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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Aaron
Eingestellt am 27. 02. 2014 07:32


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TausendTN
Hobbydichter
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Der Herbstwind zog sanft um seine Ohren als Aaron

mit langsamen Schritten die George-St hinunterging.

Das einzige Ger├Ąusch war das trockene Knacken von

Laub wenn er einen Schritt tat, und ├╝ber den H├Ąusern

und den B├Ąumen am Rand der Stra├če verschwand gerade

der letzte goldgelbe Schimmer.

Zu dieser Zeit herrschte hier eigentlich reger Betrieb,

doch jetzt sah er keinen Menschen. Aaron kam es vor,

als liefe er in einem Gem├Ąlde umher; ausser ihm

vollkommen unbeweglich, doch angsteinfl├Â├čend in

seiner Starrheit, ehrfurchtgebietend in seiner Stille. Das

regelm├Ą├čige Knacken des Laubs stockte f├╝r einen

winzigen Moment als die Unbehaglichkeit ├╝berhand

nahm. Er f├╝hlte sich als mache er L├Ąrm in einer

Bibliothek.

Dieses kurze Stocken war ein ganz unbewusstes; doch

so regelm├Ą├čig das Knacken der Bl├Ątter Aarons n├Ąchsten

Schritt verk├╝ndete, so fahrig und abgehackt zuckte sein

Blick von Links nach Rechts, nerv├Âser werdend w├Ąhrend

die Schatten l├Ąnger wurden. Diese zogen sich die B├Ąume

der Allee hinauf und die Stra├če lag vor ihm wie ein

Friedhof.

Er h├Ârte wie ein Fenster ge├Âffnet wurde und die

Szenerie verlor ihre Bedrohlichkeit. Das Gem├Ąlde wurde

lebendig; ein Auto bog auf die George-St., er h├Ârte

Stimmen. An der Ecke St. Paul-St. ├╝berquerten gerade

ein paar Kinder die Stra├če. Die untergehende Sonne

schien mit einer gelben W├Ąrme, wie sie es nur an einem

Herbstabend kann.

Das Knacken h├Ârte auf. Aaron blieb stehen und

blickte ├╝ber die Stra├če in eine kleine Gasse auf der

anderen Stra├čenseite. Er konnte zusehen, wie die Sonne

am Ende der Gasse unterging, sie kurz hell ausleuchtete,

um sie direkt darauf in Dunkelheit zu hinterlassen.

Diese Dunkelheit hatte jetzt nichts bedrohliches mehr.

Es war ein gew├Âhnlicher, sogar angenehmer,

Herbstabend, und es war Zeit, nach hause zu gehen.

Er dr├╝ckte dem Taxifahrer einen Zwanzig-Dollar

Schein in die Hand. Danke. Aaron f├╝hlte sich zuhause.

Grantley Road 14.

Sein Blick wanderte ├╝ber den ungem├Ąhten Rasen. Der

Briefkasten stand nur noch halb auf einem verwitterten

Holzbalken. Und das ganze kleine, bescheidene Haus

sah so aus, als w├╝rde es bei der ersten ernsteren Brise

zusammenbrechen. ├ťberall waren Schatten; das kleine

Garagentor lag verdunkelt links des Hauses, ├╝ber die

kleine Rasenfl├Ąche zog sich Dunkelheit, die einzige

Lichtquelle war eine kleine Lampe auf der zerfallenen

Veranda. Doch er f├╝hlte nicht, wie die Schatten sich

bewegten. Auf der George-St. hatte er sie pulsieren

gesp├╝rt, hatte bemerkt dass sie versuchten, aus ihrem

Rahmen zu brechen, um in die wirkliche Welt zu flie├čen.

Das Haus war hingegen ein Bollwerk, eine Festung

gegen diese Art der Dunkelheit; und wenn es doch

gerade zu einem guten Teil von ihr verschlungen war,

wusste Aaron, dass er sich hier nicht zu f├╝rchten

brauchte. Nicht etwa weil es Licht g├Ąbe, oder weil es

sich ausleuchten lie├če; sondern wegen dem was er

f├╝hlte, wenn er es betrat. Die kurze Umarmung eines

alten Freundes.

