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Leselupe.de > Ungereimtes
"Urteilt nicht"
Eingestellt am 15. 10. 2005 14:10


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Dorothea
HĂ€ufig gelesener Autor
Registriert: Jul 2004

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Fragt sich kein Baum,
ob schöner er blĂŒht
als andere.

Argwöhnt kein Schaf,
ob's saftiger grĂŒnt
nur anderen.

QuÀlt sich kein Weg,
ob nĂŒtzlich das Ziel
dem Wandernden.

Begleitet nur uns
der eherne Zwang
zur Selbstjustiz.


__________________
Dorothea Gebauer
----------------------
Sein ist mehr als Haben.

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mandarina
AutorenanwÀrter
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hallo dorothea,

dank fĂŒr deine verse. nur dachte ich eigentlich es geht um das Prinzip des Neidens. Sollte dies Gedicht den Leser absichtlich verwirren? Falls nicht, was verstehst genau du unter selbstjustiz? oder vielleicht bin ich es, die den sinn nicht versteht... bitte um erklĂ€rung, wenns möglich ist. merci.
__________________
RealitÀt ist Konstruktion

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Prosaiker
Guest
Registriert: Not Yet

hallo dorothea,
ich verstehe da an deinem gedicht auch etwas nicht. die erste strophe passt sehr schön ins prinzip der selbstjustiz, der selbstzweifel, der angst nahezu (angst, nicht gut genug zu sein), die zweite allerdings lese ich ebenfalls unter dem aspekt des neides und die dritte wiederum unter dem der selbstlosigkeit. wie passt das alles zusammen, und wo hab ich was falsch verstanden?
schöne grĂŒĂŸe wĂŒnscht
Prosa.

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Dorothea
HĂ€ufig gelesener Autor
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Werke: 33
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Hallo Ihr beiden,

Danke fĂŒr Euer Interesse! Die zweite Strophe kann man in der Tat unter dem Aspekt des Neides sehen. So meinte ich sie zwar nicht, aber es ist ja immer spannend, durch die Leser zu erfahren, was alles in einem Text drin ist außer der eigenen Intention.

Meine Absicht war aber, eine andre Haltung zu verbildlichen. Wenn es das saftige GrĂŒn nur immer fĂŒr die anderen gibt, dann kann das ein Zeichen des Neides sein, aber auch ein sich selbst nicht schĂ€tzen. Das Saftige GrĂŒn ist fĂŒr die anderen, weil man es nicht wert ist, konditioniert auf eine lieblose Selbstverurteilung.

Mir sind die ersten drei Zeilen spontan eingefallen in einer Situation, in der ich bemerkte, wie nahezu automatisch ich bestĂ€ndig bewerte. Meine Gedanklen, Aktionen, Absichten, aber auch die aller anderen, mit denen ich konfrontiert werde. Dieses stĂ€ndige Bewerten, Be- und Verurteilen (bin ich gut genug, schön genug, erfolgreich genug, ....ist ein anderer besser, schneller, klĂŒger, ....) ist ein blöder Zwangsmechanismus., und als ich mich schon wieder dabei erwischte, musste ich unwillkĂŒrlich denken, dass kein Baum auf die Idee kĂ€me, zu fragen ob er schöner blĂŒht als andere.

Hoffentlich ist es jetzt verstÀndlicher! euch ein schönes Wochenende.
__________________
Dorothea Gebauer
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Sein ist mehr als Haben.

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Prosaiker
Guest
Registriert: Not Yet

danke fĂŒr deine erlĂ€uterung, genauso hatte ich das gedicht auch verstanden und finde eben gerade deswegen die erste strophe sehr gut und passend. bei den andren ĂŒberleg ich lieber nochmal und sag evt. nochmal was dazu
schönes wochenende!,
Prosa.

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Gabriele
Manchmal gelesener Autor
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Liebe Dorothea!

Du greifst in diesem Gedicht ein Thema auf, das mich in letzter Zeit auch stark beschĂ€ftigt hat: jenes des Bewertens und Vergleichens. Ich finde, Du hast hier sehr treffend und mit schönen, poetischen Worten (fĂŒr diese Kombination bewundere ich Dich ja schon seit langem) auf den Punkt gebracht, womit wir uns und anderen immer wieder das Leben schwer machen - und wieviel wir von der Natur lernen könn(t)en.
Liebe GrĂŒĂŸe
Gabriele

(PS: In meinem Gedicht "den Vergleichen ein Ende" geht es um etwas Ähnliches - vielleicht magst Du es Dir auch mal ansehen und kommentieren?)

__________________
Be yourself - no matter what they say!

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Dorothea
HĂ€ufig gelesener Autor
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Ja, das unselige Vergleichen

Liebe Gabriele,

vielen Dank fĂŒr Dein wirklich großes Lob. Stets besser, effizienter, tĂŒchtiger, .... sein zu mĂŒsen oder zu wollen als andere, sich selbst bestĂ€ndig zu taxieren, zu bewerten und jeden anderen argwöhnisch ebenso zu bewerten, das halte ich wirklich fĂŒr eine Krankheit unserer Zeit.

Dein Gedicht werde ich sehr gerne kommentieren, erlaube mir bitte nur etwas Zeit, weil ich wenn schon, dann auch einen brauchbaren Kommentar schreiben möchte. Zur Zeit aber arbeite ich einfach zu lange und habe kaum Zeit fĂŒr die LeLu.

Herzliche GrĂŒĂŸe.
__________________
Dorothea Gebauer
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Sein ist mehr als Haben.

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