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Leselupe.de > Kurzgeschichten
7.00 p.m.
Eingestellt am 26. 06. 2012 00:26


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raineru
???
Registriert: May 2012

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7.00 p.m.

6.40 p.m.
Nur noch zwanzig verdammte Minuten.
Die Reisetasche mit dem L├Âsegeld fest an sich gepresst, schwang sich Jeff Henderson ├╝ber die Absperrung am Eingang zur Metro-Station. Zeit um die Metro-Card durchzuziehen war keine. Wichtigere, dringendere Dinge rasten in seinem Gehirn. Central Station, New York City, 7.00 p.m. Schlie├čfach 523 war genau der Punkt, der f├╝r das Leben oder den Tod von Melanie Sinclair entscheidend war.
Schw├╝le Hitze vor dem Gewitter und erste ferne Blitze lie├č die Luft knistern. Der junge Anwalt rannte zum Bahnsteig, starrte auf den heranpreschenden Zug der ihm wie ein lahmer Wurm aus Wellblech erschien.
6.45 pm.
Noch f├╝nfzehn Minuten und zwei Stopps bis zur Central Station.
Noch mal kurz rennen und dann die Schlie├čf├Ącher. Jeff war 35. In seinem Leben musste alles klappen. Es musste korrekt laufen. Seine Eltern waren renommierte Notare in Boston, so hatte er von Kind an mit Zuf├Ąllen wenig zu tun. Die Sinclair┬┤s waren sehr gute Klienten bei ÔÇ×Goldwin & PartnerÔÇť, seinen Chefs und hatten ihn, nach der Entf├╝hrung ihrer sieben Jahre alten Tochter gebeten, den Job des Geld├╝berbringers zu ├╝bernehmen.

Die Entf├╝hrer hatten es in den letzten Monaten durch drei Verbrechen geschafft, auf die Titelseiten zu kommen. Zwei der Opfer wurden, nach dem das L├Âsegeld nicht p├╝nktlich und unter Einschalten der Polizei hinterlegt war, bestialisch ermordet. Noch erkennbare Teile ihrer kleinen K├Ârper waren zerhackt in Plastikt├╝ten mit der Paketpost an die Eltern geschickt worden. Das dritte M├Ądchen wurde frei gelassen, nach dem man allen Forderungen bedingungslos Folge leistete. Die Sinclair┬┤s taten alles um ihre Tochter gesund wieder zu sehen.
6.50 p.m.
Jeff strich sich mit der Hand die schwarzen Locken aus dem schmalen Gesicht. Trotz der Rushhour schien es f├╝r ihn eine Ewigkeit, bis all die unbedeutenden verschwitzen Schatten sich herausgepresst und andere sich in den Wurm hineingezw├Ąngt hatten. Die stehende, hei├če Luft im Zug, vermischt mit dem Whiskeyatem seines schwankenden Gegen├╝bers der ihn mit glasigen Augen, dumm anglotzte, war noch unertr├Ąglicher.
6.51 p.m.
Der Zeitdruck war ein Teil des Plans der perversen Verbrecher. Seit dem Morgen hatten sie Jeff von einem zu n├Ąchsten Punkt gehetzt. Mit immer neuen, versteckten Handys, neue Instruktionen erteilt.
6.52
Letzter Halt vor Ce-Station. Das war zu knapp. Er w├╝rde es nicht schaffen. Oder vielleicht doch, wenn ├╝berhaupt nichts mehr dazwischen k├Ąme. Doch dann blieb ihm fast das Herz stehen. Er glaubte, das Blut hinter seinen Augen w├╝rde zu Eis. ÔÇ×Fahrausweiskontrolle!ÔÇť h├Ârte er fast gleichzeitig rechts und links hinter sich im stehenden Gedr├Ąnge. Das war das Ende ... Melanie war so gut wie tot ... Aus. Der Schwei├č der sein ÔÇ×Red Sock┬┤sÔÇť T-shirt durchn├Ąsste, war jetzt kalt. Es war nicht allein seine besondere Mission, die einen Zeitverlust unm├Âglich machte. Es war auch nebenbei seine Karriere. Einen New Yorker Anwalt, der wegen Schwarzfahrens angezeigt wurde, hat noch niemand gesehen, weil er danach keiner mehr war. Noch drei Passagiere und Jeff waren an der Reihe. Er strich sich mit der Handfl├Ąche den Schwei├č von der Stirn, legte sie dann vor den Mund, um nicht ÔÇ×Schei├čeÔÇť zu schreien und starrte an die Decke, wo ein roter Punkt die Einfahrt in Central-Station anzeigte.
6.56 p.m.
ÔÇ×Bitte, bitte lieber Gott, lass das eine Mal bitte, bitte die Kontrolleure tot umfallen.ÔÇť Noch eine ├Ąltere Dame hinter ihm. Dann. Er hatte die M├Âglichkeit sich einem Gespr├Ąch zu stellen, mit den Leuten zu reden, dass es nicht zu einer Anzeige k├Ąme. Ein paar Ausreden und vielleicht ein Paar gr├╝ne Scheinchen. Doch das bedeutete den sicheren Tod des kleinen M├Ądchens und Pakete mit der Post. Die ├Ąltere Dame hatte ihre Metrocard viel zu fr├╝h gefunden. Jeff war steif, wie am Boden festgeschraubt.
ÔÇ×Darf ich ihre Fahrerlaubnis sehenÔÇť sagte die Stimme hinter ihm. Jeff wollte sich umdrehen und schreien, dass es um Leben und Tod gehe, wollte ihnen seine Personality-Card in die Hand dr├╝cken. Wenn er jetzt losrennen w├╝rde, w├Ąre es sicher zu schaffen.
ÔÇťHaben sie mich verstanden?ÔÇť Der Ton war jetzt sch├Ąrfer. ÔÇ×Was f├╝r┬┤n Verlausnis wills┬┤n du?ÔÇť lallte der Whiskymann. Die rosa Glanz├Ąuglein h├Ątte Jeff in diesem Moment k├╝ssen k├Ânnen. ÔÇ×Habichnich ... tut mir sorry ... Muchachos ... mu├č ich jetzt auf┬┤n elelischen Suhl?"
6.58 p.m.
die T├╝ren ├Âffneten sich. Jeff rannte hinaus durch den Platzregen zu den Schlie├čf├Ąchern.
7.00 p.m.
Das Schloss von Fach 523 rastete ein.