Das Holz der Veranda seufzte als er auf die T├╝r

zutrat, ihren alten T├╝rknauf drehte, und sie ├Âffnete. Als

er hineintrat und die T├╝r hinter sich zuzog, umfing ihn

die Schw├Ąrze wie eine z├Ąhe, teer-artige Masse, doch sie

war warm und hie├č ihn willkommen. Mit einem klick

bet├Ątigte er die Lampe auf dem kleinen Tisch neben der

T├╝r. Die Dunkelheit zog sich ein paar Meter zur├╝ck,

widerwillig und ein klein wenig zu langsam, gerade

genug um einem Unwissenden nicht aufzufallen; Aaron

nahm es hin. Er sah kurz den schmalen Flur hinab; alte

Holzdielen und eine fleckige Tapete, zwei hellere

Flecken an der Wand als Platzhalter f├╝r Bilder die dort

hangen als er noch rauchte.

Aaron wandte sich nach rechts und trat in ein

Esszimmer. Ein dicker, dunkelroter Vorhang vor dem

einzigen Fenster verbot jeden Blick nach draussen, das

Flurlicht lie├č nur Schemen erkennen. Mit einem

trockenen Kratzen zog er einen der drei St├╝hle ein paar

Zentimeter weg von dem runden Tisch und setzte sich

darauf. Hier wartete er.

_

Zeit verh├Ąlt sich sonderbar wenn man nicht schl├Ąft.

Jeder kennt das Ph├Ąnomen der Minute die ewig zu

dauern scheint, oder des Augenblicks der viel zu schnell

vorbei ist. Nach einer Weile ohne Schlaf steigert sich

diese Varianz ins Absurde und h├Ąngt nicht mehr davon

ab, ob uns der Augenblick angenehm ist oder nicht.

├ťberhaupt, und das f├Ąllt meistens erst auf wenn der

verlorene Schlaf nachgeholt ist, ist es sehr schwer,

wirkliche Freude zu empfinden. Grundlose Euphorie, auf

der anderen Seite, mag von Zeit zu Zeit auftauchen. Der

Gro├čteil der Zeit ist allerdings von einer Taubheit

gepr├Ągt, die uns alles mit einer unangebrachten Distanz

erleben l├Ąsst.

An manchen Abenden sa├č Aaron auf seinem Stuhl,

den Blick gesenkt, und hatte nur Zeit f├╝r ein oder zwei

Gedanken bis ein leichter Schimmer hinter dem Vorhang

ihn dazu bewegte, wieder den Kopf zu heben; an anderen

hielt ihn jede Sekunde fest, klammerte sich an seine

F├╝├če wie ein Sumpf, und sobald er endlich einen Schritt

tat, steckte er wieder fest. Diese Abende waren es, die

ihm zeigten, wie die Dinge wirklich sind.

Er sah sich an seinem Tisch sitzen, fast eins mit dem

Haus, direkt gegen├╝ber des Fensters, und er sah wie die

dunkle pulsierende Masse sich an den Ecken des

Fensters konzentrierte, und er war froh; das Haus war ein

Verb├╝ndeter.

Aus dem gleichen Grund aus dem andere Leute ihre

Kellert├╝r verschlie├čen, hatte Aaron diesen Vorhang. Er

schloss nichts ein, sondern aus, und es gab kein rettendes

Licht das dem Dunkel von Zeit zu Zeit Boden abgewann,

daf├╝r jedoch eine Dunkelheit die noch wilder und noch

├Ąlter war. Vielleicht brauchte er den Vorhang garnicht;

doch es war eine Sache, von diesen Dingen zu wissen,

eine andere, sie Nacht f├╝r Nacht anzustarren.

Wenn er das Haus verlie├č, verhielt sich die Zeit nicht

anders. Vielmehr lie├č ihn die Interaktion mit Anderen

den wirklichen Grad dieser Distortion sp├╝ren; er sah

Gesichter wie in Zeitlupe an sich vorbeiziehen, oder

merkte garnicht wie schnell sie auftauchten und wieder

verschwanden. Und es bedurfte immer erst einem

zittrigen Was? nach einer zu sp├Ąt erkannten Frage um

sich des Ausma├č dieser Verzerrung bewusst zu werden.

