leben? Mein Wissen, meine Eigenarten - ich bin mir ihrer bewusst, aber wie habe ich sie erlangt? Wie konnte ich mich "bilden"?

Schließt mit Tischecke rechts unten ab:
Der Tisch ist gedeckt. Mahlzeiten, zubereitet aus Fragen, deren Lösungen immer neue Fragen auftischen werden. Nahrung bis in alle Ewigkeit.

WWand:
Ich will, dass mir meine Zeit vor dem ‚Hier' endlich als Ganzes erscheint. Was auch immer ich sein werde, ich muss mich vollenden. Denn obwohl ich nichts über ein Leben vor dieser Zimmerhaft weiß und nicht die geringste Ahnung habe, wer oder was ich war, so habe ich doch eine genaue Vorstellung darüber, wie ich gewesen sein muss, wenn ich immer war, wie ich jetzt bin. Schlimmer noch: Wenn ich immer war, wie ich befürchte zu sein, so zeigen sich mir unerträgliche Erkenntnisse über mich.
Ich weiß, dass ich niemals aus eigenem Antrieb gelernt hätte, auf eigenen Füßen zu stehen oder mit ihnen zu laufen. Wie ein Welpe hätte ich aus dem Napf der großen Hunde gekostet und überall meine Häufchen gemacht. Ich wäre von einem Schneeloch ins nächste gesprungen, ohne in meiner Zierlichkeit zu bemerken, dass ich mich in den Eindrücken meiner großen Vorläufer bewegte. Mühevolle Sprünge von einer Spur in die folgende, in jeder halshoch versinkend. Selbst hätte ich keine Spur hinterlassen können. Meine Spur wäre nicht einmal unter mir geschmolzen.
Alles, was ich sagte, wäre nachgeplappert gewesen. Ich hätte mich an Rockzipfeln aufgehangen und von fremden Tellern gegessen, mit Löffeln, die für meine Augen zu klein, für meinen Hals aber viel zu groß gewesen wären. - Doch hätte ich so gleich geklungen, so leicht gehangen, so wenig gegessen, und wäre trotzdem an den Bissen erstickt.
Kein Mehr, nur ein Weniger. Wenn ich vor dem Einlass in diesen Raum den Kopfweltträgern in die Fänge geraten bin, so endete ich auf dem Minimalschafott. Als Heckenschütze des Geltungsbedarfs angeklagt.
Es ist paradox: Ich könnte stolz darauf sein, mit dieser Feststellung einigen Zeitgenossen einen Schritt voraus zu sein, wenn ich wüsste, dass es Zeitgenossen gibt.

NWand:
Ich habe geträumt!! Ich kann träumen und mich an meine Träume erinnern!! Und ich träume nicht von diesem Raum!! Oh, nicht existierender Himmel!! Mein Bewusstsein jubelt!!
Ich befand mich auf einem großen Platz. Menschen standen dichtgedrängt, ich mittendrin. Aber keiner von ihnen besaß ein Gesicht. Eine fleischfarbene Fläche überzog ihre Kopffront, eine Maske aus Regungslosigkeit. Trotzdem wusste ich, wenn sie Augen hätten, würden alle Formen des Hasses aus ihnen blitzen. Dazu brauchten sie weder Blicke noch Stimme. Unwirsche Gesten, Rempeleien, Schroffheiten. Böse fuchtelnde Gebärdenmonologe über die anderen, den Platz, den Himmel, über die Welt im gemeinen Zorn um des Zornes Willen. Sie alle glichen gespannten Katapulten.
Und ich stand mitten unter ihnen und schwieg meine Fremdartigkeit in mich hinein, merkte aber bei jedem Anrempeln, wie ein Quentchen Wut auch in mich hineinschwappte. Meine Zornespfütze wuchs, ein ungeheurer Drang mitzufluchen, zurückzustoßen, zu schlagen und zu prügeln. Ich spürte, dass jeder kurz davor war, die letzte Hürde zur Gewalt zu nehmen, aber keiner wagte den Sprung. Die Luft vibrierte wie über einem brennenden Espenwald. Irgendwann musste ein Zorndamm brechen. Nur ein Haarriss, und sofort würde eine Wunde auseinanderklaffen, die eine Sintflut der Brutalität über uns herschwappen ließe.
Da flog plötzlich ein Vogel über unsere Köpfe hinweg. Eine Taube. Und unter dem Flug des Vogels preschte alles panikartig auseinander, flüchtete vor dem doch so friedvollen Tier. Als der Vogel zur Landung ansetzte, wich sofort ein Furchtkreis auseinander. Einige stürzten, und es wurde auf ihnen herumgetrampelt. Von all dem völlig unbeeindruckt setzte die Taube auf, gurrte leise, und pickte Zorneskrumen vom Kopfsteinpflaster. Die stumm-blinden Gesichtsfassaden verfolgten zitternd jede ihrer Bewegungen.
Doch plötzlich flog die Taube wieder auf, stürzte sich auf einen der Umstehenden und hieb ihren Schnabel in dessen Maske, zerfetzte die Haut, riss sie in Lappen herunter. So schnell und überraschend, dass niemand zu einer Verteidigung fähig war, überfiel der Vogel noch einen Weiteren und einen Dritten und siehe da: Unter den zerrissenen Fassaden kamen menschliche Züge zum Vorschein.
Daraufhin ließ sich die Taube auf meiner Schulter nieder und gurrte leise in mein Ohr. "Nun sieh, kleiner Denker, was passieren wird, wenn man ihre Nasen ins Offenbare drückt."
Die Befreiten blinzelten mit ihren hellblauen Augen, als müssten sie sich erst aus ihrer Erstarrung lösen und sich an die neue Wahrnehmung gewöhnen. Zaghaft betasteten sie die hängenden Fetzen, zupften sie von ihren Gesichtern und starrten auf die Reste in ihren Händen. Sie schauten in die frischen Antlitze der anderen, ganz verdutzt und verwirrt, als hätte jemand einen Witz erzählt, dessen Pointe sie nicht verstanden hatten.
Da begann endlich der Erste: Zuerst war es nur ein Zucken, das um seine Mundwinkel kroch. Die anderen glotzten ihn fassungslos an, als das Zucken zu einem Grinsen und immer weiter auseinander wuchs und schließlich ein schallendes Gelächter aus ihm herausplatzte. Und als hätte er ein längst fälliges Grünlicht gezündet, stimmten auch die anderen beiden mit in das Lachen ein.
Mir erschien diese Freude seltsam verkrampft. Unlustig. Als werde nur gelacht, weil sich jemand getraut hatte, die Zähne zu zeigen. Das war keine Freude. Das war Belustigung.
Die sich inzwischen vor haltlosem Geiern Krümmenden wandten sich den Flachgesichtern zu, zeigten mit den Fingern auf sie, prusteten und brachen in noch lauteres Hohngelächter aus. Die blinden Gesichter der Leute schauten verwirrt umher, ohne zu merken, dass sie selbst der Grund zur Erheiterung waren, was zu wild johlendem Nachgeäffe führte. Da rissen die Grölenden einigen Vermummten die Haut vom Kopf. Der Vorgang wiederholte sich und die Folge war ein euphorisches Massaker. Hautfetzen wirbelten durch die Luft und segelten zu Boden. Befreite Augen blinzelten und gafften. Mäuler stemmten sich auseinander zu einem impulsiven Gelächter, das wie eine Kettenreaktion weiterwucherte und bald den ganzen Platz mit albernem Gegacker erfüllte.
Ich sah zu und nickte zufrieden. Da stupste mich die Taube mit ihrem Schnabel an und gurrte: "Bist Du nun froh darüber, erblicken zu dürfen, was Du in den sicheren Wänden Deines Zimmers zu vermissen glaubst? - Ja, alle lachen. Aber worüber? - Willkommen im Leben, kleiner Denker! Dein Traum bringt es auf den Punkt."
Die Taube hatte Recht. Das Gelächter veränderte sich und eine Verwandlung rauschte durch die Menge:
Die Einen verstanden das Lachen der Anderen als Hohn, fühlten sich beleidigt und provoziert. In der Überzeugung, über die Anderen richten zu dürfen, die später zur Erkenntnis gelangt waren, forderten die Einen entsprechende Achtung. Die Anderen wiederum forderten von den Einen Respekt dafür, so schnell gelernt zu haben. Ohne sie, die Anderen, hätten sie, die Einen, es niemals geschafft, überhaupt zur Erkenntnis zu gelangen.
Alle Kläger klagten alle Angeklagten vor allen Richtern an. Sie begannen wieder zu rüpeln und Unfreundlichkeiten zu knurren. Und bald konnte ich beobachten, wie erneut Unmut über die Gesichter zog. Wie eine formlose Hautschicht, die alles verdeckte und stumm und blind machte ...
Und die Taube auf meiner Schulter sagte: "!?"
Ich weiß nicht genau, wie sie es ausdrückte, aber diese Zeichen waren ihre Worte.

