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Leselupe.de > Kindergeschichten
Abenteuer in der Savanne Teil 2
Eingestellt am 20. 06. 2002 15:28


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Märchentante
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Traurig sah die kleine Antilope zu, wie die Reiher sich in die L√ľfte erhoben. "Bitte sagt meiner Mutter und meinem Bruder, dass ich noch lebe," rief sie ihnen mit tr√§nenerstickter Stimme zu. Dann senkte sie den Kopf und trottete langsam und voller Angst hinter ihrer Entf√ľhrerin her.
Die aber drehte sich zu ihr um und sagte:" Mach dir keine Hoffnungen, dass dir irgendjemand zu Hilfe kommt. Keiner wagt sich in ein L√∂wenrudel es sei denn, er hat keinen Verstand. Und wenn es doch so ein Schlauberger versucht, wird er es bereuen. Siehst du die Baumgruppe vor uns? Dort bin ich Zuhause. Sicher warten schon alle auf mich." Ab und zu schaute sie zu den Reihern nach oben und knurrte geringsch√§tzig. Diese hatten jetzt auch das L√∂wenlager entdeckt und drehten ab. Nun mussten sie also schnellstens Hilfe holen. Eilig flogen sie in die untergehende Sonne, welche die Savanne in ein goldenes Licht tauchte. Bald wird es Abend werden und dann w√ľrde der Rastplatz der Antilopen schlecht auszumachen sein.Hoffentlich waren sie noch nicht weiter gezogen. Kurze Zeit sp√§ter sahen sie die Herde vor sich.

Inzwischen war auch die L√∂win mit ihrer Beute in ihrem Lager angekommen. Sofort wurden sie von den anderen umringt. Das Herz der kleinen Antilope schlug vor Angst wie wild, und sie hielt unwillk√ľrlich den Atem an. Was jetzt wohl passieren w√ľrde? Schl√§gt nun doch noch ihr letztes St√ľndlein, oder kann die L√∂win ihr Wort halten und sie besch√ľtzen? Aus den M√§ulern der gaffenden Meute tropfte der Geifer und ein lautes Schmatzen einiger war nicht zu √ľberh√∂ren.Die Jungtiere kamen neugierig n√§her und beschn√ľffelten sie, von einigen wurde sie geknufft und angefaucht. Unter den alten L√∂wen h√∂rte man laute Stimmen:" Du mit deinem Wahn, schleppst uns schon wieder so ein Tierjunges hier an. Wir L√∂wen jagen und fressen und entf√ľhren keine Jungen. So was frisst man und nimmt es nicht mit nach Hause als sein eigenes Kind, wann kapierst du das endlich mal? Hast du vergessen was mit den anderen passierte? Na ja, lecker waren sie ja, das muss man sagen und so sch√∂n zart. Es geht doch nichts √ľber ein St√ľck Frischfleisch," und sie kamen bedrohlich n√§her. Nun bibberte das Kleine so, dass es meinte, das Klappern seiner Z√§hne m√ľsste im ganzen Lager zu h√∂ren sein. Jetzt wurde es ernst, doch die L√∂win hielt ihr Wort. Sie baute sich vor ihnen auf und br√ľllte: "Bleibt wo ihr seid. Ich werde nicht zulassen, dass ihr meinem Kleinen etwas antut," und leiser fragte sie:" K√∂nnt ihr das denn nicht verstehen? Ich m√∂chte doch auch so gerne ein Junges. Nat√ľrlich wei√ü ich das es nicht zu uns passt ein fremdes Tierjunges zu adoptieren, aber f√ľr mich ist es besser als keines zu haben. Jeder hier hat eine Familie, nur ich nicht."
Da l√∂ste sich aus der Gruppe ein einzelner L√∂we, es war ihr Mann. Er kam auf sie zu und sch√ľttelte heftig den Kopf, sodass die m√§chtige M√§hne nur so flog:" Nein, nein, du mit deiner fixen Idee," sagte er vorwurfsvoll,"damit s√§st du doch nur Zwietracht unter uns. Sicher, deine Freundinnen werden vielleicht wieder zu dir halten und dir helfen, aber was ist mit den anderen? Wir m√ľssen auf die Jagd gehen, um zu √ľberleben. Willst du es dann etwa mitnehmen? Du kannst es nicht unentwegt bewachen, und eines Tages wird es sich jemand holen. Vergiss auch nicht, dass wir in der Savanne leben. Au√üer uns gibt es hier noch andere Raubtiere, die sich √ľber so einen feinen Braten freuen und nichts unversucht lassen, ihn sich zu holen."

