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Leselupe.de > Humor und Satire
Abenteuer Bahn Teil I
Eingestellt am 09. 07. 2002 23:55


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rudolf.guertler
Schriftsteller-Lehrling
Registriert: Jul 2002

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Abenteuer Bahn Teil I

Sind sie schon mal mit der Bahn gefahren?

Mit der DB sprich Deutsche Bahnen.

Sollten sie aber tun. Das ist ein ├ťberlebenstraining f├╝r unerschrockene Frauen und M├Ąnner.

Also es soll ja auch mal vorkommen, da├č alles glatt l├Ąuft. Dann ist es eben nichts mit dem Erlebnis der „Wildnis Bahn“, man hat nur den teueren Fahrpreis bezahlt. Kommt es aber doch mal zu einem f├╝r die Bahn nicht v o r h e r s e h b a r e n Zwischenfall (und davon gibt es scheinbar viele) dann ist Bahnfahren ein Erlebnis nach dem Motto:

Kommst du heute nicht mehr heim
k├Ânnt es vielleicht morgen sein:

Und da h├Ąlt die Bahn dann was sie verspricht:
Deutsche Bahnen
Wir kommen an.
(aber wann)

18:05 Uhr M├╝nchen Ostbahnhof

Ein st├╝rmischer Tag im bayerischen Land. Der Fahrgast, ├╝brigens zahlender Bahnkunde, will wie jeden Tag um 18:11 Uhr mit dem Interregio von Salzburg bis Karlsruhe nach Hause fahren. Im Bahnhofsuntergescho├č schaut er, der Fahrgast, ├╝brigens zahlender Bahnkunde, schon 18:00 Uhr. Also schreitet der Fahrgast, ├╝brigens zahlender Bahnkunde, zielstrebig zum Bahnsteig mit den Gleisen 5-6 und steigt zwei Stufen auf einmal nehmend zum Bahnsteig empor.

Ein Blick auf die Anzeige l├Ą├čt ihn, den Fahrgast, ├╝brigens zahlender Bahnkunde, zusammenzucken, kein Zug angezeigt. Es steht nur auf der Anzeige: Bitte Durchsage beachten! Und das gleich dreimal. Der Fahrgast, ├╝brigens zahlender Bahnkunde, wartet nun statt auf den Zug auf eine Durchsage.

Auf dem Nachbarbahnsteig mit den Gleisen 7-8 stehen ebenfalls Leute und warten. Warten auf eine Durchsage. Sie wollen ja nur vielleicht bis Rosenheim.

Der Fahrgast, ├╝brigens zahlender Bahnkunde, zuckt zusammen. Im Lautsprecher hat es geknackt. Dann erschallt eine freundliche, weibliche Stimme, „Verehrte Fahrg├Ąste. Der Eurocity aus Mailand f├Ąhrt heute ├╝ber Holzkirchen direkt zum Hauptbahnhof. Dort k├Ânnen sie ihn erreichen. Wir bitten um ihr Verst├Ąndnis.“

H├Ąh, wieso erreichen, der hat doch am Hauptbahnhof Endstation.

Der Fahrgast, ├╝brigens zahlender Bahnkunde, kratzt sich am Kopf. Auf den Zug wartet er, der Fahrgast, ├╝brigens zahlender Bahnkunde. Aber, so denkt er, der Fahrgast, ├╝brigens zahlender Bahnkunde, sich, wenn der Eurocity direkt zum Hauptbahnhof f├Ąhrt, wird der Interregio ihm dies gleichtun. Was bleibt dem Fahrgast, ├╝brigens zahlender Bahnkunde, letztlich anderes ├╝brig, als sich zum Hauptbahnhof auf den Weg zu machen. Treppen runter, Treppen rauf zum Bahnsteig mit den Gleisen 1-2. Von hier f├Ąhrt die S-Bahn, mehr oder weniger p├╝nktlich, zum Hauptbahnhof. Er, der Fahrgast, ├╝brigens zahlender Bahnkunde, setzt sich in die n├Ąchste S-Bahn Richtung Hauptbahnhof. Und, oh Wunder, die S-Bahn f├Ąhrt tats├Ąchlich.

18:23 Uhr M├╝nchen Hauptbahnhof

Der Fahrgast, ├╝brigens zahlender Bahnkunde, benutzt die Rolltreppe und erblickt das Licht des Hauptbahnhofes. Er, der Fahrgast, ├╝brigens zahlender Bahnkunde, marschiert geradewegs zur Mitte des Bahnhofs, da sich der Service Point zentralisiert mittig im Bahnhof befindet. Dar├╝ber ist, intelligenter weise, die Anzeigetafel f├╝r die abfahrenden Z├╝ge angebracht. Wobei die Anzeigetafel f├╝r abfahrende Z├╝ge schon viel l├Ąnger existiert als der Service Point.

Auweia! Viele Z├╝ge versp├Ątet oder ganz entfallen.