Darunter (in Klammern):
(Taube - Vogel ohne Falschheit - Symbol des Friedens - Frau - Geliebte - Bild schöpferischer Gedanken - Sinnbild geistiger Höhenflüge - Heizrohrgurrer - Geist? - Oder nicht weichen wollender Dämon? - Tauben - Wenn sie am Boden sind, fressen sie einem aus der Hand - Fliegen sie empor, bescheißen sie einen ...
Das soll mir eine Lehre sein? Das soll mir eine Leere sein. Was ist wirklich wirklich? Wo ist ein Licht am Ende dieses Zimmers? Hätte ich doch einige Brotkrumen. Ich könnte mir eine Fährte legen, die mich aus dem Dickicht dieses Gedankenwaldes führt. Brotkrumen. Giftgetränkt.
Soll'n sie's fressen und krepieren, diese Biester!!)

An OWand hängen jene 2 Bilder, schlichte Rahmen, exakt gleiche Augenhöhe: Schwindel erregendes, o-förmiges Muster, schlierige Farben: schwarz, blau, braun, beige, von innen nach außen heller, einander spiegelverkehrte Kopie, Mittelpunkte leicht nach innen.
Folgender Text auf Stuhlsitzfläche:
Lange Zeit habe ich vor diesen Bildern gesessen. Sobald ich sie anschaue, saugen diese Kreise meine Blicke in sich auf. Wenn ich den Blick durchs Zimmer schweifen lasse, kann ich nicht umhin, ihn in diesen Kreisen zu baden verweilen zu lassen.
Baden? - Wie kam ich darauf? Es gleicht tatsächlich einem unfreiwilligen Bad in einem unergründlichen Tümpel. Ein Morast, den man durchqueren muss, um weiterzukommen.
Nun habe ich mich diesen Gemälden gestellt. Unvoreingenommen und objektiv. Wie man Bilder betrachten muss, wenn man erkennen will, was der unbekannte Künstler mit seinem provozierenden Werke auszudrücken gedachte. (Ha!Ha!Ha!) Ich habe meinen Sitz direkt vor sie gestellt, der zweite Stuhl dient als Schreibunterlage, der Bleistift ist gespitzt. Wenn diese Bilder schon so aufdringlich in meinen Verstand dringen wollen, so sollen sie es nun tun. Aber deutlich und gerade heraus, wenn sie den Schneid dazu haben.

Westliches Tischende, letzte Worte schwer zu entziffern. Schreibfehler.
Will nicht wissen, wer sie gemalt hat! Sie sind schrecklich! Und doch genial. Diese Farben, kräftig und verschwenderisch aufgetragen, verwaschen - sie wirr sie wirken so verweint. Je langer ich den Blick auf den Kurven verharen lasse, um so runder, deutlicher, ... lebendiger werden sie. Sie verändern irre Form, schleichen ummeinander rum, um zu verschmeltzen, stulpen sich nach innen, nach hinten, wie ein Tunmel in die Wand hinein ein Loch ein Apgrund Schacht eine bodenlose Vertifung in die man hineinzuschlüpfen fahig wirt. Bei allen was mir wert ist - ich würde nicht selbst wenn ich konnte. Das sind keine Locker sind dies Nein sint Rachen Schlunde geifernde Kifer öfnen sie sich Sperangelweit schlingbereit nemen die ganze Breite der Wand ein und noch mehr und sei es nicht genuch krichen sie über die Decke den Boden zu mir verschluken den Raum reiben sich an meinen Körper manteln betten mich liebkoosen verbrennen umgaarn zerkwetschen mich zugleich Locken Apstoßen Schlagen Streicheln Lecken Verrrenken Wiegen Beschwören Schweigen Lachen Weinen. Ich muss zu ihnen ich muss zurük Weiterkucken ...

Kommodenoberfläche:
ES SIND AUGEN !!
DIESE STARRER
BLINZELTEN MICH AN !!

Schrank, innen, zittrig:
Mein Kopf schmerzt. Ich musste mich zwingen gegen die Wand zu rennen.
Ich habe versucht, diese grauenhaften Dinger zu entfernen, näherte mich ihnen mit zugekniffenen Augen, um nicht noch einmal einen Blick zu riskieren. Meine Hände zittern. Nur noch meine Hände; Herz und Atem haben sich beruhigt. Einigermaßen.
Ich wollte sie irgendwo verstauen. Endlich, so dachte ich, hätte der Schrank eine sinnvolle Aufgabe. Als Kerker für dieses Teufelswerk.
Aber es geht nicht. Sie sind in den Wänden. Ich habe versucht, den Schrank davorzurücken. - - - - - Er ist fest!! SÄMTLICHE MÖBEL SIND MIT DEM TEPPICH VERWACHSEN!!! Ich versuchte, den Stuhl - den ich schon so oft verschoben habe!! - gegen sie zu schmettern! Nichts!! Als würden sie sich gegenseitig schützen. Weder mein Hemd noch meine Hose halten an den Rahmenkanten, sie rutschen immer wieder ab! Was ich auch vorhabe, das Zimmer scheint es zu erraten und dem entgegenzuwirken.
Ich habe mich in den Schrank geräumt. In meinen Schutzbunker vor dem Blitzblickgewitter da draußen im Zimmer.
Sie wissen, dass ich um sie weiß. Ich weiß, dass sie das wissen.

WWand:
NEIN! Der Wahn soll mich nicht kriegen! So schnell bekommen mich Leinwand, Farbe und Holz nicht klein.
Sie gaffen mich an. Es stört sie nicht im Geringsten, dass ich ihnen den Rücken zuwende.
Aber ich habe den Osten aus meinem Kompasszimmer verbannt. Ich werde nur noch durch den Drei-Viertel-Horizont schleichen, sorgfältig auf Zonenblindheit achten.
Macht euch zu!!
Geht schlafen!!

WWand:
Geduld. Nur Geduld.
Warten verlängert nur die Zeit.
Grübeln ist reine Nervensache.
Gedanken fahren Schnellstraße. Doch entweder auf der Überholspur oder auf dem Seitenstreifen. Kommen sie erst in die Gänge, werden Abfahrten zu Möbiusschleifen.
Ruhe. Nur die Ruhe, lieber leibeigener Freund. Jeder kann warten. Geduld muss man üben. Heute ist alle Tage. Ich muss diese Leere nur begreifen und lernen, Unendlichkeit einzuteilen? Jede Zeit muss mal ein Heute gewesen sein.
Muss meine Nerven beisammen halten. Meine Gedanken sprinten mir davon.

Gleich darunter, offenbar später:
Es könnte funktionieren. Ich fand es beim Starren heraus, aus reinem Zeitvertreib:
Ich muss meine Sinne in den Süden schicken, wo es schön ist und warm. Dazu muss ich aber erst zur Ruhe kommen. Erst die Ruhe bringt mich dort hin. Ich habe sie bereits gespürt. Sie ist hier. In diesem Raum. Sie versteckt sich nur meistens. Hinter der Stille. Ich muss die Stille erst durchqueren. Wie man einen Weg gehen muss, um an ein Ziel zu gelangen, muss ich zunächst all die wirren Gedanken in meinem Kopf loswerden. Wohin sie schweifen ist egal. Hauptsache, sie sind nicht mehr bei mir in diesem Augenzimmer. Würde mich jemand fragen: "Worüber denkst du nach?", darf ich es nicht beantworten können.
Es könnte funktionieren. Ich war ganz nah dran, an der Ruhe des Südens.

