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Leselupe.de > Tagebuch - Diary
A New Hero
Eingestellt am 13. 06. 2006 17:59


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jon
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A NEW HERO
oder
VON DER UNMÖGLICHKEIT, IHN ZU SCHREIBEN


Ich kann ihn sehen. Ich kann ihn hören. Ich kann ihn spüren. Ich weiß, was er antwortet. Ich weiß, was er denkt. Ich weiß, was er nicht versteht. Ich weiß, was er versteht. Was er missversteht. Was ihn irritert. Ich bin er. So sehr wie ich nie eine Figur war. Nicht mal die Figuren, die ich selbst sein sollte. Es ist faszinierend. Es ist beängstigend.

Ich kann ihn sehen. Jede Kopfbewegung, jedes Brauenzucken. Winzige Gesten. So beredte Gesten. Diese unerschöpflich vielen Arten zu lachen. Wie er etwas ansieht. Wie er jemanden ansieht. Wie er wegschaut, wie sein Blick abgleitet. Ich spüre in meinem Gesicht, wie er das tut. Als wäre es sein Gesicht.

Natürlich. Ja. Sowas passiert immer mal wieder. Wenn man sich eine Figur ausleiht aus dem „Leben“ und sie den eigenen Geschichten einverleibt. Weil man Figuren sehen muss, um sie zu schreiben. Man zieht da ein wenig an der Vorgeschichte, zottelt dort ein wenig am Charakter, erfindet Gesten, die das Original nie gemacht hat, weil die, die es gemacht hat, nicht gut zu schreiben sind. Man beginnt, in der Maske der Figur deren Rolle in der eigenen Story zu spielen. Nach ein paar Wochen kann man die Figur sehen, hören, weiß, was sie denkt. Wenn man Glück hat sogar, wie sie denkt. Man kann in die hineinschlüpfen beim Schreiben. Manchmal fühlt man sich sogar auf ihre Art blicken oder die Achseln zucken.

Das ist Arbeit.

Er ist keine Arbeit.

Er ist auch noch keine Rolle in meinen Geschichten.

Vielleicht wird er das nie.

Das gibt es. Figuren, Originale, die sich einfach nicht hineinbiegen lassen. Die, versucht man es, sofort zur Unkenntlichkeit verformt werden. Echte Typen. Voller Lebendigkeit, die dem Grau des Textes trotzt. Einfach nicht darin haften bleibt. Bewegung pur. Quecksilber. Unfassbar.

Unfassbar …

__________________
Es ist nicht wichtig, was man mitbringt, sondern was man dalässt (Klaus Klages)

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