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Leselupe.de > Kurzprosa
*wieder ich*
Eingestellt am 10. 06. 2007 17:18


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Franka
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*wieder ich*

Es ist passiert. Zwischen deinem Kommen und deinem Gehen.
Langsam, so von Kilogramm zu Kilogramm, von Spritze zu Spritze, von Sitzung zu Sitzung, habe ich mich verĂ€ndert. Du mich gut dafĂŒr belohnt. Ich hielt es fĂŒr Liebe.

Erst war da nur eine Ahnung. Dann gab es gesicherte Anzeichen. Habe sie abgetan. Mit deinen Belohnungen ĂŒbertĂŒncht. Mich gegen das Wahrhaben gewehrt. Habe mich weiter an deine gute Absichten geklammert. Doch nun lĂ€sst es sich nicht mehr leugnen: Ich bin nicht mehr ich.
Und, du weg.

Wann war die Gelegenheit es aufzuhalten?
Auf meinen Gedankenwegen zurĂŒck drehe ich jedes einzelne Blatt um, schaue unter jeden Teppich. Finden tue ich immer nur dich. Und deine Vision von einer Frau. Von deiner Frau.

Vor drei NÀchten, zwischen Wachen und kurzem Einnicken, ist mir im Traum eine Wahrsagerin erschienen. Okay, dachte ich, das ist endlich ein Fingerzeig. Inzwischen war ich bei drei verschiedenen. Sie haben die Karten gelegt, ihre Beschwörungen gemurmelt und ihre milchigen Kugeln befragt. Mein Konto ist um eintausendachthundert Euro Àrmer. Ich um keinen Deut schlauer.

Keine TĂ€tigkeit geht mir mehr von der Hand. Nachts liege ich wach und grĂŒbele.

Gestern war ich, weil ich mir keinen anderen Rat mehr wusste, bei meinem Hausarzt. Er hat Schlaftabletten verschrieben. Mir eine Überweisung fĂŒr den Psychologen mitgegeben. “Sie brauchen eine Therapie. Lassen sie die Vergangenheit ruhen. Das Hineinfressen macht krank, nicht nur den Körper.”
Ich nahm die Tabletten und spĂŒlte sie mit einem krĂ€ftigen Schluck trockenen Rotweins herunter. Es blieb nicht bei dem einen. SĂŒffig der Wein. Im Keller lagert noch reichlich davon. Es war deine Lieblingssorte und diese sehr, sehr teuer. Du willst ihn noch abholen. SpĂ€ter, wenn du einen neuen Keller gefunden hast.

Ich weiß nicht, lag es am Wein, an den Tabletten oder an deren Kombination, jedenfalls schlief ich achtundvierzig Stunden im StĂŒck. Danach schaute mich eine Andere im Spiegel an. Der Blick ernsthafter, wissender. Ich lĂ€chelte. Kleine FĂ€ltchen um Augen und Mund stimmten mich froh.

Du hattest mich nach deinen WĂŒnschen, Vorstellungen, Idealen geformt. Als das Kunstwerk fertig war, hast du die Lust daran verloren. Ich war perfekt, aber nun langweilig. Du wolltest neue Herausforderungen. So bist du gegangen, sie zu suchen.

Das Leben nach deinem Gehen wird meine Herausforderung. Ich nehme sie an.

Ach, und dein Wein, der beschwipst nur noch die Toilette.






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maerchenhexe
???
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hallo Franka,

beruhigend, dass sie sich wieder gefunden hat, deine Protagonistin, wenn auch nicht ganz freiwillig. Sie konnte sich lösen aus diesem "Ich will so sein, wie du mich haben willst, denn dann werde ich von dir geliebt". Die schreiberische Distanz ist dir gut gelungen, sodass kein Ausrutscher ins Triviale erfolgt, denn das ist oft die Schwierigkeit bei Texten dieser Art. Allerdings könnte der Text fĂŒr mich bei "FĂ€ltchen um Mund und Augen stimmten mich froh" enden. Was dann folgt, empfinde ich nur als kurzgefasste ErklĂ€rung dessen, was der Text vorher ja schon ausdrucksstark beschreibt. Ich mag dieses kleine Werk.

mit einem LĂ€cheln
grĂŒĂŸt
maerchenhexe
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Tend the garden, that you seeded,
be a friend, where a friend is needed and you won't have to look round the other way.

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