WWand, letzter Text:
Ich habe ihn gefunden: Meinen rettenden Fixpunkt. Ich finde ihn immer wieder, kann ihn anschauen, seinen Inhalt, seine Umgebung studieren. Er ist nichts weiter als ein weißer Punkt auf einer weißen Tapete, kein sichtbarer Fleck, nur berührbare Leere. Aber hinter ihm liegt der Süden.
Ich fühle das Zimmer dort nicht mehr. Als sei ich auf links und meine Blicke zu Schwalben gefaltet, und ich schicke sie durch die kleine Punktöffnung in eine Welt, die mit diesem Albtraum nichts gemeinsam hat. Ich sehe... Land. Berge und Seen, Wälder aus sattem Grün, mit Tieren, die nur ihren Trieben folgen und sich um nichts weniger kümmern dürfen. Himmel mit Wolken, weiß und wattig. Städte voller Menschen, strebsame Seelen, die miteinander sprechen, etwas Sinnvolles zu tun haben, leben und lieben. Die Kraft ihrer Herzschläge erschlug mich fast. Ich spürte sie durch meinen vereinsamten Körper pulsieren. Jedes einzelne Herz pochte mir zu.
Dabei ist es nur ein Punkt, eine Stelle auf einer schweigsamen Wand.
Und ich gab ihm einen Namen: Eden
Ich darf meine Hand auf diesen Punkt legen und weiß: Dort liegt mein Reich. - Und ich spüre, ja: Meine Königin herrscht über ihn, schön und mächtig und gnädig. Sie verspricht mir, mich jederzeit Willkommen zu heißen.
Ich habe Zeit. Ich kann den Südpunkt noch oft besuchen.
Schriftänderung. Vorher fahrig, wellig, langgezogen, jetzt sachlich und hart. (Eingeschlafen und plötzlich aufgewacht?)
Zeit - was ist das? Warum klammere ich mich an ein Wort, für das ich in diesen Wänden keine Bestätigung finde? Zeit ist hier nichts weiter als ein Begriff für Ewigkeitssekunden.
Diese Mauer hat den Sinn erfüllt.

NWand, Schrift ungelenk und bröckelig:
Der zweite Bleistift ist verbraucht: Etliche Male habe ich ihn angespitzt, doch erst jetzt bemerkt, was es mit dem Spitzer auf sich hat.
Es ist ein kleiner abschraubbarer Behälter aus grünem Plastik. Mich wunderte, dass er nie voll wird, warum man nichts hört, wenn man ihn schüttelt. - Es ist nichts drin. Die Späne verschwinden.
Ich habe versucht, den Griffel ohne den angeschraubten Behälter in der Klingenkapsel zu spitzen. Aber so lässt er sich nicht drehen. Irgendein seltsamer Mechanismus, der nur funktioniert, wenn das Gerät zusammenmontiert ist. - Teufelsding! - Verschraubt ist es ein Schwarzes Loch, in dem alles verschwindet und keinerlei Reste hinterlässt.
Ich versuchte, meine Kleidung zu zerreißen, zerrte an meinen Hosenbeinen, bemühte mich, sie auseinanderzurupfen, zu zerfransen, stellte mich drauf und zog, nahm eine Schrankecke zur Hilfe, hängte mich mit ganzem Gewicht an den dünnen Stoff. - Eher könnte ich die Wände zu Kurven lutschen.
Desgleichen mit dem Mobiliar: Kein Holzspan lässt sich absplittern, keine Kerze zerbrechen. Als ich vorhatte, die Stühle zu zertrümmern, ließen sie sich nicht einmal bewegen. Nur wenn ich sie ohne Bedacht anstoße, verrücken sie.
Es ist, als wüssten die Dinge über meine Wut Bescheid. Wie kriege ich einen Stuhl zu packen, der so etwas ahnen kann? Ich könnte ihn nur aufnehmen, wenn ich seine Zerstörung nicht geplant habe, um erst dann auf die Idee zu kommen, ihn zu zerschlagen, wenn ich ihn in der Hand halte, ihn von seinen Augenzimmerfreunden getrennt habe. - Wie soll ich das denn machen?
Noch etwas ist mir aufgefallen. Ich glaube, mich eigentlich rasieren zu müssen. Aber ich kann es nicht. Mein Kinn ist und bleibt glatt wie die Haut eines neugeborenen Kindes. (WIE EINES NEUGEBORENEN KINDES!! DAS IST KOMISCH! DAS IST WIRKLICH KOMISCH, NICHT WAHR?!?!) (Nerven. Ich muss meine Nerven behalten.) Kein einziges Haar von mir wächst. Ich habe versucht, sie mir aus der Kopfhaut, aus den Achselhöhlen und aus dem Schambereich zu reißen. Doch keine einzige Strähne, kein Flaum, keine drahtige Borste will sich rupfen lassen. Und ich habe so lange so fest gezogen, dass Sterne in diesem Zimmer tanzten. Auch meine Nägel wachsen nicht. Nicht einmal ein Span lässt sich abknabbern.
Es erscheint unmöglich, Spuren zu hinterlassen. Offenbar soll ich alles mitnehmen, was ich hab und bin. - Restlos. Und so lange ich keine Nahrung zu mir nehme, nehmen kann!, kann ich auch keine Exkremente ausscheiden.

NWand, an anderer Stelle:
Ich nagte gedankenverloren am dritten Bleistift, als er plötzlich unter meinem Biss zerbrach. Einmal entzwei, zerbricht offenbar auch die Unzerstörbarkeit. Da überkam es mich einfach.
Grafit und Holz schmecken nicht, trotzdem aß ich auch noch die beiden ersten; die Reststummel waren so klein, dass ich sie schlucken konnte.
In meinem Bauch rumort es. - Aber ich bin gespannt, was nun geschieht.

NWand, offenbar später:
Nichts. Vorbei. Resultat negativ. Keine Spuren möglich.
Ich kann diesen gottverdammten Ort nicht einmal bescheißen!!

Dito:
Ich laufe unsichtbar und unbemerkt an allem vorbei. Wenn es ein ‚früher' gibt, habe ich dort Spuren hinterlassen?
Ich brauche eine Erinnerung von mir an mich. Etwas, woran sich nicht nur die stumme Zeit erinnert, sondern auch Menschen. Und seien es die Einen oder die Anderen. Ich will, dass jemand von mir sagen wird: "Ja, den kannte ich" oder wenigstens "Doch, der Name sagt mir was." Und wenn sie ein "Glaub' ich jedenfalls" hinzufügen, will ich auch zufrieden sein.
Ich muß Spuren legen. Ich muss. Ohne Spuren ... was bleibt da? - Leergespülter Sinn. Hoher, ungestört gefallener Staub. Mit mir bröckeln Krumen vom Gebirge. Ich bin ein Spurenelement! Ein Puzzleteil aus dem wolkenlosen Himmel eines Bildes. Zur Not wird man meine Stelle blau ausmalen.
Aber Spuren ... Woher mit ihnen? Wann ist der Zeitpunkt, eine Spur zu legen? Legt man Spuren früher oder später? Frühe vertrocknen. Späte laufen Gefahr, nie entdeckt zu werden. - Und für was? Erinnerungen? Erinnerungen sind auswendig gelerntes Leben. Was nützt Auswendiggelerntes, wenn niemand es abfragt? Meine Lebenszensur in diesem Ein-Schüler-Klassenzimmer wird ‚ungenügend' sein. 6 plus. Knapp am ‚mangelhaft' vorbei. Von ‚befriedigend' weit entfernt. Durchgefallen.
- Meine einzigen Spuren sind meine Wandworte. Aber ich fürchte, bisher lassen sie nur Wünsche übrig. Sie zerschreiben sich zwischen meinen Händen.
Meine Finger tun so weh.

