Diese Seite verwendet Cookies. Wenn Sie das nicht akzeptieren, müssen Sie Cookies in Ihrem Browser verbieten oder diese Seite verlassen.    OK  
 leselupe.de
Werbung
 Meine Leselupe

Mitglieder:   5437
Themen:   92201
Momentan online:
92 Gäste und 0 Mitglieder
Username:
Passwort:
Registrieren
Passwort vergessen?


Leselupe.de > Kurzprosa
4. Sitzung oder Science fiction,überholt
Eingestellt am 01. 10. 2008 15:19


Autor
Ein neues Thema veröffentlichen.     Antwort veröffentlichen.
nachtfalter
One-Hit-Wonder-Autor
Registriert: Jan 2005

Werke: 62
Kommentare: 27
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um nachtfalter eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil
Teufels Stellvertreter

Ein großes Tier lag auf der Fahrbahn. Ein Rabe fraß davon. Wiederum war ich unterwegs zu Frau Ahavzi, ohne zu wissen, ob ich sie antreffen würde. Ich hatte meinen Termin nicht aufgeschrieben. Als ich von der sonnigen Straße in den dunklen Hausflur trat, leuchtete gedämpftes Licht aus dem Spalt der Kellertüre. Ich musste drei Stockwerke gehen, weil der Lift defekt war. Nach jedem Stockwerk legte ich eine kurze Pause ein. Im letzten Stock war durch das Gangfenster eine schöne Aussicht auf die Vororte Wiens möglich und das Sonnenlicht spiegelte sich im Messing des Türknaufs.
Ich hörte Schritte, ein Kommandeo: Sitz, das dem Hund galt. Sie öffnete vorsichtig, nur einen Spalt breit, ganz gegen ihre sonstige Gewohnheit, die Türe tagsüber einfach offen zu lassen, bevor ich kam.

Die Lebensbedingunen, hierorts, hingenommen werden sie, sagte ich, es wird weiter so getan, als ob wir das Recht hätten, Denken und Empathie zugunsten materieller Ziele zu vernachlässigen, unsere immer korrupter gewordenen Häuptlinge erwarten das und die kleinen Einheiten (auch Familien genannt) machen das vor, erwarten von uns gleiches Tun. Ausgenommen Korruption, das Privileg der Häuptlinge. Sie animieren zu immer mehr Arbeit und Konsum, ersteres wird wohl erzwungen, zwei bis drei Jobs, um auszukommen mit dem Eingenommenen.Das hat sich schleichend immer stärker werdend entwickelt.
Fersehen und die so genannten Informationen: das eine wird aufgebauscht und das andere verschwiegen. Wir sollen schließlich funktionieren und nicht so viel denken. Wir hatten noch nie so viel Desinformation.Wir schauen trotz Globalisierung selten über den Gartenzaun.
Globalisierung: auch so ein Unwort. War die Welt nicht immer eine Welt?
Über Selbstverwirklichung wird auffallend viel gesprochen. Weil niemand er selbst ist; selbst ist nur , wer es nicht weiß.

Zugegeben, der Tag schmeckte bitter. Dann sprach sie, die Diagnostikerin, mich durch mich durchblickend an: Ein Labyrinth ist ein Labyrinth, stets war der Ariadnefaden eine Schnur von schwerem Nylon.
Für die Seen und Flüsse erzeugte man großzügige Verschmutzungen, um die Gefahr der Durchsicht zu bannen. Müll im All,Müll in den Meeren, unsere Heimat ist es nicht. Das Sehen aber findet durch rose getöntes Glas statt. Das Nichtshwimmen kommt aus sicherheitstechnischen Gründen in Mode. Jeden Abend werden im Fernsehen die Idealmaße der Frauen verkündet, so daß eine Frau schon sehr abgebrüht oder alt sein muß, um nicht an ihren "Poblemzonen" zu leiden. Die Schönheitschirurgen, eine neue Branche, sie greifen zum Skalpell so oft wie noch nie und verdienen sich eine goldene Nase mit den Nasen. Jeden Abend wird auch der Nennwert des Index verkündet, das neue, alte Abendgebet. Man interpretiert, wie es ihm geht. Für was er steht? Na, für die Gier.
Alle 5 Sekunden ist wieder den Tag lang ein Kind an Hunger gestorben.
Unsere Nahrungsmittel haben sich sehr verändert, sie gleichen manchmal den Produkten aus der Apotheke, wenn man die Inhaltsangaben liest. Ich habe große Mühe, die Beutel aufzukiegen, für alte Leute ist das nichts. Beutel öffnen, um das Essen zu wärmen. Ich reiße auch Beutel auf, um die Katzen zu fütern und den Hund. Unlängst brauchte ich ein Stanleymesser, um an das knapp verschweißte Essen zu gelangen.

Nach den Terroranschlägen(wer auch immer das getan hat) auf die heilien Türme der neuen Welt (3000 Menschen wurden meuchlings ermordet, sie hatten keine Chance. Seitdem das geschehen war, arbeiteten nicht nur die amerikanische, sondern auch die europäischen Regierungen fieberhaft daran, uns alle unter letztlich lückenlose Kontrolle zu bringen. Jetzt haben sie es gleich geschafft.
Prävention! rufen sie.

