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Leselupe.de > Lange Texte
5. Kapitel
Eingestellt am 01. 09. 2004 18:11


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Diana Leibacher
Autorenanw├Ąrter
Registriert: Aug 2000

Werke: 17
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Es mochte gut eine halbe Stunde vergangen sein, als Feya vor sich, im Schein der nun gr├Â├čeren Flamme einer gefundenen Fackel, eine H├Âhle entdeckte. Sie waren vorher schon oft an Abzweigungen vorbeigekommen, doch nach ein paar Schritten, drang ihnen von dort der unverkennbare Geruch der Kanalisation entgegen. Sie hatten nach mehreren Versuchen sich darauf geeinigt dem Hauptgang zu folgen.
Feya leuchtete in den H├Âhleneingang und gab einen erstaunten Laut von sich. „Huch, hier ist ja ein richtiger Raum mit Bett, St├╝hlen und einem Tisch!“
Maruk dr├Ąngte sie in den Raum hinein, „Hmm, ich denke hier warten die Schmuggler bis es Nacht ist und sie sich im Schutze der Dunkelheit davonschleichen k├Ânnen.“ Er sah sich aufmerksam um. „Wir sollten es ihnen wie beschlossen gleichtun und auf die Nacht warten. Vermutlich ist der Ausgang nicht weit. Du kannst dich ein wenig ausruhen, ich werde w├Ąhrenddessen den Gang weitergehen.“

Feya setzte sich auf einen der St├╝hle und lud ihren Rucksack ab, um darin nach ihrem Umhang zu suchen. „Ich begleite dich gerne, ich bin noch nicht m├╝de!“
Maruk sch├╝ttelte den Kopf, „Nein, ich gehe alleine, wenn wir heute Nacht fliehen, m├╝ssen wir fit und ausgeruht sein. Ich glaube nicht dass ich lange brauche und wenn ich zur├╝ckkomme werde ich mich auch hinlegen.“ Er l├Ąchelte sie an und drehte sich um. Schon nach nicht mal einer Minute war von ihm kein Laut mehr zu h├Âren.
Feya richtete sich das Bett her, es war eigentlich nur ein wenig Stroh mit einer groben Decke dar├╝ber, aber besser als der kalte Boden. Sie bem├╝hte sich schnell einzuschlafen und lauschte dennoch im Halbschlaf auf Schritte.

Sie wachte von einer Bewegung neben ihr auf, erschrocken ├Âffnete sie die Augen und sah in Maruks m├╝des Gesicht. „Du hast gar nicht geschlafen!“ stellte sie schlaftrunken fest.
„Ja, ich habe ├╝berlegt, was wir nun als n├Ąchstes unternehmen.“
„Und?“, sie rieb sich die Augen und blinzelte in die Helligkeit der Fackel. „Zu welchem Schluss bist du gekommen?“
Er klopfte auf einen Stuhl neben sich, „Setz dich erst einmal zu mir und iss etwas!“
Feya streckte sich noch einmal und schlurfte zum Tisch, ein karges Mahl war darauf bereitet.
„Wo hast du eigentlich die neue Fackel her? Hattest du welche gekauft?“
Maruk sch├╝ttelte den Kopf, „Nein, ich habe die ganze Zeit im Dunkeln gesessen und sie eben erst wieder entz├╝ndet.“
Das M├Ądchen schob sich gierig das Brot in den Mund und nickte als Zeichen dass sie verstanden habe. Sie schluckte schnell den Bissen herunter, grinste Maruk an und langte nach dem Apfel. „Also, was hast du dir ausgedacht?“
Der Priester sch├╝ttelte l├Ąchelnd den Kopf, ob soviel jugendlichen Gebaren. „Wir verlassen Geruun und machen uns auf den Weg nach Kerwan, dort gibt es einen Tempel, der noch nicht korrumpiert ist, hoffe ich. Wir werden dort Unterschlupf finden und hoffentlich herausfinden was deine Bestimmung ist.“ Er sch├╝ttete etwas Wasser aus seinem Wasserschlauch auf den Tisch, tunkte dann einen Finger hinein und malte eine grobe Karte. „Wir sind hier!“, er deutete auf einen recht gro├čen Punkt, „Wir gehen, nachdem du gegessen hast, noch eine kleine Weile durch den Gang, am Ende ist eine Steinplatte in die Decke eingelassen. Das muss der Ausgang sein. Von dort aus schleichen wir uns zum Wald am Westtor, sofern wir nicht schon dort sind.“ Sein Finger wanderte in westliche Richtung, „Wenn wir die Stra├če meiden, gelangen wir in ca. 4 Tagen auf die Handelsstra├če nach Kerwan und von dort aus sind es nur noch ein bis zwei Tage.“ Sein Finger deutete auf einen weiteren kleinern Punkt.

