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Leselupe.de > Lange Texte
4. Kapitel
Eingestellt am 01. 09. 2004 18:03


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Diana Leibacher
Autorenanw├Ąrter
Registriert: Aug 2000

Werke: 17
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Feya h├Ątte nie gedacht, das ein Bett so gem├╝tlich sein kann und l├╝mmelte den ganzen Vormittag des n├Ąchsten Tages in jenem herum. Manchmal d├Âste sie, dann „testete“ sie die Federung oder grub sich tief in das Kissen. Doch gegen Mittag lag sie einfach mit hinter dem Kopf verschr├Ąnkten Armen da und dachte ├╝ber den gestrigen Tag nach. Wenn sie auf ihrem Strohsack aufgewacht w├Ąre, h├Ątte sie dies alles wahrscheinlich f├╝r einen witzigen Traum gehalten, aber hier fand sie es gar nicht mehr lustig.
Es war kurz nach Mittag, als sie erschrocken auffuhr, denn es klopfte. Langsam ging sie zur T├╝r und fragte mit verstellter Stimme, „Wer ist da?“
Nach einem kurzen Schweigen fl├╝sterte Maruks Stimme misstrauisch zur├╝ck, „Feya, bist du das?“ Sie kicherte leise und erwiderte, w├Ąhrend sie den Schl├╝ssel herumdrehte, „Nein, hier ist Nyris!“, dann riss sie die T├╝r mit einem Ruck auf und brach in schallendes Gel├Ąchter aus. Maruk stand gebeugt vor der T├╝re, als habe er durch Schl├╝sselloch gelinst und hatte einen so verwirrten Gesichtsausdruck, dass sie einfach nur lachen konnte.

Maruks Miene hingegen verfinsterte sich schlagartig, er dr├Ąngte sie ins Zimmer, schloss eilig die T├╝re und drehte den Schl├╝ssel herum. Feya holte keuchend vor lachen Luft und versuchte sich zu beruhigen. Die Tr├Ąnen standen ihr in den Augen. Der Priester lehnte sich mit dem R├╝cken an die T├╝r, schloss die Augen und stie├č einen langen Seufzer aus. Er war verschwitzt und sein Atem rasselte h├Ârbar. Das M├Ądchen verstummte, fragend blickte sie ihn an, w├Ąhrend er nun die Schultern vor Ersch├Âpfung h├Ąngen lie├č und den Kopf sch├╝ttelte. Sie trat auf ihn zu und er richtete sich abrupt auf.
„Feya, pack alles zusammen wir m├╝ssen hier weg! Wir sind hier nicht mehr sicher!“
Feya hob fragend die Augenbrauen, r├╝hrte sich aber nicht. Der Priester fuhr sich nerv├Âs durchs Haar und sprach fast schon entschuldigend weiter.
„Pass auf, ich habe mit jemanden gesprochen, aber er hat uns entweder verraten, oder ich bin beschattet worden. Die Wache ist hinter mir her, aber... „ er holte tief Luft „ ich konnte sie abh├Ąngen. Ich wei├č nicht wann sie hierher finden, darum beeil dich!“
Er ging eilig zum Fenster und sp├Ąhte durch die Vorh├Ąnge hinaus, doch Feya r├╝hrte sich immer noch nicht, Trotz und Wut kam in ihr hoch. Als Maruk sich umwandte und Feya noch immer an ihrem Platz stand und eine Miene zog, rang er mit den H├Ąnden.
„Was ist denn jetzt schon wieder? Warum packst du nicht deine Sachen zusammen?“
„Du erz├Ąhlst mir genau was passiert ist, ich habe keine Lust, dass wenn ich schon gejagt werde nur die H├Ąlfte zu verstehe!“ konterte sie.
„Feya, wie kann man nur so st├Ârrisch sein ..... ich erz├Ąhle es dir w├Ąhrend du zusammenpackst, ja? Aber bitte... fang endlich an!“

Feya seufzte kurz auf und ├Âffnete ihren Rucksack, w├Ąhrenddessen begann Maruk in kurzen S├Ątzen zu erz├Ąhlen.
„Also gut, ich wollte dich aus der Stadt bringen und ein wenig Gras ├╝ber die Sache wachsen lassen. Dein Steckbrief erstreckt sich nur ├╝ber die Stadt, keiner vermutet das du sie verlassen w├╝rdest.“ Er beobachtete sie und sp├Ąhte zwischendurch immer mal wieder zwischen dem Vorhang auf den Platz vor dem Gasthaus. „ Ich traf mich mit einem Freund, der mir noch einen Gefallen schuldete, aber ich glaube er hat mich verraten. Nach dem Gespr├Ąch bin ich zum Markt, um f├╝r uns einzukaufen. Als ich fast alles erledigt hatte, bemerkte ich ein paar Wachen. Sie unterhielten sich mit einem Passanten der dann auf mich deutete. Ich verstehe selbst nicht warum sie mich suchen. Ich ging z├╝gig von den Wachen fort, aber sie folgten mir, den Rest kannst du dir denken...!“
Feya nickte nur kurz ├╝ber ihren Rucksack gebeugt, verschn├╝rte ihn und hob den Kopf.
„Und was hast du nun f├╝r einen Plan?“
Er zuckte mit den Schultern und versuchte zu l├Ącheln, „Na ja, ich ...├Ąhm... bring dich in ein anderes Versteck, dort ziehen wir uns um und Nachts verlassen wir die Stadt durch die Kan├Ąle!“
„Durch die Kan├Ąle?“, Sie richtete sich nun g├Ąnzlich auf und funkelte ihn an „Haben dich die Zwillinge total verlassen? Wir k├Ânnen nicht...“ Maruk schnitt ihren Satz mit einer Handbewegung ab, zog die Vorh├Ąnge hastig zu und sprang zur T├╝r.
„Sie sind auf dem Platz und n├Ąhern sich zielstrebig dem Gasthaus!“
„Wer?“
„Die Wachen, und diesmal sind es mehr als zwei!“

