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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Aborigines
Eingestellt am 23. 04. 2002 08:54


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Hubel
Hobbydichter
Registriert: Apr 2002

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Aborigines

Kontaktanzeigen lese ich immer gerne. Besonders am Samstag, wenn ich Zeit habe und das FrĂŒhstĂŒck richtig ausgiebig und reichhaltig ausfĂ€llt. Da lehne ich mich zurĂŒck, lege gemĂŒtlich beide Beine auf einen zweiten Stuhl und lasse diese niedlichen zwei- bis vierzeiligen Suchereien nach nach menschlicher NĂ€he auf mich wirken. Nein, nicht solchen Schweinkram ĂĄ la Sankt Pauli oder so. Meine Tageszeitung ist ein ordentliches, sauberes, eher konservatives Blatt in handlichem, lesefreudigen Format und die Bekanntschaftsanzeigen sind so beschaffen, daß auch die freiwillige Selbstkotrolle an ihnen nicht Anstoß nehmen wĂŒrde. Sie sind schlicht gesagt jugendfrei.

"Suche den netten Mann, der mir am Samstag, den 24.8. die Kultur der Aborigines nÀherbringen wollte. 'Traumpfade', Chiffre 2010-031."

Das gefĂ€llt mir. Ich erhebe mich, hole den Textmarker und hebe das Gesuch fein grĂŒn heraus. Die Farbe zerlĂ€uft ein wenig auf dem schlechten Zeitungspapier, aber der Zweck ist erreicht: die vier Zeilen fallen jetzt richtig schön auf.
Vom Zeitungsbogen wandert mein Blick jetzt zum Fenster hinaus und verliert sich in der weiten Ferne. Die Sonne scheint. Ich nehme den Zeigefinger der rechten Hand in den Mund, stĂŒtze den Ellbogen auf die Stuhllehne und kaue gedankenverloren auf Fingernagel und Fingerkuppe herum. Das tue ich oft, wenn mir etwas durch den Kopf geht.

Was in diesem kleinen Vierzeiler alles drinsteckt!
NatĂŒrlich handelt es sich bei dem Urheber um ein weibliches Wesen. "Suche den netten Mann", so kann nur eine Frau formulieren. Mann wĂŒrde vielleicht 'tollen Jungen' suchen oder 'wilden Kerl' oder irgendwas in der Art. Von homophilen Neigungen halte ich nicht viel.
Also Frau.
Ich stelle mir vor, wie sie am Bleistift kaut, um die Anzeige zu formulieren.
Nein. Sie schreibt in ihr Tagebuch.
Es ist Sonntag, der 25. August und sie hat eine sehr schöne Samstagnacht verlebt. Sie ist spĂ€t aufgestanden, hat gefrĂŒhstĂŒckt und hat jetzt ihr Tagebuch vor sich liegen. Sie ist Studentin, 24 Jahre alt, wohnt nach drei Jahren Wohngemeinschaftserfahrung jetzt allein in einer Mansarde, 20 Quadratmeter, KĂŒche und Bad. Seit ihrem 17. Lebensjahr hĂ€lt sie alle ihre Gedanken und Erlebnisse in ihrem Tagebuch fest. Vier Kladden sind schon voll. Sie erlebt sehr viel und sie erlebt recht intensiv. Ich denke, sie könnte Germanistik studieren, möglicherweise aber auch irgendwas mit Ethnografie oder Geografie, was ihr Interesse an den Aborigines erklĂ€ren wĂŒrde. Doch ich will mich nicht zu tief in ihre Biografie vertiefen. Der Name tut auch nichts zur Sache: Karin oder Gudrun, was Einfaches, Solides, Nettes. Überhaupt ist sie nett, hĂŒbsch und blond. Sie hat ganz lange Beine, wenig Busen und ist eher schĂŒchtern. Das erschwert es ihr auch, die richtigen MĂ€nnerbekanntschaften zu machen. Zur Zeit hat sie keinen Freund, weiß auch nicht, ob sie einen will. Ein paar Mal ist sie von MĂ€nnern enttĂ€uscht worden.
Jetzt hat sie, wie gesagt, ihr Tagebuch vor sich. Schreibt: "Wollte gestern abend eigentlich zuhause bleiben, bin dann aber doch ...." Kino vielleicht. Welcher gute Film lief doch gleich letzte Woche? Sie geht gerne ins Kino. Aber nur gute Filme. Dustin Hoffmann findet sie gut, Richard Gere weniger, Harrison Ford sieht sie besonders gerne. Ein Filmplakat hĂ€ngt ĂŒber ihrem Bett: Indiana Jones oder der letzte Kreuzzug. Naja. Also wahrscheinlich ein Film mit Harrison Ford. Egal. Sie war im Kino. Und danach? Liebes Tagebuch .... Da kommt ihr der Gedanke mit der Kontaktanzeige. Sie verwirft ihn. Aber dann, warum eigentlich nicht. Also schreibt sie in ihr Tagebuch: "Suche den netten Mann ..." usw. . Jetzt braucht sie den Text nur noch in ihren Computer tippen, ausdrucken, in einen Umschlag stecken und zur Anzeigenannahme der Zeitung bringen. Das tut sie am Montag und sie gibt die Anzeige persönlich ab.

