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Leselupe.de > Kurzprosa
A kiss is just a kiss?
Eingestellt am 18. 09. 1999 00:00


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ziner
Festzeitungsschreiber
Registriert: Mar 2003

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Der Ku├č. An sich nichts wirklich Spektakul├Ąres. Zwei Menschen einigen sich darauf, einander mit den Lippen zu ber├╝hren. Vorzugsweise im Gesicht, dort meistens am Mund. Austausch von K├Ârperfl├╝ssigkeit, Hautkontakt und Ber├╝hrung.
Zwei Menschen, egal in welcher Kombination, gestatten sich unbedingte, unmittelbare N├Ąhe. Sie sch├╝rzen die Lippen, drehen und neigen ihre K├Âpfe in entgegengesetzte Richtungen - wegen der Nasen - und ber├╝hren einander mit den Lippen am Munde. Soweit das Technische, sozusagen au├čen am Kopf. Alles andere passiert innen. Der K├Ârper gibt einen aus. Die Nebennieren produzieren Adrenalin, die Hirnanhangdr├╝se sch├╝ttet Endorphine aus, und die Schwei├čdr├╝sen entlassen Feromone in die Welt. Das Ged├Ąchtnis kramt hektisch im Archiv, f├Ârdert Sitte, Anstand, Moral und ├Ąhnlich unbrauchbares Zeugs zutage, verwirft, oder legt es zumindest beiseite. Sieht erneut nach und f├Ârdert - ah, da seid ihr ja - die positiven Erinnerungen an das letzte Mal aus irgendeiner Schublade. Aus all dem wird dann in der Gro├čhirnrinde ein Bild zusammengesetzt. Dieses wird hin und her gewendet, betrachtet und analysiert. Solange, bis es mit Erinnertem, Erwartetem und Erhofftem kompatibel zu sein scheint.
Ein Ku├č also. W├Ąrme und N├Ąhe mit den Auswirkungen eines Tornados. Am Ende bleiben verw├╝stete Landstriche zur├╝ck. Zumal, es sich unter Drogeneinflu├č - und seien es k├Ârpereigene - nur um eine vorl├Ąufige Beurteilung handeln kann. Im Idealfall, wird diese positive Beurteilung durch best├Ąndige R├╝ckversicherung vermittels weiterer Drogenzufuhr aufrecht erhalten. Das f├╝rhrt dann zum weiteren Austausch von K├Ârperfl├╝ssigkeiten. Was widerum die erneute Zufuhr der erw├Ąhnten Stimulanzien zur Folge hat. Ein perpetuum mobile.
Aber meistens passiert etwas ganz anderes. Der erste Teil bleibt wie beschrieben. Nur im weiteren Verlauf der Vorganges werden andere Register gezogen. Die sch├Ânen Seiten des Lebens werden aus der Schublade geborgen. Auf dem Weg zur Analyse-Abteilung des Gro├čhirns stolpert der Botenstoff ├╝ber die Skrupel-Kiste, beginnt zu kramen, ist beeindruckt, vergi├čt dar├╝ber seinen Auftrag und liefert prompt das falsche Material ins Gro├čhirn. Die Analyse-Abteilung macht sich ans Werk. Es wird noch schnell noch einen Auszug aus dem Bedenken-Register geordert - sicher ist sicher. Dieses ist vollgestopft mit "ja aber", "was passiert dann", "will ich das eigentlich?". Nun - endg├╝ltig ├╝berzeugt - wird festgestellt, da├č sofortiges Handeln erforderlich ist. Augenblicklich wird die Endorphin-Zufuhr gestoppt, die Feromon-Zentrale macht Feierabend. Nur das Adrenalin-Kombinat macht ├ťberstunden, um den Panikgenerator am laufen zu halten. Das Ende vom Lied ist der totale Kollaps des Systems.

(├ťbernommen aus der 'Alten Leselupe'.
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