Ein Blick in ein fremdes Gesicht mit einer leicht in

Falten gelegten Stirn das zu fragen schien h├Ârt er mich

nicht?

_



Am Donnerstag Nachmittag, dem 22. August, ├Âffnete

Aaron die T├╝r des einzigen Coffeeshops der Gegend und

trat wieder hinaus auf den B├╝rgersteig. Er schlenderte

den Boulevard hinunter und warf seinen heissen Kaffee

im Vorbeigehen angewidert in eine M├╝lltonne. Seit es

f├╝r ihn in der George-St. eng geworden war, waren drei

Tage vergangen. Und seitdem hatte er etwas gelernt.

Seine Schlaflosigkeit, so sehr sie ihn unter all dem

qu├Ąlte, verlieh ihm einen ungefilterten, klaren Blick f├╝r

die Dunkelheit. Doch vor einem Tag erkannte er, dass

der Blick des ausgeschlafenen Menschen viel mehr

verdreht und kaschiert als er dachte. Es ist nicht ganz so

wie mit der Schw├Ąrze der Nacht und den Schatten; bevor

er diese deutlich erkannte, hatte er eine v├Âllig falsche

Vorstellung von ihrem Wesen. Sie sind lebendig, haben

einen Willen, streben -- Sind Welten entfernt von der

toten, blo├čen Abwesenheit von Licht.

Seine neuere Erkenntnis war subtiler, und lag in der

Dame begr├╝ndet, die ihm jeden Morgen seine Post

brachte. Sobald er, den roten Vorhang anstarrend, im

fr├╝hen Morgen das Schnaufen der etwas f├╝lligen Mrs.

Brown h├Ârte, die sich auf dem Fahrrad die Stra├če zur

Hausnummer vierzehn hochm├╝hte, trat er f├╝r

gew├Âhnlich hinaus auf die Veranda und begr├╝├čte sie. Zu

dieser Zeit ist es gerade hell genug, und Aaron sp├╝rte

eine gewisse Genugtuung, sich der Dunkelheit so

entgegenzustellen; zwar gab es keine wirkliche Gefahr

mehr, doch sah er die Schw├Ąrze noch in einigen Ecken,

und sp├╝rte dass sie in seine Richtung zuckte. Mrs.

Brown schniefte, hob ihr Bein ├╝ber den Fahrradsattel

und blieb einen Moment keuchend stehen.

Mr. Park, sagte sie. Schlecht geschlafen? Sie sehen

aus als br├Ąuchten sie einen Kaffee.

Mir gehts gut, Liz sagte Aaron. Er l├Ąchelte. Und du

siehst aus wie jemand, der es hasst, diesen elenden Berg

hinaufzufahren. Sie lachte. Mit ihren siebenundzwanzig

Jahren war sie weit entfernt von der Naivit├Ąt der Jugend,

doch auch noch nicht zynisch genug, als dass es sich in

ihrem Lachen bemerkbar machte. Es war ehrlich.

Sie wissen, wie es ist, sagte sie. Ich bringe ihnen gerne

die Post, aber diese Strecke direkt nach dem Aufstehen

ist K├Ârperverletzung. Sie reichte ihm 2 schmale

Briefumschl├Ąge; nichts als die Strom- und die

Telefonrechnung. Und als sie im Umdrehen die Hand

zum Gru├č hob, sah Aaron f├╝r einen winzigen Moment

die ekelhafte Fratze, die sich unter ihrem wie als Make-
Up aufgetragenem Gesicht befand.

F├╝r den Bruchteil einer Sekunde entgleisten ihre

Gesichtsz├╝ge, ihre Augen wurden zu gemeinen, dunklen

Punkten und neben einem grausamen Zug um die Lippen

entbl├Â├čte ihr leicht ge├Âffneter Mund ein paar spitzere,

gierig aussehende Z├Ąhne. Aaron zuckte zur├╝ck, sein

rechter Arm machte eine Bewegung wie um auszuholen;

doch der Moment war so schnell vorbei, wie er

gekommen war. Liz starrte ihn an.

