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Leselupe.de > Kindergeschichten
Abenteuer in der Savanne Teil 1
Eingestellt am 19. 06. 2002 16:56


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MĂ€rchentante
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Tagelang hatte es geregnet. Nun schien endlich wieder die Sonne vom blauen Himmel ĂŒber der Savanne in Afrika. Die Luft war mild und weich wie Seide, und erfĂŒllt vom Gezwitscher der Vögel. Große, bunte Schmetterlinge flogen fröhlich von Blume zu Blume und ĂŒberall summte und brummte es. In der Ferne sah man den Fluß wie ein silbernes Band glitzern.

Einige Antilopenkinder spielten etwas abseits ihrer Herde, die es sich im Schatten des Urwaldes gemĂŒtlich gemacht hatte. Sie rannten um die Wette und machten die wildesten BocksprĂŒnge. Ja, so war das Leben schön. ÜbermĂŒtig tobten sie durch die Savanne.
Plötzlich hielten sie inne, denn das Glitzern des großen Flusses faszinierte sie. Zu gern wĂ€ren sie zu ihm gelaufen und durch das Wasser getobt, doch ihre Eltern hatten ihnen strengstens verboten, allein dorthin zu laufen, denn ĂŒberall lauerten fĂŒr die Kleinen Gefahren. Die wilden Tiere des Urwaldes verbargen sich irgendwo im GebĂŒsch und warteten nur darauf, dass sich ein unvorsichtiges Junges ihnen nĂ€herte.
Die jungen Antilopen spielten weiter, doch der Fluß ließ ihnen keine Ruhe, immer wieder unterbrachen sie ihr Spiel und sahen zu ihm hin.Es war doch zu verlockend und sie dachten immer weniger an die Ermahnungen der Erwachsenen.

Plötzlich rief eines der Jungen:" Kommt, laßt uns zum Fluß laufen, es ist doch nicht so weit und wir bleiben auch nicht lange." Sofort fielen ein paar andere mit ein:" Oh ja, das wĂ€re schön, wir werden schon wachsam sein." Eine kleine Gruppe aber hatte Bedenken:" Ihr habt doch gehört was die Eltern gesagt haben, es ist zu gefĂ€hrlich. Wenn wir in Gefahr sind, kann uns niemand helfen und wir sind den Löwen und anderen wilden Tieren ausgeliefert." Aber schon riefen einige:" Ach was, es ist doch alles so ruhig hier, weit und breit ist niemand außer uns zu sehen. Wenn wir nur eine kleine Weile dort bleiben, wird schon nichts geschehen. Wir können es ja so machen, dass ein paar von uns spielen und die anderen passen auf, dann sind die anderen dran, und wir passen auf. Es ist so warm heute und eine AbkĂŒhlung im kalten Wasser ist bestimmt toll."
Diese Aussicht war so verlockend, dass auch die Letzten ihre Bedenken vergaßen, und sie liefen um die Wette, weil jeder der Erste am Fluss sein wollte. Atemlos kamen sie an seinem Ufer an und sprangen ins kĂŒhle Wasser das es nur so spritzte. Wieviel Spaß das machte! Sie wurden immer ĂŒbermĂŒtiger und niemand dachte mehr daran, dass sie sich doch mit dem Aufpassen abwechseln wollten.

Und so bemerkte keine der kleinen Antilopen die Gefahr, in der sie sich schon seit geraumer Zeit befanden. Nahe dem Flussufer, im Dickicht verborgen, lag eine Löwin. Sie starrte mit ihren gelben Augen auf die ausgelassen tobenden Jungen:" GlĂŒck muss man haben," dachte sie bei sich, " dies hier wird ein leichtes Spiel werden." Mit einem Satz sprang sie aus ihrem Versteck und brĂŒllte furchterregend. Entsetzt starrten die Kleinen sie an und rannten dann so schnell sie konnten davon in der Hoffnung, sich so noch retten zu können.

