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Leselupe.de > Science Fiction
3 Tage im Oktober (1.Tag)
Eingestellt am 27. 12. 2000 03:49


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Aquasculum
BlĂŒmchendichter
Registriert: Dec 2000

Werke: 27
Kommentare: 23
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Okay, Leute...
Heute ist eure Phantasie etwas gefragt!!
Ich habe mir hingesetzt und etwas geschrieben, von dem ich nicht weiß, aus welchem Teil meines Gehirns diese Zeilen wohl stammen.
Mein GerÀt war eine Feder, eine echte Schreibfeder, die man in ein Tintenfass stecken muss, um damit zu schreiben.
Das Licht war das Licht einer Kerze, einer roten Kerze mit Runen verziert.
Stellt euch vor, wie die Feder ĂŒber das gelbliche Papier fliegt, Worte geschrieben mit einer verschnörkelten, kaum leserlichen Handschrift, ungefĂ€hr so wie man sich vorstellt dass Shakespeare seine Werke geschrieben hat...
Aber stellt euch nicht mich dabei vor, denkt euch lieber eine junge Frau, die auch so gekleidet ist, wie zu Shakespeares‘ Zeiten...zugegeben eine etwas wohlhabendere Madame, denn wie hĂ€tte sie sonst lesen und schreiben lernen sollen?
Es ist eine Art, wie soll ich sagen, Tagebuch, doch es waren nur wenige Seiten, die man davon fand, geschrieben an 3 Tagen im Oktober...
Hmmm, okay, das einzige, dass nicht in dieses ganze zugegebenermaßen mittelalterliche reingepasst hat, war die Musik, denn ich hörte Tracy Chapman, denn ihre Musik inspiriert mich. Naja, und die Rechtschreibung ist wohl auch nicht der mittelalterlichen angepasst...
Seid ihr genug vorbereitet?
Ich hoffe mal, denn was jetzt folgt sind etwas wirre GedankengÀnge...
Die Feder fĂ€ngt an zu schreiben, kratzt ĂŒber das Papier, schnell und unaufhaltsam:


-1-
I have no regrets, no guilt in my heart...
only feeling sadness for any pain that I’ve caused...

