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Leselupe.de > Kurzgeschichten
A dealer's day
Eingestellt am 26. 02. 2004 20:44


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YatoYagami
Wird mal Schriftsteller
Registriert: Feb 2004

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Ja, mir bleibt nichts zu sagen, au├čer dass der rauhe Schreibstil und die vielen abgehackten S├Ątze Absicht sind. Sie sollen die Aussagen unterst├╝tzen, die ihr euch selbst interpretieren k├Ânnt. ├ťber Kommentare w├╝rde ich mich selbstverst├Ąndlich freuen.

A Dealer's Day

Der Wind weht durch ihre kunstvolle Hochsteckfrisur. Sie schl├Ąngelt sich durch den Passagierstrom aus dem Zug, der seine Endstation erreicht hat. Der Ger├Ąuschpegel schwillt an, die Menschenmassen werden immer gr├Â├čer. Doch ihr Inneres bleibt gelassen, sperrt alles aus. Es wird noch schlimmer als sie die schalld├Ąmmenden W├Ąnde der Bahnhofshalle passiert, doch es l├Ąsst sie kalt. M├╝hselig schleppt sie ihren Lederkoffer durch die klirrend kalte Nacht; ihr Atem kondensiert und steigt in Wolken gem├╝tlich zur Smogglocke der Millionenmetropole.
Sich als Dienstm├Ądchen zu verkleiden war gar nicht mal schlecht, sie ist ohne Probleme durch den Zoll gekommen. Nat├╝rlich hat ihre Maske auch geholfen. Passend zum Kost├╝m kann sie einen Gesichtsausdruck auf ihr Antlitz bannen; sie beherrscht jede Rolle perfekt, was schlicht und ergreifend wichtig ist. Wenn man sie erwischt h├Ątte, was eigentlich unm├Âglich sein sollte, w├╝rde es sehr schwer f├╝r sie, sich zu verteidigen- und ihre Ware zu besch├╝tzen, denn sie hat keine Waffen zur Verteidigung dabei. Das w├Ąre zu auff├Ąllig. Zudem h├Ątte ihr Kollege, welcher ihr Chef war, sie zwei K├Âpfe k├╝rzer gemacht, denn schon 10 Kilogramm reines Heroin kann einen sehr reich machen- wenn man wei├č, wie man es vertickt. Und eben diese 10 Kilo befinden sich in ihrem Koffer. Die schwersten Stationen hat sie hinter sich, vom Geburtsort des Suchtstoffes bis hierher. Nur noch abliefern, die Kohle daf├╝r kassieren, jenes Geld bei ihrem Boss abliefern, ihren Anteil an sich nehmen und dann k├Ânnte sie wieder ein Jahr zu Hause in Deutschland leben- wenn sie nicht kurzfristig f├╝r jemanden einspringen muss.
Sie geht durch eines der Nobelviertel der gigantischen Stadt und ├Ąrgert sich ├╝ber die egoistische, profitgeile Gesellschaft, in der jeder einzelne ein St├╝ck Dreck ist. Sie muss l├Ącheln, denn genauso wie ihre Ansicht der Society gegen├╝ber ist, so sieht sie sich selbst. Egoistisch. Profitgeil. Niemand bedeutet ihr etwas. Sonst w├╝rde sie _das_ nicht tun. Ihr Weg f├╝hrt sie zur Freiheitsg├Âttin, hier wird sie auf Raven treffen, Boss der gr├Â├čten Drogenvereinigung Amerikas. Der oberste Stock ist ihr Ziel. Doch sie wird schon vorher empfangen. Den kalten Lauf einer Waffe im R├╝cken sp├╝rend vernimmt sie eine raue, unge├╝bte Stimme: "Kleine Plan├Ąnderung. Parkhaus."
Ein Befehl, emotionslos, wie sie es auch zu sein glaubt; wie sie glaubt dass hier jeder so zu sein hat. Nun gut, so was kommt ├Âfter vor. Wahrscheinlich hat die Polizei Wind von dem bevorstehenden Minihandel bekommen und belagert die Statue. Hat wohl irgendeiner wieder petzen m├╝ssen, ein armes Kerlchen, was dem Druck in dieser Szene nicht standhalten konnte. Die Leiche des Verr├Ąters wird morgen in irgendeinem Gew├Ąsser gefunden werden- that' s life. Sie wird durch dunkle, stinkende Korridore geleitet, immer die Automatik hinter ihr, bis sie vor ihm steht.
Er tritt nie aus dem Schatten, doch man kann sein abf├Ąlliges Lachen sehen, sp├╝ren. Er lacht ├╝ber die dummen Personen, die sich auf das illegale Gesch├Ąft einlassen, hoffend, schnell m├Âglichst viel Bares ranzuscheffeln. Doch so einfach ist das dummerweise nicht. Sie wei├č es ganz genau. Hat denselben Fehler gemacht wie alle anderen geldgeilen Idioten. Es gibt immer jemanden, der ├╝ber einem steht. Hier ist es Raven. Jung, talentiert, hoffnungslos. Er ist der Boss. Raven l├Ąsst sich nicht herab, mit ihr zu reden; er sagt nie etwas. Ihr Rang entspricht halt nicht seinem, sie ist nur ein kleiner Drogenkurier. Aber es ist, soweit man mit seinem Platz zufrieden ist, eine gro├če Ehre, mit m├Ąchtigen Leuten verkehren zu d├╝rfen. Vielleicht ist es ihr irgendwann einmal n├╝tzlich, wer wei├č...
Der Handel geht schnell und unproblematisch vonstatten, wie immer.
Nach zehn Minuten verl├Ąsst sie umgezogen unauff├Ąllig den Ort des Geschehens mit einem Scheck, auf dem eine hohe Summer verzeichnet ist.
An die Opfer denkt sie nicht.
Kinder, Jugendliche, Erwachsene, die glauben nur mit dem Teufelszeug besser leben zu k├Ânnen und sich damit kaputt machen.
Sie denkt an ihr eigenes Wohl.
Und dieses kleine St├╝ck Papier wird dazu beitragen. Hat sich doch gelohnt.

Ende
__________________
Kawaii Yatochan

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