Für mich ist das ja wirklich nicht mehr so schlimm, wir haben es ja schrittweise bekommen. Es ist ihnen vieles gelungen, doch Perfektion ist das Maß.
Ich selbst bin ja widerständig gegen paranoide Ideen, die sind von der Realität überholt.

Die Kälber kommen schon lange durch Besamung zur Welt. Ihre Nahrung ist Milchersatz. Die Ärzte bringen auch gerne Menschlein in vitro zur Welt, wie aus dem Katalog.

Es werden jetzt die mageren Jahre kommen, sagte ich zum Abschied, trank ein Glas kaltes Wasser und ging. Mir war bang. Ich bildete mir plötzlich ein, daß unter der Straßenbahnremise ein Gräberfeld sei und ich wusste, dass unter der Schwendergasse jetzt die Ratten durch die unterirdischen Gänge huschen, durch die einst die Strotter gekrochen waren, um zu überleben.
Die Straßenbahn fuhr quietschend ein und ich vermeinte, das Jammern der armen Seelen zu hören.
Auch bildete ich mir ein, dass an der Linzerstrasse Prostituierte gestanden seien, es waren noch Kinder, aber sie beteuerten das Gegenteil.
Als ich dann endlich in der Wohnung war, sah ich, daß viele fette Käfer meine Notizen aufgefressen hatten, nur ein eigenartiges Muster blieb aus Papier.


Der Stellvertreter des Teufels

Der Oktober hat begonnen, Ende des vorigen Monates hat der erwartete Bankencrash angefangen. Es kam ja nicht so plötzlich. Vor zwei Jahren wurde schon über diese Entwicklung geschrieben, es wurde gewarnt. Auch vor fünf Jahren schon. Die Wirtschaft wächst, hieß es immer. Bis das Monster sich selbst zerstörte. Die Bäume sind noch nie in den Himmel gewachsen. Es mußte so kommen.
Sieben fette Jahre, sieben magere Jahre. Oder doch viel schlimmer?
Amerika war pleite. Der leider immer noch amtierende Präsident, der so aussieht, wie er ist, hat Kriege geführt. Er ist ein Massenmörder. Er ist ein Weltenzündler.
Als er kam, waren die Türme. Nun, da er geht, führt er Wirtschaftskrieg gegen uns.Das ist ein Bushbrand.
Es ist unser erarbeitetes Geld, das die Amerikaner z.B. heute (VW- Aktie!) an der Börse, die einem Casino gleicht, verspielen, die Zukunft unserer Kinder.

Zuerst kam die Rezension, dann die große Depression.
Inflation, Arbeitslosigkeit, Hunger, Blut auf den Strassen.
Jeder gegen jeden? Oder werden wir zusammenhalten?
Schließlich kam es zum dritten und letzten Krieg. Mit diesen
Waffen konnte kaum jemand überleben. In den armen Gegenden der Erde am ehesten, ja.

Amerika hat immer die Gewalthoheit mit Bomben ausgeübt. Amerika wagte den Einsatz der Atombombe (Hiroshima)
und dieser Präsident ist des Teufels Stellvertreter auf Erden.

Der Planet erholte sich. Viele Tierarten, die vom Aussterben bedroht waren, vermehrten sich wiederum. Auch die Pflanzen.


__________________
MargareteSch.

Version vom 01. 10. 2008 15:19

Bearbeiten/Löschen   ebook  Druckversion


Retep
Manchmal gelesener Autor
Registriert: Jun 2008

Werke: 41
Kommentare: 607
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um Retep eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Hallo, bin den Text einmal durchgegangen, manches kann man streichen, muss dann aber Sätze umstellen. (Die Aussicht auf Wien z.B.)Habe sicherlich einiges übersehen.

Du sprichst von einer Horrorvision, die auf uns zukommen könnte.

Vielleicht solltest du versuchen, Bilder beim Leser entstehen zu lassen, nicht nur aufzählen.

Schau mal, was du von meinen Vorschlägen gebrauchen kannst.

Gruß

Retep



Ein großes Tier lag auf der Fahrbahn. Ein Rabe fraß davon. Wiederum war ich unterwegs zu Frau Ahavzi, ohne zu wissen, ob ich sie antreffen würde. Ich hatte ihr den Termin nicht aufgeschrieben. Als ich von der sonnigen Straße in den dunklen Hausflur trat, leuchtete gedämpftes Licht aus dem Spalt der Kellertüre. Ich musste drei Stockwerke hoch gehen, weil der Lift defekt war. Nach jedem Stockwerk legte ich eine kurze Pause ein. Im letzten Stock war durch das Gangfenster eine schöne Aussicht auf die Vororte Wiens möglich und das Sonnenlicht spiegelte sich im Messing des Türknaufs.
Ich hörte Schritte, ein Kommandeo: Sitz!Es ist klar, dass es um einen Hund geht. Sie öffnete vorsichtig, nur einen Spalt breit, ganz gegen ihre sonstige Gewohnheit, die Türe tagsüber einfach offen zu lassen, bevor ich kam.

