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Leselupe.de > Kindergeschichten
Abenteuer in der Savanne Teil 5
Eingestellt am 23. 06. 2002 10:22


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Märchentante
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Kurz vor dem L√∂wenlager hielten die Antilopen und ihre Freunde an, um noch einmal die Einzelheiten ihres Vorgehens zu besprechen. "Willst du wirklich allein mit dieser Bestie sprechen?" fragte ein Elefant die Antilopenmutter, die vor Aufregung bebte. "Wir k√∂nnten doch jetzt diesen ganzen Haufen von K√§tzchen einfach √ľberrennen, uns dein Junges schnappen und w√§ren beizeiten wieder zur√ľck, denn das Wetter schl√§gt um und ein Sturm soll aufziehen. Wir haben also nicht allzuviel Zeit." "Ja, ich muss es tun, nur so kann ich den Kleinen retten," antwortete sie," mit Gewalt erreichen wir nichts. Es wird dann nur noch mehr Leid und Hass auf beiden Seiten sein und au√üerdem riskieren wir, dass sie dem Kleinen auf der Stelle etwas antun. Das Risiko ist mir einfach zu gro√ü." "Also gut," entgegnete der Elefant, "dann geh und versuch dein Gl√ľck.Wir alle hoffen, du hast Erfolg. Wir werden hinter dir stehen und aufpassen und wehe, die werden frech," drohend erhob er seinen R√ľssel, "dann werden sie die Lektion ihres Lebens bekommen." Als sie langsam auf die L√∂wen zuging, wurde es mucksm√§uschenstill. Alle starrten ihr gebannt hinterher und hofften, dass dies hier gut f√ľr Mutter und Kind ausging.

Auch die beiden Geier hielten jetzt die Luft an. Nun wurde es ernst. Wie das wohl enden w√ľrde? Als die Antilope allein n√§her kam, wollten sie ihren Augen nicht trauen. Das war doch nicht m√∂glich! Was hatte die denn vor? Aufgeregt spreizten sie ihre Fl√ľgel und f√§chelten sich Luft zu, denn es war mittlerweile unertr√§glich hei√ü geworden. Oder war es die Spannung die sie so schwitzen lie√ü? Doch jetzt hie√ü es Ohren spitzen, denn die Antilope rief nun den L√∂wen zu:" H√∂rt mich an. Ich bin mit meinen Freunden gekommen, um mein Kind wieder nach Hause zu holen, bitte gebt es mir heraus. Es geh√∂rt zu uns und nicht in ein L√∂wenlager." Das Junge stand zitternd und mit angehaltenem Atem zwischen den L√∂winnen, die es nicht aus den Augen lie√üen. "Wage es nicht dich auch nur ein wenig zu bewegen, "fauchte eine ihm zu. "Mutter," fl√ľsterte es leise, "Mutter ich wusste das du nach mir suchen w√ľrdest."
Der √Ąlteste trat nun hervor und fragte drohend:" Du wagst es wirklich mit diesem zusammengew√ľrfelten Haufen hier bei uns zu erscheinen? Hast du keine Angst davor das wir dich zerrei√üen und dein Junges zum Nachtisch fressen k√∂nnten? Meine Leute brennen nur so darauf euch den Garaus zu machen." Als die Freunde der Antilope diese gro√üspurigen Worte h√∂rten stampften sie mit ihren Beinen so laut auf, dass die Erde bebte und die Elefanten trompeteten markersch√ľtternd. "H√∂rt, h√∂rt," rief eine der Giraffen in den Tumult hinein, "ganz sch√∂n mutig, dabei sollten sie sich vorsehen, wir sind schlie√ülich in der √úbermacht." "Wenn die K√§tzchen es darauf anlegen, k√∂nnen sie ihren √Ąrger gerne haben," trompetete ein Elefant, "wehe den beiden passiert etwas, dann sind sie dran. Sie werden sich w√ľnschen, auf einem anderen Planeten zu sein." "Ich glaube, die meinen es tats√§chlich ernst," knurrte der Anf√ľhrer der L√∂wen, "wir haben wirklich schlechte Chancen bei solch einer Horde. Wenn die Elefanten wenigstens nicht dabei w√§ren. Mit den anderen h√§tten wir leichtes Spiel. Es √§rgert und kr√§nkt mich, dass wir so √ľberrumpelt wurden. Das wird wieder die Runde im Dschungel machen, ich h√∂re sie schon alle lachen. Nein, wie peinlich. Wir m√ľssen jetzt das Beste daraus machen. Also schickt die Verursacherin allen √úbels nach vorne, sie soll den Kleinen der Mutter √ľbergeben. Wenn sie sich weigert, sieht sie die Sonne nicht mehr aufgehen, sie hat genug Schmach √ľber uns gebracht." Die L√∂win str√§ubte sich doch ihr war klar, dass ihr gar nichts anderes √ľbrig blieb. Wenn sie nicht nach gab war es nicht nur mit ihr aus, sondern mit Sicherheit auch mit dem Kleinen. Sie musste gehorchen doch im Stillen wusste sie, dass sie ihn sich wiederholen w√ľrde, egal wie. Es wird sich schon eine passende Situation ergeben.
Die Tiere schauten besorgt zum immer dunkler werdenden Himmel. Es wehte kein L√ľftchen und auch nicht ein einziger Vogel sang mehr. Sie hatten nicht mehr viel Zeit, denn der Sturm konnte jeden Moment √ľber sie hereinbrechen und es war kaum noch Gelegenheit, sich in Sicherheit zu bringen. In der Savanne wurde es unheimlich still.

