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Leselupe.de > Kindergeschichten
4: Beelzemertels schwerste Aufgabe
Eingestellt am 27. 11. 2004 15:18


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Uschka
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„Wie soll ich nur einen Jungen mit so einem komischen Namen finden?“, schimpfte Beelzemertel wütend vor sich hin. „Ist es doch heutzutage schon schwer genug, überhaupt ein freches Kind zu finden“, jammerte er. So was Dummes kann sich nur unser Oberboss ausdenken, sann er weiter. Wütend warf er seinen leeren Sack in den Schnee, um ihn dann gleich wieder aufzuheben, denn der Sack würde nur unnötig nass werden. Nun schlich er schon durch das sechste Dorf, lauschte an den Fenstern, denn man konnte ja nie wissen, ob da nicht ein Junge mit dem Namen Ragdul lebte oder war gar ein Mädchen damit gemeint- Schon drückte er zum wiederholten male sein Ohr an die Fensterscheibe, die mit vielen Eiskristallen verziert war, so ein richtiges Kunstwerk. „Autsch, da frieren einem ja die Ohren ab“, beklagte er sich leise und rieb sofort sein Ohr wieder warm. Die Schönheit der Fensterscheibe sah er nicht, nein, für so was hatte er kein Auge. Von drinnen, aus der warmen Stube, war nur leises Gemurmel zu hören, was er aber kaum verstand. „Ja, rein ins Haus müsste man können“, führte er sein Selbstgespräch fort. Aber das war allen Beelzemertels verboten. Niemals betraten sie ein Gebäude, nein, nur draußen durften sie freche Kinder einsammeln und in ihre Höhle verschleppen, so war die Regel. Schon hauchte Beelzemertel die Fensterscheibe an, um dann schnell daran zu reiben, so dass ein kleines Guckloch entstand. Er stellte sich auf seine Zehenspitzen, obwohl er selber schon riesig war, und spähte ins Zimmer hinein. Leider sah er nun auch nicht viel mehr, denn die Gardinen waren fest zugezogen. Nicht einmal eine kleine Lücke war vorhanden.

