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Leselupe.de > Kurzgeschichten
7 Minuten
Eingestellt am 12. 08. 2003 14:37


Autor
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Galimathias
Manchmal gelesener Autor
Registriert: Jul 2003

Werke: 8
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7 Minuten


7
Robert versucht sich wegzudrehen, sich zu sch├╝tzen, aber egal wohin er sich windet, er wird getroffen. Zuerst noch am K├Ârper. Gegen den Brustkorb und in den Magen. Doch dann knallt der Absatz des Stiefels gegen seine Stirn.
Pl├Âtzlich taucht alles ins Rot und seine Augen brennen so, dass er sie schlie├čen muss. Bei jedem neuen Tritt st├Âhnt er auf. Dann trifft die Stiefelspitze seine Schl├Ąfe. Der Mann merkt, dass Robert keine Gegenwehr mehr leisten kann und ist jetzt wie im Rausch.
Immer wieder holt er aus. Bis er kein St├Âhnen mehr h├Ârt.
Die letzten Tritte k├Ânnen Robert nichts mehr anhaben.

6
W├Ąhrend er nach Luft ringt, versucht Robert von irgendwo her Hilfe zu bekommen, aber vom Boden aus sieht er nur Autoreifen. Und zum Rufen fehlt ihm immer noch die Kraft. Also versucht er aufzustehen, will sich an seinem Au├čenspiegel hochziehen. Aber der Mann ist jetzt wieder da, steht neben ihm, mit schmerzverzerrtem Gesicht und tritt auf ihn ein.

5
Robert versucht den harten Griff zu lockern aber er hat keine Chance. Der Mann hat jetzt seine gro├čen H├Ąnde um seinen Hals gelegt und dr├╝ckt mit aller Kraft zu. In seiner Verzweiflung versucht Robert alles. Er kratzt, versucht an die Augen seines Gegner zu gelangen aber ohne Erfolg. Um Hilfe rufen geht erst recht nicht ÔÇô er hat ja kaum noch Luft zum atmen. Warum hilft ihm denn keiner? Hier muss es doch von Menschen wimmeln. Im allerletzten Moment, als das w├╝tende Gesicht des Mannes schon vor seinem Gesicht zu flimmern beginnt, schafft er es sein Knie anzuwinkeln. Der Griff lockert sich und Robert rutscht japsend von seinem Wagen auf den Boden.


4
Als der w├╝tende Mann sieht, wie Robert unger├╝hrt seine Wagent├╝r abschlie├čt und gehen will, wird seine Stimme noch lauter. Zum letzten Mal h├Ątte Robert jetzt die Gelegenheit die Sache vern├╝nftig zu regeln. Als Robert wortlos an ihm vorbeigeht, rastet der Mann aus. Er packt Robert am Kragen und dr├╝ckt ihn auf die Motorhaube des Wagens.


3
Doch, er h├Ątte sehr wohl Augen im Kopf, beteuert Robert, aber beim besten Willen hatte er nicht gesehen, dass der Mann vor ihm diese Parkl├╝cke f├╝r sich beanspruchte. Er w├Ąre eben schneller gewesen. Und jetzt m├Âchte er ihn bitte aus seinem Auto aussteigen lassen. Er hat M├╝he gegen das Organ des Mannes anzukommen und f├Ąngt pl├Âtzlich auch zu schreien an. Nein, er r├Ąumt den Parkplatz nicht, basta.


2
Die w├╝tende Stimme des Mannes h├Ârt Robert erst gar nicht. Als er den Motor ausmacht, merkt er, dass das Geschreie ihm gilt. Erst sieht er einen dunklen Schatten ├╝ber seinen R├╝ckspiegel huschen und dann wird auch schon seine Autot├╝r aufgerissen.


1
Als er am Supermarkt ankommt hat Robert das Gef├╝hl, dass heute sein Gl├╝ckstag ist, denn er findet einen freien Parkplatz fast direkt vor dem Eingang.

__________________
Das Leben so kurz, so lange zu lernen die Kunst. Die M├╝he so hart, so ├╝berm├Ąchtig der Sieg! (Chaucer)

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kaffeehausintellektuelle
Guest
Registriert: Not Yet

lieber galimathias

ich bin ein bisschen verwundert, warum niemand was dazugeschrieben hat und du schlechte bewertungen hast. ich hab zwar ein bisschen gebraucht, um festzustellen, dass man das ganze von hinten nach vorne lesen muss, aber ich fand es gut. beklemmend.

sprachlich k├Ânntest du noch ein bisschen feilen. du hast zum beispiel ziemlich oft das wort "versucht" drinnen.

auch bin ich mir manchmal nicht sicher, aus wessen sicht du es beschreibst. noch besser w├╝rde es mir gefallen, die gef├╝hle rauszunehmen und trocken und distanziert zu berichten.
oder bei robert zu bleiben, dann m├╝sstest du z.b. wegnehmen, dass der andere wie in einem rausch tritt.

aber alles in allem fand ich den text nicht ├╝bel, auch wenn ich gewalt nicht mag.

die k.

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Galimathias
Manchmal gelesener Autor
Registriert: Jul 2003

Werke: 8
Kommentare: 11
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Liebe kaffeehausintellektuelle,

du hast recht mit den Wiederholungen. Und obwohl ich diesen Text schon mehreren Leuten vorgelesen habe ist es weder mir noch ihnen aufgefallen. Hier kann ich betimmt variieren.
Was die Perspektive und die Gef├╝hle angeht, so bin ich selber noch ein wenig unschl├╝ssig. Ich habe schon verschiedene Anregungen geh├Ârt. "Zu distanziert" habe ich auch schon geh├Ârt. Aber eigentlich sollte ich es wohl doch noch "gef├╝hlloser" und ausschlie├člich aus Roberts Sicht schildern. Das ist zumindest mein Gef├╝hl...
Dann werde ich mal wieder ein wenig "schnitzen".
Und was die Bewertungen und die Resonanz angeht, so scheinen diese Art "Experimente" nicht so anzukommen...
Aber ich mag Gewalt auch nicht und gerade desshalb der Text.
Besten Dank f├╝r deine Anregungen,

Gru├č Galimathias
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Daktari
Guest
Registriert: Not Yet

Unheimlich, traurig

Hallo, Gali...

Der text ist gut, sehr realistisch. Man sp├╝rt den Schmerz, die Ohnmacht, die Wut.
Das Ende ist erschreckend. Zuerst hat man ein paar Neos in Verdacht, als dann raus kommt, da├č die Gewalt die Krone eines Kampfes um einen Parkplatz ist, ist man schon geschockt.

Der Text regt zum Nachdenken an, selbst unwichtige Kleinigkeiten k├Ânnen heutzutage Ursachen f├╝r solche Gewaltszenen sein. Leider. Vielleicht k├Ânnen Texte wie Deiner die Leute ein wenig aufr├╝tteln. Hoffentlich.

Ciao
Tim


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