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Leselupe.de > Kurzgeschichten
1. An kalten Tagen (Trümmerfelder)
Eingestellt am 25. 02. 2001 16:39


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Raskolnikov
Festzeitungsschreiber
Registriert: Dec 2000

Werke: 80
Kommentare: 73
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Die Erinnerung hat sich in mir eingebrannt und wird nicht verheilen. Ich sitze gerade im Zug und starre auf die vorbeifliegende Landschaft, doch sie wird nie mehr real für mich, denn in mir leben andere Bilder.

Man hatte uns schon auf einiges vorbereitet und eh man sich versieht wird es zur Normalität.
Wir lagen mit unserer Batterie an der Südwestgrenze. Die Landschaft war eben, durchsetzt mit kleinen Waldinseln, Wiesen und Ansammlungen von Häusern aus Backstein.
Unsere Haut war schon trockengebrannt vom Sommer. Die Nächte waren mild u. salzig von den aufsteigenden Briesen der Küste. Es war bisweilen sehr angenehm in dieser Zeit, wir tranken Wein, saßen zusammen in großer Runde und hatten nur gelegentliche Einsätze , die im Hintergrund als großes Abenteuer oder Wagnis lockten.
Man kehrt zu ursprünglichen Motiven zurück, das Drumherum verliert seine Form.
Unsere Unterstände waren in die Erde gehauen und es war ein mühseliges Stück Arbeit diese in Schuss zu halten.
Die Beweggründe waren verschieden, doch im wesentlichen hatten wir eines gemeinsam:
Wir waren jung, unerfahren und glaubten an etwas, so erscheint es mir heute. Fast denke ich darüber könnte ich lachen, aber irgendwie verkrampfe ich bei dem Gedanken.
Das Klima wurde rauer, der Herbst brach langsam ein und mit ihm die ersten kalten Nächte.
Die Spannung war fast schon zu spüren, es breitet sich Unruhe und Nervosität allmählich schleichend aus. Einzelne wurden ruhig sagten kein Wort, andere schrieen um so mehr.
Der blutige Geschmack war nicht mehr zu leugnen, sanft grub er seine Konturen in die Gesichter fest ein.
Der Schlaf wurde weniger, der Feind rückte näher und die Bilder wurden grausiger.
Granaten zerrissen Menschen in Stücke, nur noch ein lebloser Klumpen aus Blut, Fleisch und Knochen. Ein Gesicht im Moment des Aufschrei, der Hoffnungslosigkeit, erhärtet zu einer schaurigen Fratze. Wir rückten näher zusammen, denn der Winter nahte.

__________________
Raskolnikov

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freund janleo°
PISA-Studien-Beweis
Registriert: Feb 2001

Werke: 34
Kommentare: 50
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... entschuldige guter rasko,
aber ich antworte nicht auf deinen text, sondern lediglich auf deinen nick. immer wenn ich durch dieses forum streife und deinem nick erspähe, denke ich an klaus kinski !!!

das erste vorgetragene mp3 was ich mir vor einem jahr aus dem internet sog, war eines das klaus kinski vorgelesen hat.
es war meiner nach: "der traum des raskolnikovs !!"
ich weiss es nich mehr genau, aber klaus kinski hatte mich sehr beeindruckt und das stück auch !!!
meine frage an dich: "hat dich diese kurzgeschichte auch so sehr beeindruckt, das du dich nach ihr benannt hast ????"

alles gute dir und
grüsse aus w.
fjl°

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Raskolnikov
Festzeitungsschreiber
Registriert: Dec 2000

Werke: 80
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Ich bin zwar auch ein Fan von K. Kinski, doch ich muß dich leider enttäuschen mein Synonym enstammt einen Roman von Dostojewskij "Schuld und Sühne", aber wahrscheinlich besteht da eine Verbindung.Gruß Raskolnikov
__________________
Raskolnikov

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goethe
Schriftsteller-Lehrling
Registriert: Feb 2001

Werke: 8
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Gefällt mir gut, setzt den Anfangstext schön um. Die Bilder werden mit Inhalt zum Leben erweckt.

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Jasmin
Autorenanwärter
Registriert: Sep 2000

Werke: 141
Kommentare: 1135
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Das ist hier...

keine Kurzgeschichte.
Aber trotzdem interessant.
__________________
Jasmin

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Raskolnikov
Festzeitungsschreiber
Registriert: Dec 2000

Werke: 80
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Danke für dein Lob, aber deine Kategorisierung bezüglich meiner Geschichte kann ich nicht richtig nachvollziehen. Meiner Ansicht nach gibt es die sogenannten die klassischen Formen in Poesie oder Prosa nicht mehr, da dies auch zu sehr einengen würden. Entwicklungen wie die des Expressionismus haben dort schon einige wichtige Barrikaden aus den Weg geräumt. Gruß Raskolnikov

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