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Soulstorm
Wird mal Schriftsteller
Registriert: Jun 2012

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Hallo raineru!

Kurz und gut f├Ąllt mir zu deiner Geschichte ein.

Du hast einen sehr ausgereiften Schreibstil, da macht das Lesen Spa├č. Packend, spannend und sogar mit einem gewissen Humor.

Einige kleine Fehler sind mir dennoch aufgefallen. Im Folgenden liste ich sie auf, damit du sie verbessern kannst.

quote:
Schw├╝le Hitze vor dem Gewitter und erste ferne Blitze lie├č die Luft knistern.

lie├čen

quote:
Der junge Anwalt rannte zum Bahnsteig, starrte auf den heranpreschenden Zug (Komma) der ihm wie ein lahmer Wurm aus Wellblech erschien.

Ein guter Vergleich ├╝brigens.

quote:
Seine Eltern waren renommierte Notare in Boston, so hatte er von Kind an mit Zuf├Ąllen wenig zu tun.

von Kindesbeinen an

quote:
Zwei der Opfer wurden, nach dem das L├Âsegeld nicht p├╝nktlich und unter Einschalten der Polizei hinterlegt war, bestialisch ermordet.

nachdem

quote:
Trotz der Rushhour schien es f├╝r ihn eine Ewigkeit, bis all die unbedeutenden verschwitzen Schatten sich herausgepresst und andere sich in den Wurm hineingezw├Ąngt hatten.

Ergibt Rushhour an dieser Stelle einen Sinn?
Die Rushhour ist die Hauptverkehrszeit bzw. Sto├čzeit, also genau die Zeit in der es besonders voll auf Stra├čen oder anderen Verkehrswegen ist.
Die Sto├čzeit ist normalerweise am Morgen zwischen 7 und 9 Uhr, deshalb passt es nicht so ganz.

Vielleicht solltest du diese Stelle folgenderma├čen ├Ąndern:
Obwohl die Rushhour erst in zehn Minuten losbrechen w├╝rde, schien es eine Ewigkeit zu dauern, bis...

quote:
Die stehende, hei├če Luft im Zug, vermischt mit dem Whiskeyatem seines schwankenden Gegen├╝bers der ihn mit glasigen Augen, dumm anglotzte, war noch unertr├Ąglicher.

Die stehende, hei├če Luft im Zug, vermischt mit dem Whiskeyatem seines schwankenden Gegen├╝bers (Komma) der ihn mit glasigen Augen (kein Komma) dumm anglotzte, war noch unertr├Ąglicher.

quote:
Er glaubte, das Blut hinter seinen Augen w├╝rde zu Eis.

Das Komma ist ├╝berfl├╝ssig.

quote:
ÔÇ×Was f├╝r┬┤n Verlausnis wills┬┤n du?ÔÇť lallte der Whiskymann. Die rosa Glanz├Ąuglein h├Ątte Jeff in diesem Moment k├╝ssen k├Ânnen. ÔÇ×Habichnich ... tut mir sorry ... Muchachos ... mu├č ich jetzt auf┬┤n elelischen Suhl?"

An dieser Stelle musste ich wirklich lachen. Super, wie Mister Whiskey (ich nenne ihn jetzt mal so) agiert.


Ein kleiner Tipp von mir:
Lies dir deine Geschichte immer sehr gr├╝ndlich durch, bevor du sie einstellst.
Lasse sie evtl. auch noch einmal von jemand anderem lesen. Als Autor übersieht man oft Flüchtigkeitsfehler, aber sie sind nun mal ein Ärgernis, wenn es sonst nichts auszusetzen gibt.

Ansonsten: Prima Geschichte. Weiter so!

Liebe Gr├╝├če,
Soulstorm

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