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Leselupe.de > Ungereimtes
13. Februar
Eingestellt am 28. 01. 2009 16:04


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Wipfel
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Ganz leise
Kaum zu hören

Kurz bevor Asphalt
Von BrĂŒcken tropfen wird
HĂ€ngt ĂŒber DĂ€chern
Schwarze Maskerade

Sirenen heulen
Dann die Kinder
Und ahnen nicht
Ahnen nicht
Was es bedeutet
Wenn ein Christbaum fÀllt

Der Alte
Das eine Bein
Dem Vaterland geschuldet
Sitzt am Terrassenufer
ZurĂŒckgelassen
Hebt den Kopf und lauscht
Schaut auf die Uhr
Nickt vor sich hin und bleibt

Die Nachtluft
Nicht mit Schnee betÀubt
Den FrĂŒhling ahnend
Erstarrt mit ihm
Bevor sie sich zum Sturm erhebt

Leise
Nur entfernt zu hören
Brummen hunderte Motoren
Der Todgeweihten
Ein letztes Lied

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bluefin
Guest
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gar nicht mal schlecht, @wipfel. fĂŒr jemanden, der sich an veranlasster betroffenheitsdichterei nicht stört, sicher zum nachdenken anregend. bluefin gehört nicht zu diesen und hat immer schwierigkeiten, sich aus dem stillstand heraus in bewegung setzen zu lassen.

ich mag keine gekĂŒnschelten texte fĂŒr gut oder fĂŒr schlecht befinden, die schreckliche anlĂ€sse wie die bombardierung dresdens zum willkommenen anlass nehmen, sondern reg mich immer nur darĂŒber auf, dass man's tut und hofft, damit punkte zu machen.

der weibliche dativ in der vorletzten zeile stört trotzdem. bis man draufkommt, dass damit die stadt gemeint sein soll ("dresden" wÀre ja sÀchlich), hat man verÀrgert weggeklickt.

nichts fĂŒr ungut und liebe grĂŒĂŸe aus mĂŒnchen

bluefin

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Perry
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Hallo Wipfel,
ich habe nichts gegen Betroffenheitslyrik, aber du solltest kein RĂ€tsel daraus machen.
Vorschlag: Dresden, 13. Februar 1945.
FĂŒr den Anfang wĂŒrde ich dir noch ein "Erst" ganz leise spendieren.
Formal könnstest du noch etwas Verdichten, denn Wiederholungen tragen hier nicht zur Spannungssteigerung bei.
Z.B.: "Ganz leise / kaum zu hören"
oder "ahnen nicht / Ahnen nicht."
Bildlich mag mir der tropfende Asphalt nicht so munden, denn ich denke, dass bei der Bombardierung die Sprengkraft im Vordergrund steht und Hitzeentwicklung, die den Asphalt von BrĂŒcken tropfen lĂ€sst, eher ein seltenes PhĂ€nomen ist.
Insgesamt hat mich dein Werk aber durchaus angesprochen, vor allem die schwarze Maskarade und der Christbaum.
LG
Manfred

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Zeder
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„Vielleicht einen Hinweis (die meisten werden es wissen), der 13. Februar 1945 war Faschingsdienstag, die Nacht, in der Dresden bombardiert wurde.“

Hallo Wipfel,

nein, die meisten werden es nicht wissen und bedĂŒrfen dieses Hinweises: du solltest ihn im Titel aufnehmen*, damit dein Text entsprechend gelesen wird. *einfach eine On oder Mail an einen Foren-Redakteur senden.

