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Leselupe.de > Erotische Geschichten
1872 – Der Ruf des Kojoten
Eingestellt am 21. 03. 2004 18:13


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poppins
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1872 – Der Ruf des Kojoten
Susanne Jaja


Die Sonne näherte sich langsam dem Horizont. Thomas O`Marray, der an der Spitze des Trecks ritt, blickte angespannt nach Osten. Bereits vor Stunden hatte er dort in der hitzeflirrenden Luft einen dunklen Streifen ausgemacht - das war sicher der Uferbewuchs eines kleinen Nebenarms vom Rio Pecos gewesen, der sich hier wie eine träge Riesenschlange, die eine üppige Mahlzeit verdaut, durch die Landschaft wälzte.
Thomas sehnte sich nach einem Bad in kühlem Wasser, um endlich die malträtierten Glieder zu entspannen und sich den Staub, der sich mit Schweiß zu einem schmierigen Belag verbunden hatte, abzuwaschen. Eine Stelle am Wasser zu finden war heute nicht unbedingt erforderlich, da sich die Herde erst am Morgen sattgesoffen hatte. Alle Wasserflaschen und -fässer waren gefüllt, niemand würde dursten müssen - für Thomas’ allabendliches Waschritual reichten die Vorräte aber nicht. Thomas fühlte sich nur wohl, wenn er seinen Körper mindestens einmal täglich gründlich säuberte, ein Bad war ihm ebenso, wenn nicht wichtiger als ein gefüllter Magen. Das sahen Walt und Sidney ganz anders, die beiden murrten seit zwei Stunden - erst leise, dann stetig lauter werdend - nach einem Nachtlager.
Die Zeit wurde langsam knapp. Die Suche nach einem Lagerplatz durfte sich nicht mehr allzu lange hinziehen, da er nun auch für die Verpflegung zuständig war. Gran, ihr Koch, hatte vor sechs Tagen beim Feuermachen ein Holzstück erwischt, an dem etwas von dieser schwarzen, stinkenden Schmiere klebte; diesem grässlichen Zeug, das hier an vielen Stellen die Oberfläche der Prärie verschmutzte und alles Leben in seiner Nähe abtötete. Es hatte eine Stichflamme gegeben, die Gran direkt ins Gesicht geschossen war. Mit dem dicken, grellweißen Verband um die Augen, der sein schwarzes Gesicht noch dunkler erscheinen ließ, tat Gran auf dem Kutschbock sein Möglichstes, die Mulis vor dem Planwagen zu dirigieren: nach Gehör und auf Zuruf der Anderen.

„He, Sid, siehst Du das auch?“ rief Thomas nach hinten. Sidney überragte, auch auf dem Pferd sitzend, Walt und Thomas glatt um Haupteslänge; wenn sie am Boden standen, mussten alle den Kopf in den Nacken legen, um ihm ins Gesicht sehen zu können. Sie neckten ihn oft wegen seiner außergewöhnlichen Körpergröße. Doch Sidney war ein einfacher, gutmütiger Junge im Körper eines Titanen – an ihm perlten diese Scherze ab wie Wasser am Gefieder einer Ente.
„Ja, sieht nach´m Ufergestrüpp aus“, brüllte Sidney zurück.
„Ufergestrüpp?“ fragte Thomas hoffnungsvoll, “Nein, ich meinte den kleinen, braunen Fleck am Kaktus dort drüben. Sieht wie ein Mensch aus.“

Als sie sich dem großen Kandelaberkaktus näherten, sahen sie, dass dort tatsächlich ein zusammengekauerter Mensch hockte. Und dass sich dahinter ein Arm des Flusses vorbeischlängelte, wie Thomas erleichtert feststellte.
„Alles klar Leute, wir werden hier lagern!“ rief Thomas und hob den Arm zum Stoppsignal, während er seinem Pferd noch mal einen aufmunternden Klaps gab, um dem Häuflein Mensch am Kaktus schnell zur Hilfe zu eilen. Als er dort angelangt zu Boden sprang, erkannte er, dass der Mensch da keineswegs einfach nur hockte, sondern mit Seilen am Kaktus festgebunden war. Es handelte sich um einen Indianerjungen - vielleicht vierzehn, fünfzehn Jahre alt - der bewusstlos in seinen Fesseln hing. Seine Unterschenkel waren mit parallelen Schnittwunden bedeckt - als hätte ihm jemand mit einer messerscharfen Gabel die Mokassins ausziehen wollen ... zwanzig- oder dreißigmal ...

Als Thomas sich neben dem Jungen herunterbeugte, hob dieser kurz den Kopf und versuchte mit flatternden Lidern, die Augen zu öffnen. Er stöhnte leise. Thomas richtete sich wieder auf. Was für eine vertrackte Situation. Ausgerechnet ein Indianer!
Während er die Trinkflasche vom Sattel abschnallte, dann zurück zu dem Jungen ging und ihm etwas Wasser aus der hohlen Hand einflößte, überlegte er, was wohl Walt, Sidney und Gran dazu sagen würden. Er kannte Walts Vorurteile, die dieser den Indianern gegenüber hegte. Seit Walts Vater bei einer Blackfoot-Attacke umgekommen war, hielt er alle Indianer für blutrünstige Wilde, die jederzeit den Tod verdienten.
Thomas sah den blutenden Jungen an. Nein, bedrohlich wirkte dieser Indianer absolut nicht, obwohl er sich langsam zu erholen schien. Thomas zog das Messer aus seinem Stiefel und durchschnitt die Fesseln. Dann legte er seine noch halbvolle Wasserflasche neben den Verletzten, sprang wieder in den Sattel und ritt hinüber zum Flussufer, wo Sidney und Walt mittlerweile das Lager aufgeschlagen hatten.

