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Leselupe.de > Erotische Geschichten
"Ich kenne ihn nicht!"
Eingestellt am 23. 05. 2011 02:12


Autor
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Miro
Festzeitungsschreiber
Registriert: Sep 2010

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Wie oft schickt ein Ehemann der eigenen Frau eine eMail?
Als ich es tat, ├Âffnete sich wie von Geisterhand eine Facebook-Seite.
Deine Facebook-Seite.
Links in einer Spalte wurden ÔÇ×deine FreundeÔÇť angezeigt, und ich war ├╝berrascht. So fremde Leute, so fremde M├Ąnner!
Ich habe die Seite kurzerhand ausgedruckt, und ich habe Dich gefragt, wer die denn wohl w├Ąren.
Du hast es abgetan.
Kontakte von der letzten Fortbildung seien sie, einer von denen halt auch der Projektleiter.
"Und wer ist der?" habe ich gefragt.
"Ich kenne ihn nicht, nicht wirklich", hast Du ganz locker geantwortet. Sei halt einer den Du nur fl├╝chtig in Erinnerung h├Ąttest, der sich halt als Kontakt bei Facebook gemeldet h├Ątte. Ich sollte mir 'mal nun wirklich keine falschen Gedanken machen, so w├Ąre das eben bei Facebook.
Wie gerne wollte ich Dir damals glauben.
"Ich kenne ihn nicht", das wollte ich Dir so gerne glauben ...
Aber dann hast Du hinter geschlossener T├╝re telefoniert.
Eigentlich wollte ich ja nur kurz 'was f├╝r die Tagesplanung kl├Ąren.




Aber was ich durch die nun einmal nur sicht-, aber nicht schalldichte T├╝re h├Ârte, das war unendlich eindeutig, das hatte vor allem etwas, das ich nicht mehr kannte:
Deine Liebensw├╝rdigkeit, Z├Ąrtlichkeit, Deine Begeisterungsf├Ąhigkeit und Sanftheit.
Es hat mich ber├╝hrt und erschreckt.
Ich habe es vielleicht noch nicht wahrhaben wollen, aber schon in diesem Moment gewusst:
Ich hatte Dich unwiederbringlich verloren.
"Ich kenne ihn nicht!" war eine Notl├╝ge gewesen.
Es gibt Situationen, in denen mann nicht mehr gewinnen kann.
Es gibt Gef├╝hle, die nur aus frischen H├Âlzern brennen und es gibt Worte, die sich nur einmal im Leben sagen lassen, und wir hatten dieses EINMAL schon hinter uns.
Ich erinnere mich an unseren ersten Urlaub, auf dieser kleinen Yacht, wo wir eine winzige Kabine geteilt haben. Daran, unsere beiden Schlafs├Ącke verbunden zu haben und wie wir beide zusammen da hinein gekrabbelt sind. Ich erinnere mich daran, wie wir weiter gekrabbelt haben, wenn wir schon l├Ąngst darin lagen.
Ich erinnere mich an Deine strahlenden Augen, wenn Du die Ruderpinne gef├╝hrt hast und die Yacht mit ordentlich Kr├Ąngung fast f├╝nfkommadrei Knoten machte.
Ich sehe jetzt die Erf├╝llung von Tr├Ąumen, die ich mit Dir nicht verwirklicht habe. Ich verstehe, dass Du ES tun mu├čtest.
Tr├Ąume sind unendlich starke Argumente.
Ich ├╝berlasse Dich ihnen.
Finde die Wahrheit Deines Lebens!
Behalte, was Dich auszeichnet:
Deine Liebensw├╝rdigkeit, Z├Ąrtlichkeit, Deine Begeisterungsf├Ąhigkeit und Sanftheit.


__________________
Es mag bessere Zeiten geben, aber dies ist die unsere (J.P.S.)

Version vom 23. 05. 2011 02:12
Version vom 30. 06. 2011 20:56

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Ofterdingen
Routinierter Autor
Registriert: Aug 2009

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Hi miro,

Tut mir leid, aber f├╝r mich kommt der Anfang (und noch mehr der Schluss) mit Petrus auf dem ├ľlberg viel zu schwer daher, schlie├člich geht es ja nicht um die Kreuzigung und den Tod des Protagonisten. Auch die Anspielung auf Don Quixote und die Windm├╝hlen ist mir zu viel. Weniger w├Ąre mehr, zumindest k├Ânnte ein gelungener Tagebucheintrag daraus werden.

Gru├č,

Ofterdingen
__________________
Man soll keine Dummheit zweimal begehen, die Auswahl ist schlie├člich gro├č genug. J. P. Sartre

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gareth
Fast-Bestseller-Autor
Registriert: Dec 2003

Werke: 132
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Hallo Miro,

ich muss mich Ofterdingen anschlie├čen, wenn er den Petrus und die ber├╝hmten Windm├╝hlenfl├╝gel kritisiert.

Ich sehe aber einen an sich guten Text.

Deine Geschichte ist f├╝r mich sehr authentisch. Ich kann jede Szene nachvollziehen und glauben. Auch Deine Wortwahl gef├Ąllt mir, solange Du beschreibst, was da dem Mann geschieht, der dabei ist zu begreifen, dass er seine Frau verlieren wird und ihr am Ende w├╝nscht, so zu bleiben wie sie ist. F├╝r einen anderen. Liebe halt.

Der Ausflug in die Religionsgeschichte und die Literatur ist f├╝r mich als Versuch nachvollziehbar, dem stillen aber dramatischen Geschehen zus├Ątzliche Bedeutung zu verleihen. Das ist aber ein untaugliches Vorgehen und auch nicht n├Âtig. Die Abwendung eines Menschen von einem anderen ist f├╝r sich alleine gro├č und bedeutend genug (vielleicht nicht in allen F├Ąllen, aber das lassen wir mal au├čer acht). Das kann man einfach so beschreiben wie es sich abspielt.

Und wenn dieser Mann in diesem Text noch einen Moment lang eine kleine, vergangene, erinnernswerte, erotische Situation mit dieser sich abwendenden Frau reflektiert h├Ątte, w├Ąren vermutlich alle, auch ich, zufrieden gewesen.

Nat├╝rlich erst nach dem Verzicht auf die religions- und literaturgeschichtlichen Vergleiche :o)


Das meint jedenfalls
gareth
__________________
Wie h├Ąsslich ist ein schr├Ąges Treiben,
da lob ich mir mein tr├Ąges Schreiben.

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Miro
Festzeitungsschreiber
Registriert: Sep 2010

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danke !

Liebe Kritiker,

die Hinweise habe ich aufgegriffen und die Geschichte etwas ge├Ąndert.
Ich gestehe, sie gef├Ąllt mir jetzt selbst auch noch besser.
Ganz leicht traure ich um diese Parallelit├Ąt zum biblischen Vorbild von "Ich kenne ihn nicht!" Ist der Titel doch jetzt weniger bedeutsam, oder?
Aber die Geschichte in sich hat wohl gewonnen.
Vielen Dank!
Ich bin gespannt, wie sie Euch jetzt gef├Ąllt!

Sch├Âne Gr├╝├če miro

__________________
Es mag bessere Zeiten geben, aber dies ist die unsere (J.P.S.)

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