NWand, knapp überm Boden:
Wer sagt, dass gute Erinnerung länger währt als mangelhafte? Vielleicht sind schlechte Spuren viel deutlicher zu legen ...

Von Sprechblase eingefasst:
Ich piss eure Schneestapfenspurenlöcher gelb, ihr Scheisser !!!

Darunter:
Niemand kann behaupten, ich hätte es nicht versucht.

(Letztes Ausrufezeichen wurde offenbar ‚nachbearbeitet', fast eingraviert.) Weiterhin NWand:
Ein weiterer Triumph! Ich habe noch einen Stift zerbrechen können. Eigentlich ein Versehen. Die Mine brach. - Der Bann ist gebrochen! Sein Tabu dahin! Ich habe diesen Bastard zerbröselt! Auf den Tisch gerammt! (Kein Kratzer auf der Fläche.) Ihn zu einem jämmerlichen Häuflein zusammengefegt! Ein ergötzlicher Anblick!
Bald wird er brennen! Brennen soll er!! BRENNEN!!!

(Fortsetzung folgt)
__________________
"Ich wollte der Welt nur ein einziges Wort sagen. Da ich es nicht konnte, wurde ich Schriftsteller." - Stanislaw J. Lec

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Markus Veith
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Tisch, NSeite, gen S:
Ich bin zu dem Punkt gekommen. Zu meiner Königin.
Dir will ich mein Opfer bringen, Geliebte, Herrscherin über Himmel und Erde, Göttin meines Universums!
Nimm mein Opfer an! Lange will ich die süße Flut deines Schoßes genießen.

NWand:
Ich bin ein Narr!! Zwei Stifte von fünfen zum Teufel! Habe ich denn alles Material der Welt? - Nur noch einer. Was ist Niederschrift wert und was nicht?

Auf der OWand ist ein großes Gesicht gemalt geschmiert, die Bilder als Augen. Drumherum wurde gesamte Wand mit Kerzenruß eingeschwärzt. Mund fehlte offenbar zuerst --> Kinnpartie freigelassen. Wachstropfen auf Boden und an Wand.
Chronologischer Text auf NWand:
So haben die Reste wenigstens einen Sinn. Ich habe sieverbrannt und die Asche verwendet. Wenn ER schon glotzt, dann soll ER es richtig machen, dieser stumme Wichser! Ich musste IHN kein einziges Mal anschauen. Habe mich von Norden her angeschlichen, mein Gesicht nur nasenlang von der Wand entfernt, habe ich um die Rahmen herumgeflammt, SEINE maulstumme Augen-Visage angeschwärzt.
ER nimmt mir den Verrat übel, der Bastard!

2 Texte unter Tischplatte:
Spuren legen Spuren legen Spuren legen Spuren legen Ich muss Spuren legen Ich muss Ich muss Ich muss Spuren legen Spuren legen, werfen, verstecken. Spurenlegen. Meine Spuren legen mich rein. Meine Spuren legen mich ein. Ich bin eine Zeiteinlage. Mumifiziert in Zeit und Zimmer. Komisch. Wirklich komisch. Neugeborene Kinder sind gar nicht glatt, sondern schrumpelig wie kleine Mumien. Ha-Ha. Spurenlegenspurenlegenspurenlegenspurenlegenichmussspurenlegenichmussspurenlegenichmussspurenlegenichmussspurenlegenichmuss ...
Setzt sich wie Litanei über (unter) ganze Fläche fort. Am Ende:
Gevatter Zeit schaut mir über die Schulter. Er flüstert mir ins Ohr, und betont überdoppeldeutlich. "Na, kleiner Denker, was tust Du gerade? Wie geht es Dir jetzt? Wirst Du Deine Anwesenheit hier gut genutzt haben? Wirst Du alles getan haben können?"
Dieser Tattergreis führt was im Schilde. Ich spüre es.

NWand, Schrift zittrig und unregelmäßig. Bisher Anfangslinie haltend, nun wachsender Abstand:
Unbeschreibliches Grauen! Es nimmt kein Ende! Ich kann die Hand kaum zum Schreiben, kaum zum Halten des Stiftes überreden. Zweimal brach die Mine bei dem Versuch, meine Schrift in die Wand zu rammen, diese verfluchten Mauern festzunageln!! Dabei wollte ich gar nicht, dass sie kaputtgehen!!
ER starrt mich mit seinen Bilderaugen an. ER vermag ohne Maul zu grinsen, dieser Bastard! Als hätte ER es gewusst!
Es gab hier nie Geräusche. Nur von mir. Mein Atem, den ich durch die Zeit presse. Das Rascheln meiner Kleidung. Das Streichen über meine niemals schwitzende Haut, meine tränenunfähigen Augen, mein nie fettendes Haar. Meine hin und her pendelnden Barfußschritte. Und das Klappen der Schranktüren, die ich immer wieder aufreiße, auf der Suche nach etwas, was endlich erscheinen SOLL. MUSS!! Und es gibt immer! noch! meine STIMME!, die mit MIR! SPRICHT!!
Ich schlief unter dem Tisch, um IHN nicht sehen zu müssen. Es war ein Fehler, dem Holz über mir meine Worte anzuvertrauen. Ihre Litanei rieselte auf mich nieder, direkt in mein Gehirn, und verformte sich mehr und mehr zu einem Schmatzen und Knirschen. Bis ich aufschreckte. Aber das flüsternde Schmatzen blieb.
Ich schaute umher, lauschte, schrie zuerst vor Freude, weinte, wollte Lärm schlagen, die Stühle an der Wand zerschmettern. (Blödsinniger Versuch!) Also brüllte ich Hallo-Hier-bin-ich!'s in die Wände, trat und trommelte, rannte mit aller Wucht gegen den Schrank.
Das Schmatzen hörte zwar nicht auf, wurde aber auch nicht lauter, oder kam näher, oder hielt wenigstens mal inne, um mich hören zu können.
Schließlich, nach Stunden (Tage? Sekunden? - Zum Teufel!) bemerkte ich den Ursprung des Schmatzens. Ich starrte gen Nord-West, wo ich der Wand meine Hoffnungsspuren hinterlassen hatte. Kälte und Hitze verbrannten meinen Verstand und ließen ihn erfrieren.
Voller Panik überprüfte ich meine Entdeckung, sprang nach Nord-Ost und fand den gleichen Schrecken: Sie bewegen sich. Diese Scheisswände verschlingen meine Worte !!!
Unendlich langsam schieben sich die Mauern aufeinander zu. Nicht wie eine Schrottpresse, deren Mechanismus man vielleicht irgendwie aufhalten könnte. Die Mauern dieses Zimmers schmelzen! Ineinander! Gleichzeitig! Die Möbel bleiben unbeschadet. Sie werden nicht über den Teppich geschoben, - der Raum zwischen ihnen wird nur kleiner. Es ist nicht anders zu beschreiben.
Zuerst hielt ich es für eine optische Täuschung. Blödsinnig! Aber Verzweiflung erdichtet skurilste Erklärungen, um Tatsachen nicht realisieren zu müssen. Ich würde den Tisch zum Beichtstuhl erklären. Was hilft's? Die Wände bewegen sich.
Ruhe. Nur Ruhe. Jeder kann warten, Geduld üben, heute ist alle Tage.
Scheiße! Lasst mir meine Spuren!

Weiterhin NWAnd, offenbar später:
Mir fehlten die Worte. Tatenlos muss ich zusehen, wie sie in der Wand vergraben werden. Ich prügelte mir die Fäuste an den Westecken weh.
Will man mich foppen? Oder prüfen? Sehen, ob ich reagiere wie eine Laborratte? Wenn sie - wer immer SIE sind - meine Angst bezwecken wollen, dann haben sie das geschafft. Dann kann das Experiment jetzt abgebrochen werden.

In riesigen Kerzenrußschattenlettern über gesamte Decke:
DER VERSUCH SOLL
ABGEBROCHEN
WERDEN!!

