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Leselupe.de > Kurzprosa
"Ich will das haben!"
Eingestellt am 02. 10. 2005 00:02


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Sun Kiss
Autorenanwärter
Registriert: Jun 2005

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Wir alle kennen das schon aus unserer Zeit im Sandkasten: Die Freundin hat zu ihrem Geburtstag die neue Barbie-Puppe bekommen, die einen schon die ganze Zeit in der Werbung auf Super RTL begegnet, und prahlt damit auf dem ganzen Spielplatz. Klar dass man dieses Szenario nicht lange mit ansehen kann und schnellstm√∂glich zu Mami eilt, den Hundeblick auflegt und darum bettelt, dass man die neue super ultra tolle Barbie auch bekommt. Darauf folgt ein l√§chelnder doch trotz allem strenger Blick ‚ÄěMeine Kleine, schau dir mal daheim die Berge von Spielsachen an. Du brauchst nicht noch eine Barbie, die sehen doch sowieso alle gleich aus und nach zwei Tagen liegt die dann wie die anderen ewiglich auf dem Spielzeug-Friedhof.‚Äú
Nach tagelangem Gequengel und Gebettel kommt man dann doch irgendwann ans Ziel und hält die beste aller Barbies in der Hand. Doch wie erwartet liegt sie dann nach ein paar Tagen bei den anderen Spielzeugen in einer dunklen Ecke.

Aber woher kommt das? Nachdem so etwas schon ein paar mal passiert ist, m√ľsste man doch auch mal so langsam merken, dass man nicht so viele Spielzeuge braucht! Jedoch hat die Freundin ja dadurch auch so viel Aufmerksamkeit bekommen.


Nun gut, denken wir ein paar Jahre weiter, bis zur Pubertät, denn da tritt dieses Phänomen auch nicht allzu selten auf: Wochenlang schmachtet man sein Opfer der Begierde mit großen Augen von Weitem an, man kann an nichts anderes mehr denken und meint, es wäre die große Liebe. Doch kaum kommt er und spricht einen an, ist er auf einmal doch nicht so interessant. Das, was eins unerreichbar war, ist jetzt plötzlich gar nicht mehr so fern und bietet sich förmlich an. Er ist zwar noch genauso toll wie vorher, jedoch mit dem Unterschied, dass man ihn haben kann.

Bei dieser Situation ist es wohl eher der Fall, dass das M√§dchen einfach Bed√ľrfnis nach Liebe hatte, und da schmachtet man schon mal gerne jemanden an, den man √ľberhaupt nicht kennt. Und so komisch es sich anh√∂rt, gerade am Anfang der Pubert√§t reicht den meisten schon alleine die Tatsache, dass man jemanden anschmachten kann. Eigentlich will man aber noch keine Beziehung und man sucht sich eher unterbewusst jemanden, von dem man denkt, dass man ihn sowieso nicht bekommt. Und wenn doch, dann sinkt die Interesse oft in Rekordgeschwindigkeit...


Und schon sind wir im Erwachsenen-Stadium angelangt. Zwei Freundinnen unterhalten sich in einem Caf√©. Die eine Freundin ist eine erfolgreiche Gesch√§ftsfrau und ledig, die andere ist Mutter von drei Kindern und verheiratet. Die zwei unterhalten sich √ľber ihren Alltagstrott, jede der beiden ist etwas ange√∂det von ihrem Leben. Die eine klagt dar√ľber, dass sie nur unterwegs ist, keine Zeit mehr hat und somit ihr Liebesleben auch auf der Strecke bleibt. Die andere kann das gar nicht verstehen. Sie meint, ihre Freundin solle doch zufrieden sein, sie k√§me ja schlie√ülich viel rum, hat Erfolg, lernt viele Leute kennen und um die Finanzen brauche sie sich ja schlie√ülich auch keine Sorgen machen. Sie dagegen muss morgens bis abends W√§sche b√ľgeln, kochen, putzen und die Kinder versorgen. Und f√ľr ihr Liebesleben hat sie ja schlie√ülich auch nicht gerade viel Zeit.
Die andere erwidert darauf nur, dass sie doch froh sein solle, dass sie so wunderbare Kinder und einen Mann habe. Bei ihr w√§re schlie√ülich zu Hause immer etwas los und sie f√ľhle sich nie einsam.

Und so könnte die Diskussion noch lange weitergehen.
Nun ja, kein Leben ist perfekt und es wird wohl bei jedem immer etwas geben, das man gerne h√§tte und was einem fehlt. Nat√ľrlich wird das dadurch verst√§rkt, wenn man auch noch eine Freundin hat, die genau das hat, was man eigentlich gerne selbst h√§tte. Und so kann es schnell dazu kommen, dass man das Sch√∂ne im eigenen Leben viel schwieriger sieht als das, mit dem man nicht zufrieden ist.


Es ist normal, 'alles' haben zu wollen. Jedoch sollte man sich fragen, warum man das haben will und es auf ein realistisches Maß runterschrauben. Sonst wird man wohl ewig dem nachtrauen, was man nicht hat und nie mit dem zufrieden sein, was man hat.
__________________
Du hast die Wahl: Entweder du entscheidest dich f√ľr den leichten - oder den richtigen Weg.

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