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Leselupe.de > Fremdsprachiges und MundART
A-n-g-l-i-z-i-s-m-e-n
Eingestellt am 31. 03. 2003 23:38


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knychen
Routinierter Autor
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Anglizismen

„Tach Willi“
„Tach Alfred. Na, jut üban Winta jekomm ?“
„Jeht so, jeht so. Wa’n bisschen langweilig. Hab ma kaum rausjetraut wo’t so glatt wa. Imma Angst wejen die künstliche Hüfte.“
„Ick hattet ooch schwer mitett Rheuma. Werd ja nu ooch achtzich dies Jahr. Aba nu is wieda scheen draußen, watt? Macht doch wieda richtich Spaß in’n Monbischupark zu sitzen. Und, steht watt Neuet in’n Kurier?“
„Reklame, Reklame, wie imma. Aba hier steht, da hat so’ne Kommission zusamm’jesessen und übalecht, wie se de deutsche Sprache bessa vor schleichende A-n-g-l-i-z-i-s-m-e-n schützen könn. Watt is det nu wieda?“
“Na det is einfach. Kiekste dir de Fernbedienung vonne Flimmerkiste an und wo früha AN und AUS stand, steht nu ON und OFF. Und watt früha n Konferenzjee wa, is nu n Schomasta. Kommt allet vonns Englische und is modern.“
“Nu staunick aba, Willi, dette dir mit sowat auskennst. Aba hast ja ooch ne janze Menge Enkel, oda sind det schon Urenkel?“
“Sind schon’n paa TikTakenkel bei.“
“Denn wer ick dir jetz ma watt fraren. Pass uff. Letzten Sonnahmdvormittach sacht meene Frieda zu mir, Alfred, sacht se, wolln wa heut Nachmittach nich raus nach Köpenick fahn und ne Runde um Teufelssee spazieren. Woht doch so schön draußen is. Nee, meen Schatz, sarick zu ihr, det wird nüscht. Erstens wolltste heute die Balkongjeranien aus’n Kella holn und de Finga inne Erde stecken und zweetens , det weeste schon lange, spiel ick heute mit Karl und den kleenen Müller unsan jährlichen Frühlingsskat. Na jut, sacht se gleich, vielleicht wollt se mir ooch bloß ausset Haus ham, denn bestell ick mir heute die Heekeltruppe uff’n Likörchen in unsan Salong. Wird ja wohl spät wern bei dir. Mann kennt sich ja nach sechzich Jahre. Und denn meent se, Alfred, meent se, hol mir doch mal een neuet Fläschchen Ohhdekolonje aussen Parfümladen anne Bismarckstraße. Meedel, meenick zu ihr, jeh doch endlich ma mitte Zeit. Dörfelt heeßt die Straße seit vierzich Jahre. Ejal, sacht se, du weeßt, watt ick meine, hol ma. Denn haste ooch dein Spazierjang und ick kann heut Ahmd jut duften.Denn krahmt se ne Weile in ihrn Pompadur und sucht ihr Pottjuchhee. Hier haste det Jeld, aba jeh nich jleich inne Budike. Ick wackel also los und jeh in det Etahblissemang wo se mir jeordat hat, unjern muß ick dir saren, det erschleecht mir imma, wenn ick die kollorierten Dahm da sehe und denn die Unmasse an Düfte, aba ick machs, weil ick denn meene Ruhe hab. Koof ihr also det Parföng, stecket inne Schacketttasche und jeh wieda raus. Draussen stellt jerade sone junge Mutta ihre Kindascheese ab und will mit det Kleene innen Laden. Als Kavalier halt ick ihr de Türe uff und da kriejick plötzlich von hinten een Schlach, sar ick dir. Da kam son jungscha Bengel mit’n Brett mit Reeda unten dran die Straße langjefloren wie der Rote Baron im Ersten und schubst mir mit Schißlaweng jejen den Mast vonnet Jaslicht. Ick hört bloß klirren inns Schackett und denn lief mir de Bulljong schon annt rechte Been runta. Der Knabe, weeste, so eena mit keen Aasch inne Hose, wo de Taschen inne Kniekehln heng’n, vafitzelt sich noch mit’n langet buntet Stoffband, watt ihm ausse Hosentasche hing, an den Kindawaren. Denn klappats ooch bei ihm. Son kleenet Radio zun Mitnehm hatta an Jürtel jehappt, det floch ihm uff’s Trottoa und man konnte jenau seh’n, dasset aus ville kleene Einzelteile bestand. Mir stand der Angstschweeß inne Visasche, wejen die künstliche Hüfte, sonst hättick mir den Pickelheini ooch jeschaßt und wejen Jefährdung den Schandarm übareicht, aba so habick ihn bloß zujerufen: Bisschen tief jefloren, watt? Der krallt sich mitte Hände in seine Bietelfrisur und denn loofen ihn schon de Tränen ausse Pupille, wohl wejen sein Taschenjrammofon. und denn brüllta mir an: Scheckstet noch, Opa, Fackoff, du gruffdie! Und denn schwimmta uff seine Treenen de Straße runta. Aba watt ick nu von dir wissen will, watt hatta denn eijentlich zu mir jesacht? War det nu een Pardong oda tat der mir beschimpfen?“
“Mußick ma den Marcel fraren. Det is een Urenkel von mir. Der hat ooch imma sone Buxen an und wird det woll wissen. So, ick muß denn aba nu pöh-a-pöh nach hause, jibt Buletten heute. Aba traurich wär schon, wenn sich in unse scheene deutsche Sprache irjendwatt Fremdet einschleichen würde. Jrad wo wa doch det Volk der Dichter und Denker sind. Machs jut Alfred. Morjen ne Runde Schach hier?“
“Mit Pleesir, Willi, atschö denn.“

