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Leselupe.de > Kindergeschichten
2, 3, ein Märchen
Eingestellt am 19. 12. 2001 12:40


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Causemann
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Registriert: Dec 2001

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In diesem Märchen gibt es eine Prinzessin. Nicht das erste Märchen mit Prinzessin. Prinzessinnen sind schließlich eine süße Sache. Also die hier auf jeden Fall. Die Prinzen standen Schlange, das kann ich euch sagen. Wenn sie lächelte, ging irgendwo eine Rosenknospe auf. Und das jedesmal. Jede Prinzessin kann irgendwas besonderes. Die brachte Rosen zum Blühen. Also weiter: Als sie 18 Jahre alt wurde, blühten im ganzen Land Rosen, ganze Blumenmeere roter, duftender Rosen. Der Wahnsinn. Naja, und dann ist das ja auch so, dass Prinzessinnen früh heiraten müssen. Um kleine Prinzchen und Prinzessinnenchen in die Rosenblütenwelt zu setzen. Daddy sagte also, Schätzchen, du brauchst jetzt mal einen Prinzgemahl. Damit die Sache mit den Nachkommen ins Rollen kommt. Unsere Prinzessin fand das eine gute Idee. Sie kannte da so ein paar Märchen, bei denen das ziemlich romantisch abging mit den Prinzen. Ok. Man war sich also einig. Und wie gesagt, die Prinzen standen ja auch schon Schlange. Sie musste sich also nur den richtigen rauspicken. Das konnte ja nicht so schwer sein. War’s dann aber doch. Als sie so die Reihe von Prinzen entlang ging, stellte sich raus, dass die alle extrem hässlich waren. Einer wie der andere. Mit ekeligen Pickeln im Gesicht. Die Akne-Cremes waren damals noch nicht so weit entwickelt, wisst ihr. Einer hatte sogar einen Buckel. Wer hat den eigentlich über die Grenze gelassen? Na gut. Sie guckt sich die Typen also genau an. Aber kein Funke will überspringen. In den Märchen war das aber immer so. Also wollte sie es auch so haben. Tja, und nu? Paps wurde langsam ungeduldig. Ist ja klar. Das müssen Papse. Besonders wenn sie Könige sind. Sie stellt sich also vor die Prinzen und sagt nee, will ich nicht. Das geht dann von einem Prinzen zum anderen so. Und jedesmal, wenn sie nee sagt, schließt sich eine Rosenknospe. Das ist halt wiederum der Nachteil bei den Prinzessinen: Es gibt immer einen Haken. Und dann, war ja wohl klar, als sie beim letzten Prinzen steht und wieder nee sagt, schließt sich die letzte Rosenknospe im Land. Nix mehr mit Blumenmeer. Ist alles vergammelt. Einfach so. Schnitt.

Zehn Jahre später. Alle sind ziemlich traurig. Die Prinzen sind natürlich wieder abgedampft. Damals vor zehn Jahren. Waren beleidigt wegen den Pickeln. Inzwischen hat Paps also die Blumenbeete in Äcker umfunktioniert. Er hielt das für eine gute Idee. Seitdem gibt’s jeden Tag Kartoffeln zu essen. Nicht nur bei den Königs, sondern auch bei jedem Untertan. Gib einem Volk zehn Jahre lang Pommes Frites zu essen und du wirst sehen, was dabei herauskommt. Natürlich nichts Gutes. Das Volk war stinkesauer. Logisch. Die Prinzessin musste endlich heiraten. Also, eigentlich musste sie ja nur wieder lachen. Aber das ist ja ein Märchen. Und Prinzessinnen können in Märchen eben nur lachen, wenn sie verheiratet sind. So, bloß wo kriegt man jetzt die Prinzen wieder her. Die waren ja weg. Der König schickte also einen Boten los. Das kam ihm aber dann doch ein bisschen wenig vor. Also schickte er noch hundert hinterher. Die also los in alle Himmelsrichtungen. Es vergingen dann genau hundert Tage (mit Pommes rot-weiß). Und siehe da, die Prinzen standen wieder Schlange. Wieso waren die eigentlich nicht schon längst mit anderen Prinzessinnen verheiratet? Na egal, lieber nicht fragen. Die Prinzessin, die inzwischen auch ihr süßes Näschen voll hatte von den Kartoffeln, guckt sich die Jungs also nochmal genau an. Muss ja diesmal auch kein Funke überspringen. Vielleicht so’n ganz kleiner. Sie stellt sich also vor den ersten Prinzen. Mann, der sieht ja richtig geil aus. Keine Pickel mehr und nix. Es springt also nicht nur ein Funke, sondern gleich ein ganzes Feuerwerk über. Hey, denkt sich Paps, das hat jetzt aber schnell geklappt. Gleich beim ersten. Und wie sie sich so den Arm vom Prinzen schnappt und Wolke sieben ansteuern will, wirft sie noch einen flüchtigen Blick auf den zweiten Prinzen in der Reihe. Scheiße, der sieht ja auch verdammt gut aus. Und wieder ein Feuerwerk. Und das geht dann immer so weiter. Sie verliebt sich also in sämtliche Prinzen, die da so gekommen sind – außer in den Buckligen, den haben sie wieder weggeschickt. Trotzdem sind das also eine ganze Menge. Und sie will sie alle haben. Unbedingt. Wie gut, dass Papi so liberal ist. Er hat also gleich mal das Gesetz zur Monogamie geändert. Und sie hat alle geheiratet. Doch, echt wahr. Der Zimmermann war besonders glücklich darüber. Er durfte nämlich das Schlafzimmer umbauen. Achso, und die Rosen sind natürlich auch wieder aufgeblüht. Ja, das ist das Ende. Und alle sind happy. Schließlich ist das hier ein Märchen.

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josipeters
Guest
Registriert: Not Yet

hallo causemann

gut, dass ich jetzt weiß, was Märchen sind!

Lieber ein Narr und glücklich, als ein weiser Mann und unglücklich (Horst Wolfram Geissler)

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Causemann
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Registriert: Dec 2001

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Ja, die Wahrheit kann hart sein. Aber sei getröstet: Es gibt ja auch noch Märchen mit Hexen und Zwergen und verwunschenen Drachen-Hyazinthen. Und da ist die Sache natürlich wieder ganz anders.

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flammarion
Foren-Redakteur
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Registriert: Jan 2001

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na,

bloß gut, daß das ein märchen ist! möchte nicht wissen, wie das in der realität ausginge . . . ganz lieb grüßt
__________________
Old Icke

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zedertochter
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Registriert: May 2002

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schönes Märchen

Hallo,Causemann, das ist ein schönes Märchen, was du da geschrieben hast.Du solltest mal bei einem Bücherverlag fragen ob du es in ein Märchenbuch einsetzen darfst.

ganz lieb grüßt
Tochter

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