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Leselupe.de > Kurzprosa
...sondern erlöse uns von dem Bösen
Eingestellt am 23. 04. 2008 19:20


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nofrank
???
Registriert: Oct 2004

Werke: 44
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...sondern erlöse uns von dem Bösen

Das Greinen der Lebenden findet keinen Resonanz in ihm.

Die Verluste sind mannigfach, die Trümmer schwelen noch. Zur Sicherung ist noch ein Stück des Wegs. Doch kaum entkommen mit dem bloßen Sein, stimmt das Wehklagen an. Nicht um die Verblichenen, Unwiederbringlichen, die Lücken. Über die Kläglichkeit der jetzigen Existenz. Die Zurücklassungen. Der Reichtumsschwund. Der Alltagstod.

Er treibt sie, sich zu eilen. Noch ist die Gefahr nicht gebannt. Sie verstummen und waten weiter. Eine Weile ist Würde mit ihnen. Doch erneut erhebt sich Wimmern. Die Lebenden wähnen sich gerecht, gefallen sich im Leid, fallen in das Leid, in einen neuen Leib. Keiner fragt nach Schuld.

Er spürt den Jammer in Schüben eindringen und seine Hoffnung durchseuchen. Geseufz gibt den Takt der Flucht an. Ein Sträflingsmarsch. Gefangen in der Vergangenheit, gefesselt an Habseligkeiten – Tand, der das Sein mit hohler Kralle griff und nimmer locker lässt.

Nichts ändert sich. Und er zieht sein Schwert.


nofrank-2008-04


__________________
„Die Preisgabe der Diskretion im öffentlichen Raum ist eine Vorstufe zum faschistischen Ordnungsdenken, sage ich." (Wilhelm Genazio "Die Liebesblödigkeit")



Version vom 23. 04. 2008 19:20

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Ohrenschützer
???
Registriert: Oct 2002

Werke: 83
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Gerne, nofrank, ein Kommentarchen:

"Greinnen"? Was ist das?

Kryptisch trifft's, wirkt auf mich wie ein Schlaglicht einer 20-Watt-Birne, ungewöhnlich in der Wortwahl, aber sehr kraftvoll. Ist für mich als Text zuwenig, aber immerhin giere ich nach mehr, will es verstehen, anstatt mich mit Graus abzuwenden. Es spricht mich also durchaus an, als Splitter.

Schöne Grüße,
__________________
Der Ohrenschützer

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KaGeb
Guest
Registriert: Not Yet

Hi nofrank,

da warst Du aber in finsterer Stimmung, was?
Ein paar Sachen (aus meiner Sicht). Vielleicht nutzts
Ansonsten gebe ich Ohrenschuetzer recht. Der Text ist "sehr" wenig.

Vorschläge:

Die Greinnen Das Greinen der Lebenden findet keinen Resonanz in ihm.

Die Verluste sind mannigfach, die Trümmer schwelen noch. Zur Sicherung ist noch ein Stück des Wegs. Doch kaum entkommen mit dem bloßen Sein, stimmt das Wehklagen an. Nicht um die Verblichenen, Unwiederbringlichen, die Lücken. Über die Kläglichkeit der jetzigen Existenz (vielleicht "des Jetzt"). Die Zurücklassungen. Der Reichtumsschwund. Der Alltagstod.

Er treibt sie, sich zu eilen. Noch ist die Gefahr nicht gebannt. Sie verstummen und waten weiter. Eine Weile ist Würde mit ihnen. Doch erneut erhebt sich schwellt das Wimmern. Die Lebenden wähnen sich gerecht, gefallen sich im Leid, fallen in das Leid, in einen neuen Leib neue Leiber. Keiner fragt nach Schuld.

Er spürt den Jammer in Schüben eindringen und seine Hoffnung durchseuchen. Geseufz gibt den Takt der Flucht an. Ein Sträflingsmarsch. Gefangen in der Vergangenheit, gefesselt an Habseligkeiten – Tand, der das Sein mit hohler Kralle griff und nimmer locker lässt.

Nichts ändert sich. Und er zieht sein Schwert.

Grüße, Karsten

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Thys
Guest
Registriert: Not Yet

Ah, da versteckt, er sich hat. Selten ich komme in diese
Gegend. Düster daher Du kommst, Darth nofrank, düster.
Nie ein Jedi Du wirst. Eine dunkle Macht, ich fühle in
Deinem Text!

Also im Gegensatz zu den Kommentaren vor mir, finde ich den
Text kurz, knapp, düster schwer und für mich ziemlich
aussagekräftig und vollständig.

Lord nofrank, hier meine Interpretation Deines Textes ich
Dir gebe!

Ich lese in Deinem Text von einer Gemeinschaft, die sich
aus eigener Dummheit/Bosheit in die Scheiße geritten hat.
Jetzt jammern die Jungens heftig rum ob des Schlamassels,
den sie angerichtet haben. Aber es ist kein Jammern der
Einsicht, dass sie Anderen (sich selbst auch) Leid und Tod
zugefügt haben... nein, sie jammern, weil ihr Protz und
Prunk über den Jordan gegangen ist. Irgendwann setzt dann
auch noch die allseits bekannte Realitätsverdrängung
(... wähnen sich gerecht...) ein und sie verfallen in
Selbstmitleid. Schuldverdrängung (Keiner fragt nach Schuld)!

ER sieht dieses Verhalten, verliert dabei die Hoffnung, dass
dieser Sauhaufen wenigstens jetzt durch das eigenhändig
angerichteten Chaos zur Vernunft kommt und fortan in
Zukunft sinnvoller agieren werde. Deshalb beschließt er,
das Böse auszurotten, dass in dem Haufen höchstselbst steckt
... Und zieht sein Schwert!

Einer der stärksten Texte ich je las von Dir!

Möge die kommende Woche mit Dir sein

Thys

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Joh
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Hallo Nofrank,

ich lese den Text ähnlich wie Thys und muß sagen der Stil gefällt mir ausnehmend gut. Warum Zweifel an dem Text? Ich finde es sehr spannend, wie Du die Themen mit wenigen Worten anreißt und man diesen Fährten nachspürt. Für mich gehört dieser Text zur "Atemlosprosa".

LG Johanna

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vanhengel
Guest
Registriert: Not Yet

kompliment

kompliment, nofrank,
es spritzen zwar einige tropfen blut, wenn des zischt, das schwert,
aber der druck der gedemütigt-werdens verschwindet.
wie will man sich sonst befreien?!
immer nur mit der vergammelten hoffnung leben, dass sich das rad oder der lauf der
dinge schon bald ändern wird?
wie will man seine jugendliche leicht-sinnigkeit behalten oder zurückgewinnen?
das schwert ist für mich der scheiß-egal-standpunkt: das wieder atmen können.
der text zieht so weit runter,
bis der kopf bereitliegt, um ihn abzuschlagen.
etwas neues quillt heraus.
vielleicht glitzert hie und da ein blutstropfen.
schön.

gruß vanhengel

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