„Und?“ fragte Sidney.
„Lebt noch.“
„Warum hast´n nich mitgebracht?“
„Später. Wie geht´s Gran?“
„Lebt noch.“ Sidney grinste auf ihn herab und freute sich, dass auch ihm mal eine schlagfertige Pointe gelungen war.
„Wo ist Walt?“
„Versorgt die Rinder.“ Sidney kratzte sich das von den wachsenden Bartstoppeln juckende Kinn. „Wollte gerade hin, ihm helfen.“

Thomas begann, das Kochgeschirr vom Planwagen abzuladen, und aus ein paar kopfgroßen Felsbrocken einen Kreis für eine Feuerstelle zu legen.
„Ich geh´ mal Holz holen“, sagte er zu dem im Wagen liegenden Gran und verschwand in Richtung Ufergehölz.
Insgeheim hoffte Thomas, der Indianerjunge würde sich erholt haben und einfach verschwunden sein, wenn er mit dem Kochen fertig wäre. Falls der Indianer nicht wieder von selbst auf die Füße käme, würde er ihn mitnehmen, das war klar. Als gläubiger Katholik würde er niemals einen Hilflosen zurücklassen können. Der Trailführer besaß die Autorität, ein Machtwort zu sprechen, aber ihm war gar nicht wohl bei dem Gedanken, damit die Männer gegen sich aufzubringen. Auf einem Viehtrieb war Einigkeit und Frieden zwischen den Männern ebenso wichtig wie die Ausrüstung. Nicht selten hing das Leben aller von einer reibungslosen Zusammenarbeit ab.

Genug trockenes Holz hatte er bald gesammelt, rasch suchte er noch ein wenig frisches Grünzeug für die Suppe, die er heute kochen wollte. Er hatte Glück, an der Flussböschung wuchsen Brennnesseln, Monarde und Senfkraut. Dazu noch eine handvoll Blätter vom Sassafrasbusch – das würde seinem Gericht den letzten Pfiff geben.
Thomas hatte am Kochen großen Spaß - und er machte seine Sache so gut, dass seine Künste jeder Hotelküche zur Ehre gereicht hätten. Walt, Sidney und Gran sahen sich nun seit Grans Unfall täglich den erlesensten Köstlichkeiten der Prärie gegenüber. Ihnen hätte auch ein Essen gereicht, das braun und heiß wäre und satt machte. Nicht, dass sie es nicht zu schätzen wussten, wohlgewürzte und abwechslungsreiche Speisen vorgesetzt zu bekommen, aber Thomas fühlte sich berufen, ihnen stets in allen Details zu erläutern, wie er was und in welcher Reihenfolge ansoutiert, abgelöscht, aufgegossen, abgeschmeckt und weiß der Teufel was noch hatte. So genau hatten sie noch nie wissen wollen, was da auf ihren Tellern dampfte, aber weil sie Thomas die Freude nicht verderben wollten, ließen sie ergeben seine Ausführungen an sich vorbeirauschen und warfen hin und wieder „toll gemacht, Tom“, „lecker“, oder etwas Ähnliches ein.

Thomas begann zu kochen. Bald zogen so verlockende Düfte über die Prärie, dass sogar die Rinder schnuppernd näher rückten. Walts und Sidneys Mägen gaben klagende Geräusche von sich. Gran rief von seinem Lager im Innern des Planwagens: “Isses fertig?“




„Muss nur noch etwas weitersimmern. Ich geh´ mal so lange zum Fluss, bisschen baden“, antwortete Thomas.
„Simmern, was´n das schon wieder“ brummte Sidney. Walt zuckte wortlos mit den Schultern, während Thomas bereits Richtung Ufer im Zwielicht verschwunden war. Sie entledigten sich ihrer Stiefel und streckten sich ächzend auf den Decken aus.

Später hörten sie, wie Thomas, ein Liedchen pfeifend, vom Flussufer zurückkam. Als er ans Feuer trat, rümpfte er die Nase „Mein Gott, schafft bloß eure Stiefel hier weg, bei dem Gestank wird ja die Suppe sauer! Könnt ihr nicht mal gelegentlich eure Socken waschen, und die Füße gleich mit?“
„Nee Chef, das hält die Kojoten fern“, meinte Walt und grinste. Er rappelte sich dann aber doch auf, griff sich die Stiefel und verfrachtete sie zu den Pferden.
„Sehr witzig. Kojoten sind bei weitem nicht so gefährlich, wie eure Schweißmauken. Töten sicher jedes Kerbtier im Umkreis von mindestens drei Meilen! Pestilenz und Miasma, bei allen Heiligen! Hoffentlich verursacht das keine Fehlgeburten bei den Kühen, ist ja erschreckend...“

Hygienefragen waren schon öfter Anlass kleiner Wortgefechte zwischen den Männern gewesen. Walt zog Thomas mit seinem angeblichen Waschzwang auf, Thomas pflegte sich lautstark über die von seinen Leuten ausgehende Geruchsbelästigung aufzuregen. Thomas fragte sich oft, wozu die Beiden wohl Nasen hätten. Vermutlich nur, damit ihnen die Stetsons nicht ungebremst nach vorn bis übers Maul rutschen konnten.

Er nahm Platz, die Feuerstelle zwischen sich und den Gefährten, und obendrein den Wind im Rücken. Dann verteilte er mit der hölzernen Kelle die Suppe in die Blechgeschirre und brachte auch Gran eine Tasse voll in den Wagen.
„Pass´ auf, ist heiß“, sagte Thomas, schon wieder halb draußen.