„He du, was machst du an unserem Fenster. Willst wohl lauschen?“, hörte er eine Stimme hinter seinem Rücken und zugleich wurde ihm unfreundlich auf die Schulter getippt. Beelzemertel, den so schnell nichts aus der Fassung bringen konnte, drehte sich gelassen um und fragte nun seinerseits: „Was schleichst du dich so an, was willst du von mir?“
„Ha, ha, na das gefällt mir, fragt mich, den alten Bauern, was ich hier wohl will von ihm. Der, der auf meinem Hof herum schleicht, ist um Worte nicht verlegen“, lachte er erheitert weiter. Beelzemertel, der erst jetzt genau hinsah, wer ihm gegenüberstand, konnte ein leichtes Grinsen nicht verbergen.
Weißt du denn überhaupt, wer ich bin?“, fragte er nun zurück.
„Na klar, der Beelzemertel bist, dich kennt doch ein jeder hier, auch wenn du denkst, dass das nicht stimmt. Bekannt bist, wie ein bunter Hund. Bist wohl auf der Suche nach einem Kind? Na, da wirst auf meinem Hof keines finden, hier leben nur noch wir alten Leute“, klärte er ihn auf. „Die jungen Leute sind in die Stadt gezogen, keiner will heutzutage noch auf einem Bauernhof leben, geschweige einen führen.“
Na, das hätte ich früher wissen sollen, jetzt hab ich mir mit dir die Zeit vertrödelt“, meckerte Beelzemertel.“
„Sag mal, lebt hier im Dorf ein Kind mit dem Namen Ragdul?“, schob er noch nach.
„Hm, ein ungewöhnlicher Name, wo hast du denn den her?“, fragte der alte Bauer und zwirbelte sich seinen kleinen Bart.
„Das geht dich nichts an“, wies Beelzemertel ihn zu recht. „Also kennst einen oder nicht?“
„Nee, das hört sich ausländisch an, hier leben aber keine Fremden. Ragdul, Ragdul, nee, noch nie gehört den Namen“, meinte alte Bauer kopfschüttelnd. „Sag mal, will dir da jemand einen Streich spielen?“, grinste er nach einer Weile wissend vor sich hin.
„Was lächelst du so dümmlich, willst mich verärgern?“, meinte Beelzemertel verstimmt, schwang sich seinen Sack über die Schulter, um dann zu gehen. Nein, auslachen wollte er sich nicht lassen, er, der große starke Beelzemertel-
„Halt, Stopp, denk doch mal nach, lies den Namen einfach mal rückwärts“, kicherte der Bauer belustigt auf.
„Lu, Lu Lug, Lugar“, überlegte Beelzemertel laut. „Nein, so einen Namen kenn ich auch nicht, willst du dich über mich lustig machen?“
„Nein, das würde ich nie wagen“, kicherte der Bauer wieder. „Aber überleg doch mal genau, hast du denn nicht einen Buchstaben vergessen?“
In Gedanken ging Beelzemertel nun Buchstabe für Buchstabe den Namen nochmals rückwärts durch. Dann erschien auch ein Grinsen auf seinem Gesicht. „Ich hab’s, ich hab’s, Ludgar stimmts? Jetzt weiß ich auch, warum unser Oberboss gesagt hat, dass es nicht einfach werden würde, und dabei hatte er sooo arglistig geguckt.“
„Ist ein sehr alter Vorname, da wird es nicht einfach sein, einen Jungen zu finden und einen frechen dazu“, meinte der Bauer. „Außerdem, wer nennt heut schon sein Kind so, da gibt es viel schönere Namen.“
„Ach, lass das nur meine Sorge sein“, winkte Beelzemertel ab. „Jetzt muss ich aber weiter, hab genug Zeit mit dir vertan.“
„Also, das ist doch die Höhe, ohne mich würdest du immer noch nach einem Ragdul suchen“, schimpfte der Bauer erbost und stampfte mit seinem Fuß auf.
“Reg dich ab, so böse hab ich das nun auch wieder nicht gemeint“, lächelte Beelzemertel erstaunlicherweise milde dem Alten zu, verneigte seinen Kopf und machte sich schnell von dannen. Kopfschüttelnd blickte ihm der alte Bauer nach. „Na dann noch viel Glück, Bursche, ähm Beelzemertel“, rief er ihm noch nach, und kehrte in seine warme Stube zurück. Aber Beelzemertel war schon vom Hof und hatte die letzten Worte gar nicht mehr gehört.

Frohen Mutes marschierte Beelzemertel noch einmal die Dörfer, die er schon besucht hatte, ab. Gab es da nicht einen Jungen, der Ludgar, oder war es Ludwig, nein, der Oberboss hatte ganz genau Ragdul gesagt- „Also, schön war das aber nicht von meinem Oberboss, mich soooo reinzulegen“, meckerte Beelzemertel missmutig einige Dörfer später. „Das hier hat mich nur unnötige Zeit gekostet und langsam wird es auch zu spät. Die Kirchturmglocke läutete schon Mitternacht ein. So spät sind auch keine frechen Kinder mehr unterwegs-
Jetzt fing es auch noch zu schneien an, nein, heute würde es wieder nichts werden. „Muss ich denn schon wieder mit leerem Sack nach Hause? Das wird ja langsam zur Gewohnheit, also das muss sich ändern“, schimpfte er mit sich rum.
„Ludgar, Ludgar, wo steckst du verflixter Bengel?“, schrie er nun aus lauter Verzweiflung. „Komm raus, du Lausebengel.“
“Bist närrisch geworden, gib endlich Ruh und sei still“, hörte er in der Dunkelheit jemanden rufen. „Mach, dass du nach Hause kommst, du Schreihals, oder soll ich dich mit meinem Besen verjagen?“ Dann wurde ein Fenster laut zugemacht und es kehrte wieder Stille ins Dorf ein.
Beelzemertel zog seinen Kopf ein. Nein, das fehlte ihm noch, soviel Aufmerksamkeit wollte er gar nicht haben. Bis jetzt hatten ihn nur die Wenigsten gesehen und so sollte es auch bleiben. Leise, aber übel gelaunt, zog er von dannen. Wütend zog er seine schwere Kette hinter sich her. „Wenn mir nicht der alte Bauer gesagt hätte, dass der Name rückwärts ausgesprochen wird, würde ich noch immer dem falschen Namen hinterher jagen“, beklagte er sich in den Nachthimmel hinein.