NWand, Schrift wirkt ‚gefasst', Linien aber zittrig:
Ich habe festgestellt, dass sie sich nicht bewegen, wenn ich schlafe. Nur bei wachem Verstand werden meine Worte verzehrt.
Was soll ich tun? Schreiben oder schlafen? Mit Schreiben verkürze ich meinen Aufenthalt, was mir letztlich nicht schlecht erscheint, aber doch eine arg groteske Form der Kurzweil ist. Ich kann mir nur zu bunt die Folgen ausmalen, halten die Wände nicht inne.

Entlang sämtlicher Tisch- und Stuhlbeine:
Ich darf nur ein i-Punkt sein. i. muss sparsam sein, gut bedenken, was Schrift wert ist. Noch gibt's Raum, in den meine Gedanken flüchten können. Aber nur 1 letzter Stift, u. der ist kurz, die Mine porös. Womit soll i. schreiben, wenn mein Rest an Wänden ist, deren Platz ebenfalls schwindet? Wohin mit dem Gedankenmüll? Muss raus.
Da ist die Südwand. - Nein. Die leere Weite tut mir u. meiner Königin so gut. i. besuche sie. Sie empfängt mich mit offenen Armen u. Sorgenblick. Ihr Punktkönigreich ist bedrängt. i. liebe sie. Spende Trost. Sie ist mein Alles, meine Göttin. G.s Liebe ist groß. Wie schön es ist, G. lustvoll zu lieben! Unsere Liebe darf nicht schwinden.
Der Osten? - SEINE Blicke sind überall. ER schabt sich in meine Gesichtshälfte. Scheiß drauf! SCHEISS DRAUF!! SCHEISSE - KÖNNTE ICH DOCH NUR!!!
Da sind die Möbel. Noch bieten sie mir Raum. Den Oststuhl habe i. jedoch nie wieder angerührt. Auch der Weststuhl ist verdorben. Seine Position liefert mich SEINEN bundrundschlierigen Blicken aus, u. i. begebe mich nicht mehr unter diese Glotzfuchtel. Die Stühle haben Angst, i. könnte sie zerschmettern wollen. Dabei sind ihre Flächen wertvoller Raum. Für mich u. meinen Kopf. - i. schlafe nur noch auf dem Teppich. Er ist gut u. mir ein treuer Freund geworden. Doch das Liegen u. aufrechte Sitzen tut weh, denn i. wage nicht, mich an die Wände zu lehnen. Bei einer Berührung hallt mir meine Mauerstimme durchs Hirn, als sei sie schriftl. ausgesprochen u. könne nicht mehr verklingen.
Wie gerne würde i. mich anlehnen, ausruhen. Doch SEIN Kreissägenblick macht Ruhe unmöglich!!
Oh, G., rette mich!

Schrankinnenwand, schwer zu entziffern:
i. kann nicht mehr. Zorn & Ohnmacht zittern durch meine Hände. i. weiß nicht, wo i. sinnvoll schreiben, wohin meine Gedanken verfolgen soll. Habe mich verkrochen, die Augen zugekniffen, i. will müde werden. Angst! Was, wenn die Wände nicht stoppen? Angst! Im Kopf. Sie tut so weh, will raus. VERDAM___
Grafitschwarzer Druckfleck im Holz; darunter:
Der Stift. Holzverrammt.

Herausgerupfte Worte im Teppich, von N nach S:
lCH MUSS SCHWElGEN KÖNNEN - SCHWElGEN lST GOLD - MUSS GUT SEIN - GANZE WELT SCHWElGT - ODER SAGT SlE NUR NICHTS ? SCHWElGEN - STUMMSTlLLE - RUHE - SCHWElGEN lM KÖRPER
lST DER KÖRPER AN SCHWElGEN GEWÖHNT, DANN
Satzrest unleserlich --> erst ‚geschrieben', dann komplett ausgerupft. Darunter:
lST DER KÖRPER RElCH - SCHWElGEN MACHT RElCH - lCH BIN RElCH DENN lCH KANN SCHWElGEN - lN DEN TEPPlCH - ABER GEHÖREN NlCHT WlE lN DER LlEBE ZUM SCHWElGEN 2 ? DER SCHWElGENDE MUSS DOCH JEMANDEN ANSCHWElGEN - WENN NlCHT - SCHWElGE lCH NlCHT - BlN NUR STlLL
KÖNNTE MlCH JA SELBST ANSCHWElGEN - WENN lCH MlR NlCHTS MEHR ZU SAGEN HABE
lCH M U S S NlCHTS SAGEN - NlCHT MlR - WElSS EH WAS lCH SAGEN WOLLEN WÜRDE
KÖNNTE + WERDE MlCH ElNFACH STUMM MElDEN + MlR NlCHTS MEHR SAGEN - WERDE MlCH SELBST MlT SCHWElGEN STRAFEN - HA ! - lCH SOLL SCHON SEHEN + NlCHT HÖREN WAS lCH DAVON HABE MlCH STUMM ZU lGNORlEREN - lCH K A N N SCHWElGEN WENN lCH WlLL - WAS DENKE lCH MlR ElGENTLlCH ? BlN lCH NlCHT VON MlR ABHÄNGlG ? FRECHHElT !
SO SlTZE lCH ALSO AUF DEM TEPPlCH + SCHWElGE MlCH ElNSElTlG AN - SlTZE - SCHWElGE - STUMMSTlLL - GOLDVERSCHWlEGEN - RUHlG

Von S nach N:
W E M SOLL M E l N SCHWElGEN AUFFALLEN ? - DEN WÄNDEN DlE lCH ANSTARRE ALS SElEN SlE DURCHSlCHTlG ? - DER DECKE DlE MlR DROHT AUF DEN KOPF ZU FALLEN ? - DEM FUSSBODEN DEN lCH TRETE ? - DEM TEPPICH ? - D E R SCHWElGT M l C H AN DER lCH lHN BESCHRElBE - RUPFE - MlT WORTEN FÜLLE DlE NlCHT FÜR lHN SlND - ER NlCHT VERSTEHT - lHM NUR WEHTUN - ER SCHRElT NlCHT ElNMAL
JA - DER TEPPlCH lST ElN GUTER SCHWElGER - MElNE WORTE SlND lN lHM GUT AUFGEHOBEN - KÖNNEN VlEL VON lHM LERNEN - DEM TEPPlCH KANN lCH MElNE WORTE WOHLSCHWElGEND ANVERTRAUEN
lCH SCHRElBE MElN GOLDSCHWEl GEN lN DEN TEPPlCH - MÖGE ES DORT RUHE FlNDEN
VlELLElCHT KANN lCH MlCH DAZULEGEN - lN DEN TEPPlCH - ZU MElNEN WORTEN - lN DlE RUHE - lN DEN WElT ENTFERNTEN + lMMER WElTER WERDENDEN PUNKT SCHAUEN - ZU MElNER KÖNlGlN - LlEGE lCH lM GOLDSCHWElGEN MElNER WORTE - FLÜSTERE BRÜLLEND :
RUHE!