Thomas aß schweigend. Sidney und Walt sahen sich an - nanu, heute kein Kochunterricht?
„Eh, biste sauer?“ fragte Sidney.
„Hat´s dir die Stimmbänder weggeätzt?“ erkundigte sich Walt.
Thomas starrte wortlos ins Feuer, er hatte überhaupt nichts gehört, so tief war er in Gedanken versunken. Der Junge, wenn er noch da war – man konnte ihn nicht allein da hinten in der Dunkelheit lassen. Irgendein Kojote würde ihn in der Nacht anfallen. Entschlossen stand er auf und verschwand in der Finsternis.

Der Indianer war noch da. Als Thomas sich näherte, versuchte er, sich aufzurichten, sackte aber gleich wieder kraftlos zusammen. Thomas ergriff einen Arm und ein Bein, bückte sich kurz und lud sich den überraschend leichten Körper auf die Schultern. Ein sehr angenehmer, aromatischer Duft stieg ihm in die Nase. Von wegen „schmutziger Indianer“, dachte Thomas, und wünschte, seine Männer würden nur halb so gut gewaschen herumlaufen. Seltsam angerührt vom Geruch des Jungen, ging er zurück zum Lager. Dort angekommen, legte er den Verletzten auf seine Decke.
„Eh, was is das denn?“ kreischte Sidney entgeistert.
„Na, eine dreckige Rothaut“, stellte Walt mit einem fragenden Blick auf Thomas fest, „was soll das?“
Thomas füllte seinen Suppenteller nach und stellte ihn neben den Liegenden. Dann richtete er sich langsam auf.
„Erstens, Walt, ist das ein Indianer, keine dreckige Rothaut. Zweitens ist er offensichtlich keineswegs schmutzig, vielmehr sogar erfreulich gut gewaschen. Drittens ist er ein verletzter Junge, der Hilfe braucht – und Viertens wird er uns vielleicht mit Gran und dem Wagen helfen können, wenn er sich ein bisschen erholt hat.“
Walt und Sidney sahen sich an, dann Thomas. Der schickte ihnen einen so entschlossenen Blick übers Lagerfeuer, dass sie achselzuckend das Thema als abgeschlossen betrachteten. Innerlich aufatmend - das hatte er sich komplizierter vorgestellt - setzte sich Thomas wieder hin. Als er sich dem Jungen zuwandte, um ihm etwas von der abgekühlten Suppe einzuflößen, bemerkte er, dass dieser ihn still ansah. Große, dunkle, leicht schrägstehende Augen hatte er. Ob wohl alle Indianer so lange Wimpern hatten?
„Schön, dass es dir besser geht, dann kannst Du ja selbst essen“, sagte Thomas zu dem ihn verständnislos ansehenden Jungen. Er schob ihm den Teller hin, drückte ihm den Löffel in die Hand und deutete auf das Essen und seinen Mund.
Sidney und Walt wandten sich verächtlich grunzend ab, Walt legte sich auf seine Decke, dem Indianer demonstrativ den Rücken zukehrend. Fast sofort begann er zu schnarchen. Sidney verschwand kopfschüttelnd in der Finsternis, um die Nacht bei der Herde zu verbringen.
Auch Thomas legte sich hin, er betrachtete noch ein wenig den Jungen beim Essen. Das lange Haar glänzte blauschwarz im Feuerschein, zwei kleine Zöpfchen umrahmten das bronzefarbene Gesicht und waren am Hinterkopf mit einem bunten Lederriemen zusammengebunden, das restliche Haar floss offen über die Schultern, den Rücken hinab. Wie das Gefieder eines Raben - schwarz und schillernd, dachte Thomas. Der Wind hatte leicht gedreht und wehte nun etwas von diesem feinen Geruchs des Jungen herüber. Thomas schloss kurz die Augen und sog den geheimnisvollen Duft tief ein. Erstaunt bemerkte er, dass er ein wenig zu schwitzen begonnen hatte. Seine Handflächen waren feucht geworden. Als der Duft verweht war, öffnete er wieder die Augen.
Der Junge hatte inzwischen die Suppe aufgegessen und schien zu schlafen. Thomas spürte in seinen Halsschlagadern den harten, schnellen Puls seines Blutes, während er den Schlafenden ansah. Die bronzefarbenen Arme des Jungen verschwanden an der Schulter in einem perlenbestickten Lederhemd, das am Saum mit langen Fransen und ein paar angesetzten Pelzstücken verziert war. Dazu trug er einen einfachen, knielangen Lendenschurz, der das obenliegende Bein des Schlafenden von der Hüfte abwärts unbedeckt ließ. Thomas sah winzige Flaumhärchen auf der Haut des Oberschenkels im Licht des verglühenden Feuers schimmern. Als ihm die Wunden an den Unterschenkeln ins Auge stachen, ärgerte er sich, vergessen zu haben, die Verletzung zu versorgen. Die Schnitte waren aber offensichtlich nicht allzu tief, das Blut zu einer Kruste eingetrocknet. Morgen ..., dachte Thomas noch, dann schlief auch er erschöpft ein.