Heute ist Samstag, der 31.8. und die Anzeige steht schwarz auf weiß in der Zeitung, so, wie sie sie formuliert hat. Möglicherweise starrt sie jetzt genauso wie ich auf diese vier Zeilen und schĂ€mt sich. Auf jeden Fall ist sie aber gespannt, wie es nun weitergeht.
Sie ist mir schon gaz schön nahe gekommen, diese Karin oder Gudrun und ich verspĂŒre so etwas wie Sehnsucht, sie noch nĂ€her kennenzulernen. Aber nein! Hier bremse ich mich lieber. Ich bin viel zu alt fĂŒr sie: graue SchlĂ€fen, schĂŒtteres Haar und ein BĂ€uchlein. Obwohl, fĂŒr mein Alter halte ich mich noch sehr gut. Aber sie ist mal gerade 24. Also schnell zurĂŒck an meinen FrĂŒhstĂŒckstisch.
Wie schön grĂŒn mir die vier Zeilen aus der DruckerschwĂ€rze entgegen leuchten.

Wo hat sie den netten Mann am Samstag getroffen, und wann? Oder hat der nette Mann sie getroffen? Wer sagt eigentlich, daß das am Abend nach dem Kino gewesen ist. Kann doch genauso im Schwimmbad gewesen sein, in einer Pizzeria oder in einem CafĂ©. Ich erinnere mich: Am 24.8. war tolles Sommerwetter. Ich habe in der Badehose den Rasen gemĂ€ht. Möglicherweise ist Karin - Gudrun gefĂ€llt mir doch weniger - spazierengegangen und anschließend in ein CafĂ©, um einen Cappuccino zu trinken. Der nette Mann am Nebentisch hat ihr zugelĂ€chelt und sie hat zurĂŒckgelĂ€chelt. Mein Gott, wie banal. Ich weiß gar nicht mehr, wie sich solch ein Bekanntwerden unter jungen Leuten heute abspielt. 'Hallo Sie, darf ich Ihnen mein Aquarium zeigen!' Die Jugend ist ja heute so ungeheuer cool. Der nette Mann ist ĂŒbrigens ĂŒberhaupt nicht so jung. Er ist Mitte dreißig, trĂ€gt helle Leinenhosen, ein graues T-Shirt und darĂŒber ein fliederfarbenes Hemd. FĂŒr den Sommertag ist er viel zu dick angezogen. Wahrscheinlich schwitzt er unter den Achseln. Er heißt Karl und ist Lehrer. Deswegen hat er auch so ein besserwisserisches Gesicht. Ich finde Karl nicht sonderlich sympathisch. Allerdings will Karl ja auch nichts von mir, sondern von Karin. Und die findet ihn offensichtlich nett, sonst hĂ€tte sie ja nicht zurĂŒckgelĂ€chelt.