Unterdessen bemerkte man bei der Antilopenherde die ungewöhnliche Stille. Es war nie so ruhig wenn die Kleinen umhertobten. Als sie nachsahen, machte sich Panik breit. Die Jungen waren weg! Wie war denn das nur möglich? Wie oft wurden sie ermahnt in der NĂ€he zu bleiben! Wie oft wurden sie vor den vielen Gefahren gewarnt, die ĂŒberall lauerten! Gerade wollten sie einen Suchtrupp losschicken, als sie in der Ferne eine Staubwolke sahen, die immer nĂ€her auf sie zukam. Gebannt schauten sie zu ihr hinĂŒber. Ein Aufatmen ging durch die Herde, als sie die ersten Jungtiere erblickten. Zitternd vor Angst standen ihre Jungen nun vor ihnen. Den Schrecken noch in den Knochen, erzĂ€hlten sie den Erwachsenen von der großen Löwin am Fluss. Plötzlich bemerkte jemand aus der Herde entsetzt, dass ein Junges fehlte. Die Kleinen selbst hatten bis dahin auf ihrer rasenden Flucht gar nicht bemerkt, dass ein Spielkamerad zurĂŒck geblieben war.
Zitternd löste sich eine Mutter aus der Herde. Es war ihr Junges das vermißt wurde. Todtraurig und stumm blickte sie ĂŒber die Savanne. Das Schicksal hatte also erneut zugeschlagen. Erst im letzten Jahr wurde ihr Mann von den Löwen geholt und nun auch noch eines ihrer beiden Jungen. Der Schmerz zerriss ihr fast das Herz.

Da spĂŒrte sie, wie etwas weiches sich an sie drĂŒckte. Es war ihr zweites Kind. Es blickte zu seiner Mutter auf und TrĂ€nen rannen ihm aus den schönen großen Augen. "Wenn wir doch nur auf eure Warnungen gehört hĂ€tten," weinte es leise," nun habe ich meinen Bruder verloren und das Schlimmste ist, dass ich ihn im Stich gelassen habe. Ich bin ein Feigling, denn ich habe mich vor lauter Angst auf der Flucht noch nicht einmal nach ihm umgesehen. Vielleicht hĂ€tte ich ihm doch helfen können." ZĂ€rtlich drĂŒckte seine Mutter ihn an sich. "Sicher, es war nicht richtig das ihr ungehorsam ward und so weit vom Lager weggelaufen seid, doch du bist kein Feigling mein Kleiner," tröstete sie ihn mit leiser Stimme und fuhr dann fort:" Du hĂ€ttest ihm nicht helfen können, niemand kann das, niemand von uns kann gegen eine Löwin kĂ€mpfen." Mit hĂ€ngenden Köpfen und ganz eng aneinander geschmiegt gingen sie zur Herde zurĂŒck.Auch dort war die Stimmung sehr bedrĂŒckt.