NWand, blutrot:
Ich war das nicht! Es war meine Wut. Genau! Sie war das. Zermalmte einfach den letzten Stift. Und mich dazu. Ich wollte mich nicht kaputt machen. Wut schrieb: Stift ging kaputt: Ritzte mich auf: Ich kaputt.
Ich wusste, dass sie wach war. Sie tat nur so, als ob sie schliefe. Wie trunken und benommen lehnte sie sich schon die ganze Zeit gegen meine Stimmbänder, juckte mir unter den Zähnen, dass ich den Reiz lieber in Schmerz zerbeißen wollte, als weiterhin zu ertragen.
Früher oder später musste sie sich austoben. Sie reizte mich bis aufs Blut, und das Blut presste sich durch mein Herz, walgte, rieb die weiterrückenden Wände auf, schleuderte alle Gedanken durcheinander, schob den Wutdruck schon lange vor sich her. - Dudumm! Dudumm! Dudumm! - Immer weiter vor sich her. Alle Gedanken. Alles Aufgestaute. Der Druck zeugte Gegendruck und der Gegendruck, der ... ja, der Gegendruck knackste den letzten Stift, der mich kaputt ritzte. - Immerhin: Jetzt habe ich wieder Tinte. Reichlich und farbig.
Ich habe noch meine Schranken gezwungen, damit sie halten mögen. Doch waren sie völlig marode. Wäre ich gestorben, die Wut hätte mich wieder aus dem Grabe gehebelt. Jetzt tut mir die kaputte Hand so weh, dass ich sie zur Faust ballen muss. Meine Fingernägel vergraben sich in den Handflächen, jagen eine Kompanie Schmerz als Ablenkungsmanöver in sie hinein. Aber die Wut ist unerbittlich, kennt Schmerzen zur Genüge. Funken desertieren vor meinen Augen. Ich will Berserker rekrutieren! Mit ihnen den Hai in meinem Brustkorb ertränken! Die Elefantenherde aus meinem Kopf befreien! Meine Füße wollen die Wände zu Weißglut stampfen! In befreiter Stampede alles zertrampeln! Mein Atem ist gestohlen! Ich keuche nur die Fäuste voll! Meine Muskeln wollen reißen! Ich will einen Orkan in meinen Lungen! Einen Zyklon in meinen Augen! Ein Blizzard soll mir die Ohren zerfetzen! Mich in Stücke reißen und wieder zusammenpusten! Ich will Wälder pflanzen, um sie herunterzubrennen! Städte bauen und sie dem Erdboden gleichmachen! Völker zeugen, um sie niederzumetzeln! Welten erschaffen! Sie aus den Angeln heben! Die Luft aus ihnen herauslassen. Ich will wie ein praller, mit Überfluss gefluteter Ballon zur Explosion treiben! Egal wie! Ich will ans Ende!! Ich will endlich sagen: "Ich bin am Ende!!"

NWand, Bodennähe, in müden Linien geschrieben, dann mit blutigen Handabdrücken übertapst, kaum zu entziffern:
Dies ist das Leben, nicht wahr? Dieses Zimmer ist Start und Ziel. Meine Träume lügen? Es gibt keine Menschen, weder die Einen noch die Anderen. Ich bin mit meinem Erwachen entstanden.
Ich bohre in dieser kaputten Faust nach Tinte, dabei ist es völlig nutzlos. Spuren, ... wohin mit ihnen? Etwas in nichts zu legen ist Schadensumkehrung. Plus-minus-null. Ich habe nichts zu verlieren, also bin Ich auch kein Verlust.
Vielleicht gar nicht so übel. Die Weltgeschichte wird mir dankbar sein, dass ich ihre Zeit nicht verschwendet habe, um auf mich aufmerksam zu machen.

Daneben, deutlich zu lesen:
Das bin nicht ich! Das kann ich nicht geschrieben haben! Wer war das?! Ich muss Spuren legen. Und führen sie auch nur zu einem Ende.
Meine Hand tut so weh.

NWand, offenbar sehr viel später:
4 x 4
Lange nicht geschrieben. War lange mit Schlafversuchen beschäftigt, die die Wände stoppen sollten. Ich versuchte es mit 1x1. Erfand dann aber ein Zähl-Spiel: gerade Ziffern = Schreien, ungerade = Klatschen, durch 3 teilbare Ziffern = Tritt gegen den Schrank, durch 5 = Tritt gegen die Kommode, durch 7 = den Kopf gegen die Wand rammen. Bei Doppelung = alles gleichzeitig oder hintereinander. - 21, 42, 63 und 70 sind echt hart, aber untätiges Wachen lässt sich schwer verkürzen.
Meine Faust vernarbt, aber ich brauche wieder Tinte. Mit mir verhält es sich wie mit den Stiften: Einmal kaputt ist der Bann gebrochen. - Mein Bleistiftstummel ist ein guter Kollege. Er hilft mir, nach Tinte zu bohren. Meine Hände brauche ich noch zum Schreiben. Meine Beine nur noch für mein Zählspiel. In ihnen ist aber viel gute Tinte. In der Enge zählen Prioritäten.
Ich habe Ich habe mir Ich habe!! SCHMERZ!!
Ich bin!! Ich lebe!!

SWand (!!!), in roter Blutpaste, dick und breit aufgetragen:
ICH LEBE!!

Darunter, klein:
Mein Leben. Mein Leben ist Theater. Was für ein Theater! Mein Theater. Und es ist voll. Alle Sitze sind besetzt von besitzenden, ganz versessen sitzenden Sitzern. Ich muss raus. Mein Leben hat Premiere.

Groß:
Meine nicht im geringsten verehrten Herrschaften! Das Stück "Man lebt nur einen Sommer gönnt ihr vielen Gewaltigen lebt doch gewaltiger nichts als der Menschheit ganzer Jammer fasst mich schuf aus gröberem Stoffe die Natur lässt sich nicht zwischen heut und morgen liegt eine lange friss, Vogel, oder jeder stirbt für sich allein der Vortrag macht des Redners glücklich ist, wer vergisst, was nicht mehr zu ändern ist dies schon Tollheit, hat es doch Methode" fängt in Kürze an!
Wir möchten Sie bitten, faule Eier, sowie Ihre Unschuld und sonstige Ach-Sie-wissen-schon's an der Garderobe abzu- und sich in den hermetisch verriegelten Vorführraum zu be-geben! Wir danken Ihnen in Ihrem Interesse. It's Showtime!

Wieder kleiner:
Ich sehe keine Lampen, aber es ist fiebrig hell. Ich kann meine Worte nicht mehr erkennen. Sie haben sich aufgelöst in pulsierendes Blut. In meinem Kopf ist ein Wasserfall, Rauschen und Brausen, um Riffe und Kanten in einen Abgrund. Aber Aber Da ist nix - nix zu sehen in meinem Publikum. Alles glänzt nur durch Abwesenheit. Mein Leben ist eine Mengenleere.
Werbeunterbrechung.

Verbliebene Stuhllehne:
3 x 3
Sie sind zu dritt. Sitzen wie Geister an meinem Tisch. Diskutierten, disputieren, vertreiben meine Zeit mit nichtsnutzigen Verhandlungen. Ich setze mich zu ihnen. In meinem Kopf jagen so viele Stimmen umher, da machen drei mehr keinen Unterschied.
Schlaumer führt den Vorsitz.
Kontrollala spricht für mich.
Zyntia narrt sie an den Nasen.

Tischplatte, 3 verschiedene Schriften:
Dem Angeklagten wird zur Last gelegt zu sein. Dem hiesigen Gesetz sämtlicher Daseinsformen steht diese Tatsache zuwieder, und ist daher als inakzeptabel zu werten. Ich bitte um Stellungnahme. - Nein, Angeklagter, Ihnen ist das Wort entzogen.

Wie den geehrten Anwesenden bekannt sein dürfte, ist es dem Angeklagten nicht möglich, eine andere Daseinsform - sprich: die unsere, wohltuend imaginäre - körpergerecht zu gewährleisten oder in Anspruch zu nehmen. Er ist in dieser Räumlichkeit gefangen und in seinem Körper. Sein Zustand ist daher als höchst bedauerlich und unzulänglich anzusehen und mit unseren Gesetzen kaum zu vergleichen.

So steht nun im Raum die Klage. Präsent und doch abhanden. Stellen wir uns drum die Frage: Wie ist, was ist, entstanden?

Durch Himmel , Hölle oder Eltern. Einerlei. Hauptsache, jemand trägt Schuld nach Richterspruch.

Zank, Zwist und Uneinigkeit spart man nicht durch Einsamkeit.

Gut. Stellen wir uns also stattdessen folgende Frage: Wer sind seine Eltern, wenn sie für seinen Zustand verantwortlich sind? Wer trägt die Anfangsschuld? Wer hat diese armselige Wurzel gezüchtet?

Man kann sie aus Mangel an Anwesenheit nicht zur Rechenschaft ziehen.