Fröstelnd erwachte Thomas im Morgengrauen. Als er die Augen aufschlug, blickte er direkt in die des Indianers. Rasch stellte sich Thomas wieder schlafend. Der Junge schien völlig in seine Betrachtungen versunken und hatte das kurze Zwinkern nicht bemerkt. Er musterte konzentriert jedes Detail von Thomas Gestalt. Eben hing sein Blick an Thomas´ lockigem, dunklen, kurzgeschnittenen Haar, dem gepflegten schwarzen Schnauzbart, wanderte zu den vollen Lippen, der kräftigen, etwas zu großen Nase, den schwarzen, dichten Wimpern und dem Schwung der dunklen Augenbrauen. Aufmerksam betrachtete der Junge Thomas´ kräftige Statur mit dem kleinen Bauchansatz, den breiten Schultern und den muskulösen Armen, die in einem frischgewaschenen Baumwollhemd steckten. Seine Augen fuhren über Thomas´ Beine, begutachteten die saubere Bluejeans und blieb ein wenig an deren Knopfleiste hängen. Thomas konnte die Blicke des Jungen fast körperlich spüren, sein Herz begann schnell und hart zu pochen, er kam etwas außer Atem, als ob er eben eine Runde um das Lager gerannt wäre. Hin- und hergerissen zwischen wucherndem Verlangen und der verwirrten Frage, was zum Teufel da plötzlich mit ihm vorginge, das könnte, dürfte doch wohl nicht wahr sein, nach fünfzehn Jahren ... er hatte Cindy gehabt, Patricia hätte er fast geheiratet, war alles nur Selbsttäuschung gewesen? War DAS hier seine eigentliche Bestimmung - Knaben ... MÄNNER ... ? Nie zuvor hatte er auch nur entfernt Vergleichbares gefühlt.
„Nein!“, mit einem Ruck setzte er sich auf. Der Junge sah ihn erschrocken an. Unwillig mit dem Kopf schüttelnd, erhob sich Thomas, zog seine Stiefel an und stapfte, mit den Absätzen besonders hart auftretend, als könne er seine Verwirrung in den Boden hineintrampeln, zum Planwagen, um Wasser zu holen.
“Es ist eine Todsünde, ein Gräuel“, hämmerten Reverend Hoskins´ Worte in seinem Kopf.
„Welch eine Schande“, hörte er die Stimme seiner Mutter weinen.
Vor seinem inneren Auge erhoben sich drohend die Gestalten seiner Männer, die Fäuste geballt, auf dem Weg, ihm zu geben, was er, die Missgeburt, verdiene.

