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Leselupe.de > Horror und Psycho
37
Eingestellt am 12. 11. 2004 14:08


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Suse
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37

Bevor die erste Moorleiche unter dem Massagepilz aufgetaucht war, hatte Matthew H. Hucksley. noch an das Gute geglaubt. Chlor in den Augen – hatte er gedacht und sich die Schwimmbrille vom Gesicht grissen. Das Wasser platschte ihm auf den R├╝cken und zerrte an seiner Badehose. Er dr├╝ckte die Lider fest zusammen, presste sich mit den Daumen die Aug├Ąpfel so fest in die H├Âhlen, dass er sekundenlang nur bunte Farbflecken tanzen sah. Er blinzelte, sah kurz nach rechts. Und da packte ihn das nackte Entsetzen:

Es war braun, fast schwarz, es hatte den Mund mit den fauligen Z├Ąhnen weit ge├Âffnet, das Wasser prasselte, tropfte ihm wie siedender Speichel von den Mundwinkeln herab. Voll Grauen sah Matthew H. Hucksley das blanke Skelett unter der ledrigen Kopfhaut hervorblitzen. Das war kein Mensch, was sich da mit dem, was einmal H├Ąnde gewesen sein mochten, die d├╝rren faltigen H├╝ften klopfte. Es drehte den Kopf. Grinste. Schob das Becken vor und zur├╝ck, wackelte mit dem runzeligen Hinterteil, als wolle es unter dem Massagepilz Salsa tanzen. Der Brustkorb bebte unter einem keuchenden Lachen. Eine kalte Hand legte sich auf Matthew H. Hucksleys Schulter. Er fuhr herum. Sah mit aufgerissenen Augen in ein zweites zerfallenes Gesicht. Es stank. „Hey!“, raunte es und dr├╝ckte seine modrige Nase mitten in Matthews Gesicht. Das Wasser sprudelte unaufh├Ârlich. Der Bademeister machte durch kr├Ąchzende Lautsprecher eine Durchsage, dass die kleine Denise bei der Sauna abgeholt werden k├Ânne. „Hey“ rasselte es noch einmal, dieses stinkende faulige Etwas, dieses – Monster!

Das kalte Grauen packte ihn . „Hey, Du!“ Matthew H. Hucksley sp├╝rte es. Das war er – der Augenblick des Todes. Er war sich jetzt sicher, er lebte nicht mehr. Er musste zweifellos ertrunken sein. Das faulige Gesicht entbl├Â├čte die schwarzen Z├Ąhne zu einem schiefen Grinsen. Es packte Matthew H. Hucksley barsch im Nacken und drehte seinen Kopf zur Seite. Es nickte mehrmals im Takt und stie├č dabei mit dem, was einmal eine Nase gewesen war, stetig gegen Matthews linkes Ohr. „Eine kleine Moorleiche....“ Seine Stimme gurgelte die offene Luftr├Âhre hinauf „...die war nicht gern allein...“

Aufh├Âren! Aufh├Âren! Matthew H. Hucksley versuchte sich loszurei├čen, er schrie auf presste sich die H├Ąnde gegen die Ohren. „...drum lud sie sich ins Wellenbad nen netten Kumpel ein...“ Die Moorleiche lachte zynisch. „Zwei kleine Moorleichen....“ Eine dicke Frau mit pinkfarbener Badem├╝tze steuerte auf den Massagepilz zu. Die erste Moorleiche watete ihr einige Schritte entgegen und beugte sich nach vorne. „Darf ich bitten?“ Die dicke Frau l├Ąchelte besch├Ąmt reichte der Moorleiche ihre dicke Hand und nickte sch├╝chtern. Die Moorleiche umschlang den wulstigen K├Ârper mit seinem klapprigen Arm. „Drei kleine Moorleichen....“ Matthew H. Hucksley zitterte am ganzen K├Ârper. Zu sp├Ąt bemerkte er, dass sich langsam zwei kn├Âcherne H├Ąnde um seine Fu├čgelenke schlossen. Wie eiserne Handschellen klammerte sich die dritte Moorleiche an seinen F├╝├čen fest, zerrten an seinen Beinen, dass die Haut ├╝ber seinen Kniescheiben wei├č wurde. Die Dicke tanzte mit der ersten Moorleiche einen Wiener Walzer im knietiefen Wasser. Matthew H. Hucksley presste die Augenlider zusammen, er schrie, aber niemand schien ihn zu h├Âren. Seine Beine drohten auszurei├čen, so fest zog das braune Etwas ihn nach unten, das andere Unget├╝m hielt seinen Kopf fest wie ein Schraubstock und summte leise: „Vier kleine Moorleichen....“. Matthew riss wieder die Augen auf, er ruderte mit den Armen, versuchte, sich frei zu machen. Er bekam den Ellenbogen seines Peinigers zu fassen und riss mit aller Kraft an den zerfledderten Gliedma├čen. Aber es war zu sp├Ąt. Die vierte Moorleiche hatte bereits die stinkenden Arme um seine H├╝ften gelegt, schmiegte den fauligen Kopf an seinen nackten R├╝cken und wiegte sich sanft im Takt. „F├╝nf kleine Moorleichen....“ Am Beckenrand hatte ein ganzer Moorleichenchor Stellung bezogen. Sie sangen dreistimmig und die Dicke klatschte begeistert in die H├Ąnde.

„Sechs kleine Moorleichen...“ Die Dicke sprang auf und ab, ein Kind mit Schwimmfl├╝geln paddelte im Kreis um sie herum. „Sieben kleine Moorleichen....“ Der Griff um Matthew H. Hucksleys Sprunggelenke lockerte sich. Die braune Gestalt l├Âste sich von ihm und schwamm zum Beckenrand. Hautfetzen trieben sanft auf dem Wasser. „Acht kleine Moorleichen.....“ Der Chor wurde gr├Â├čer und gr├Â├čer, mit jeder Stophe gesellte sich eine weitere Moorleiche hinzu, sie kamen aus allen Becken, aus dem Dampfbad, aus der Sauna, aus dem Ruheraum. „Drei├čig kleine Moorleichen....“ Der Bademeister brachte eilig ein Megaphon und stellte sich mit in die erste Reihe. „F├╝nfunddrei├čig kleine Moorleichen.....“
Matthew H. Hucksley stand wie angewurzelt unter dem Massagepilz, der inzwischen ausgeschaltet war. Langsam bewegte sich der Zeiger der gro├čen Wanduhr auf die volle Stunde zu. „Sechsunddrei├čig kleine Moorleichen.....“ Einen Moment lang starrte er wie gebannt auf den Chor, der unbeirrt seinen Auftritt fortsetzte. Dann rannte er los. Er schob sich so schnell er konnte durch das Becken, zur Aluminiumtreppe, raus aus dem Wasser. Er lie├č sein Handtuch links liegen, st├╝rzte durch die Duschkabine in eine der Umkleiden, rang nach Luft und drehte den Schl├╝ssel. Er atmete schwer. Lie├č sich auf die kleine Plastikbank fallen. Gerade wollte er sich den Schl├╝ssel f├╝r seinen Spind vom Handgelenk schnallen, als ihm etwas Kaltes sanft auf die Schulter tippte. „Siebenunddrei├čig kleine Moorleichen....“

Matthew H. Hucksley sollte nie wieder ins Wellenbad gehen.



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Suse
K├╝rbiseis mit ganzen Fr├╝chten?!

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