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Leselupe.de > Essays, Rezensionen, Kolumnen
"Tante Käthe" und die große Politik
Eingestellt am 13. 09. 2003 22:47


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LuMen
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"Tante Käthe" und die große Politik


Die Erregung über Rudi Völlers Ausraster hat sich weitgehend gelegt, und die Gardinenpredigt hat bei der Nationalmannschaft, die überraschenderweise noch über eine gewisse geistige Grundflexibilität zu verfügen scheint, im Spiel gegen Bertis schottische Mannen zumindest zu einem sichtbaren Aufwärtstrend geführt.

Was bleibt, ist die Frage nach den vom Völlerschen Überraschungsangriff auf die Medien ausgelösten weniger positiven Wirkungen. Ich glaube, diese haben viel zu wenig Beachtung gefunden, scheinen mir aber nicht minder wichtig zu sein als die Aufputschwirkung bei den Nationalspielern.

Einige Pressestimmen hatten schon, vielleicht überzogen, nach Rudis Rücktritt gerufen. Aber was geschah? Wer hätte gedacht, daß Politiker aller Schattierungen zu einer konzertierten Aktion dieses Ausmaßes in der Lage wären, wie sie sich in der einmütigen Sympathiekundgebung für Rudi gezeigt hat – soweit, so gut (noch).

Abgesehen davon, daß wichtigere politische Aufgaben einer solchen gemeinsamen Bewältigung harren, sind die versteckten Motive dieser Haltung sehr bedenklich. Dahinter können sich eigentlich unterschwellig nur Vorbehalte und Mißachtung gegenüber den Medien verbergen - und damit eine in einer Demokratie befremdliche Einstellung zum Grundrecht der Pressefreiheit.

Zu diesem Schluß muß man zwangsläufig gelangen, wenn man sich noch einmal die genauen Umstände in Erinnerung ruft, die Anlaß für den Beifall der politischen Spitzen waren. Es dürfte in der breiten Öffentlichkeit kaum einem Zweifel unterliegen, daß Rudis Ausfälle, mögen sie menschlich noch so verständlich sein, sich gegen die Falschen richteten. Gerhard Delling, Günter Netzer und der verbindliche Gemütsmensch "Waldi" stehen nun wahrlich nicht für unsachliche oder gar herabsetzende Berichterstattung, sondern eher für das Gegenteil. Das hätte auch unseren Politikern zu denken geben müssen, bevor sie gemeinsam die Lobgesänge anstimmten – tat es aber nicht. Jedenfalls hat keiner ein Wort darüber verloren.

Auch die "Fäkaliensprache"- von Rudi später selbst abgeschwächt – störte sie keineswegs. Ist ihnen vielleicht auch das beispielhaft erschienen?. Der Politiker-Jargon treibt bekanntlich seltsame Blüten, und einem könnte Böses schwanen. Man denke sich die Fortsetzung der Kette Völlerscher Kraftausdrücke auf der politischen Bühne! Ich erlaube mir einmal, mit dem folgenden Szenarium etwas zu provozieren:

Schröder und Stoiber beschimpfen sich demnächst gegenseitig als "Scheißkerle"! Guido Westerwelle, bisher eher Dünnbrettbohrer, wird vielleicht zukünftig zum "Dünnpfiff-Scheißer". Für die naturverbundenen Grünen könnte sich in Anlehnung an den einschlägig bekannten Kuhfladen als Fäkaliensynonym "Spinat-Schieter" anbieten.

Kritisch wird derartiger sprachlicher Umgang bei den Damen. Ich hoffe, man würde insoweit "Gentleman" oder "ladylike" bleiben und sich allenfalls eine "Spinatwachtel" leisten. Schließlich hat Rudi auch unsere Fußball-Nationaldamen nicht ins Spiel gebracht – die gewinnen ja auch meistens!

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blaustrumpf
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Hallo, LuMen

Und wenn sie mal ein Spiel nicht gewinnen, dann aber die nächsten zehn anschließend ganz bestimmt!

Grinsend grüßt blaustrumpf
__________________
Dafür bin ich nicht aus dem Schrank gekommen, um mich in eine Schublade stecken zu lassen.

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LuMen
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rudirallala

Hallo blaustrumpf,

ich danke für Deine Zuschrift und wünsche noch einen schönen Sonntagabend!

LuMen

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