Er kam mit dem gefüllten Kessel vom Wagen zurück, legte ein paar dürre Zweige in die noch glühende Asche der Feuerstelle und stellte den Kessel darauf. Der Junge sah ihm zu. Thomas stieg wieder die Hitze in den Kopf, ihm brach der Schweiß aus allen Poren. Das Feuer, es liegt nur am Feuer, versuchte er sich zu beruhigen.
Als der Tee fertig war, füllte er zwei Becher und reichte einen davon dem Indianer. Thomas hätte vor Schreck fast die Hälfte verschüttet, so heftig war er zurückgezuckt, als sich ihre Hände bei der Übergabe absichtsvoll-zufällig berührten.
Das war zuviel für Thomas, er sprang auf und hastete in Richtung Uferböschung davon.
Er hoffte, mit einem Bad im kalten Fluss seinen inneren Aufruhr besänftigen zu können. Schwer atmend - vom Lauf, oder von der Berührung? – erreichte er das Ufer. Mit zitternden Händen streifte er sein Hemd ab und begann an der Knopfleiste seiner Bluejeans, unter der es eng geworden war, herumzunesteln. Endlich gelang es ihm fluchend, die Hose auszuziehen. Er musste nicht hinsehen, um über den Aufstand unter seiner Gürtellinie im Bilde zu sein. Kopfüber sprang er in die Fluten und machte ein paar Schwimmzüge unter Wasser.
Als er sich nach dem kleinen Tauchgang im knietiefen Wasser erhob, zeigte sich, dass die gewaltige Erektion keineswegs nachgelassen hatte. Dann fiel sein Blick zurück auf die Uferböschung.
Dort saß er auf einem Stein, der Junge, und wusch sich das verkrustete Blut von den Unterschenkeln. Mit einem albernen Kreischen ließ sich Thomas zurück ins Wasser fallen. Der Junge lachte hell auf, Thomas spürte, wie ihm das Blut die Röte ins Gesicht trieb.
Einfach untertauchen, und nie wieder an die Oberfläche kommen ... nur ein tiefer Atemzug, die Lungen füllen sich mit Wasser ... und alles wäre überstanden. Allerdings wäre auch das eine Todsünde, argumentierte seine pragmatische Seite. Wie es wohl wäre, so zu leben? Er könnte es einfach ausprobieren. Der Tod blieb ihm immer noch als letzter Ausweg. Wo wäre schließlich der Unterschied, ob er von einem wild gewordenen Mob gelyncht würde, oder es selbst erledigte?
Vielleicht könnte man versuchen, den Jungen als Mädchen auszugeben? Wie ein Krokodil an der Oberfläche treibend, lugte Thomas vorsichtig zu ihm hinüber und taxierte dessen Schultern, Taille, Hüften...
Klar, warum nicht? In den richtigen Kleidern... die Leute sehen, was sie sehen wollen, was sie kennen ... es wäre schockierend genug, mit einer Squaw ... da käme wohl niemand auf die Idee, um wie Vieles schockierender die Wahrheit ... nur vor Sid, Walt und Gran müsste er es natürlich verheimlichen.
Thomas stand langsam, aber entschlossen auf. Es kümmerte ihn nicht mehr, dass sein Körper so deutlich seine Gefühle verriet.
Der Junge war wieder ernst geworden, watete ihm entgegen und begann nun, langsam den Hüftgurt seines Lendenschurzes aufzuknoten. Thomas war wie hypnotisiert, er konnte nicht wegschauen, dort, im kalten Wasser des Flusses, begann er zu schwitzen. Er fühlte ein dumpfes Vibrieren im Magen, als ob er versehentlich einen Bienenschwarm verschluckt hätte, der nun wieder ins Freie strebte. Die Erektion begann langsam fast schmerzhaft zu werden, ihm fiel das Atmen schwer, er keuchte kurzatmig. Der Junge warf den Lendenschurz ans Ufer. Die langen Fransen des Hemdes verbargen alles oberhalb der Knie. Als der Junge direkt vor Thomas stand, traf ihn wieder dieser unglaubliche Duft – er schloss ergeben die Augen. Seidige Hände strichen an seiner Brust hinab, eine kleine, feuchte Zunge pinselte auf ihrem Weg abwärts freche Kringel auf seinen Bauch. Ein raues Keuchen entschlüpfte Thomas, als Hände kräftig seinen Hintern ergriffen, während gleichzeitig eine feuchtwarme Weichheit sein hart pulsierendes Geschlecht umschloss. Irritierende Bilder von melkenden Händen und ihre Jungen abschleckenden Katzen durchblitzten Thomas.
Mit einer flinken Bewegung drehte sich der Indianer zur Uferböschung, stütze die Arme auf und wandte Thomas das Hinterteil zu. Thomas stolperte tapsig hinterdrein. Der Junge half ihm mit einem schnellen Griff durch das Gewirr der bis zu den Kniekehlen reichenden Hemdfransen. Thomas begann erst vorsichtig, sich im Inneren des Indianers zu bewegen – dann klatschte sein Unterleib immer schneller und härter gegen die bronzenen Hinterbacken. Er beugte sich vor und badete seine Nase im Haar des Jungen, der Geräusche von sich gab, die an das Fiepen eines hungrigen Welpen erinnerten.
Ob er Schmerzen hat? dachte Thomas verunsichert und hielt kurz inne. Doch da langte der Junge erneut nach Thomas’ Hintern, richtete sich auf und schob ihn gegen einen großen Stein, bis sich Thomas mit einem Plumpser hinsetzte, den Jungen, in dem er nach wie vor steckte, auf dem Schoß. Wieder begannen sie sich langsam zu bewegen. Als Thomas die störenden Fransen des Indianerhemds zwischen seinen Schenkeln heraus nestelte, griff der Indianer kurzerhand an den Saum seines Gewands und zog es sich mit einem Ruck über den Kopf.
Thomas wollte weder sehen, noch berühren, was sich da zwischen den Schenkeln des Jungen vermutlich mittlerweile auftürmte – und ließ seine Hände vorsichtshalber von den Hüften zum Bauch des Jungen aufwärts wandern. Die winzigen Hügelchen der gebräunten Gänsehaut und Millionen strammstehende Flaumhärchen kitzelten die Handflächen.
Verblüfft stockten Thomas’ Finger auf dem nackten Körper – da war eine Brust – nein, natürlich zwei… - fassungslos betasteten Thomas Hände zwei kleine, feste Brüste – und als er seine Linke zurück zum Schoß rutschen ließ, war da nichts als dichtes, weiches, lockiges Haar – es war der Körper einer Frau!
Der „Junge“ war gar kein Junge, sondern eine junge Indianerin mit knabenhaft zierlicher Figur! Dass ihm das nicht früher aufgefallen war – die weiblichen Rundungen, zwar klein, aber deutlich vorhanden – nur seine Nase, die hatte sich nicht täuschen lassen, die war der Illusion von Anfang an nicht aufgesessen.
In grenzenloser Erleichterung lachte Thomas kurz laut auf. Die schrecklichen Gesichte von einem Leben als Ausgestoßener, selbst von der eigenen Mutter verachtet - zerstoben wie das Maismehl, in das Sidney ihm vorgestern beim Kochen geniest hatte.
Als Thomas kam, stieß er einen laut wimmernden Schrei aus, in dem all die Zerrissenheit und Verwirrung des letzten Tages mitklang – von der Angst bis zur Erlösung.

„Verdammte Scheißkojoten!“, brüllten Sidney und Walt im Lager, während die Longhorns panisch losstürmten




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Verschiebe nicht auf morgen, was auch bis übermorgen Zeit hat.
(Mark Twain)

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Lotte Werther
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Wer immer du bist

Du hast endlich dafür gesorgt, dass es hier in der Anthologie auch spannende Geschichten gibt.

Schön erzählt, erotisch und trotz der Länge nicht langatmig.

Beim Lesen kamen mir zwar leise Fragen ob der Glaubwürdigkeit. Zum Beispiel, dass ein Mann eher an seiner durch lange Jahre eigentlich gefestigten Sexualität zweifelt, bevor er naiv feststellt, dass der Junge ein Mädchen ist. Seis drum, es schmälert die Geschichte in meinen Augen nicht.

Kurios fand ich, dass die Formulierungen, die ich am schönsten fand, immer Vergleiche mit Tieren waren.

an ihm perlten diese Scherze ab wie Wasser am Gefieder einer Ente.

Wie das Gefieder eines Raben - schwarz und schillernd, dachte Thomas.

Irritierende Bilder von melkenden Händen und ihre Jungen abschleckenden Kätzinnen durchblitzten Thomas.

Der Text ist flüssig geschrieben. Ich fand nur eine Stelle, an der du das "dort" wiederholst.

Als er dort angelangt zu Boden sprang, erkannte er, dass der Mensch dort keineswegs einfach nur hockte, sondern mit Seilen am Kaktus festgebunden war. Es war ein Indianerjunge, vielleicht vierzehn, fünfzehn Jahre alt, der bewusstlos dort hing, aus einer Vielzahl an engstehenden,

Ansonsten hast du auf die Sprache der jeweils sprechenden Personen geachtet, und ihnen, ihrem Stand entsprechend, gepflegtes Wort oder Slang in den Mund gelegt.