Das Café streiche ich in meinen Gedanken.
Es ist Abend. Karin hat soeben einen tollen Film mit Harrison Ford gesehen, ist in Gedanken noch ganz in der Filmwelt und stolpert auf dem Weg zum Kinoausgang. Wenn Karl, der natĂŒrlich den gleichen Film gesehen hat, sie nicht im letzten Moment aufgefangen hĂ€tte, wĂ€re sie gefallen und hĂ€tte sich vielleicht etwas gebrochen. Einen Arm oder ein Bein. So haben sie sich kennengelernt, Karl und Karin. Nicht besonders originell, aber so geht es. Er hat sie zu einem Glas Wein beim Italiener eingeladen. Sie hat nach kurzem Zögern angenommen. Normalerweise lĂ€ĂŸt sie sich nicht von fremden MĂ€nnern zu einem Glas Wein einladen. Aber normalerweise stolpert sie auch nicht beim Verlassen des Kinos. Was fĂŒr einen Wein trinkt man beim Italiener? Soave oder Valpolicella. Ein GlĂ€schen Soave also. Sie haben sich unterhalten und dann verabschiedet. Es war schon nach Mitternacht. Weder Adresse noch Telefonnummer haben sie ausgetauscht. Wieso eigentlich nicht? Sie weiß nicht einmal, daß er Karl heißt.
Er hat auch nicht geschaltet: Man fragt doch ein MĂ€dchen, das man gut findet, nach Adresse oder Telefonnummer. Vielleicht ist Karl verheiratet.
Aber ich habe keine Lust, mir Gedanken ĂŒber Karl zu machen. Karin war jedenfalls beeindruckt von ihm und bedauert am Sonntagmorgen, ihn nicht sehen zu können, obwohl sie den ganzen Tag Zeit hat und das Wetter sommerlich schön ist. Man hĂ€tte spazierengehen und anschließend einen Cappuccino beim Italiener trinken können. Sie malt sich aus, was man noch alles hĂ€tte machen können. Aber da geht schon wieder meine Fantasie mit mir durch: diese blonde, langbeinige Karin gefĂ€llt mir schon sehr und ich gönne sie einem solchen Kerl, der nur ins Kino geht, um stolpernde junge Frauen aufzufangen, ĂŒberhaupt nicht. Aber leider kann ich nicht verhindern, daß Karin besagte Anzeige aufgibt.