Der Vater starb beim Jagen und Sammeln. Die Mutter sah niemand im Bett vergammeln. Mich düngt, hier schwelt der Luntengeruch: Schuldig aus Mangel an Elternzuspruch!

Eben! ALLE haben ihn verlassen!

Falsch! In diesem Kontinuum hatte er niemals alle, außer sich selbst. Er kann nicht von jemandem verlassen worden sein, wenn er sich in niemandes Gesellschaft befand.

Sind Menschen auch die Schlimmste aller Strafen, kann mit Nachbars Schnarchen man besser schlafen.

Das beweist, dass wir keinen Schuldigen für die Schuld haben!

Nein! Das beweist, dass er selbst die ganze Verantwortung trägt.

Ich plädiere für Freiheit auf Bewährung!

Er käme gar nicht zurecht in seinem Draußen!

Das soll er beweisen!

Sämtliche Beweise sprechen gegen ihn.

Gibt es Geschworene, die für ihn sind?

Es gibt niemanden!!

Danke. Die Verteidigung hat keine weiteren Fragen.

Das Gericht zieht sich in Ruhe zurück.

Es erscheint mir erstaunlich, mag man bedenken, dass drei Geister sich hier die Hirne verrenken, über die Frage - die wohl sinnvoll erscheint - : Ob ein Mensch als Mensch auch Leben vereint, so er doch ahnt, dass er Mensch ist und dass sein Blut rot, der Himmel blau und sein Angstschweiß nass. - Verstehe, wer will, wenn in ihm der Zweifel keimt, ob in seiner Sprache sich nichts auf Mensch allein reimt.

Der Angeklagte höre den Richterspruch: Er ist gewogen und für zu leicht befunden worden. Überführung vom Ende in den Anfang, nach Ablauf des Verfalls. Möge die Göttin seiner armen Seele gnädig sein.

Schließt letzten Platz der Tischfläche ab:
Nun sitzen die drei da. Perfekte Schweiger. -
Der letzte Punkt. Meine Göttin, es stimmt, nicht wahr? Ich bin nah an meinem Satzende. Es wird bald Zeit für meinen letzten Punkt.
Aber, Göttin! Ich habe nie geliebt!! Und die Angst vor dem letzten Punkt frisst in meinem Innern.
Ich muss rein sein. Rein und sauber. Meine Haare löste ich in Flammenluft auf. Nackt und bar will ich bereit sein.
Ich will lieben, geliebte Göttin! Beflecke mich!

Folgende Zeilen über die ganze SWand:
"Hab keine Angst vor den Wänden."
"Es gibt einen Weg, kleiner Denker."
"Sei klein. Denk' nicht drüber nach."
"Gute sterben früh."
"Dein Weg ist schlimmer als Dein Ziel."
"In der Zwischenzeit geschieht jederzeit alles zu seiner Zeit."
"Quittiere: ‚Lass!' Aber meine: ‚Versuch!'"
"Du musst, du darfst keine Angst haben."
"Komm, Geliebter!"
"Sei klein. Denk' nicht drüber nach."
"Bei mir wirst du Ruhe finden."
"Ich lege für Dich Spuren zu mir."
"Komm, Geliebter!"

Gelb u. bröckelig:
SIE empfing mich beim Eichelbaum, groß und fleischig der Stamm, kronenlos und doch voller Triebe. Sie führte mich in den Stalagmitensaal. Maschinen stemmten Milch aus dem Boden. Blut pulsierte durch ein Netz aus Adern, fest gespannt über halbdurchsichtige Wände, die sich nach oben dehnten und wieder herabsanken.
SIE klaubte die Münzen von meinen Augen, entblößte mich und nahm mich bei sich auf. In ihrem Gemach fühlte ich mich wie ein rohes Ei, um das gierige Schlangen kreisten. Ihre Leiber vibrierten; jede wollte mich als erste verschlingen. Schweiß glänzte auf allen Flächen, tropfte von der Decke auf mich herab, rollte mir in glühenden Perlen über die Stirn, bis die Fontäne endlich gen Himmel sprudelte und ranziger Klumpenregen ihren Garten wässerte.
Sie küsste mir zärtlich auf die Stirn, so heiß, dass alle Lüsterkerzen schmolzen und sich nach unten bogen. Nun stehe ich im Schlamm, klamm bis an die Knie. Meine Zeilen knirschen mir durch den Schädel wie geschliffene Murmeln in einer Glasschale.

Die Lücken der OWand sind mit Zeichnungen ausgefüllt, mit spitzem Gegenstand in Rußschatten geritzt worden. --> verzerrte Figuren, kaum zu deuten.
Weitere Zeichnungen verdichten sich zum Bilderaugengesicht in der Mitte (sieht dadurch aus wie Kriegsbemalung, wage keine Kopie): Wirre Formen u. Strichführungen, meist sinnlose Schmierereien.

NWand:
2 x 2
Der Tisch konnte die Wände nicht aufhalten.
Schlaumer, Kontrollala, Zyntia. Sie blickten mich noch einmal mitleidig an und zerrieselten in der Wand.
Ich male Bilder, um nicht an der Wand zu lehnen. ER ist mir ganz nah und ich bin allein mit IHM. Angst!
Schrei nicht so mit keiner Stimme!
Ich geb dir ja nen Mund!


Göttin, hilf! Ich bin's: Mein Feind.

OWand, ungleichmäßige Schrift, wie von jemand anderem:
Du würdest Spiegel lieben, nicht wahr, kleiner Denker? Sie wären so ehrlich zu dir. Du würdest es lieben, dich ständig vor dir zu haben, und immer mehr Gefallen an dir finden.
Ein Spiegel ist wie eine Maske. Ja. Für uns selbst. Wußtest du das nicht? Er ist der einzige, der dir etwas über dich erzählt, lässt dich immer wieder neue Seiten an dir entdecken, damit nicht nur die ganze Welt alles von dir sieht.
Du liebst den im Spiegel. Nun gib es doch zu. Du willst ihm nahe sein. Man sollte ihn hegen und pflegen, ihn verehren, ihm ein Denkmal setzen. Und alle, alle müssten sich vor ihm verneigen, ihn anbeten, preisen und jubeljauchzen, bis ihnen die Gesichter aus den Köpfen in den Staub fallen. Warum schaust du sonst immer in unsere Augen? Du verehrst uns. - Schau genau hin.

Das ist nicht Ich.

Nein? - Wer ist dann Ich?

Das ist Du.

Aber du magst doch Du, oder?

Mögen? Nein. Mögen ist zu wenig. Ich liebe Du.

Und du willst so sein wie Du.

Ja, ich will sein wie Du. Ich will Du sein.

Ja. Denn Du ist besser als du. Du wird groß geschrieben.
DU NARR!!
Du kannst die Finger noch so tief in die Ohren quetschen!
WIR sind ICH !!!
WIR sind erstes Einatmen und letztes Auskeuchen. WIR sind ICHs Pfiff aus dem finalen Loch.
ICH steht!
Vor dem letzten!
Punkt!

OWAnd:
Punkt. -Der letzte Punkt. - Er ist nicht weiter schlimm. -Punkt. - Der letzte Punkt. - Er muss, kann, darf nicht schlimm sein. - Punkt. - Der letzte Punkt. - Schlimm ist einzig die Stelle davor. - Punkt. - Der letzte Punkt. - Der Druck wird unerträglich. - Punkt. - Der letzte Punkt. - Ich bin alle Arten von ‚müde'. - Punkt. - Der letzte Punkt. - Endlich unendlich müde. - Punkt. - Der letzte Punkt. - Meine Augen streiken. - Punkt. - Der letzte Punkt. - Dunkelheit lullt mich ein wie eine liebevolle Mutter. - Punkt. - Der letzte Punkt. - Küss deinem Kind die Augen zu, Muttergöttin. - Punkt. - Der letzte Punkt. - Wiege mich in den Schlaf. - Punkt. - Der letzte Punkt. -Müde. - Punkt. - Der letzte Punkt. - Bitte. - Punkt. - Der letzte Punkt. - Nur noch Schlafen ...