Die Antilopenmutter wartete am Rand des L√∂wenlagers, ihre Freunde alle hinter sich. Nun kam die L√∂win auf sie zu und sagte:" Du hast gesiegt. Jedenfalls f√ľr den Augenblick. Denn ich muss vern√ľnftig sein und an das ganze Rudel denken, und nicht nur an mich. Nur weil meine Sehnsucht nach einem Jungen so gro√ü ist, darf ich nicht alle in Gefahr bringen. Auch ich h√§tte gerne eine richtige Familie wie alle meine Freundinnen, doch leider blieb mir das bisher versagt. Aber ich sage dir, seid wachsam , denn ich gebe nie auf, niemals! Und irgendwann werde ich mir wieder eines holen."
Der √Ąlteste traute seinen Ohren kaum. "Also wenn das hier vorbei ist," knurrte er, "schicken wir sie in die W√ľste."
Nun gab die Löwin ein Zeichen, das Junge zu bringen. Ganz wackelig auf den langen Beinen vor Angst, rannte es stolpernd auf seine Mutter zu.

In dem Moment brach der Sturm mit ungeheurer Kraft los. Die Sonne verfinsterte sich und dunkle Wolkenfetzen jagten √ľber den Himmel. Es war, als sei die Nacht √ľber sie alle hereingebrochen. Nun war auf beiden Seiten erst einmal der Hass vergessen und Sicherheit angesagt. Die Tiere legten sich ganz schnell dicht an dicht auf die Erde und nahmen die J√ľngsten in ihre Mitte. Selbst die Geier √ľber ihnen klammerten sich so fest wie nie an ihren √Ąsten fest, und pressten sich aneinander. Heute kam aber auch alles auf einmal! Der Sturm trieb entwurzelte Str√§ucher vor sich her und der aufwirbelnde Sand war so dicht, dass man kaum noch etwas sehen konnte. Die B√§ume bogen sich fast bis zur Erde und schauerlich brachen √Ąste. Pl√∂tzlich war ein f√ľrchterliches Krachen zu h√∂ren. Der Sturm hatte mit seiner gewaltigen Kraft einen der st√§rksten B√§ume entwurzelt. Schwer fiel er zur Erde und begrub eine der L√∂wenfamilien unter sich. Sofort versuchten die anderen ihnen zu helfen, doch es war zu sp√§t. Nur die Jungen √ľberlebten unverletzt, denn die Eltern hatten sie mit ihren K√∂rpern vor dem Sandsturm gesch√ľtzt. Nun klagten sie leise vor Angst und Trauer um ihre Eltern.

Ganz allm√§hlich legte der Sturm sich. Es wurde zusehends heller und die Sonne lugte durch die Wolken. Langsam erwachte das Leben wieder in der Savanne. Ein Aufatmen ging durch die Tiere. Bei den Antilopen und ihren Freunden herrschte Freude, denn sie hatten nicht nur den Sturm alle gesund √ľberstanden, sondern das Antilopenjunge war wieder unversehrt bei seiner Mutter und seinem Bruder. Ihre Mission war also gegl√ľckt und so konnte man sich auf den Heimweg machen.

Zerzaust blickten die Geier von ihrem Baum herunter neugierig, was als n√§chstes passieren w√ľrde. "Ich dachte, es rei√üt mich vom Baum," meinte der eine, "so einen Sturm habe ich selten mal erlebt." "Ja," antwortete der andere, "mein Gefieder ist noch ganz durcheinander. Wollen mal sehen, wie es jetzt da unten weitergeht."

Die L√∂wen sch√ľttelten sich den Sand aus ihren M√§hnen und besahen sich den Schaden, den der Sturm in ihrem Lager angerichtet hatte. Sie k√ľmmerten sich um die verwaisten Jungen und tr√∂steten sie, so gut sie konnten. Es machte den Anf√ľhrer traurig als er sah, wie verzweifelt die Kleinen waren. Nach einiger √úberlegung kam er auf eine Idee. "Ruft mir die L√∂win, die das Antilopenjunge in unser Lager geschleppt hat." Als sie mit h√§ngendem Kopf vor ihm stand, sprach er: "H√∂re, was ich dir zu sagen habe. Du hast uns in diese mie√üliche Lage gebracht und dir haben wir es zu verdanken, dass die ganze Savanne √ľber uns lacht. Du kannst es nicht mehr ungeschehen machen, doch will ich noch einmal Gnade vor Recht ergehen lassen." Er erhob seinen Kopf mit der m√§chtigen grauen M√§hne. "Wenn du bereit bist die kleinen verwaisten Jungen an Kindesstatt anzunehmen und ihnen eine gute Mutter sein willst, so werden wir dir alle noch einmal deine Dummheiten verzeihen und du darfst bei uns bleiben. Was meinst du dazu?" Gl√ľcklich strahlte sie ihn an. "Ob ich das m√∂chte?" Fragte sie ungl√§ubig. "Nichts t√§te ich lieber. Endlich darf ich auch eine eigene Familie haben. Ich werde die Jungen aufziehen, als w√§ren sie meine eigenen. Sie werden eines Tages gro√üe J√§ger und starke K√§mpfer sein und dem Rudel alle Ehre machen, das verspreche ich." "Nun gut," antwortete er milde," dann geh und sei ihnen eine gute Mutter." Und zu der Antilope knurrte er b√∂se hin√ľber:" So, nun hast du dein Junges wieder. Es hat Gl√ľck gehabt, dass wir es nicht gefressen haben. Noch einmal lassen wir es nicht zu, dass hier solch ein Braten unbehelligt heruml√§uft. Jetzt rate ich dir, mit deinen Freunden ganz schnell das Weite zu suchen, denn wenn ich euch so ansehe, l√§uft mir das Wasser im Maul zusammen. Eines muss ich euch lassen, als Braten seid ihr un√ľbertrefflich."

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