"Ja genau," fl√ľsterte es leise im Baum √ľber ihnen," ich hoffe es bleibt auch etwas f√ľr uns √ľbrig, was meinst du?" "Endlich mal wieder eine fette Mahlzeit im Bauch w√§re nicht schlecht, wei√ü schon kaum noch, was das f√ľr ein Gef√ľhl ist. In diesem Sommer sind wir nicht gerade verw√∂hnt worden," kam die Antwort zur√ľck. Es waren zwei Geier, die es sich f√ľr den Abend in dem Baum gem√ľtlich machten. Sie hatten die ganze Zeit voller Staunen zugeh√∂rt, was dort unten ablief. So etwas gab es ja eigentlich gar nicht. Man hatte zwar schon von dieser √ľbergeschnappten L√∂win geh√∂rt, doch so richtig glauben wollte es keiner, und nun waren sie sozusagen live dabei und erlebten das Unglaubliche pers√∂nlich von einem Logenplatz aus. Da hatte man ja was bei dem n√§chsten Geiertreffen zu erz√§hlen!

Im Rudel unter ihnen rumorte es immer mehr. "Bitte setz dich doch noch mal beim √Ąltestenrat f√ľr mich ein,ich w√ľrde das Junge so gerne behalten. Ich mache dir auch nie wieder Kummer,das schw√∂re ich. Dieses Junge soll wirklich das letzte sein," bat die L√∂win gerade ihren Mann.
Auch er hatte sich immer Nachwuchs gew√ľnscht, nur was nicht ging, ging nicht.Man musste es einfach akzeptieren wie es war. Trotzdem hatte er auch ein wenig Verst√§ndnis f√ľr seine Frau, sie tat ihm leid. Darum gab er nach: " Nun gut, ich werde versuchen, noch mal ein gutes Wort bei den √Ąltesten f√ľr dich einzulegen. Aber ich kann dir nichts versprechen, denn sie waren von Anfang an schon gegen deine ausgefallene Idee und hatten nur wegen mir gute Mine zum b√∂sen Spiel gemacht. Irgendwann ist ihre Geduld am Ende."

"So, mal sehen, wie es jetzt weitergeht, ist ja richtig spannend," fl√ľsterte es im Blattwerk, "nun bin ich schon so alt, aber so was habe ich noch nie erlebt, welch eine verr√ľckte Welt!"

W√§hrend der √Ąltestenrat zusammen sa√ü, wurde die Urheberin dieser ganzen Aufregung von ihren besten Freundinnen umringt. "Du kannst es aber auch nicht lassen," sagte eine und eine andere:" Du wirst dich und deinen Mann in Schwierigkeiten bringen wenn du tats√§chlich verlangst, dass hier im Lager so ein feiner Braten herumlaufen darf. Wer kann sich denn da schon beherrschen? Es liegt nicht in unserer Natur Braten zu bewachen." Die unterschiedlichsten Meinungen gab es unter ihnen, doch am Ende versprachen sie ihr, wenn auch schweren Herzens, mit auf das Kleine aufzupassen. Wenn sie zum Wasserloch gingen, w√ľrden sie es in ihre Mitte nehmen, und im Lager k√∂nnte es mit ihren eigenen Jungen spielen. Doch wie sollten sie ihren Kindern nur beibringen dass sie einerseits lernen mussten Antilopen zu jagen um zu √ľberleben, und andererseits diese hier nicht anr√ľhren durften, ja sogar mit ihr spielen sollten.Das w√ľrde ja noch heiter werden, zumal ihre Spr√∂√ülinge gerade in einen schwierigen Alter waren! Doch Freundinnen halten eben zusammen und gemeinsam w√ľrde es vielleicht gehen, obschon sie kein gutes Gef√ľhl dabei hatten.