"..der mir die Kultur der Aborigines nÀherbringen wollte."
Der Satz hat es in sich. Er wollte und sie wollte eigentlich nicht. Am Anfang hat sie Australien und die Kultur der Aborigines einen feuchten Kehricht interessiert, aber er hat sie so vollgelabert, daß sie gar nicht anders konnte, als allmĂ€hlich interessierter zuzuhören. Sie hatte genausowenig Ahnung von den Aborigines wie ich. Nur, daß sie Australiens Ureinwohner sind, halbnackt herumlaufen und dreckig aussehen. Lange zottelige Haare haben sie auch noch. Ich will es genauer wissen, stehe auf, hole das Lexikon:
"Aborigines [Ă€be'rid sch ini:s], zur Gruppe der dunkelhĂ€utigen Australiden zĂ€hlende Ureinwohner Australiens. Vor der Besiedlung des fĂŒnften Kontinents durch die EuropĂ€er gegen Ende des 18. Jahrhunderts lebten etwa 300 000 Aborigines an den KĂŒsten, in Waldgebieten, aber auch in den kargen Steppe-WĂŒste-Übergangszonen. Sie wurden aus ihren Jagdgebieten verdrĂ€ngt und fielen in großer Zahl Zivilisationskrankheiten, Alkohol und Mord zum Opfer. Heute gibt es noch rund 40 000 reinrassige Aborigines und etwa
100 000 Mischlinge. Sie werden trotz rechtlicher Gleichstellung immer noch gesellschaftlich benachteiligt." Viel ist das nicht. Über die Kultur der 'Ă€be'ridschini:s' finde ich gar nichts.
Ich laß den 'netten Mann' tatsĂ€chlich Lehrer sein, Studienrat. Als solcher hat er genug Ferien und auch genug Geld, um stĂ€ndig zu verreisen. Der Kerl ist ledig, Mitte dreißig, sportlich agil und hat schon die halbe Welt gesehen. Australien hat er schon dreimal 'gemacht', einmal sogar mit dem Motorrad. Igitt! Wahrscheinlich ist er Kettenraucher und wahnsinnig beliebt bei seinen OberstufenschĂŒlerinnen. Die finden ihn echt sĂŒĂŸ. Daß meine Karin auf solch einen Typen abfĂ€hrt! Ich hĂ€tte ihr einen besseren Geschmack zugetraut und vor allem mehr Menschen- oder MĂ€nnerkenntnis. Aber Karin ist eben erst 24 und ein bißchen schĂŒchtern.
Das muß man Karl lassen. Er kann verdammt gut erzĂ€hlen. Als er berichtet, wie er drei Wochen lang mit einem Stamm der Aborigines im tiefsten Busch Mittelaustraliens gelebt hat, wie er deren TĂ€nze und Feste mitgefeiert hat und mit ihnen auf KĂ€gerujagd gegangen ist, da braucht er sich nicht mehr allzusehr bemĂŒhen, seiner Zuhörerin die Kultur dieser Menschen nĂ€herzubringen. Karin ist ganz und gar fasziniert und hĂ€ngt so sehr an seinen Lippen, daß es fast schon peinlich ist. Sie weiß nicht mal, was ein Doojuidoo ist und dafĂŒr schĂ€mt sie sich. Als ob das eine BildungslĂŒcke ist. Er erklĂ€rt ihr, daß das ein ganz urtĂŒmliches Instrument sei, das tiefe unheimliche Töne erzeuge und eine ganz komplizierte Blastechnik erfordere.
Ich höre ihn Blastechnik sagen, sehe Karin vor mir und zucke innerlich zusammen.

Normalerweise sitze ich nicht so lange am FrĂŒhstĂŒckstisch. Der Hintern tut mir auf dem harten Stuhl weh und mein rechtes Bein droht einzuschlafen. Am Himmel haben sich Wolkenberge zusammengeschoben. Offensichtlich wird es doch nichts mit dem schönen Sommerwochenende.
LindgrĂŒn lĂ€chelt mir der Anzeigentraum entgegen.
Irgendwie ist das Ganze furchtbar kitschig. Wird Zeit, daß ich dem ein Ende mache. Jetzt fehlt nur noch, daß der nette Mann die junge Frau zu sich in seine Dreizimmerwohnung einlĂ€dt, um ihr etwas auf seinem Doojuidoo vorzuspielen. DĂ€mmerlicht, leise Musik, Designermöbel. Richard Gere legt mit einer unnachahmlichen Geste seinen muskulösen Arm um ihre Schulter. Sie blickt aus großen Rehaugen zu ihm auf. Schnitt. Er liegt auf ihr. Schnitt. Sie treiben es miteinander. Wild. Hemmungslos.
Zum GlĂŒck kann Karin oder Gudrun Richard Gere nicht austehen. Mit Harrison Ford kommen solche Szenen einfach besser rĂŒber.
Sowohl Karin als auch Gudrun sind saublöde Namen. Klingen so furchterregend deutsch.

Also: Die junge Frau heißt Isabel, ist schwarzhaarig, hat einen spanischen Vater und eine russische Mutter. Sie ist Ă€ußerst fantasie- und temperamentvoll und hat schon öfter solche Juxanzeigen aufgegeben. Über die Antwortbriefe kann sie sich jedesmal scheckig lachen. Bestimmt schreiben ihr jetzt zwanzig nette MittfĂŒnfziger, daß sie ihr liebend gerne die Kultur der Aborigines noch nĂ€her bringen wollen. Quatsch.