Ich habe mich gefreut, diese Geschichte hier zu lesen.

Lotte Werther

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poppins
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Hallo Lotte,

es freut mich sehr, dass Dir die Geschichte gefallen hat (ganz besonders, da sie mit ihrer Länge hier doch ziemlich heraussticht - zumindest derzeit noch)...
Und von der Rahmenhandlung her wohl auch. Hm ja, die Glaubwürdigkeit - das Ganze ist etwas grenzwertig, aber ich konnte es mir doch vorstellen. (Musste dabei an 'The Crying Game' denken - in der Story verliebt sich ein gestandener Heteromann in eine(n) sehr 'weiblichen' Mann - eine nicht umoperierte Transsexuelle ...)


Vielen Dank auch für den Wiederholungs-Hinweis - habe die Geschichte eben um zwei der drei 'dorts' bereinigt.

(Mein Lieblingsbild ist übrigens eins der Nichtanimalischen
"... zerstoben wie das Maismehl, in das Sidney ihm vorgestern beim Kochen geniest hatte ...")


Schönen Abend noch!

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Inu
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hallo Unbekannte(r)

Die Geschichte ist schön geschrieben und angenehm zu lesen. Hat mir gut gefallen.

Aber was Du meines Erachten noch etwas ändern müsstest:

Die Einleitung kürzen, ohne etwas von den Besonderheiten dieses Lebens in der Wildnis ganz fallenzulassen. Denn es ist ja alles interessant und gibt der Geschichte ihr Kolorit... aber straffen, straffen!

Und dann muss ich Dir noch etwas sagen... so wie der Text jetzt dasteht, ist Thomas Irrtum während der Liebesszene nicht wirklich nachvollziehbar. Welchen Eingang zwischen den bronzenen Schenkeln (bzw. Hinterbacken ) hat er denn nun genommen??

Um die Beschreibung glaubwürdiger zu machen, könntest Du vielleicht betonen, dass Thomas sehr jung und ohne Erfahrung ist. Du könntest die Schlankheit ( Dünnheit ) des 'Jungenkörpers' noch mehr herausstellen, vielleicht könnte 'er' sich ja selbst für männlich ausgegeben haben mit einem Männernamen. Vielleicht sollte 'er' nach Manier der Indios kurzgeschnittenes, glänzendes Haar tragen... außerdem in angeborener Schamhaftigkeit seinen Körper bis ganz zuletzt prüde mit dem Gewand bedeckt halten... also mehr Irreleitung und Verbergen von 'seiner' Seite her... in dieser Art irgendwie...

Aber die Idee der Geschichte gefällt mir, Thomas Angst schwul zu sein (in Amerika 1872!!) und am Schluss die Freude über seine Liebe und Leidenschaft, die auf einmal sich als 'ganz normal' herausstellt, hast Du glaubwürdig geschildert. Die Hingabe des indianischen Geschöpfes, die Selbstverständlichkeit, wie die beiden sich zusammenfinden, ist richtig süß.

Durchdenke die ganze Liebesszene nochmal und checke sie, damit da auch alles passt, die Geschichte ist es wert, meine ich.

Liebe Grüße
Inu

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Stoffel
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Hallo,

mir persönlich zu viele lange Sätze,oft umständlich geschrieben. Aber jeder empfindet es wohl anders.
Man kann eine Sache mit (wenn erforderlich..Witz) in drei Sätzen beschreiben, aber auch in 10. Ich tendiere eher zu dreien.

"...vor Stunden einen dunklen Streifen ausgemacht. Es konnte sich nur um den Uferbewuchs des kleinen Nebenarms des Rio Pecos handeln, der sich hier wie eine träge Riesenschlange, die eine üppige Mahlzeit verdaut durch die Landschaft wälzte.

Thomas sehnte sich nach einem kühlenBad, das seine malträtierten Glieder entspannen und den mit Staub vermischten Schweiß abwaschen würde.

Die Zeit wurde langsam knapp und die Suche nach einem geeigneten Lagerplatz durfte sich nicht mehr allzu lange hinziehen.
da er nun auch für die Verpflegung zuständig war. IhrGran, der Koch hatte vor sechs Tagen beim Feuermachen ein Holzstück erwischt,...

Eine Stelle am Wasser zu finden war heute nicht unbedingt erforderlich. Die Herde war bereits am Morgen ausreichend getränkt und alle Wasserflaschen und Fässer noch gefüllt.
Aber Thomas fühlte sich nur wohl, wenn er seinen Körper mindestens einmal täglich gründlich wusch. Ein Bad war ihm genauso wichtig, wie ein voller Magen.

Anders bei Walt und Sidney. hier könnte stehen, wer die beiden überhaupt sind?Denen ging es nur um ein Nachtlager und ihr Unmut wurde immer größer.

So zogen sie, leise fluchend, weiter gen Norden, während die langsam untergehende Sonne hinter der Gipfelkette des Sacramento Mountains ihnen in die Augen stach, dass sie blinzeln mussten.

"He, Sid, siehst du das auch?" rief Thomas nach hinten. Sidney überragte, auch auf dem Pferd sitzend, Walt und Thomas glatt um Haupteslänge; wenn sie am Boden standen, mussten alle den Kopf in den Nacken legen, um ihm ins Gesicht zu sehen. Sie neckten ihn oft wegen seiner außerordentlichen Körpergröße. Sidney war ein einfacher, gutmütiger Junge im Körper eines Titanen - an ihm perlten diese Scherze ab wie Wasser am Gefieder einer Ente.Wieso kommt das an DIESER Stelle? Thomas ist grad in Aktion und nich die Rede von Sidney. hm..

