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Leselupe.de > Ungereimtes
Aber eine Höhle aus Mutterfleisch
Eingestellt am 02. 09. 2019 17:28


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Patrick Schuler
Routinierter Autor
Registriert: Nov 2014

Werke: 235
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1.
Aber eine Höhle aus Mutterfleisch
umwölbe dich Gott der Gelobte
und sein heiliges Blut noch
überrausche dein widriges Scheitern
mit dem doch zu klagen
du klein bist vor dir und vor mir
aber noch riesig wirst sein
vor den goldenen Toren
da man verkündet
der Tod sei bezwungen
und die Liebe uns flösse
wie Ströme und abermals Ströme
uns fließen
voll steten Vergebens.
Hosianna.

2.
einen Olymp
für ein Gelächter.

mich friert.



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Etma
???
Registriert: Jan 2016

Werke: 46
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Hallo Patrick,

mich ziehen deine Gedichte an. Deren Entschlüsselung birgt Früchte. Sehr abstoßend: die "Höhle aus Mutterfleisch", die Gott "umwölbe"! Und dann lese ich Jesus ("sein heiliges Blut"), das komischer weise irgendein Scheitern des lyrischen Du, das noch im zweiten Vers Gott war, "überrausche"! Das ist doch mal ein Bild! Blut soll Scheitern überrauschen! Überrauschen! Als flösse das Blut mit einer derartigen Lautstärke, dass man es hören kann, wie einen Bergbach!

Ich sehe einen Übergang in der ersten Strophe von Gott, der zurück soll in einen Mutterleib, zu Hosianna und die goldenen Tore und die Vergebung! Auch von dem Blut, das rausche, zu den Strömen der Vergebung, die doch inhärent gleich sein sollten, oder führt das eine zum anderen.

Ich denke, das Gedicht blieb bislang kommentarlos, da es eben so verschlüsselt und kryptisch erscheint. Mir zumindest. Es ist schwierig darauf zu stoßen, was zum Beispiel unter "dein widriges Scheitern mit dem doch zu klagen du klein bist vor dir und vor mir" gemeint sein könnte. Ich denke in diesem Fall: man klagt mit dem widrigen Scheitern von Gott, wodurch dieser klein wird vor sich selbst und dem lyrischen Ich.

Aber mir fällt gerade auf: jenes widrige Scheitern könnte ja auch bedeuten: ein nur scheinbares Scheitern, daher eben widrig! Gott scheiterte scheinbar, indem er als menschgewordener Gott am Kreuz starb. Und wenn man darüber klagt, dann ist Gott klein. Aber da kommt die frohe Botschaft in dem Gedicht: Gott wird noch groß sein nach dem Tod, der ja bezwungen ist. Durch das heilige Blut.

Irre ich zu sehr?

Nun aber noch flott zur zweiten Strophe: Olymp - Gelächter ... das "für" könnte einen Tausch implizieren oder einen einseitigen Strom von Olymp zu Gelächter. Olymp als Ort der Götter bei den Griechen ... wie kommt denn das da her? Ich bleibe mit Fragen hinterlassen. Doch dieses "mich friert" soll womöglich letzten Endes das Christentum mit der griechischen Mythologie gegenüber setzen, die griechische Mythologie auslachen und zeigen, dass diese einen frieren lässt?
´
Entschuldige Patrick, ich bin noch etwas im Dunkeln was dein Gedicht angeht, so fühle ich mich. Dennoch, wie eingangs gesagt: für mich irgendwo anziehend das ganze, thematisch und sprachlich und so weiter!

LG, Etma

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Monochrom
Routinierter Autor
Registriert: Nov 2012

Werke: 64
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Moin Patrick,

1.
Aber eine Höhle aus Mutterfleisch
umwölbe dich Gott der Gelobte
und sein heiliges Blut noch
überrausche dein widriges Scheitern
mit dem doch zu klagen
du klein bist vor dir und vor mir
aber noch riesig wirst sein
vor den goldenen Toren
da man verkündet
der Tod sei bezwungen
und die Liebe uns flösse
wie Ströme und abermals Ströme
uns fließen
voll steten Vergebens.
Hosianna.


2.
einen Olymp
für ein Gelächter.

mich friert.

Bitte streiche die beiden Zeilen, dann gebe ich Dir 9 Punkte für diesen Hammer aus Worten. Meine Fresse, krasser Scheiß.

Grüße,
Monochrom

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DOSchreiber
???
Registriert: Mar 2019

Werke: 53
Kommentare: 451
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Was Etma vorlegt als Interpretationsangebot finde ich fabelhaft! Ich wäre gar nicht so tief vorgedrungen, denn Patrick ist schwierig und komplex. Das Glaubende - nicht Gläubige! - will uns Außenstehenden oft wie ein Stein im Wasser vorkommen: Wir sind's, aber ganz schnell am Grund!

Dann das Blut!

Das bringt uns wieder nach oben! Rauschend ...

Etma und Patrick - danke für euer schönes Schreiben!
Monochrom : Sag nicht Scheiß!

Dyrk


__________________
Rieche das Wasser ohne aufzutauchen!
(Dyrk-O. Schreiber)

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