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Leselupe.de > Kurzprosa
1. Woche in Bremen 10.10.04
Eingestellt am 21. 01. 2005 15:38


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nally
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1. Woche in Bremen 10.10.04

Dem Charme dieser Stadt verfällt wohl jeder früher oder später. Selbst in entmutigter und missmutlicher Lage. Die Weser – die für viele, mehr als ein Fluss ist – gibt dieser kleinen Großstadt ihre Idylle, ihre Ruhe, ihre Schönheit. Man findet hier alle Menschentypen - ob Väter die Drachen steigen lassen , stolze Hundebesitzer oder die Joggerin, die in der neuen Brigitte wahrscheinlich gelesen hat – dass es nur drei Tage dauert - bis die ersten Kilo weg sind ;-). Die Bremer waren schon immer stolz Bremer zu sein. Dazu trägt nicht nur der Schal von Werder Bremen bei, sondern auch die neuen Sweatshirts – die hier jeder anhat. Überraschend mit der Aufschrift “Bremen” versehen. Auf der Domsheide kenne ich nach einer Woche auch schon die drei bekanntesten Touristenführer. Jedes Mal versuche ich etwas neues auf zuschnappen.

Heute scheinen wohl einige, der letzten warmen Sonnenstrahlen, direkt im Spot kann man die Jacke schon mal als bequeme Sitzablage nutzen... die Wangen werden rot und die kleine Fähre fährt zum 10. Mal hin und her... her und hin... und hin und her. Der Kellner am Strandcafé mit langen Raster Zöpfen und einem perfekten Deutsch lässt mich Schmunzeln. Wie schön wäre es, wenn du es wärst. Einatmen, Seufzer und Mut gefasst – aber immer noch Herz gebrochen. Ich glaube auch, dass man in Bremen eher von einem Fahrrad überfahrend wird, als von einem Auto. Diese engstirnigen Zeitgenossen fühlen sich wie die frühen Römer auf – es fehlt nur noch diese Kanzel hinten dran. Ach wie schön die Sonne das Gras zum funkeln bringt – ganz unverblü(h)mt, ganz Sorgen frei. Sorgenfreies Gras, das wäre es doch, denn wenn Leute sich schon winzige 5 Euro Eimerchen kaufen – die eine Sonnenblume versprechen, dann wird es sorgenfreies Gras auch machen. Pärchen laufen Hand in Hand, Kinderwagen reihen sich und Väter spielen immer noch stolz Ball mit ihrem Nachwuchs. Der kühle Norden zeig mir seine kühle Schulter und lässt mich obdachlos. So genannte nicht-Zweck-Wohngemeinschaften spielen Casting. “Zu alt, keine WG-Erfahrung, keine “black music” (Ich möchte mich doch gern mal mit einem Menschen unterhalten der die guten Qualitäten einer Sendung “blue notes” auf Jam FM bestreiten will), “Du bist uns nicht Öko genug”, usw. Ohnmacht – ich will doch nur ein einigermaßen schönes Zimmer in einer einigermaßen schönen Gegend mit einigermaßen netten Mitmenschen! Aber „hey!“, ich nimm es so hin und setze noch mal ein Jahr aus. Mehr graue Haare für meine Mutter und ich schenke der Zukunft noch mehr Fragezeichen!

Es ist wohl der Tag auf den ich immer gewartet habe – mein Laptop und ich, mit einem Milchkaffee an einem netten Plätzchen am Wasser. Was willst du mehr? Seelenglück, Seelentrip, Seele heil – das bekommt man um die Ecke. Freies Zimmer in angenehmer 2er WG – nicht wirklich. Naja man möchte es ja auch nicht zu einfach machen – nicht wahr? Neben mir sitzt so ein Mitte-Vierzig-jähriger-Karo-Shirt Mann und liest ein Buch. Plus Punkt dafür und noch einen für den alters-Look. Jedoch lacht er lautstark über Passagen in seinem Buch und wenn er mal nicht lacht, dann grinst er! Das verwirrt mich nicht nur beim lesen meines eigenen Buches – sondern das löst in mir diese Schlange von Fragen aus. Die wohl für immer unbeantwortet bleiben... Welches Buch? Wie heisst der Typ... usw.

Die Nase wird kalt, das erste Mal Handschuhe (ich liebe Handschuhe – aber nicht die für jeden Finger.) Die Kirchenglocken der Domkapelle lädt den Abend ein und ich finde - ich sollt hier und jetzt doch einfach heiraten. Hier und jetzt... in einem Kleid mit dicken Wollschrumpfhosen ;-) - neben den Wollhandschuhen, die ohne Finger. Um die Ecke ist ein Bootshafen, wie der im Central Park – Honeymoon. Aber im Spätherbst ist alles zu grün. Das Gras hat seine eigene Farbpalette, die Bäume teilen sich untereinander den Pinsel und ich versuch nicht zu sehr ins Grau zu verfallen. Rot – rot ist für mich Winterkleidungsfarbe. Ach Naja, ich hab ja eh das weisse Hochzeitskleid an. Oh und da ist er auch schon: mein Zukünftiger – dort der einsame Ruderer! Dann klappt es auch mit der Wohnung!
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"Ich werde nie aufgeben captain, denn ich will im Spiel der Mächte weiter bestehen und meinen Vers dazu beitragen."
Club der toten Dichter

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bonanza
Guest
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ganz deine prosa - fĂĽr mich immer wieder eine freude
zu lesen.

ralph

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nally
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oh mein lieber ralph ich hab dich vermisst.
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