WĂ€hrend die jungen Antilopen in panischer Angst vor der Löwin flĂŒchteten, blieb einer ihrer GefĂ€hrten zurĂŒck. Starr vor Schrecken war er wie gelĂ€hmt und nicht in der Lage, mit den anderen wegzurennen. Fauchend stand die Löwin vor ihm, ihre gelben Augen funkelten ihn an. "Jetzt schlĂ€gt also mein letztes StĂŒndlein," dachte er bang, "wĂ€re ich doch nicht mit den anderen zum Fluss gelaufen, nun kann mir niemand mehr helfen." Er presste die Augen ganz fest zusammen und wartete auf den Tod. Aber es passierte nichts Stattdessen hörte er plötzlich eine Stimme, die sich wie Donnergrollen anhörte:" Hab keine Angst, ich werde dir nichts zuleide tun." Mit aufgerissenen Augen starrte er die Löwin an. Sein Herz schlug bis zum Halse und er hatte das GefĂŒhl, seine Beine wĂŒrden ihm jeden Moment den Dienst verweigern. Doch dieses Untier sprach weiter:" Ich habe euch Kleinen schon eine ganze Weile beim Umhertoben beobachtet. Sogar um euer Lager bin ich schon geschlichen, nur war die Gelegenheit noch nie so gĂŒnstig wie heute, einen von euch zu erwischen, und mit dir habe ich auch noch so ein hĂŒbsches Exemplar eingefangen." Langsam erwachte der Kleine aus seiner Erstarrung. Er nahm seinen ganzen Mut zusammen und fragte zaghaft:" Was hast du mit mir vor? Warum frisst du mich nicht?" "Fressen?" fragte die Löwin, "warum sollte ich dich fressen? Ich werde dich sozusagen adoptieren, du bist jetzt mein Kind. Weißt du, ich habe bisher keine eigenen Jungen haben können. Alle meine Freundinnen haben Kinder, nur ich nicht." Und ihre Stimme klang jetzt auf einmal traurig.
Er stand wie vom Blitz getroffen vor ihr und traute seinen Ohren kaum. Das gab es doch nicht! TrĂ€umte er, oder hatte er vor lauter Angst schon Halluzinationen? Die Löwin fuhr fort:" Von nun an werde ich deine Mutter sein. Ich werde fĂŒr dich sorgen und dich beschĂŒtzen. Es soll dir an nichts fehlen und du sollst sehen, es gefĂ€llt dir bei uns im Rudel. Die Jungen meiner Freundinnen werden deine Spielkameraden sein, und nach einer Weile wirst du nicht mehr fort wollen. Auch das Jagen werde ich dir beibringen, wir werden viel Spaß miteinander haben." "HĂ€?" dachte die kleine Antilope, "wieso jagen? wir ernĂ€hren uns doch nur von KrĂ€utern, Gras und BlĂ€ttern und die jagt man nicht, die frisst man ganz einfach ab."
AllmĂ€hlich zweifelte er an ihrem Verstand und wenn die Situation nicht so gefĂ€hrlich gewesen wĂ€re, hĂ€tte er wohl laut gelacht.Doch so antwortete er dieser verrĂŒckten Löwin:" Ich habe aber doch schon eine Mutter die sich um mich kĂŒmmert und fĂŒr mich und meinen Bruder sorgt. Sicher denken beide ich sei tot und sind ganz traurig. Da du mich nicht fressen willst, kannst du mich doch freilassen, damit ich zu ihnen zurĂŒcklaufen kann. Ich bin ein Antilopenkind und passe in kein Löwenrudel. Deine GefĂ€hrten wĂŒrden nur auf eine Gelegenheit warten, mich zu fressen." Langsam wurde sie ungeduldig: "Ich sagte dir schon, ich werde auf dich aufpassen. Ja, es stimmt, es sind ein paar unter uns, die sicher nur darauf lauern werden, dich allein zu erwischen. Doch es sind auch einige darunter die mir versprochen haben, auf mein neues Junges aufzupassen, damit ihm nichts passiert." "Das sind ja schöne Aussichten," dachte das Kleine erschauernd, "und wieso eigentlich neues Junges? Sie hat doch eben gesagt, sie hĂ€tte noch nie Kinder gehabt," also fragte es sie danach. "Nun," antwortete sie langsam, "hin und wieder ist es mir gelungen, so ein kleines Tierjunges wie dich einzufangen und mit ins Lager zu nehmen. Mal war es ein kleines Zebra, mal ein Äffchen, sogar eine kleine Giraffe war darunter doch leider, und das ist mir jetzt ein wenig peinlich, sind bisher alle Opfer meiner Sippe geworden." "VerrĂŒckt, die ist verrĂŒckt," dachte das Kleine. "So, und nun komm mit mir," befahl die Löwin, "mach die keine Sorgen, bei dir wird alles anders werden. Ich lasse dieses mal nicht zu, dass irgend jemand dir ein Leid zufĂŒgt." Mit angsterfĂŒllter Stimme versuchte die kleine Antilope die Löwin umzustimmen: "Bitte lass mich doch frei, ich gehöre zu meiner Familie, zu meinem Bruder und zu meiner Mutter." "Wirst du jetzt wohl still sein und mitkommen," brĂŒllte das Untier aufgebracht, "du wirst bei mir bleiben und schluss. Ich bin von nun an deine Familie und das Rudel ist deine Familie. Deine Mutter hat ja schließlich noch deinen Bruder und ich? Ich habe kein einziges Junges," und leiser, fast zĂ€rtlich sagte sie: " Nun komm mein hĂŒbsches Böcklein."
Langsam, mit schlotternden Beinen folgte das unglĂŒckliche Antilopenkind der Löwin, die leise in sich hineinlachte:" Da werden aber alle staunen, mit was fĂŒr einem niedlichen Familienzuwachs ich diesmal ins Lager komme."