Feya nickte und blickte ihn unsicher an, „Hmm, bis jetzt h├Ârt es sich einfach an, aber was machen wir wenn wir entdeckt werden? Oder wenn wir uns verirren?“
Maruk biss sich auf die Lippe und schwieg.
Wenig Sp├Ąter hatten sie alles zusammengepackt und machten sich auf den Weg zur Steinplatte. Feya gr├╝belte ├╝ber die bevorstehende Reise nach. Sie war noch nie au├čerhalb der Stadt gewesen und hatte Angst. Tief in ihren Gedanken versunken bemerkte sie viel zu sp├Ąt, dass Maruk stehen geblieben war und rempelte ihn an. „Entschuldige!“
Er bedeutete ihr hastig leise zu sein, dann deutete er auf die Fackel. „Ich l├Âsche die Fackel jetzt!“
Sie schloss kurz die Augen und nickte, als sie sie wieder ├Âffnete herrschte tiefste Schw├Ąrze um sie herum. Feya h├Ârte den Priester st├Âhnen vor Anstrengung und wollte schon fragen ob sie helfen k├Ânne, als ein kleiner Streifen Helligkeit in die Dunkelheit fiel. Angespannt hielten sie den Atem an, und h├Ârten eine leise Stimme fl├╝stern.
„Endlich! Wenn ihr euch nicht beeilt entdecken sie uns noch!“
Maruk und Feya blickten sich erschrocken an, beiden war dieselbe Frage ins Gesicht geschrieben. Wer war das?

Die Steinplatte wurde noch ein St├╝ck angehoben und beiseite geschoben. „Macht schnell!“ raunte die gleiche Stimme. Der Priester zuckte ergeben die Schultern und stemmte sich nach oben, dort angekommen beachtete er den Fremden nicht und streckte Feya die Hand zur Hilfe hinunter. Nachdem auch Feya endlich oben war, hob der Fremde eilig die grasbewachsene Platte wieder an ihre Stelle und richtete sich angespannt auf. Sie waren an der Grenze zum Wald, keine 50 Schritt entfernt war in der Dunkelheit die hohe Stadtmauer zu erkennen. Der Fremde deutete in den Wald und ging voraus. Die beiden Zur├╝ckgebliebenen schauten sich ratlos an, folgten dann aber der Gestalt.
Ihr Entdecker bewegte sich unendlich leise, nie h├Ârte man von ihm einen Ast unter seinen F├╝├čen zerbrechen, noch das Streifen eines Busches an seiner Kleidung. Feya war fasziniert, sie konnte gut schleichen, aber die Bewegungen dieses Mannes waren katzenhaft Perfekt. Still nahm sie sich vor heimlich von ihm zu lernen, schon jetzt, auch wenn sie ihn kaum erkennen konnte, versuchte sie seine Haltung zu kopieren.
Nachdem sie mehr als zwei Stunden schweigend gelaufen waren, hielt der Fremde an. Feya hatte es l├Ąngst aufgegeben sich auf ihn zu konzentrieren, denn der Weg durch den Wald war beschwerlich und anstrengend. Sie lie├č sich sofort in das Laub fallen und seufzte erleichtert auf. Maruk setzte sich neben sie und blickte zu dem Fremden auf.
„Rasten wir hier?“
Der Mann nickte nur stumm.
Maruk gab einen Laut des Unmutes von sich, „Habt ihr einen Namen?“
„Felerian.“
„Oh, ich verstehe!“
„Ich sichere die Umgebung, bleibt hier und euch wird nichts passieren.“, kam es fast schon ausdruckslos von Felerian zur├╝ck, dann wandte er sich ab und verschwand im Unterholz.