Nun, Gleis 17, der Interregio ist angezeigt, aber keine Bemerkung wie: ca. 5 Min. versp├Ątet (was letztlich 20 - 30 Minuten bedeuten kann). Er, der Fahrgast, ├╝brigens zahlender Bahnkunde, erinnert sich sehr gut daran, als vor etwa 4 Wochen da stand - ca. 20 Min. versp├Ątet -. Das waren dann 75 Minuten, aber das ist eine ganz andere Geschichte. Der Fahrgast, ├╝brigens zahlender Bahnkunde, wendet sich dem Bahnsteig mit dem Gleis 17 zu.

18:25 Uhr M├╝nchen Hauptbahnhof Gleis 17

Der Zug sollte stehen. Tut er, der Zug, aber nicht. Auch keine Anzeige hinsichtlich einer Versp├Ątung. Nun denkt sich der Fahrgast, ├╝brigens zahlender Bahnkunde, dann wird er, der Zug, ja gleich eintreffen. Der Bahnsteig ist voller Leute. Pendler, die auch nach Hause wollen.

Ergo denkt sich der Fahrgast, ├╝brigens zahlender Bahnkunde, gehe ich doch bis an das Ende des Bahnsteiges. Dort, wo sich dann die Spitze des Zuges befindet, finde ich sicherlich einen Sitzplatz.

An dieser Stelle sollte vielleicht erw├Ąhnt werden f├╝r die unter den gesch├Ątzten Lesern, die dies nicht wissen, M├╝nchen Hauptbahnhof ist ein Kopfbahnhof. Der Zug f├Ąhrt vorw├Ąrts rein und genaugenommen r├╝ckw├Ąrts wieder raus. Aus der Luft s├Ąhe der Bahnhof mit seinen Gleisen wie eine riesige Mistgabel mit zu vielen Zacken aus. Die Zacken, die den Bahnbeamten aus der Krone gefallen sind, als sie sich mal bem├╝hten, nett zu sein.

Nach guten 200 m Fu├čweg erreicht er, der Fahrgast, ├╝brigens zahlender Bahnkunde, das Ende der Bahnhofshalle, aber noch nicht das Ende des Bahnsteiges. Der Rest ist zwar ├╝berdacht, bietet aber bei starkem Wind auch nicht sehr viel Schutz.

18:52 Uhr M├╝nchen Hauptbahnhof Gleis 17

Der Fahrgast, ├╝brigens zahlender Bahnkunde, zuckt zusammen. Die Lautsprecher haben wieder geknackt, diesmal allerdings am Hauptbahnhof. „Verehrte Fahrg├Ąste. Aus technischen Gr├╝nden f├Ąhrt der versp├Ątete Interregio nach Karlsruhe heute vom Gleis 27. Er wird dort in wenigen Minuten eintreffen. Bitte begeben sie sich zum Gleis 27. Wir bitten um Verst├Ąndnis“.

Nun es freute den Fahrgast, ├╝brigens zahlender Bahnkunde, sehr, da├č man die Ansage so rechtzeitig gebracht hatte, da├č noch eine gewisse M├Âglichkeit bestand, den Interregio zu erreichen.

Man g├Ânnt sich ja sonst nichts, sportlich gesehen, warum jetzt nicht die 200 m zur├╝ck, die 100 m nach links, dann wieder 200 m nach vorn, und das in Bestzeit von 4 Minuten 25 Sekunden 10 Hundertstel.

Die Masse der Pendler pendelt im Sauseschritt, sowie laut schimpfend, zum Gleis 27. Im Vorbeihasten ein Blick auf die Anzeigetafel. Immer noch keine Versp├Ątung angezeigt. Demzufolge ist die Versp├Ątung nicht real. Warum rennen dann alle?

Um 18:58 Uhr kommt er, der Zug, auf den er, der Fahrgast, ├╝brigens zahlender Bahnkunde, wartet. Endlich bewegen sich die Menschenmassen. Erst die, die den Zug verlassen, weil sie ihr Ziel erreicht haben. Dann die, die in den Zug einsteigen, weil sie ihr Ziel noch nicht erreicht haben. Er, der Fahrgast, ├╝brigens zahlender Bahnkunde, hat mit seiner ├ťberlegung, vorne im Waggon mit der Ordnungsnummer 5 einzusteigen und einen Sitzplatz zu finden, denkbar richtig gelegen. Hier dr├Ąngeln recht wenig Pendler in den Zug. Um 19:06 Uhr verlie├č der Interregio M├╝nchen Hauptbahnhof. Der Fahrgast, ├╝brigens zahlender Bahnkunde, war gl├╝cklich, mit nur 35 Minuten Versp├Ątung daheim angekommen zu sein.

Und die Moral von der Geschicht,
Fahr mit der Bahn und du kommst p├╝nktlich an
(oder auch nicht).
__________________
Rudolf G├╝rtler
G├╝nzburg (Schwaben)

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Tekky
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Danke f├╝r die Story, habe gut gelcht
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Wenn es Sinn hat, etwas zu machen, dann hat es auch Sinn, es schlecht zu machen.(Gilbert Keith Chesterton)

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