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Leselupe.de > Kurzprosa
380 Pt. 2
Eingestellt am 16. 02. 2002 00:42


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masterplan
Schriftsteller-Lehrling
Registriert: May 2001

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Lynn tat einen Schritt in diese Welt und fiel. Sie fiel so hart, dass sie nicht mehr aufstehen wollte. Blut rann ├╝ber ihr Gesicht und mischte sich mit den Tr├Ąnen, die aus ihren Augen traten.
Lynn war ein nettes und zuvorkommendes M├Ądchen. Sie hatte allen Anstand dieser Welt, war vorurteilsfrei und immer zu jedermann freundlich gewesen. Der Welt, in der sie lebte, hatte sie immer alles gegeben. Sie opferte sich bislang f├╝r wirklich jeden und versuchte den Traurigen ihre Einsamkeit und den Einsamen ihre Trauer zu nehmen. Sie war die bescheidenste und ganz einfach beste Seele ├╝berhaupt.
Doch man lie├č sie fallen. Hart fallen. So tief und hart, dass sie begann zu zweifeln. An sich und der Welt um sich herum. Machte sich Vorw├╝rfe, etwas falsch gemacht zu haben, etwas aus seinem perfekten Gleichgewicht gebracht zu haben.
Dann erkannte sie etwas, dass sie bislang nicht bemerkt hatte. Niemand schien ihr helfen zu wollen, wieder aufzustehen. Sie h├Ątte sich selbst geholfen. Ganz sicher. Wie sie so blutend da lag, fragte sich Lynn, warum niemand der vielen Menschen um sie herum auch nur den kleinsten Schritt tat, um ihr beizustehen. War sie etwa anders als die anderen?
Sie schlo├č, dass dieser Gedanke richtig sein musste. Also war ihre Fremdartigkeit der Grund f├╝r ihren Sturz. Wenn sie so gewesen w├Ąre, wie alle anderen, h├Ątte es diesen Unfall niemals gegeben.
So machte sie sich noch mehr Vorw├╝rfe und Schuldeingest├Ąndnisse an sich selbst und verantwortete sich f├╝r alle Probleme und Schwierigkeiten, die das Leben mit sich brachte.
Zu ihrem weiteren Erstaunen legte niemand sein Wort dagegen ein. Alle akzeptierten ihre Einsicht und waren sichtlich beruhigt und erleichtert ├╝ber ihr offenes, uneigenn├╝tziges Eingest├Ąndnis.
Wieder stand also keine Seele auf ihrer Seite. Sie war nun alleine mit ihrer Schuld an allem.
Dann sah Lynn ein: Niemand hatte sich ver├Ąndert. Jeder war immer der selbe und sie seit jeher alleine gewesen.
Das M├Ądchen haderte mit dem Gedanken, machte sie fast verr├╝ckt. Die Situation schien denkbar hilflos, die L├Âsung wesentlich leichter.
So starb sie noch an der selben Stelle, an der sie gefallen war. Mit blut├╝berstr├Âmten Gesicht und einem herzzerberstenden Gesichtsausdruck.
Sie blieb dort liegen. F├╝r immer. Ihre sterblichen ├ťberreste verschmolzen mit dem Erdreich und bilden dort noch heute die einsamste Stelle der Welt.
Hast Du Lynn fallen lassen?
__________________
Sch├Ân, dass wir einmal dar├╝ber sprechen konnten...

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