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Leselupe.de > Kurzgeschichten
"I can't get no"
Eingestellt am 09. 10. 2015 11:39


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Stefan Sternau
???
Registriert: Jan 2015

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Neulich traf ich einen Freund. Ich sagte: „Hey Joe, wie lĂ€uft‘s denn bei dir?“ Und da erzĂ€hlte er mir seinen Frust.


Ich hole mir eine neue CD, weil ich einen Titel davon im Radio gehört habe, und den fand ich genial. Denke, da werden sicher viele gute Songs auf der CD sein – aber es gibt nur einen einzigen, der mir gefĂ€llt, eben den aus dem Radio. Fehlkauf:mal wieder Geld verschwendet.

I can’t get no!

KĂŒrzlich kaufte ich mir ein schickes, teures Designerhemd. Zu Hause stellte ich fest, dass das Hemd einen fiesen Tintenfleck hat. Ich brachte das Hemd zurĂŒck ins GeschĂ€ft, aber der VerkĂ€ufer sagte: „Hemden mit Flecken nehmen wir nicht zurĂŒck.“

I can’t get no!

Ich rufe beim Augenarzt an und frage nach einem Termin. Sie haben einen fĂŒr mich, in 5 ! Monaten. Komisch, die Nachbarin, die Privatpatientin ist, hat beim gleichen Arzt in 2 Wochen einen Termin bekommen. So viel zur Gerechtigkeit im Gesundheitswesen.

I can’t get no!

Auf der Landstraße hĂ€ngen sie einem am Auspuff, die DrĂ€ngler. Ich könnte denen fast allen mit meinem schnellen Auto davonfahren, aber ich halte mich weitgehend an die Geschwindigkeitsbegrenzungen. So kleben diese Raudis an mir und nerven! Fuck off!

I can’t get no!

Ich höre die Nachrichten. Die EU verlangt: Griechenland soll weiter sparen, obwohl das rigorose Sparen doch schon die Wirtschaft da ruiniert und vielen Menschen in die Armut gestĂŒrzt hat. Dabei sollen letztlich nur die Banken gerettet werden. Heuchler!

I can’t get no!

Gestern habe ich mein Auto grĂŒndlich in der Selbstwaschanlage saubergemacht. Als ich endlich fertig bin, ist der Himmel mit Wolken verhangen und ich komme auf der RĂŒckfahrt in einen Platzregen. Der Wagen ist total verspritzt, dreckiger als vor der WĂ€sche.

I can’t get no!

Habe einen neuen Drucker, der ist wirklich gut, aber die Originalpatronen kosten ein Vermögen, fast mehr als der ganze Drucker. Bestelle mir recycelte Patronen, aber der Drucker verweigert sich. Muss also doch Original-Patronen bestellen = doppelte Kosten.

I can’t get no!

Ich kaufe mir eine neuen Tee, Brombeer-Tee, mit großen Brombeeren auf der Packung. Zu Hause lese ich, was da drin ist: 40% Apfel, 30% Hibiskus, 20% Hagebutte, 10% Brombeere. Und so schmeckt er auch, nichts von Brombeer. Dass so ein Schmuh erlaubt ist.

I can’t get no!

Sitze mal wieder hier und warte auf meine Freundin. Um 9 Uhr wollten wir wegfahren, jetzt ist es 10,30 Uhr, aber sie ist noch nicht aus dem Bad herausgekommen. Ich versuche, ruhig zu bleiben, aber denke frustriert: Wir werden bestimmt in den Stau kommen.

I can’t get no!

Hab ich’s doch gesagt, wir landen voll im Autobahn-Stau. Und ich hasse Staus. Also fahre ich ab auf die Landstraße. Nur die ist auch verstopft. WĂ€hrend wir ĂŒber die Landstraße zuckeln, höre ich im Verkehrsfunk, dass sich der Stau auf der Autobahn aufgelöst hat. Nein!

I can’t get no!

Bekam vom Online-VersandhĂ€ndler ein neues Headset geschickt. Das Ding war total verschweißt, so zu wie ein HochsicherheitsgefĂ€ngnis: Eine Schere brach ab, kratzte mich an dem spitzen Plastik, schnitt aus Versehen in den Schaumstoff. Muss denn das sein?!

I can’t get no!