Maruk blickte ihm nach und l├Ąchelte wissend, drehte sich zu Feya und sah ihren fragenden Blick. „Wer ist er? Er benimmt sich komisch, sagt kaum etwas!“
Maruk l├Ąchelte noch breiter, „Er ist das Beste was uns begegnen konnte!“
„Warum?“
„Er ist ein Elf! Er kennt sich hier wahrscheinlich besser aus als jeder andere.“
Feya riss erstaunt die Augen auf, “Ein Elf? Ein echter Elf?“
Maruk nickte jetzt begeistert, „Ja, ich denke schon, sein Name klingt elfisch und die meisten Elfen sind sehr schweigsam.“
„Warum hilft er uns?“
Maruk zuckte mit den Schultern, „Ich wei├č es nicht, ich wei├č nicht einmal woher er wusste das wir im Gang sind, geschweige denn wieso er von dessen Existenz wei├č.“
Feya schob die Unterlippe vor, sie erinnerte sich an den jungen Mann in der Gastst├Ątte, ob das der Elf gewesen war? „Ich habe in der Gastst├Ątte jemanden gesehen, der von seiner Statur her passend w├Ąre. Aber er hatte einen Hund dabei gehabt.“
Der Priester wurde aufmerksam, „Bist du dir sicher?“
„Nein, dazu m├╝sste ich ihn am Tage sehen.“
„Hmm, warum er auch immer uns hilft, wir k├Ânnen froh sein.“
Sie machten es sich am Boden bequem und starrten in die Dunkelheit. Feya blickte zu dem Priester, „Was wei├čt du von den Elfen?“
„Hmm, nicht viel, sie sind ein sehr zur├╝ckgezogen lebendes Volk.“
„K├Ânnen sie Zaubern? Glauben sie an die Zwillinge? Leben sie immer im Wald?“, str├Âmte es aus ihr hervor.

Maruk lachte leise, „So viele Fragen auf einmal! Soweit ich wei├č leben Elfen in Sippen zusammen, oft geh├Ârt der Wald in dem sie leben auch der ganzen Sippe. Die meisten Elfen verlassen diese Gemeinschaft nie und sie meiden die Menschen. Manchmal gibt es Elfen, wie vermutlich Felerian, die in W├Ąldern nahe menschlicher Siedlungen leben. Sie sind nicht selten H├Ąndler oder F├╝hrer. Was ihren Glauben betrifft bin ich mir nicht sicher ob sie die Zwillinge verehren, dass w├╝rde mich pers├Ânlich aber auch interessieren. Vielleicht werde ich ihn mal darauf ansprechen!“
Feya h├Ârte gespannt zu, “Und Zaubern?“
Der Priester richtete sich auf und verfiel in lehrmeisterlichen Ton, „Die Elfen haben die Kraft der Magie, aber die wirken sie nicht mit Konzentration oder Formeln, sonder unbewusst oder auch unterbewusst. Man ist sich nicht sicher auf welche Art sie ihre Kraft nutzen. Bewiesen ist, dass ihnen, genauso wie den Zwergen, ein festes Element zugerechnet wird, Humus! Kraft des Humus, oder auch Erdmagie genannt, besch├Ąftigt sich mit lebenden Dingen, daher kommt auch der Glaube, das Elfen sich mit Tieren und Pflanzen unterhalten, sich in B├Ąumen verstecken und in Tiere verwandeln k├Ânnen. Auch sollen sie die besten Heiler weit und breit sein. Sie sind begnadete J├Ąger und F├Ąhrtensucher, doch jagen sie nur soviel wie sie zum Leben brauchen. Eine neue Theorie behauptet, dass alles was Elfen tun, mittels Magie zustande kommt. Meines erachten nach ist dies aber weit hergeholt...“
„Da gebe ich euch recht!“ unterbrach Felerians Stimme den Monolog. Niemand hatte ihn kommen h├Âren und beide, Maruk wie auch Feya, fuhren erschrocken zusammen.
„Ihr habt uns erschreckt!“ wandte sich Maruk an ihn, doch der Elf sch├╝ttelte nur verst├Ąndnislos den Kopf und legte sich einige Schritt entfernt auf den Boden.
„Werdet ihr uns nach Kerwan f├╝hren?“
Felerian drehte den beiden den R├╝cken zu und murmelte leise, “Morgen reden wir!“
Der Priester sah zu Feya und verdrehte gespielt die Augen, „Nun gut, dann schlafen wir jetzt und morgen besprechen wir unsere Weiterreise.“ Dann wickelte er sich in seinen Umhang und bedeutete Feya es ihm gleich zu tun.

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