__________________
kny

Version vom 31. 03. 2003 23:38
Version vom 27. 02. 2009 15:25

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Jamie Avery
???
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mann ich hab herzlich gelacht.....
supi...
;-)

erste sahne...

liegrĂĽ
J.A.

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noel
???
Registriert: Dec 2002

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Gut geschrieben

Gefällt mir gut.
Nur die etwas zu gedrängten `Fremdeinflüsse der deutschen Sprache´ im letzten Absatz, erscheinen mir zu viel.. zumindest in dieser konzentrierten Form.

Liebe GrĂĽĂźe Noel
__________________
© noel
Wir sind alle Meister/innen der Selektion und der konstruktiven Hoffnung, die man allgemein die WAHRHEIT nennt ©noel
NOEL = Eine Dosis knapp unterhalb der Toxizität, ohne erkennbare Nebenwirkung (NOEL - no observable effect level) .

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knychen
Routinierter Autor
Registriert: Feb 2002

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urberlina

hallo jamie, hallo noel,
dank fĂĽrs kompliment.
mag sein, daß die sprachlichen fremdeinflüsse als etwas zu gedrängt erscheinen, aber wenn man ein paar urberlinern ein weilchen zuhört, dann merkt man ganz deutlich eine unmenge französischen einfluß. waren ja auch eine menge hugenotten, die damals nach berlin geholt wurden. ich mußte es so überspitzen, hatte angst, man findet sonst die pointe nicht. gruß aus berlin
__________________
kny

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blaustrumpf
???
Registriert: Mar 2003

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Tag, knychen

Mir hat's gefallen, vielleicht auch, weil ich im Rheinland aufgewachsen bin, dessen Sprache zuweilen die französische Besatzung der Napoléon-Zeit immer noch hören lässt.

Und wie heißt es so schön: "Alle reden von Level. Ich red' deutsch. Ich sag' Niveau."

Schönen Gruß
vom
blaustrumpf
__________________
DafĂĽr bin ich nicht aus dem Schrank gekommen, um mich in eine Schublade stecken zu lassen.

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laetitia
Guest
Registriert: Not Yet

Hallo, knychen,

lange nicht mehr so gelacht ĂĽber einen Beitrag.
Du triffst den Ton e-x-a-k-t.
Oder heiĂźt das jetzt genau ...

GruĂź aus dem (nur heute) verregneten Kassel

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