Alles okay Mr. Park?.

Aaron schaute ihr ins Gesicht. Wie immer, ein wenig

f├╝llig jedoch gutaussehend, und ein wenig ver├Ąngstigt.

Alles bestens, sagte er. Sie ging einen halben Schritt

r├╝ckw├Ąrts, drehte sich langsam um und ging auf ihr

Fahrrad zu.

_

Dies geschah am Morgen nach seinem Besuch in der

George-St. Die Dame die ihm seinen Kaffee servierte

hatte unter ihrer Maske eine Fratze von der gleichen Art

wie die der Postbotin. Nicht ganz so gierig und alt, aber

auch nicht weit davon entfernt. Es musste einen Sinn

haben dass er sie pl├Âtzlich erkannte; und es war mit

Sicherheit keine gute Idee, von ihnen Getr├Ąnke

anzunehmen.

Dass es sich nicht um eine St├Ârung seiner

Wahrnehmung handelte, dessen konnte er sich jetzt

sicher sein. Es gab keinen Zweifel mehr.

Die Leute auf dem B├╝rgersteig zogen an ihm vorbei,

mal qu├Ąlend langsam, mal zu schnell um sie zu

erkennen. Aaron sp├╝rte einen fast angenehmen Druck

hinter seiner Stirn, der ihm mittlerweile nur zu bekannt

worden war. Er zog den linken Ärmel seiner Jacke

zur├╝ck, sp├╝rte den Stoff erst eine halbe Sekunde sp├Ąter

an den Fingerspitzen, und sah auf seine Uhr. Sechzehn

Uhr zweiundvierzig.

Vom Coffeeshop waren es nur f├╝nf Minuten bis zur

Grantley Road. Der Herbstwind war schon ein wenig

schneidender, deshalb vergrub er sein Kinn ein wenig in

seinem Parka, wechselte nach einem langen Blick die

Stra├čenseite und machte sich auf den Weg. Er ging jetzt

den Berg der Grantley Rd. hoch, ├╝ber den "Liz" sich so

vehement beschwert hatte. Aaron wusste noch nicht

genau, wie er sie nennen sollte.

Nun ja, man kann nicht alles aus jemanden

rausbekommen. F├╝nf Minuten sp├Ąter ging er an seinem

verfallenen Briefkasten vorbei auf seine Haust├╝r zu, sah,

dass er seinen Spaten auf der Veranda an der Wand hatte

lehnen lassen, und nahm ihn beim Vorbeigehen in die

Hand.

Das Haus hatte einen Keller. Doch wie die Dunkelheit

hier eine andere war, so war der Keller kein Quell von

Angst und Grauen, sondern der Ort an dem sich Aaron

am sichersten f├╝hlte, denn hier war die Konzentration

am h├Âchsten, er sp├╝rte es jedes Mal sobald er den ersten

Schritt die Treppe hinunter tat. Auf diese Treppe ging er

jetzt zu, am Esszimmer vorbei bis zu einer kleinen T├╝r

links am Ende des Flurs.

Diese gab ein langes, h├Âlzernes Knarren von sich,

wenn man sie ├Âffnete. Aaron begann Stufe f├╝r Stufe den

Weg nach unten, und schlo├č dabei mit einen leichten

L├Ącheln die Augen. Hier gab es keinen Milimeter den er

nicht im Dunkeln genau wahrnahm. Und wieder sp├╝rte

er, wie er willkommen gehei├čen wurde. Als er am Boden

der vierzehn Stufen ankam, stand er still und roch f├╝r

eine Sekunde den eigent├╝mlichen Geruch dort unten.

Dann ging er einen Schritt weiter, lehnte den Spaten an

die Wand rechts der kleinen Werkbank die gegen├╝ber

der Treppe stand. Der Geruch kam von dort.

Er drehte sich langsam um und begann, die Treppe

wieder hinaufzugehen. Oben angekommen ging er in die

K├╝che. F├╝r einen kurzen Moment stand er vor dem

Fenster und sah sich draussen die Schatten an. Mit einem

Ruck zog er den Vorhang zu, ging zum Tisch und zog

seinenStuhl zur├╝ck, das wehleidige Kratzen garnicht

wahrnehmend. Aaron setzte sich.

