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Leselupe.de > Tagebuch - Diary
Abschied
Eingestellt am 17. 02. 2007 19:37


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Franka
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Abschied

Seit du nicht mehr da bist, verkleben die Minuten zu Stunden, die Stunden zu Tagen, steht die Zeit.

Es ist still.

Ich halte diese Stille, mit beiden HĂ€nden. Sie ist angenehm, so unheimlich angenehm. Sie schluckt meine TrĂ€nen, bis ich keine mehr ĂŒbrig hab, weder fĂŒr dich, noch fĂŒr mich und schon gar nicht fĂŒr uns.

Jetzt stehe ich hier. Sehe, wie dunkle Erde langsam durch meine Finger rieselt.
FĂŒhle mich wie ein alter, abgestorbener Baum, an dem ein Waldarbeiter den ersten Schnitt gesetzt.

Immer noch rieselt Erde, nun aus fremden HĂ€nden.
Sie sollen verschwinden.
Die SĂ€ge ihre Arbeit zu Ende bringen.

Dann, nach und nach gehen sie. Sie drĂŒcken mich und geschlossene HĂ€nde.
Wortlos gehen sie. Sehe, wie sich ihre MĂŒnder bewegen, doch ich halte sie, diese helfende Stille, noch immer, mit beiden HĂ€nden.

Dann sind wir allein.
Zögernd lass ich sie frei. Sehe, wie ein Schrei sich seinen Weg bahnt. Qualvoll dringt er zu mir durch.

Als ich gehe, nach Stunden, oder vielleicht nur nach Minuten, bedeckt dich eine Blumendecke, fÀllt leise Schnee, erfrieren meine roten Rosen auf frischer Erde.


Februar, fĂŒnf Jahre danach

wieder stehe ich vor dir
lege meine Blumen zu den anderen
und flĂŒstere deinen Namen

ich erzÀhl dir von meinem Leben
welches mit jedem
zur Vergangenheit gelegtem Jahr
leichter mit mir umgeht
dass ich schon wieder anderen MĂ€nnern nachschaue
nicht mehr jeden Abend allein zu Hause sitze
und deine Freunde auch heute noch bei mir vorbei schauen.

nur der Wind weiß
dass ich noch immer lĂŒge

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Franka
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Liebe Astrid,

vielen Dank fĂŒr deine Anregungen.
Wenn der Partner stirbt, verÀndert sich das ganze Leben. Es wird still, im doppelten Sinne.
Dies wollte ich am Anfang ausdrĂŒcken. Trotzdem habe ich den Anfang, dank deiner Hinweise, noch ein wenig verĂ€ndert.
Über die Stelle mit der SĂ€ge muss ich noch ein wenig nachdenken.

Liebe GrĂŒĂŸe
Franka

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Astrid
Manchmal gelesener Autor
Registriert: Jun 2003

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Liebe Franka

danke fĂŒr deine Worte und dass du meine kritischen angenommen hast. Mir gefĂ€llt der Anfang jetzt besser. Aber wie gesagt, es ist die Rubrik Tagebuch und dazu ein so persönlicher Text, dass Kritik, wenn ĂŒberhaupt, sehr leise, sehr sanft und sehr freundschaftlich ausgesprochen werden sollte.

Die Stille in deinem Leben wird sich wieder fĂŒllen mit neuem Leben. Doch die Stille im Herzen bleibt und die kann nur von dem Menschen gefĂŒllt werden, der dort gewohnt hat. Und wenn man geliebt hat und noch liebt, dann wohnt er auch weiterhin dort und wird dir helfen beim Aushalten der Stille.
Ich weiß es.

Liebe GrĂŒĂŸe
Astrid
__________________
Astrid

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