Als sie sich dem großen Kandelaberkaktus näherten, konnten sie einen Menschen erkennen, der dort zusammegekauert hockte.
Und dass sich dahinter ein Arm des Flusses vorbeischlängelte, wie Thomas frohlockend feststellte.diesen Satz verstehe ich überhaupt nicht

Thomas sprang vom Pferd und eilte dem Häufchen Elend zu Hilfe. Es war ein Indianerjunge, vielleicht vierzehn, fünfzehn Jahre alt, der bewusstlos mit Stricken gefesselt war. Aus etlichen Schnittwunden am Unterschenkel sickerte Blut.

Thomas hob den Kopf des Jungen und öffnete dessen flatternden Augenlider. Leise stöhnte der Indianerjunge auf. "Ausgerechnet ein Indianer" murmelte Thomas und holte etwas widerwillig seine Wasserflasche. Dann flösste er ihm etwas Wasser ein.

überlegte er, was wohl Walt, Sidney und Gran dazu sagen würden. ich dachte, die beiden sehen dem schon zu? Dann könnte er ja auch die Reakton auf sein Tun schon sehen?
Thomas sah den blutenden Jungen an, der langsam wieder zu sich kam und ihn direkt in die Augen sah. Nein, bedrohlich wirkte dieser Indianer absolut nicht, aber vorsichtshalber zog Thomas sein Messer aus dem Stiefel. Ängstlich sah der Junge ihn an, während Thomas ihm die Fesseln durchschnitt. Dann legte er seine noch halbvolle Wasserflasche neben den Verletzten und rief den anderen zu, das Lager an dieser Stelle aufzuschlagen.

"Später. Wie geht´s Gran?" fragte Thomas und überhörte die Frage

"Wo ist Walt?"
"Versorgt die Rinder." Sidney kratzte sich das stoppelige Kinn "wollte gerade hin, ihm helfen."
ich kann mir schwer die Gegend vorstellen. Thomas müsste doch sehen, was die einzelnen machen? Sie sind ja nicht in den Bergen?

Thomas lud das Kochgeschirr vom Planwagen und bereitete alles für ein Lagerfeuer vor. Dann ging er los, um Feuerholz zu holen und hoffte, der Indianer würde weg sein, wenn er wieder zurück kam.

Und wenn nicht, würde er ihn mitnehmen müssen, denn als gläubiger Katholik konnte er einen HIlflosen nicht so einfach seinem Schicksal überlassen.

Trockenes Holz hatte er bald genug gesammelt.
Und an der Flussböschung fand er jede Menge essbares Grünzeug, wie Brennnesseln, Monarde und Senfkraut für die Suppe, die er heute kochen wollte. Die handvoll Blätter vom Sassafrasbusch würden seinem Gericht den letzten Pfiff geben.

Seit Grans Unfall setzte er den dreien wahre Köstlichkeiten vor. Nicht, dass sie seine Kochkünste nicht zu schätzen wussten, aber ihnen hätte sicher auch etwas einfaches, was nur den Bauch füllt, gereicht.

Thomas fühlte sich berufen, ihnen immer in allen Details zu erläutern, wie er was und in welcher Reihenfolge ansoutiert, abgelöscht, aufgegossen, abgeschmeckt und weiß der Teufel was noch hatte. Ich halte es für übertrieben. Man könnte seine FACHkenntnisse in einem Satz abhaken. Und wenn die drei sich dann ansahen, als hörten sie von Böhmuischen Dörfern, dort könnte man Witz reinbringen.Komik. Ansonsten ist ja schon vieles gesagt, damit..dass sie eben NUR einen Magenfüller brauchen...
So genau hatten sie noch nie wissen wollen, was sie aßen - aber weil niemand Thomas die Freude verderben wollte, stellten sie ihre Ohren auf Durchzug und warfen hin und wieder "toll, Tom", "lecker", oder etwas Ähnliches ein.ist mir persönlich zu viel

Die verlockenden Düfte zogen hin zu den hungrigen Langhörnern, deren Mägen man schon knurren hören konnte.
"isses fertig?" wollte Syd ungeduldig wissen und rieb sich den Bauch.
"Muss nur noch etwas weitersimmern, ich geh´ mal so lange zum Fluss, bisschen baden", antwortete Thomas.
"Simmern, was´n das schon wieder", brummte Sidney vor sich hin und Walt zuckte wortlos mit den Schultern. Sie waren Thmos's Fiesematenten(wie wird das geschrieben??) schon gewohnt und sahen ihm schmachtend hinterher, bis der verschwunden war.

Sidney und Walt zogen die Stiefel aus und machten es sich bequem

Ein Liedchen pfeifend, hörten sie Thomas vom Flussufer zurückkommen. Als er ans Feuer trat, rümpfte er die Nase: "Mein Gott, schafft bloß eure Stiefel hier weg, bei dem Gestank wird ja die Suppe sauer. Könnt ihr nicht mal gelegentlich die Socken waschen, und die Füße gleich mit?"
"Nee Chef, das hält die Kojoten fern", meinte Walt und grinste, rappelte sich dann aber doch auf, griff die Stiefel und verfrachtete sie zu den Pferden.