Zum Inhalt ein paar ÜberarbeitungsvorschlĂ€ge:

Ganz leise
Kaum zu hören

Kurz bevor Asphalt
Von BrĂŒcken tropfen wird
HĂ€ngt ĂŒber DĂ€chern
Schwarze Maskerade

Sirenen heulen
Dann die Kinder
Und ahnen nicht
Ahnen nicht
Was es bedeutet
Wenn ein Christbaum fÀllt

Der Alte
Das eine Bein
Dem Vaterland geschuldet
Sitzt am Terrassenufer
ZurĂŒckgelassen
Hebt den Kopf und lauscht
Schaut auf die Uhr
Nickt vor sich hin und bleibt

Die Nachtluft
Nicht mit Schnee betÀubt
Den FrĂŒhling ahnend
Erstarrt mit ihm
Bevor sie sich zum Sturm erhebt

Leise
Nur entfernt zu hören

Brummen hunderter Motoren (Absatz)
Der Todgeweihten
Ein letztes Lied


GrĂŒĂŸe von Zeder


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Herbstblatt
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Lieber Wipfel,

habe heute das Gedicht nochmal gelesen und empfinde immer noch genauso! Gebe außerdem Sta-tor Recht ;o) Aber unser Walfisch ist ja seit geraumer Zeit nicht mehr unter uns. Oder jetzt direkt unter uns?? Naja...wie auch immer, hier hatte er mal wieder nicht Recht!

Das mit dem "tief graben" hab ich nicht recht verstanden. Mein Vater ist Jahrgang 1935 und hat die Bombardierung aus dem nahe gelegenen Strehlen gesehen, auch seine damalige Wohnung an der Rudolphstrasse war danach nicht mehr. Da ich in DD geboren bin, ist der 13. Februar ein Tag, mit dem ich aufwuchs, so wie der Kölner mit dem Karneval. Also ganz selbstverstÀndlich.
Von den "ChristbĂ€umen" spricht mein Vater heute noch mit Grausen, ebenso kann er nach wie vor keine Sirenen hören, ohne Herzklopfen zu bekommen. Was fĂŒr ein GlĂŒck, das wir heute so friedlich (zumindest in Deutschland) leben können!

Ein Gedicht gegen das Vergessen. Noch ein Danke!, lieber Wipfel.

LG Herbstblatt

__________________
Lesen gefÀhrdet die Dummheit.

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Wipfel
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Liebes Herbstblatt,

merci fĂŒr deine Antwort, fĂŒr deine WertschĂ€tzung. Ich erinnere mich gern an die Zeit, als am 13. Februar '88 vielleicht hundert, dann am 13. Februar '89 noch mehr Dresdner von der Kreuzkirche zur Hofkirche zogen - mit Kerzen - und diese auf dem Weg in der Ruine der Frauenkirche platzierten. Das waren die ersten Demos, gegen die eine Stasi machtlos war.

Was dieses Datum fĂŒr Dresden und Dresdner bedeutet(e?), kann man in Köln oder Berlin möglicherweise versuchen zu verstehen, begreifen wird man es erst als Dresdner...

An dich liebe GrĂŒĂŸe von wipfel

PS: den Blauwal vermisse ich sehr. Seine literarischen Kritiken waren erste Sahne. Schade, wirklich sehr schade - und lebendiger ist das Forum seither nun gerade nicht geworden...


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Rhea_Gift
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Beispiel:

Leise
Nur entfernt zu hören
Brummen hunderte Motoren
Der Todgeweihten
Ein letztes Lied

>>melodisch und Sinn von: leise, nur entfernt zu hören, brummen hunderte Motoren der Totgeweihten ein letztes Lied

völlig andere Bedeutung als die VerÀnderung, die zudem grammatisch falsch ist:

Brummen hunderter Motoren (steht plötzlich isoliert nur als GerÀusch da)

der Totgeweihten ein letztes Lied
(wenn schon verÀndert: den Totgeweihten ein letztes Lied - dann das ein isolierter zweiter Teil)

wenn von Zeder gemeint ist "brummen hunderter Motoren der Totgeweihten" steht "ein letztes Lied" plötzlich isoliert da (dann mĂŒsste auch davor der Absatz) >> wieder neue Bedeutung!

Die letzte Strophe ist ein ganzer Satz, so, wie er jetzt ist, stimmig und in seiner Bedeutung schöner, als es eine Änderung vermöchte!!

Also Flossen weg vom Text wie er ist

LG, Rhea
__________________
...Seele, bist du nun erwacht?...Und sie zittert, und sie lacht allen Himmelssternen zu... (Hesse)

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