Endlich am Waldsee angekommen, da, wo seine Höhle war, rief er wie immer:
„Wasser weiche“, und so öffnete sich der See zu einem Tunnel, durch den er zum Höhleneingang kam. Nachdem er seine schwere Eisentür geöffnet hatte und dahinter verschwand, schloss sich auch der Wassertunnel wieder. Einen Schlüssel brauchte er nicht, denn keiner wusste ja, wo er wohnte, das war ein Geheimnis und das sollte auch so bleiben. Niemand kannte das Zauberwort, um den See zu teilen.

In seiner Behausung, die heut besonders kalt und feucht war, dachte er noch einmal ĂĽber seinen Oberboss nach. Ja, der war Schuld, dass er wieder einmal mit leerem Sack zurĂĽck gekommen war. Eine groĂźe Schande war das, und er hoffte, dass niemand davon erfahren wĂĽrde. Wenn das so weiter geht, muss ich mir einen anderen Beruf aussuchen. Aber was sollte ich denn sonst machen, auĂźer freche Kinder einfangen hab ich doch nichts gelernt- bedauerte er sich noch eine ganze Weile.
„Das nächste mal schnapp ich mir gleich zwei Kinder“, machte er sich dann später wieder selber Mut und seine alten Lebensgeister kehrten zurück. Halb zufrieden, jemanden gefunden zu haben, dem er seinen leeren Sack unterschieben konnte, nämlich seinem Oberboss, schlummerte er bald auf seinem alten Bärenfell, das arg muffig roch ein. Wegen der ewigen Feuchtigkeit, die in der Höhle herrschte, wurden all seine Sachen nie so richtig trocken.
Sein Kater Nimmersatt kuschelte sich noch schnell an seine Seite, damit auch er etwas Wärme von seinem Herrchen ab bekam. Und so träumte jeder seinen eigenen Traum. Beelzemertel von einem Sack voller Kinder und Nimmersatt von dicken fetten Mäusen, die sein Herrchen manchmal für ihn mitbrachte.

PS: Beelzemertel von 1-3 kann ich nicht mehr hier veröffendlichen. Sind beim Intrag-Verlag in Buch "Schneeflocken Tannenzweige & Kerzenwachs nach zu lesen

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Was nicht aufgeschrieben ist, wird vergessen, als ob es nie geschehen wäre. Erhard Wiehn

Uschka

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Claudia Donno
Manchmal gelesener Autor
Registriert: Mar 2004

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Hallo Uschka

Deine Geschichte gefällt mir sehr gut.
Trotzdem habe ich noch eine Anmerkung.
Ich wĂĽrde jedes Mal, wenn der Bauer oder der Beeelzemertel spricht einen neue Zeile beginnen. Sonst ist es fĂĽr die jĂĽngeren Leser verwirrend.

liebe GrĂĽsse Claudia


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Uschka
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Beelzemertels schwerste Aufgabe.

Hallo Claudia! Ich hab immer diese Absätze, aber weiss der Kuckuck, warum das hier so durcheinander kommt.Und danke, das dir meine Geschichte gefällt. Es kommen noch mehr davon. Aber halt nur im Rahmen des erlaubten in der Leselupe-Kindergeschichten. Kleiner Tip, schau nochmal unter meinen anderen Werke, da ist noch der Peterle und der Beelzemertel.Muß ich bald raus nehmen. Schönen 1 Advent noch. Herzlichst Uschka
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Uschka

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