Neulich klingelte das Telefon, wÀhrend ich einen Krimi sah. Es war die redelustige Tante Elvira, und die quasselte und quasselte. So dass ich das Ende des Krimis verpasste. Wer war der TÀter? Merke: schaue immer erst auf das Display, ehe du ans Telefon gehst!

I can’t get no!

Letzten Sommer buchte ich eine Ferienwohnung im Internet: Die Wohnung war super, komfortable Ausstattung, schöner Meerblick, gĂŒnstiger Preis – sie hatte nur einen kleinen Fehler: es gab sie gar nicht. Kurz, der Urlaub ist ins (Meer-)Wasser gefallen 


I CAN'T GET NO SATISFACTION !


Ich sagte: “Okay Joe, lĂ€uft bei dir.” Und er nickte: „LĂ€uft normal.“

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Wipfel
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nö Stefan, der Text gefÀllt mir nicht. Selbst unter Trivial-Literatur hÀtte er keinen vorderen Platz verdient. Ich will Geschichten lesen. Meinen Alltag kenne ich selbst. Das Ganze wirkt noch nicht mal im Ansatz lustig - und eine Kurzgeschichte ist das auch nicht... Nö.

GrĂŒĂŸe von wipfel

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Stefan Sternau
???
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Hallo Wipfel,

okay, ich stimme dir wie den beiden anderen Rezensenten zu: Der Text ist keine typische Kurzgeschichte, ich hÀtte ihn besser bei Kurzprosa eingestellt (also falls die zustÀndige Redakteurin ihn umsiedeln will
)

Deine GegenĂŒberstellung von Alltag und Geschichten als GegensĂ€tzen kann ich allerdings nicht nachvollziehen: Geschichten handeln doch sehr hĂ€ufig vom Alltag.

Lustig sollte es auch gar nicht sein, es geht doch mehr um Frust als um Lust(ig).

Ich versuche, immer mal wieder mit Inhalt und Form von Texten zu experimentieren. Und mir gefiel dieser Aneinanderreihung von kleinsten Alltagssituationen und dem „I can’t get no“ eben gut. Schade, dass es dir nicht gefĂ€llt, aber daran kann ich nichts Ă€ndern.

Gruß Stefan

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DocSchneider
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Hallo Stefan Sternau,

ich wollte eigentlich eine spannende/abwechlungsreiche/lustige Kurzgeschichte lesen. Der Titel klang verheißungsvoll.

Doch ich fand nur eine Aneinanderreihung von Alltagsklischees. Schade!

I can't get no ...

LG DS
__________________
Manchmal denke ich, der Himmel besteht aus ununterbrochenem, niemals ermĂŒdendem Lesen. (Virgina Woolf)

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Stefan Sternau
???
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Hallo DocSchneider,

Tja, ich weiß nicht recht, warum du unter “I can’t get no” eine „spannende / abwechslungsreiche / lustige Kurzgeschichte“ erwartet hast.
Offensichtlich ist die Geschichte ja an den Song der Stones angelehnt. Hast du dir den Text des Songs einmal angesehen? Das sind kleine, lakonisch erzÀhlte Episoden, die aber kaum besonders spannend sind und schon gar nicht lustig sein sollen.
Der SĂ€nger hört einen Mann im Autoradio, und der nervt ihn durch irgendwelche sinnlosen Informationen. Oder er sitzt vor dem Fernsehen und hört sich gelangweilt an, dass ein VerkĂ€ufer erzĂ€hlt, wie weiß seine Hemden sein könnten. Oder er fĂ€hrt um die ganze Welt, will ein „Girl aufreißen“. Aber die sagt ihm: „Baby, komm besser Ende nĂ€chster Woche wieder.“
Da finde ich meine Mini-ErzÀhlungen sogar noch abwechslungsreicher.
Und ich verstehe auch nicht, warum die Szenen Alltagsklischees sein sollen: Der Freund bekommt beim Augenarzt erst in 5 Monaten einen Termin, die privatversicherte Nachbarin in 2 Monaten. Das ist leider kein Klischee, sondern die Àrgerliche, ungerechte RealitÀt in Deutschland. Oder warum soll es ein Alltagsklischee sein, dass man bei der Buchung einer Ferienwohnung im Internet an eine Fake-Wohnung geraten kann? Ich könnte auch noch andere Beispiele nennen.
Aber jeder lebt halt in seiner Welt, und in deiner sind meine Episoden offensichtlich Klischees. Schade.

LG Stefan Sternau

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