Die Lebensbedingungen, hierorts, hingenommen werden sie, sagte ich, es wird weiter so getan, als ob wir das Recht hätten, Denken und Empathie zugunsten materieller Ziele zu vernachlässigen, unsere immer korrupter gewordenen Häuptlinge erwarten das und die kleinen Einheiten (auch Familien genannt) machen das vor, erwarten von uns gleiches Tun. Ausgenommen Korruption, das Privileg der Häuptlinge. Sie animieren zu immer mehr Arbeit und Konsum, ersteres wird wohl erzwungen, zwei bis drei Jobs, um auszukommen mit dem Eingenommenen.Das hat sich schleichend immer stärker werdend entwickelt.
Fernsehen und die so genannten Informationen: das eine wird aufgebauscht und das andere verschwiegen. Wir sollen schließlich funktionieren und nicht so viel denken. Wir hatten noch nie so viel Desinformation.Wir schauen trotz Globalisierung selten über den Gartenzaun.
Globalisierung: auch so ein Unwort. War die Welt nicht immer eine Welt?
Über Selbstverwirklichung wird auffallend viel gesprochen. Weil niemand er selbst ist; selbst ist nur , wer es nicht weiß.
Zugegeben, der Tag schmeckte bitter. Dann sprach sie, die Diagnostikerin, mich durch mich durchblickend an: Ein Labyrinth ist ein Labyrinth, stets war der Ariadnefaden eine Schnur von schwerem Nylon.Für die Seen und Flüsse erzeugte man großzügige Verschmutzungen, um die Gefahr der Durchsicht zu bannen. Müll im All,Müll in den Meeren, unsere Heimat ist es nicht. Das Sehen aber findet durch rose getöntes Glas statt. Das Nichtshwimmen kommt aus sicherheitstechnischen Gründen in Mode. Jeden Abend werden im Fernsehen die Idealmaße der Frauen verkündet, so daß eine Frau schon sehr abgebrüht oder alt sein muß, um nicht an ihren "Poblemzonen" zu leiden. Die Schönheitschirurgen, eine neue Branche, sie greifen zum Skalpell ,so oft wie noch nie, und verdienen sich eine goldene Nase mit den Nasen. Jeden Abend wird auch der Nennwert des Index verkündet, das neue, alte Abendgebet. Man interpretiert, wie es ihm geht. Für was er steht? Na, für die Gier.
Alle 5 Sekunden ist wieder den Tag lang ein Kind an Hunger gestorben.
Unsere Nahrungsmittel haben sich sehr verändert, sie gleichen manchmal den Produkten aus der Apotheke, wenn man die Inhaltsangaben liest. Ich habe große Mühe, die Beutel aufzukiegen, für alte Leute ist das nichts. Beutel öffnen, um das Essen zu wärmen. Ich reiße auch Beutel auf, um die Katzen zu füttern und den Hund. Unlängst brauchte ich ein Stanleymesser, um an das knapp verschweißte Essen zu gelangen.

Nach den Terroranschlägen(wer auch immer das getan hat) auf die heilien Türme der neuen Welt (3000 Menschen wurden meuchlings ermordet, sie hatten keine Chance.Hier fehlt was Seitdem das geschehen war, arbeiteten nicht nur die amerikanische, sondern auch die europäischen Regierungen fieberhaft daran, uns alle unter letztlich lückenlose Kontrolle zu bringen. Jetzt haben sie es gleich geschafft.
Prävention! rufen sie.

Für mich ist das ja wirklich nicht mehr so schlimm, wir haben es ja schrittweise bekommen. Es ist ihnen vieles gelungen, doch Perfektion ist das Maß.
Ich selbst bin ja widerständig gegen paranoide Ideen, die sind von der Realität überholt.

Die Kälber kommen schon lange durch Besamung zur Welt. Ihre Nahrung ist Milchersatz. Die Ärzte bringen auch gerne Menschlein in vitro zur Welt, wie aus dem Katalog.

Es werden jetzt die mageren Jahre kommen, sagte ich zum Abschied, trank ein Glas kaltes Wasser und ging. Mir war bang. Ich bildete mir plötzlich ein, dass unter der Straßenbahnremise ein Gräberfeld sei und ich wusste, dass unter der Schwendergasse jetzt die Ratten durch die unterirdischen Gänge huschen, durch die einst die Strotter gekrochen waren, um zu überleben.
Die Straßenbahn fuhr quietschend ein und ich vermeinte, das Jammern der armen Seelen zu hören.
Auch bildete ich mir ein, dass an der Linzerstrasse Prostituierte gestanden seien, es waren noch Kinder, aber sie beteuerten das Gegenteil.
Als ich dann endlich in der Wohnung war, sah ich, dass viele fette Käfer meine Notizen aufgefressen hatten, nur ein eigenartiges Muster blieb aus Papier. (Welche Notizen?)

Bearbeiten/Löschen    


Zurück zu:  Kurzprosa Ein neues Thema veröffentlichen.     Antwort veröffentlichen.


Leselupe-Bücher



Amazon



Facebook


Werde Fan der Leselupe auf Facebook!