Hygienefragen waren schon öfters Anlass gedeihlicher kleiner Wortgefechte zwischen den Männern gewesen, Walt zog Thomas mit seinem angeblichen Waschzwang auf, Thomas pflegte sich lautstark über die von seinen Leuten ausströmende Geruchsbelästigung aufzuregen. Wozu haben die beiden bloß Nasen, fragte sich Thomas oft, nur damit ihnen der Stetson nicht ungebremst nach vorn bis übers Maul rutschen könnte?
mir persönlich zu viel auf de Stinkefüsse, etc eingegangen.

hier mach ich erstmal Schluss.Wenn Du magst gebe ich noch mehr laut?Später.

lG
Susanne












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poppins
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Hallo IKT, hallo Stoffel –

Danke für’s Lesen und Eure Kommentare. Straffen das Ganze – da muss ich mal suchen, ob ich noch was finde, denn es ist schon die heftig gekürzte Version ;-)
... Es kommt mir SEHR darauf an, die Personen vorzustellen – sie zu etwas Besonderem zu machen, eben fern vom Klischeecowboy. Aus Thomas muss einer werden, dem man das – auch ihm selbst noch unentdeckte - Schwulsein ‚zutrauen’ würde; dazu habe ich mit den Schwulenklischees gespielt: die gründliche Beschreibung seiner Kochleidenschaft (denn das WIE ist das Wichtige, nicht die Tatsache allein, dass er es gut kann) – und die Reinlichkeit.
Auch die anderen sollen nicht einfach klischeehafte ‚harte Jungs’ sein, sondern Eigenarten haben – und es soll klar werden, dass sie rücksichtsvolle, geduldige und freundliche Kerle sind (abgesehen von ihren Vorurteilen gegenüber Indianern) – die nicht nur zusammen hart arbeiten, sondern auch gute Kumpels sind. Die einen Chef haben, den sie mögen und respektieren - und der Chef hat Autorität ohne autoritär zu sein. Und schätzt seine Mitarbeiter ebenfalls sehr.

Über die Reihenfolge und den Zeitpunkt der ‚Vorstellungen’ werde ich mir noch mal Gedanken machen – was die an einigen Stellen etwas komplizierte Ausdrucksweise angeht: die Geschichte wird ja (weitgehend) aus der Perspektive des Thomas erzählt, und der drückt sich eher gewählt aus. Ich werde auch da mal schauen, ob ich es an den angemerkten Stellen sowohl gewählt, als auch leichter lesbar hinkriege.

Zum Akt selber: Da hilft der Indianer Thomas durch das Gewirr der Fransen an seinem Hemd (welches er ja zuerst noch anhat) – soll heißen, der Indianer greift sich den Schwanz des Thomas und tut ihn hin, wo er hinsoll ;-) – der guckt gar nicht so genau hin und muss nicht lang suchen ;-). Muss ich wohl noch verdeutlichen.

Was die Beschreibung des Indianers angeht: ein Lendenschurz ist ein nur von Männern genutztes Kleidungsstück – deshalb (und wegen der knabenhaften Figur) dachte ich eigentlich, Thomas’ Irrtum nachvollziehbar gemacht zu haben. Das mit den abgeschnittenen Haaren bräuchte es doch eingentlich nicht, denn dass bei Indianern Männer UND Frauen langes Haar tragen, macht es ja als Geschlechtsmerkmal unbrauchbar ... ;-), aber es könnte als Teil der rätselhaften ‚Strafe’ dastehen (wie die Schnitte an den Unterschenkeln) – weswegen ‚der Junge’ an den Kaktus gebunden wurde. Ich muss mal drüber nachdenken. Nicht dass damit nachher zu früh klar ist, dass es eine IndianerIN ist (EhebrecherINNEN z.B. wurden ja zu den Zeiten die Köpfe geschoren, jedenfalls weißen Ehebrecherinnen ...)

*
„Und dass sich dahinter ein Arm des Flusses vorbeischlängelte, wie Thomas frohlockend feststellte.>diesen Satz verstehe ich überhaupt nicht“
Weil sie damit endlich einen Lagerplatz entdeckt haben, der am Wasser liegt -> Thomas kann baden ...

>ich kann mir schwer die Gegend vorstellen. Thomas müsste doch sehen, was die einzelnen machen? Sie sind ja nicht in den Bergen?
Da sind zwar keine Berge, aber ziemlich viele Steinbrocken, die in der Gegend rumliegen und Gestrüpp undsoweiter, und außerdem sind die Entfernungen etwas größer, z.B. reitet Thomas ja ein Stück zwischen Indianerkaktus und Lager – und die Kühe werden auch etwas auf Distanz gehalten, damit sie nicht durchs Lager trampeln. Mal überlegen, wie ich das deutlicher mache.


Alle Hinweise sind jederzeit sehr willkommen – besonders nett wäre es, wenn ihr mir zum Teil mit dem inneren Monolog Thomas’ was sagen könntet: als er wie ein Krokodil bäuchlings im Wasser schwimmt und mit sich ringt, ob er sich besser gleich umbringt, oder dem Wunsch seines Körpers folgen und ein schwules Leben ‚ausprobieren’ sollte. Ist das plausibel, oder geht das zu schnell und glatt?

Und zum Teil des Aktes, als ihm klar wird, er vögelt eine Frau, keinen Mann – ist das o.k. so, oder müsste ich den vermutlich mehr als dösigen Gesichtsausdruck Thomas’ bei dieser Erkenntnis noch mit reinbringen? Und das kurze Stocken dabei - oder das rein mechanische Weitermachen für die 'Schrecksekunde'?

An den beiden Punkten bin ich mir etwas unsicher.

Vielen Dank auf jeden Fall schon mal für die Mühe, die Ihr Euch schon gemacht habt!

LG



__________________
Verschiebe nicht auf morgen, was auch bis übermorgen Zeit hat.
(Mark Twain)

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