Als beide schon ein ganzes StĂŒck weit weg vom Fluss waren, hörte man plötzlich ein aufgeregtes:" Oh Junge, Junge, habt ihr so etwas verrĂŒcktes wie heute schon mal erlebt? Ich dachte, ich bin im falschen Film." Ein aufgeregtes Durcheinander von Stimmen folgte. Es war eine kleine Schar Kuhreiher, die das ganze Spektakel vom Ufer aus verfolgt hatten. "Meine GĂŒte," sagte ein anderer, "das arme Ding, was jetzt wohl mit ihm passiert. Mir kann doch niemand erzĂ€hlen, dass diese Geschichte gut ausgeht. Eine Antilope mitten im Löwenrudel. Die Riesenkatze muss einen gewaltigen Knall haben." "Du hast recht," rief ein anderer, "die werden doch nur auf einen gĂŒnstigen Moment warten, um es zu fressen. Die arme Mutter des Kleinen, sicher glaubt sie, ihr Kind lebt nicht mehr.Wollen wir nicht etwas unternehmen?" "Aber was können wir denn tun?" fragten die anderen und klapperten aufgeregt mit den SchnĂ€beln. "Ich hĂ€tte da vielleicht eine Idee," sagte jemand von ihnen." "Na los, mach schon, erzĂ€hl was du vorhast," riefen alle. "Leute," fing er an, "wir können doch fliegen, uns können die Löwen so schnell also nichts antun. Und nun meine Idee: Noch sind die beiden dort am Horizont zu sehen. Wenn wir uns beeilen, könnten wir sie noch verfolgen und ausspionieren, wo das Lager der Löwin ist. Da wir ja wissen wo die Antilopenherde grast, fliegen wir hin und erzĂ€hlen ihnen alles, was sich am Fluss zugetragen hat. Dann mĂŒssen wir zusammen beraten, wie es weitergehen soll." "Oh ja, deine Idee ist nicht schlecht, aber meinst du nicht das wir vielleicht zu spĂ€t kommen?" fragte jemand besorgt. "Ich hoffe nicht, und damit das nicht passiert, mĂŒssen wir uns sputen. Außerdem geht die Sonne bald unter und dann wird es schwierig," antwortete er. Dem stimmten alle zu und so erhoben sie sich in den Himmel und flogen so schnell sie nur konnten, hinter der Löwin und der kleinen Antilope her.

Es dauerte nicht lange, da waren die Kuhreiher dicht an die beiden herangekommen. Sie verlangsamten ihren Flug und riefen der Löwin zu: "Hey du verfressenes Untier, lass das Kleine gefĂ€lligst frei, oder du bekommst es mit uns zu tun. Seit wann entfĂŒhren Löwen Antilopenkinder? Siehst du denn nicht wie es sich fĂŒrchtet? Du bist doch vollkommen ĂŒbergeschnappt. Was wohl deine Sippe dazu sagt," und sie landeten in respektvoller Entfernung. Überrascht drehte sich die Löwin um und das Kleine riss weit die Augen auf. Gelangweilt sagte sie:" Ach ihr seid es. Habt ihr nichts besseres zu tun als andere zu belĂ€stigen? KĂŒmmert euch gefĂ€lligst um eure eigenen Angelegenheiten. So, ich habe es eilig. Haut ab und wenn ihr mir zu nahe kommt, werdet ihr schon sehen, was ihr davon habt, ihr alberner Haufen Federn!" "Du wirst selbst sehen was du davon hast," riefen die Reiher aufgebracht, "wir haben viele Freunde im Gegensatz zu dir und was willst du denn mit uns machen? Erst mal musst du uns kriegen oder kannst du etwa auch fliegen?" Sie lachten. "Ja, ja," fauchte die Löwin, "haut schon ab." Dann riefen sie dem Kleinen noch zu: "Hab keine Angst und sei tapfer, wir holen Hilfe. Mit einem Haufen dĂ€mlicher Löwen werden wir noch alle male fertig." "Nun reicht es aber," brĂŒllte die wĂŒtende Löwin, "verzieht euch endlich."

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