Er schloss leise die T├╝r auf und ├Âffnete sie vorsichtig. Dann sp├Ąhte er auf den Flur, winkte sie zu sich und legte einen Finger auf seine Lippen. Leise und eindringlich redete er auf sie ein.
„“Der Wirt ist ein guter Freund...“
„So gut wie der letzte?“ fragte sie gereizt.
„... er wird die Wachen eine Weile aufhalten. Wir verlassen das Haus durch das Fenster am anderen Ende des Flurs. An der Hauswand steht ein Baum, auf den springen wir und benutzen die Leiter die am Stamm lehnt um auf den Boden zu gelangen. Dann verstecken wir uns! Du gehst zuerst, ich decke dir den R├╝cken!“ Mit diesen Worten deutete er auf ihren Rucksack und dann auf das Fenster am Ende des Ganges. W├╝tend schnappte sich Feya ihren Rucksack und hastete zum Fenster, es lie├č sich leicht ├Âffnen. Maruk blieb in der Mitte des Ganges und beobachtete die Treppe am anderen Ende.
Feya sp├Ąhte zum Baum, ein dicker knorriger Ast verlief ca. 60 Fingerbreit vor dem Fenster, keine schwierige Distanz. Entschlossen warf sie ihren Rucksack in den Hof und sch├Ątzte die Entfernung zum Boden. Das M├Ądchen l├Ąchelte grimmig, setzte sich auf den Fensterrahmen, drehte den R├╝cken zum Baum und lie├č sich am Rahmen herunter gleiten. Ihre F├╝├če baumelten noch knapp anderthalb Schritt ├╝ber den Boden, aber diese Entfernung war f├╝r das M├Ądchen nicht der Rede wert. Gekonnt stie├č sie sich an der Wand ab, lie├č im g├╝nstigsten Moment den Rahmen los und landete mit einer Rolle im Hof.

Nachdem sie sich aufgerichtet hatte, nahm sie ihren Rucksack und blickte sich im Hof um. Viele M├Âglichkeiten sich zu verstecken gab es nicht, das Einzige was ihr annehmbar schien war das leicht ge├Âffnete Tor der Scheune gegen├╝ber. Schnell sah sie noch mal zum Fenster auf, in dem sich der Schatten von Maruk abzeichnete und hastete dann zum Scheunentor. Sie ├Âffnete es gerade so weit, dass sie hindurchpasste und schl├╝pfte in die Sicherheit der Dunkelheit.
Angespannt lauschte sie, sie h├Ârte laut gebr├╝llte Befehle und das protestierende Geschrei des Wirtes. Vorsichtig lugte sie durch den Spalt der T├╝r. Maruk war schon auf dem Baum und schickte sich an die Leiter nach unten zu benutzen. Feya h├Ârte wie jemand eine T├╝r aufriss und br├╝llte: „Hier sind sie nicht ... durchsucht alle Zimmer!“
Der Priester war inzwischen am Boden angelangt und schaute sich um. Feya zischte ihm ein leises „Hier!“ zu und dr├╝ckte sich wieder in die Dunkelheit. Kurz darauf erschien Maruk in der T├╝r und schloss sie leise hinter sich.
„So, und nun?“ fragte sie gereizt.
Doch er antwortete nicht, sondern murmelte nur etwas vor sich hin. Feya setzte an Maruk etwas lauter zu fragen, als pl├Âtzlich eine kleine Flamme erschien, die auf Maruks Hand tanzte.
„Psst“, er hatte die Hand auf ihren Mund gelegt, „Folge mir, es gibt hier einen geheimen Gang! Gut dass du gleich hier rein gegangen bist, das erspart uns viel Zeit. Normalerweise benutzen Schmuggler den Gang, wir m├╝ssen also vorsichtig sein.“
Er deutete auf einen gro├čen Haufen Heuballen.

„Ich leuchte dir und du suchst die Fallt├╝r. Sie muss irgendwo unter diesem Stapel sein.“
Feya runzelte beim Anblick des Stapel nur noch die Stirn, trat aber dann doch zu den Heuballen. Nach einigem Hin- und Herschieben entdeckte sie die Fallt├╝re. Quietschend ├Âffnete sie sich, als Feya an dem schweren Eisenring zog. Maruk leuchtete nach unten, eine Steintreppe f├╝hrte in die Tiefe.
„Du zuerst!“
Feya wollte protestieren, aber die gebr├╝llte Befehle und Schritte im Gleichtakt n├Ąherten sich schon dem Hof. Kurzentschlossen eilte sie die Stufen hinab.
Maruk schob hastig zwei Heuballen zur Fallt├╝r, stieg dann die ersten Stufen hinab und riss sich zwei Stoffstreifen aus dem Gewand. Dann legte er die Fetzen auf den Boden an die Fallt├╝r, das noch je ein Zipfel in den Schacht hineinfiel. Nun zog er die Heuballen auf je einen Fetzen und klappte die Fallt├╝re zu. Vorsichtig zog er an den Zipfel und langsam schoben sich dir Heuballen ├╝ber die Fallt├╝r. Erleichtert ausatmend folgte er dann Feya die Stufen hinunter.

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