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Leselupe.de > Kurzgeschichten
1 x Vergewaltigung verhindert
Eingestellt am 01. 10. 2009 12:24


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Lio
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Registriert: Jul 2009

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Also: Wenn mein Freund mich nicht dazu ├╝berredet h├Ątte mit ihm noch wegzugehen und ich den Mut gehabt h├Ątte den Club sofort wieder zu verlassen, weil mir alles eigentlich vom ersten Augenblick an zuwider war (zu viele langweilige Leute, zu laute Musik und eine zu gro├če, stinkende Schwei├č-Rauchwolke), dann w├Ąre ich wahrscheinlich viel fr├╝her zuhause gewesen und h├Ątte auch nicht diesen komischen Typen in Lederjacke bemerkt, der auf mich deshalb einen suspekten Eindruck machte, weil er so einen brennenden Ausdruck in den Augen hatte, w├Ąhrend er einem M├Ądchen in wei├čem T-Shirt hinterher jagte.
Ich sah sowohl das M├Ądchen als auch den Typen nur aus den Augenwinkeln, weil ich mich mit meinem Freund stritt ÔÇô wir fuhren beide auf Fahrr├Ądern ÔÇô der sauer war, weil ich darauf bestanden hatte, zu gehen. Genervt von meinem Freund, der ├╝brigens Klaus hei├čt, aber sein Name ist eigentlich unwichtig, weil er sowieso gleich von der Bildfl├Ąche verschwindet, genervt von Klaus also, wendete ich mein Rad und fuhr dem Typen und dem M├Ądchen hinterher. Klaus rief mir noch irgendwas nach und war dann weg.
Der Typ lief inzwischen neben dem M├Ądchen und sie unterhielten sich. Das M├Ądchen redete laut und bestimmt. Was der Typ sagte, konnte ich nicht verstehen. Sie gingen um ein paar Ecken und ich fuhr ihnen hinterher, bis das M├Ądchen sagte: ÔÇ×Ich muss hier hoch!ÔÇť, und nach Rechts ging, w├Ąhrend der Typ kurz verwundert stehen blieb und ihr dann folgte. Beide verschwanden aus meinem Blickfeld. Ich fuhr schneller und als ich sie wieder zu Gesicht bekam, konnte ich sehen, wie der Typ sie am Arm zerrte und sie sich stumm versuchte zu wehren.

Also schmei├če ich mein Fahrrad auf die Stra├če (der Typ und das M├Ądchen schauen auf) und renne auf den Typen zu. Wir w├Ąlzen uns auf dem Asphalt, ringen miteinander (ich bin ├╝brigens ein M├Ądchen und nicht so stark). Er gewinnt an Oberwasser, setzt sich auf mich, gibt mir eine Kopfnuss und lacht mir fies ins Gesicht. Das M├Ądchen steht neben uns und starrt uns an. Ich ramme ihm mein Knie in den Po, w├Ąlze mich unter ihm und komme los. Da kommen drei Jugendliche heran geeilt und br├╝llen: ÔÇ×Was ist hier los?ÔÇť Das M├Ądchen kann noch immer nichts sagen. Ich rufe: ÔÇ×Der Typ hat das M├Ądchen bel├Ąstigt!ÔÇť Daraufhin rennt er weg, ich folge ihm noch ein paar Meter, bleibe dann stehen. Schwindelig ist mir. Einer der Jugendlichen reicht mir ein Taschentuch. ÔÇ×Dein Gesicht sieht ziemlich blutig aus!ÔÇť, sagt er.
Ich frage das M├Ądchen, ob wir zusammen zu ihr nach Hause gehen sollen. Bestehe sogar darauf, als sie sagt, sie wolle lieber alleine gehen. Aber als sie sich nicht davon abbringen l├Ąsst und schlie├člich auch die drei Jungs sagen, dass ich sie doch gehen lassen solle, zucke ich mit den Schultern und hoffe, dass der Typ nicht noch irgendwo in der N├Ąhe herum strolcht. Ich schiebe mein Rad nach Hause (ich kann nicht mehr fahren, weil ich mein rechtes Bein nicht mehr anwinkeln kann (wahrscheinlich habe ich dort einen Schlag drauf gekommen oder bin dumm drauf gefallen). Ich schiebe also nach Hause. Als ich vor meiner Eingangst├╝r stehe, schon den Schl├╝ssel in der Hand habe, um aufzuschlie├čen, sehe ich aus den Augenwinkeln einen Typen in Lederjacke von rechts auf mich zukommen. Sofort macht mein Herz einen Sprung und h├Ąmmert wie wahnsinnig. Aber es ist nicht der Typ von vorhin. Ich schlie├če auf und knalle die T├╝r hinter mir zu.