Wieso bittet die junge Frau den netten Mann nicht, ihr seine Telefonnummer zu geben, wenn sie ihn so nett findet? Wiese bemĂŒht er sich nicht um ein Wiedersehen? Mit dieser Frage steht und fĂ€llt die Geschichte.
Ich will dem Ganzen ein Ende machen. Kann schließlich nicht den ganzen Samstag vertrödeln.
Der Oberstudienrat Karl ist Oberarzt in einer Klinik und hat Rufbereitschaft. Mitten in seinen ErklĂ€rungen der Doojuidoo-Blastechnik in besagtem ItaienercafĂ© piepst sein Handy. Er hĂ€lt es ans Ohr, erfĂ€hrt, daß er dringlichst fĂŒr eine Operation benötigt wird - schwerer Unfall, innere Verletzungen -, findet nicht mal Zeit, sich von Karin/Gudrun zu verabschieden, ist schon draußen, ehe sie ĂŒberhaupt schaltet. Sie hört nur noch seinen BMW aufheulen. Oder Porsche? Egal. Schluß, aus.
Jetzt bleibt ihr nur noch eine Anzeige in der Zeitung unter 'Bekanntschaften'. In der Samstagsausgabe ist es am gĂŒnstigsten. Vielleicht liest er ja solche Anzeigen.
NatĂŒrlich hat er ihr nichts davon gesagt, daß er Oberarzt ist. Dann wĂ€re es ja leicht fĂŒr sie, ihn zu finden. Er hat nur von Australien erzĂ€hlt und von der Kultur der Aborigines.

So, jetzt habe ich fast den ganzen Vierzeiler abgearbeitet. Bis auf Chiffre und "Traumpfade". Chiffre ist ja klar: wer will schon gerne seinen Namen unter einer solchen Anzeige sehen. Außerdem, wenn die junge Frau Isabel heißt, will sie was zu lachen haben. Folgenlos, versteht sich.
"Traumpfade", das schmeißt mir noch einmal alles ĂŒber den Haufen. Weder Karin oder Gudrun, die Studentin, noch Isabel, die spanisch-russische LebemĂ€nnin wĂŒrde "Traumpfade" benutzen, um zum Ziel zu gelangen. Die Anzeigenschreiberin ist zweifelsohne eine alleinstehende, etwas verhĂ€rmte, vom Leben enttĂ€uschte Mittvierzigerein. Sie ernĂ€hrt sich ausschließlich vegetarisch, strickt ihre Pullover selber und achtet peinlich darauf, baumwollene UnterwĂ€sche zu tragen. Sie trinkt nur Transferkaffee, wĂ€hlt grĂŒn und spendet fĂŒr Greenpeace und Terre des Hommes. Manchmal fĂŒttert sie Tauben, obgleich sie diese Viecher eher vergiften möchte. Aber frau lernt dabei bisweilen Ă€ltere Herren kennen. Wie den netten Mann mit den grauen SchlĂ€fen, dem schĂŒtteren Haar und dem kleinen BĂ€uchlein, der so lebendig von der Kultur der Aborigines erzĂ€hlen konnte. Was manche Menschen doch fĂŒr Traumreisen machen.

Ich stelle fest, daß mich diese Mitvierzigerin in keiner Weise interessiert. Überhaupt ist es recht mĂŒĂŸig, sich ĂŒber solche Anzeigen so viele Gedanken zu machen. Mein Tasse ist noch halbvoll mit Kaffee. NatĂŒrlich ist er kalt geworden und schmeckt nur noch bitter. Die Kaffeesahne flockt sĂ€uerlich auf der OberflĂ€che. Ich schĂŒtte den Kaffee ins Waschbecken.
Draußen hat es zu regnen begonnen.
Was mache ich jetzt mit dem angebrochenen Samstag?







__________________
R.N.

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flammarion
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einfach

köstlich! habe deine geschichte mit großem genuß gelesen. sie kommt in meine sammlung. mach mal so weiter! ganz lieb grĂŒĂŸt
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