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Leselupe.de > Kurzprosa
*wie immer*
Eingestellt am 02. 02. 2007 21:12


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Franka
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*wie immer*


Er war unter ihr eingeschlafen. Wie immer.
Geschickt rollte sich Maria-Magdalena von ihm herunter. Verschwand still im Bad. Das warme Wasser war eine Wohltat. Wenigstens von au├čen war sie nun rein.

Als sie ins Zimmer zur├╝ckkam, schlief er noch. Jeremias hatte sich zusammengerollt. Wie ein Igel. Seine dunkelbraunen Haare standen in alle Richtungen. Um seinen Mund lag ein zartes L├Ącheln.
ÔÇ×Du bist noch sehr jungÔÇť, dachte sie, ÔÇ×viel zu jung f├╝r eine wie mich. Ich k├Ânnte deine Mutter sein.ÔÇť
Der Schlafende st├Âhnte leise.
Sie strich ihm beruhigend ├╝ber die Stirn und fl├╝sterte: ÔÇ× Du solltest dir eine Freundin suchen, ein nettes M├Ądchen im passenden Alter. Ich bin auf die Dauer auch zu teuer.ÔÇť

Jeremias sah im Schlaf so unschuldig aus. Wirkte wie ein zu gro├č geratenes Kind.

Maria- Magdalena wischte sich mit dem Handr├╝cken ├╝ber die Augen und beugte sich ├╝ber den Schlafenden. Und wie immer ├╝berkam sie die Versuchung. Ihn in den Arm zu nehmen. Ihn festzuhalten. Als Ersatz. Als Sohn.
Wie immer widerstand sie der Versuchung. Und wie immer w├╝rde er Rabatt bekommen, und sie wie immer hoffen, dass er wiederkommt.


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maerchenhexe
???
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hallo Franka,

ein sehr einf├╝hlsamer Text, der klarmacht, dass auch diese Frauen ihre Sehns├╝chte und Tr├Ąume haben und ihren Schmerz. Die Protagonistin hei├čt wohl nicht umsonst Maria-Magdalena. Mit der Formulierung des letzten Satzes habe ich aber Probleme. Vielleicht: Aber wie immer w├╝rde er Rabatt bekommen, weil sie hoffte, ihn so noch eine Zeitlang halten zu k├Ânnen..

Lieber Gru├č
maerchenhexe
__________________
Tend the garden, that you seeded,
be a friend, where a friend is needed and you won't have to look round the other way.

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Franka
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Hallo

und danke f├╝r die R├╝ckmeldung. Ich habe noch ein wenig am Text gearbeitet. Den letzten Satz w├╝rde ich so stehen lassen, der Titel soll sich dort schon wieder finden. Sie hofft, wie immer und immer wieder.

Liebe Gr├╝├če
Franka

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Beba
Guest
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Ein sehr interessanter Text, den ich gern gelesen habe. Aber ich habe doch einige laienhafte Anmerkungen.

Der Anfang ist IMHO sehr gut gelungen, mit wenigen Worten wird eine komplette Szene lebendig. Und es entsteht eine Spannung, was dort nun genau los ist. Leider zerst├Ârst du diese Spannung dann durch diesen Satz, der nach meiner Meinung v├Âllig unn├Âtig ist:

##Maria- Magdalena schaute auf die Uhr. In f├╝nfundzwanzig Minuten kam der n├Ąchste Kunde.##

Die Spannung f├Ąllt auf Null. Und noch schlimmer: wo du bislang so gut mit Bildern gearbeitet hat, beginnst du nun mit Erkl├Ąrung. Das st├Ârt mich enorm. Ich w├╝rde den gesamten Rest bis auf die folgenden S├Ątze zusammenstutzen und damit dem Leser noch eine Chance geben, seine Phantasie spielen zu lassen:

###
Jeremias sah im Schlaf so unschuldig aus. Wirkte wie ein zu gro├č geratenes Kind.
Maria- Magdalena wischte sich mit dem Handr├╝cken ├╝ber die Augen und beugte sich ├╝ber den Schlafenden. Und wie immer ├╝berkam sie die Versuchung. Ihn in den Arm zu nehmen. Ihn festzuhalten. Als Ersatz. Als Sohn.
Wie immer widerstand sie der Versuchung.
####

Na ja, der letzte Teil braucht nat├╝rlich noch entsprechendes Feintuning. ;-)

Ist nat├╝rlich nur meine ganz private Meinung. ;-)

Ciao,
Beba

p.s. Maria-Magdalena als Name! Klasse!

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Franka
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Hallo Beba,

danke f├╝r die Hinweise. Ich bin ja ein Freund der ganz kurzen Texte. Auch hier hatte ich schon sehr gek├╝rzt. So ganz sicher war ich mir nicht, dass eine weitere Verknappung wirklich gut ist. Ich habe den Text immer und immer wieder gelesen und je ├Âfter ich lass, um so ├╝berzeugter wurde ich von deiner Idee.
Ich lasse mal die urspr├╝ngliche Fassung unter diesem Kommentar stehen, damit auch die anderen Leser die Ver├Ąnderungen nachvollziehen k├Ânnen.

Danke und liebe Gr├╝├če
Franka


wie immer*


Er war unter ihr eingeschlafen. Wie immer.
Geschickt rollte sich Maria-Magdalena von ihm herunter. Verschwand still im Bad. Das warme Wasser war eine Wohltat. Wenigstens von au├čen war sie nun rein.

Als sie ins Zimmer zur├╝ckkam, schlief er noch. Jeremias hatte sich zusammengerollt. Wie ein Igel. Seine dunkelbraunen Haare standen in alle Richtungen. Um seinen Mund lag ein zartes L├Ącheln.
ÔÇ×Du bist noch sehr jungÔÇť, dachte sie, ÔÇ×viel zu jung f├╝r eine wie mich. Ich k├Ânnte deine Mutter sein.ÔÇť
Der Schlafende st├Âhnte leise.
Sie strich ihm beruhigend ├╝ber die Stirn und fl├╝sterte: ÔÇ× Du solltest dir eine Freundin suchen, ein nettes M├Ądchen im passenden Alter. Ich bin auf die Dauer auch zu teuer.ÔÇť

Maria- Magdalena schaute auf die Uhr. In f├╝nfundzwanzig Minuten kam der n├Ąchste Kunde.

Jeremias sah im Schlaf so unschuldig aus. Wirkte wie ein zu gro├č geratenes Kind.

F├╝nf Minuten konnte sie ihm noch geben, dann musste sie ihn wecken.
Nur f├╝r ihn machte sie diese Ausnahme. Er war so unerfahren und v├Âllig anders als die M├Ąnner, die sonst zu ihrem Kundenstamm geh├Ârten.

Da war noch etwas. Ein Traum. Da war der nie geborene Sohn.

Maria- Magdalena wischte sich mit dem Handr├╝cken ├╝ber die Augen und beugte sich ├╝ber den Schlafenden. Und wie immer ├╝berkam sie die Versuchung. Ihn in den Arm zu nehmen. Ihn festzuhalten. Als Ersatz. Als Sohn.
Wie immer widerstand sie der Versuchung. Und wie immer w├╝rde er Rabatt bekommen, und sie wie immer hoffen, dass er wiederkommt.

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