Was ist nur los? Ich versteh das alles nicht mehr!
Es ist schön, mit Feder zu schreiben...bei Kerzen-
licht...nur ich weiß nicht, was ich schreiben soll,
alles ist so...grau...im Moment...grau wie
die Wolken, ich mag keinen Regen, Regen macht traurig,
oder ist es die Traurigkeit der Menschen, die die
Wolken weinen lÀsst? Was ist es? Ich bin noch
noch dahinter gekommen!?
Wo ist eigentlich der Sinn des ganzen?! Und warum
frage gerade ICH nachdem Sinn? Wo ich doch gestern
noch so stolz sagte...Leben fragt nicht nach
dem Sinn...Nein, das Leben fragt nicht danach,
aber die Menschen...Und die Menschen haben die
Angewohnheit fĂŒr jede Frage auch eine Antwort
finden zu mĂŒssen. Krampfhaft suchen sie danach,
suchen nach ErklÀrungen,. die eigentlich gar
nicht nötig wÀren, die eigentlich gar nicht
wichtig sind. Wer bin ich ? Woher komme ich?
Wohin gehe ich? Ist das wirklich wichtig?!
-2-
Ich lebe, also bin ich, und was mit mir passiert, wenn
ich nicht mehr bin, das werde ich schon merken!
Die Menschen , machen immer alles so verdammt kompliziert.
Hat sich mal jemand danach gefragt, ob Tiere Liebeskummer
fĂŒhlen können? Ob sie Liebe empfinden können, oder
sich wirklich nur Fortpflanzen wollen. Wer kennt
die Antwort auf solche Fragen, wer?!
Ich habe eine Idee fĂŒr ein Gedicht, aber ich kriegs
nicht auf Papier, vielleicht will es nicht, wer weiß?
Vielleicht wĂŒrde es lieber ein Bild bleiben...ein
Bild, ein unbeschriebenes Bild in meinem Kopf,
who knows? Vielleicht haben solche Gedankenbilder
ja ihr eigenes Leben...Wie oft hatte ich Ideen,
die ich nicht in Worte fassen konnte?! Wie oft
hatte ich ein Bild im Kopf, dass sich nicht be-
schreiben ließ?! Oft! Zu oft?! Ich weiß es nicht,
denn was ist schon zu oft? Zu viel? Wer setzt
diese Grenzen? Wer?!
„Nebel“ wĂŒrde es heißen, mein Gedicht, und es wĂŒrde
von einer Reiterin handeln, einer Reiterin, die jung
ist, die auf ihrem nachtschwarzen Pferd durch
einen Wald reitet.
Das Pferd, die Sachen in den Satteltaschen und
das, was sie am Leib trÀgt, ist alles, was ihr ge-
blieben ist, sie hat alles verloren, ihr zuhause, ihre
Freunde, den Reichtum, den sie einst hatte...zurĂŒckgelassen?
Nein, sie wurde verstoßen...
Eine starke Liebe im Herzen, die auch verstoßen wurde,
und sie reitet durch den Wald, begleitet vom trab, trab
der Pferdehufe, dem Knacken der Äste unter der Last
des Tieres und einigen Vögeln, die im winterlichen
Wald geblieben sind und sich nicht in Richtung
SĂŒden gemacht haben.
Laub auf dem Boden, die Äste der BĂ€ume kahl
-3-
und kein Mensch weit und breit, außer unserer
einsamen traurigen Reiterin.
Der Himmel bedeckt mit grauen Wolken, doch es
wird keinen allesdurchnÀssenden Regen geben, es kommt
viel schlimmer.
Plötzlich zieht Nebel auf, verdichtet sich um
das Pferd mit dem MĂ€dchen, sie ist wohl kaum
18 Lenze jung.
Der Nebel macht die AtmosphĂ€re noch dĂŒsterer, noch
trauriger und er verschluckt alles, verschluckt die
GerÀusche, die sie begleitet hatten, totale Stille,
Abwesenheit von LÀrm, so still, dass es nicht möglich
ist zu beschreiben.
Sie hĂ€lt das Pferd an, aus dessen NĂŒstern der
warme Atem dringt und diese kleine Wolke sich mit
dem Nebel verbindet. Sie horcht...
Da, ein GerÀusch hinter ihr, erschrocken wendet sie sich im
Sattel um und sieht eine Gestalt, einen Mann,
kaum Àlter als sie, im Nebel stehen.
Er sieht in ihren Augen ein Funkeln aufblitzen, sie
hat ihn erkannt, dann wendet er sich um und
geht.
Sie ruft ihn bei seinem Namen, wÀhrend sie hastig das
Pferd wendet, doch der Schrei wird vom Nebel
verschluckt, genau wie er auch.
Sie folgt ihm, versucht die Richtung einzuschlagen,
in die er gegangen war, doch sie erreicht ihn
nicht, findet ihn nicht, spornt ihr Pferd an, doch
wohin sie sich auch wendet, er bleibt verschwunden.
Sie sucht ihn, ruft ihn, ihn, dem sie ihr Herz
-3-
gelassen hatte...
Sie reitet durch den Wald, der kein Ende zu nehmen scheint,
durch den Nebel, der sie unsicher macht, reitet, reitet...
bis die Nacht einbricht und sie aufgibt.
Sie reibt das Pferd mit BlÀttern ab und sucht sich etwas
Holz fĂŒr Feuer zusammen, was sie noch anzĂŒndet,
bevor sie vor Erschöpfung einschlÀft.
Als sie wieder erwacht hat der Nebel sich gelichtet, sogar
die Wolken haben sich verzogen und den Sternenhimmel
preisgegeben.
Sie erinnert sich, wo sie ist, und warum, erinnert sich an
den Nebel und die Gestalt, der sie nachgejagt war,
ihr Herz klopft schneller. War es nur ein Geist
gewesen? Ein Erzeugnis ihrer ausgelaugten Psyche, ein
Scherz, den ihre Phantasie ihr gespielt hatte?
TrĂ€nen ĂŒberströmen ihr Gesicht, hinterlassen salzige
Spuren, wie FlĂŒsse ihre Betten hinterlassen.
Sie schaut hinauf zu den Sternen, sucht Antworten
in ihren Glanz, doch sie kann keine finden, die
Sterne funkelt, wunderschön und still wie immer...
An diesem Punkt muss ich die Szene verlassen,
ich, der Autor und der Leser mit mir.
Kein Happy End fĂŒr diese Geschichte, werden Sie fragen,
doch ich kann Ihnen auch keine Antwort geben.
Gerne wĂŒrde ich ein fröhliches Ende schreiben,
mit erfĂŒllter Liebe, frohen Farben, sonnigen
Worten und einem Fest am Ende, doch ich
weiß nicht wie!
Mein Kopf ist wie der Wald, voll mit Nebel,
ausweglos, im Moment jedenfalls!
But I promis, es wird auch wieder fröhliche
Geschichten geben!
Till then,
Erbaria
25.Oktober



__________________
In the name of the Avalonian Godness...

Be blessed...

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