F├╝r eine unbestimmte Zeit blickte er den Vorhang an.

Er beobachtete wie die letzte dumpfe Helligkeit draussen

verschwand, und der Vorhang von dunkelrot zu schwarz

wurde. Danach konnte er nur noch schwer sch├Ątzen.

KNALL

Er fuhr hoch und drehte sich hastig um.

KNALL

Aaron schlich in den Flur und blickte zur T├╝r. Sie

erbebte zum dritten Mal. KNALL. Er schlich die zwei

Schritte zur T├╝r um durch den Spion zu blicken; und

fuhr sofort herum als er vor seiner T├╝r die zwei

ekelhaftesten Exemplare von ihnen erblickte die er sich

vorstellen konnte. Es war schlimmer als bei "Liz". Alles

Menschliche war fort, ihre Gesichter waren runzlig und

wirkten seltsam zusammengepresst. Und ihr irres

Grinsen machte Aaron f├╝r einen Moment glauben, er

k├Ânne ihr Kichern h├Âren.

Er sprang zur├╝ck in die K├╝che und griff zum

Messerblock; nur um sich zu erinnern, dass sein einziges

gutes K├╝chenmesser unten im Keller lag. Er wusste nicht

ob die beiden Viecher hinein konnten. Das Haus musste

ihn besch├╝tzen.

Die paar Meter zur Kellert├╝r legte er sprintend zur├╝ck,

und h├Ârte hinter sich das Ger├Ąusch von splitterndem

Holz als er sie aufriss. Aaron blickte nicht zur├╝ck. Zwei

Stufen auf einmal nehmend rannte er die Treppe

hinunter, griff das Messer von der Werkbank und hastete

wieder hoch.

Er kauerte in der Dunkelheit neben der T├╝r und

wusste, dass er nur einen Moment haben w├╝rde. Als der

Schatten des ersten begann, die T├╝r auszuf├╝llen, rammte

er das Messer mit aller Kraft dahin, wo er in dieser

Position seinen Hals vermutete. Und er sp├╝rte einen

Widerstand.

Das Ger├Ąusch befriedigte ihn ungemein. Kein

wirkliches Gurgeln, sondern eher das Einatmen einer

Person mit einem schlimmen Husten. Aaron ri├č das

Messer heraus, griff das Ding an seinen widerlichen,

borstigen Haaren und stie├č es die Treppe hinunter, wo es

liegenblieb.

Er eilte sofort hinterher; wieder unten angekommen

wendete er sich nach links und wartete in der Ecke links

von der Treppe. Das war kein Versteck, der Zweite

wusste, dass er hier war. Aaron h├Ârte schon den zweiten

Schritt und machte sich bereit. Er w├╝rde nur einen

winzigen Moment haben, wenn der Gang des Zweiten

kurz stockte, und der schmale Lichtschein von oben

gerade so die Werkbank erreichte. Denn dort lag sie.

Und als er den n├Ąchsten Schritt h├Ârte, preschte er

hervor. KNALL.

Aaron sah die Verunsicherung in seinem Blick, als er

dem Monster sein Messer in die Brust trieb. Seine Augen

zuckten von Aarons Gesicht auf die Werkbank hinter

ihm, und auf das widerliche B├╝ndel am Fu├č der Treppe.

Dann wieder zu Aaron. Er sah aus als wollte er etwas

sagen als Aaron das Messer wieder herausriss und es

ihm ins rechte Auge rammte. Er starb sofort.

Auch Aaron blutete. Das Vieh hatte ihn direkt ├╝ber

dem Bauchnabel erwischt, und er sp├╝rte, wie das Blut an

seinem Bauch und danach am linken Bein hinunterlief.

Er war durchn├Ąsst.

Die eigent├╝mliche Luft seines Kellers tief einatmend,

machte er einen gro├čen Schritt ├╝ber den Zweiten und

ging langsam die Treppe hoch. Er schloss die T├╝r hinter

sich und schlurfte in die K├╝che.

Mit einem Kratzen zog er seinen Stuhl zur├╝ck, setzte

sich, und blickte den Vorhang an.


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