SWand:
1 x 1
Am Anfang war ein lauter Knall. Konfusion, die sich ausweitete. Der Himmel war helllichter Tag und tiefste Nacht, schien in Strömen und schneite in Strahlen, sengte eisig und stürmte heiß. Die Welt wechselte in stetigem Auf und Ab. Berge schoben sich zusammen, türmten sich auf, wurden vom Wind zernagt, rieselten nieder. Wälder wuchsen heran, wucherten zu Dschungeln, schmiegten sich in die Erde zurück. Fließender Übergang von Zeit zu Zeit, Einzelheiten unwichtig. Bakterien koppelten, formten ungestalte Körper aus Haut & Zähnen, Trieb & Wille, Zorn & Liebe. Echsen wechselten mit Primaten. Menschen wimmelten herum. Gebäude stachen in den Himmel. Gleich darauf waren sie fort, besiegt von Ratten. Die Sonne wurde größer. Die Nager bildeten Staaten, verknoteten ihre Schwänze zu Königen, bis jeder regierte und regiert wurde. Einzeller waberten aus den Kadavern. Und die Sonne wurde noch größer. Eine Fischart erhob sich zur Schöpfungskrone, ging dann an Altlasten zugrunde. Und die Sonne nahm den Himmel ein.
Meine Muttergöttin ruft mich vom Spielen heim. Beim Abendmahl muss ich dem Gottvater beichten: Dass die Welt nichts weiter ist als ein Lehmklumpen, der auf einer Töpferscheibe liegt. Mein Gottvater ist sehr angetan von meiner Theorie. Er sperrt mich auf dem Dachboden ein, damit ich meine Beichte nicht weiter versündigen kann. "Das tut mir mehr weh als dir", sagt er zu mir. Ich hänge meine nasse, zerrissene Hose an einen Nagel am Dachbalkenkreuz und setze mich. Ich beginne Figuren zu schnitzen, um sie anzuatmen.

Letzter Text, SWand:
Als ich erwachte, war ER tot.
Seit Stunden sehe ich meine Füße nicht mehr.
Das Schmatzen ist direkt an meinem Ohr.
Mir wird heiß.
Meine Tinte läuft mir über die Arme. Über meine Stirn. In meine Augen.
Mein Herz klafft auf.
Oh, Gottkönigin.
Mein letzter Punkt. Ich weiß ihn nicht zu füllen.
Öffne deinen Süden für mich!
Lass mich schlüpfen!
Diese Welt ist zu heiß für mich. Es kann nur noch die Hölle sein. In der Hölle müssen meine Spuren verbrennen. Ich kriege keine Luft.
Was sagst du?
Dein Süden flüstert.
Aber ich muss doch ... meinen letzten Punkt ...
Ich gehorche. - Ich kom .

Seite 1:
Als ich erwachte, fand ich mich in diesem Raum. Papier und Stifte sind genug vorhanden. Nun sind alle Wandtexte abgeschrieben und geordnet. -- Ich habe über mich nachgedacht. Aber wer bin ich?
Die Wände. - Sie bewegen sich.



ca. 1997 bis April 2002
M.V.:"Und dann gibt es diese Geschichten, an denen man als Autor zu verzweifeln droht, da man zwischendurch die Vision hat, man werde beim letzten Punkt zu Staub zerrieseln.
Bis zum Ziel quälte ich mich durch Dutzende Anläufe und Kapitulationen. - Gut möglich, dass ich ‚.' einige graue Haare verdanke."


__________________
"Ich wollte der Welt nur ein einziges Wort sagen. Da ich es nicht konnte, wurde ich Schriftsteller." - Stanislaw J. Lec

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Zefira
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Hallo Markus,

puh! Das ging unter die Haut!

Volle Punktzahl von mir! Phantastisch, visionär, aufregend und verstörend, souveräner Umgang mit der Sprache. Das gehört in die Bestenliste.

Kleiner Tip von mir:
Du hast da in der Mitte ein Wortungetüm, das den Bildschrmausschnitt so breit zieht, daß man beim Lesen ständig hin- und herscrollen müßte.

Ich habe mir damit beholfen, daß ich die "ausdruckbare Version" aufrief - dann fällt das Lesen leichter. Besser wäre es aber, Du würdest das Wort trennen. So, wie es jetzt ist, fühlen sich vielleicht einige Leser abgeschreckt.

Ich werde mal versuchen, ein paar Leute hier vorbeizuschicken; diese Geschichte verdient jede Menge Aufmerksamkeit.

Glückwunsch! *begeistert applaudier*

Zefira


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Gegge
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Hallo Markus,
Hallo Zefira,

Die Geschichte ist von der Idee sehr gut, vielleicht sogar hervorragend ( nein, streicht das "vielleicht")

Aber sie ist ZU wirr, ZU ansstrengend, ZU lang.
Der Autor hat es meiner Meinung nach übertrieben, man wird Müde beim Lesen und verliert Stellenweise die Lust überhaupt weiter zu lesen. (eventuell geht es auf Papier besser)

Ausser dem viel zu langen Wort (Mitte 2. Teil) sind mir auch noch die Wörter in LETTERN unangenehm aufgefallen.
(Es schreckt mich als Leser ab, wenn mich ein Text auf weite Strecken anschreit!)
Des weiteren gibt es noch kleine Fehlerchen.
( z.B. 1.Teil , 2. Absatz: "hereingekommen bin sein muss.")


Gruß Gegge

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Markus Veith
Routinierter Autor
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Vielen Dank!

Zunächst möchte ich mich für euren Lob und eure Kritik ganz herzlich bedanken. Zu letzterer denke ich, kann ich einiges sagen. Auf dieser Seite ist es schade, dass man gewisse Formatierungskniffe nicht übernehmen kann. So ist es im Originaltext zum Beispiel so, dass das von dir, Gegge, kritisierte "hereingekommen bin sein muss" ganz so beabsichtigt, das Wort ‚bin' allerdings durchgestrichen ist. Die Formatierung der Leselupe läßt das nur leider nicht zu. Auch muß ich leider zugeben, dass der Text hier gerade wegen der ungenügenden Formatierung sehr schwer voll und ganz zu begreifen ist. Im Original gibt es zum Beispiel sechs verschieden Schriftsarten, wobei ich in der Gerichtsverhandlung (Schlaumer, Kontrolalla und Zythia) bereits drei verwendet habe, ebenfalls für den ‚Du' und den schriftführenden Rahmenerzähler. Als ich an ‚Punkt' noch schreib wurde ich gewarnt, so viele verschiedenen Typen und Formatierungstricks zu verwenden, doch nach der Fertigstellung gab man zu, dass es durchaus übersichtlicher wird.
Das die Geschichte ZU lang sei und anstrengend - nun gut, es ist nun mal Geschmackssache. Ich bin der Meinung, dass man einem Leser ruhig etwas abverlangen darf und dass es Geschichte gibt, die einfach geschrieben werden wollen und müssen.
Übrigens: "Punkt" ist der Hauptext meines selbst herausgebrachten Buch "Pandaimonia" und soll, sofern alles klappt, voraussichtlich nächstes Jahr als Solo-Theaterstück inszeniert werden. Ich glaube, ich könnte ein wenig Daumendrücken brauchen.
Mit literarischen Grüßen
Markus Veith

__________________
"Ich wollte der Welt nur ein einziges Wort sagen. Da ich es nicht konnte, wurde ich Schriftsteller." - Stanislaw J. Lec

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Gegge
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Hallo Markus,

ein paar Möglichkeiten der Textformatierung gibt es hier durchaus:
Hier klicken

fett . kursiv . unterstrichen . durchgestrichen

Gruß Gegge

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Markus Veith
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Hallo, Gegge!

Oh. Danke. Das wußte ich noch gar nicht. Ich fürchte, ich probiere hier viel zu wenig herum. Vielen Dank für den Tip.
Markus
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"Ich wollte der Welt nur ein einziges Wort sagen. Da ich es nicht konnte, wurde ich Schriftsteller." - Stanislaw J. Lec

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