Klaus pennt nat├╝rlich schon, als ich ins Wohnzimmer komme. Dass da gerade fast ein M├Ądchen vergewaltigt wurde, davon hat er keine Ahnung. Interessiert ihn wahrscheinlich auch nicht. Obwohl es ihn schon interessieren w├╝rde, dass ich ┬┤mal vergewaltigt worden bin. Aber das wird er absolut nie erfahren.





Version vom 01. 10. 2009 12:24

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bluefin
Guest
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hallo @lio,

eine sehr nett erz├Ąhlte, gut beobachtete kleine geschichte aus dem "richtigen" leben, die etwas ganz eigenes, lakonisches hat. die amis nennen es "understatement" und meinen damit eine geschickte form von ├╝bertreibung: der text gewinnt seinen reiz nicht durch das sonst branchen├╝bliche gepolter und r├Ąucherst├Ąbchengequalme, sondern durch die gezielte vermeidung dieser requisiten.

cool!

kleine tipps:

quote:
Also: Wenn mein Freund mich nicht dazu ├╝berredet h├Ątte komma* mit ihm noch wegzugehen und ich den Mut gehabt h├Ątte komma* den Club sofort wieder zu verlassen, weil mir alles eigentlich vom ersten Augenblick an zuwi(e)der war (zu viele langweilige Leute, zu laute Musik und eine zu gro├če, stinkende Schwei├č-Rauchwolke), dann w├Ąre ich wahrscheinlich viel fr├╝her zuhause gewesen und h├Ątte auch nicht diesen komischen Typen mit der Lederjacke bemerkt, der auf mich deshalb einen subjekten suspekten Eindruck machte, weil er so einen brennenden Ausdruck in den Augen hatte, w├Ąhrend er einem M├Ądchen in wei├čem T-Shirt hinterher jagte.
geh mal den ganzen text durch, da sind sind noch ein paar andere fl├╝chtigkeitsfehler drin.

liebe gr├╝├če aus m├╝nchen

bluefin

* nach der neuen rechtschreibregel sind die kommas bei infinitiverweiterungen nicht mehr obligatorisch, aber ich f├Ąnde sie hier besser

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bluefin
Guest
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"typ in lederjacke" geht nicht. das ist kein deutsch, sondern jargon. "m├Ądchen im pullover" geht: der pullover steht erkennbar im dativ.

...*bubbles*...

bluefin

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bluefin
Guest
Registriert: Not Yet

eine dame "in kost├╝m" int genauso falsch wie eine dame "in mantel", @lio. das dativ-m ist nur entbehrlich, wenns nicht um die kleider selbst, sondern um etwas ├╝bergeordnetes ginge, z. b. "in hut und mantel" als adverbialen zusatz im sinne von "aufbruch".

"jargon" geht nur in direkter rede oder bei mundartdichtung. beides ist hier nicht der fall. wenn du deine protagonisitn als simpel darstellen m├Âchtest, dann tu's besser so h├╝bsch literarisch, wie du's ja kannst, und nicht dadurch, dass du als autor syntaxfehler machst (oder einbaust). warum sagst du nicht

quote:
"ein Mann(, der eine) in einer schwarzen Lederjacke (trug), kam auf mich zu" oder "beim Hinabfallen musste ich ungl├╝cklich auf's (mein) Bein gest├╝rzt sein".

liebe gr├╝├če aus m├╝nchen

bluefin

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bluefin
Guest
Registriert: Not Yet

der gebrauch von kraftworten wie "schei├če" oder "bastard" ist (im deutschen) durchaus m├Âglich, wenn sie einem ich-prot zugeschrieben werden k├Ânnen und im ├╝brigen in den richtigen zusamenhang bzw. casus gestellt werden. hier ging's aber nicht um krauftausdr├╝cke, sondern darum, ob es richtig ist, zu sagen "alice in wunderland", "apfel in schlafrock" oder "abiturient in anzug": alles nix gut deutsch.

├╝ber chinesische literatur resp. deren syntax wei├č ich gar nichts, da m├╝sstest du andere fragen. ich glaube aber nicht, dass dir die chinesen beim gebrauch der korrekten deutschen sprache behilflich sein k├Ânnen.

liebe gr├╝├če aus m├╝nchen

bluefin

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bluefin
Guest
Registriert: Not Yet

gut so!

übrigens: beim "beamten in uniform" will nicht à priori zum ausdruck gebracht werden, dass der beamte irgendeine joppe anhat, sondern dass er einen bestimmten status aufweist. vor solchen hüte man sich!

...*bubbles*...

bluefin

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