Unterdessen landeten die Kuhreiher bei der Antilopenherde. Die D√§mmerung senkte sich auf die Savanne herab. Es war sehr still bei ihnen, denn sie mussten immerzu an das Schicksal des Kleinen denken. Morgen w√ľrden sie diesen Ort verlassen und weiterziehen um sich einen neuen Weidegrund zu suchen, denn allm√§hlich wurde es mit jedem Tag hei√üer und es gab nicht mehr sehr viel saftiges Gras und aromatische Bl√§tter.
"Wir haben eine gute und eine schlechte Nachricht f√ľr euch," riefen die Reiher ihnen zu." Die gute ist, euer Junges lebt, und die schlechte, es wird von einem L√∂wenrudel bewacht. Wir sind der L√∂win und dem Kleinen bis zu ihrem Lager gefolgt."
Sie erz√§hlten ihnen den ganzen Hergang dieser unglaublichen Geschichte. Nun war die Aufregung gro√ü. Alle redeten durcheinander und man konnte sein eigenes Wort kaum verstehen. Das Junge lebte also noch, welch eine Freude! Doch wie sollte es jetzt weitergehen? Man musste ganz schnell Rettungsma√ünahmen einleiten, aber wie nur sollte man das anstellen? Einige machten den Vorschlag, die L√∂wen aus ihrem Lager zu locken, damit das Kleine fliehen konnte. Doch sie verwarfen den Gedanken sofort wieder, weil es ein zu gef√§hrliches Unterfangen war, denn einige von ihnen k√∂nnten dabei ihr Leben verlieren und damit w√§re niemandem geholfen. Es w√ľrde nur noch mehr Leid √ľber sie alle bringen. Alle redeten aufgeregt durcheinander, machten Vorschl√§ge und verwarfen sie wieder. Sie kamen einfach zu keinem Resultat.

√úber ihnen, auf einem alten ausgeh√∂hlten Baum, machte sich pl√∂tzlich eine Ohreneule bemerkbar, die das ganze Spektakel aus luftiger H√∂he schweigsam verfolgt hatte. "Ja, ja," kr√§chzte sie heiser, "das kommt davon, wenn man nicht h√∂ren kann. Diese unerzogene Jugend von heute kennt keinen Gehorsam und keine Disziplin mehr, das war zu meiner Zeit anders.Da hat man noch auf die Erwachsenen geh√∂rt, ts, ts. Das kommt davon, wenn man den Kindern zuviel Freiheiten l√§sst. Eine gewisse Strenge muss einfach sein, sonst geht es in der Welt drunter und dr√ľber, und dann passiert so etwas wie heute. Ungehorsam muss bestraft werden. Ich hoffe, dies wird allen Jungen eine Lehre sein,ja, ja."
Empört riefen viele:" Du? Was willst du denn? Zum gute Ratschläge geben ist es jetzt zu spät. Berate lieber mit uns zusammen was wir tun können." Die Ohreneule folg einen Ast tiefer und sagte beleidigt: "Fahrt mich bloß nicht so an, ich habe nur meine Meinung gesagt," und sie rollte aufgeregt ihre Augen," eine Idee hätte ich schon, doch sie ist nicht ganz ungefährlich." "Tatsächlich?" rief die Menge," dann schnell, sag uns, wie wir das Kleine retten können."

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