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Leselupe.de > Kurzprosa
Abschied
Eingestellt am 28. 09. 2007 16:20


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Haremsdame
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Abschied

Heute fr├╝h bist Du gegangen. F├╝r immer.
Nie wieder werden wir Deine Stimme h├Âren.
Nie wieder in Deine blauen Augen sehen.
Nie wieder Deine wohlbekannten H├Ąnde streicheln.
Nie wieder werde ich Dich in die Arme nehmen, Dir den R├╝cken massieren,
Dir einen Pullover holen, weil Dir kalt ist.
Nie wieder wirst Du vor Dich hinfl├╝stern, dass Du Angst hast.

Angst, die Dir niemand nehmen konnte.
Angst vor etwas Unbekanntem, das Du nicht beschreiben konntest.
Angst vor Helligkeit, Angst vor Dunkelheit,
Angst vor Stimmen, Angst vor Ruhe.
Angst vor der inneren Unruhe?
Angst vor dem Vergessen, Angst vor dem Vergessen werden?

Es war schlimm, Dir diese Angst nicht nehmen zu k├Ânnen.
Es war schlimm, Dein Leid auszuhalten.
Es war schlimm, Dich nicht mehr w├Ąrmen zu k├Ânnen.
Es war schlimm, in Deiner Gegenwart die eigene Hilflosigkeit zu sp├╝ren.

Hilflosigkeit herrschte auch im Krankenhaus.
Hilflosigkeit auf unserer Seite, da sich die ├ärzte auf ihren Eid bezogen und trotz Patientenverf├╝gung ÔÇ×lebensverl├Ąngernde Ma├čnahmenÔÇť einleiteten.

Doch Du wusstest es besser und hast auf die Medikamente nicht mehr reagiert.

Hast Du den Engel geh├Ârt, der Dich rief?
Hat er Dir Deine Angst nehmen k├Ânnen?
Hat er Dich ins Licht begleitet?
Hat er Dir die abhanden gekommene W├Ąrme geben k├Ânnen?

Geht es Dir nun endlich wieder besser?
Du wirst mir diese Frage nicht mehr beantworten.
Nun muss ich mich auf meinen Glauben verlassen.

Mein Glaube sieht Dich im Licht.
Mein Glaube sieht Dich in der W├Ąrme.
Mein Glaube sagt mir, dass Du uns all unsere Verfehlungen verzeihst.
Mein Glaube sagt mir, dass Du uns noch ein gl├╝ckliches Leben w├╝nschst.

Daf├╝r danke ich Dir.
Ich bin dankbar, dass Du uns losgelassen hast.
Ich bin dankbar, Dir begegnet zu sein.
Ich bin dankbar, an Dir und Deiner Alzheimer-Krankheit gereift zu sein.
Ich bin dankbar, dass Dein Leiden zu Ende ist.
Ich bin dankbar, dass Du nun Deine Ruhe gefunden hast.

Hoffentlich d├╝rfen wir uns immer an Dich erinnern!
Hoffentlich holt uns das gro├če Vergessen nie ein!

Was bleibt, ist Liebe.

gst 28.09.07

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Haki
Guest
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Hallo Haremsdame,

dieser Text klingt sehr pers├Ânlich. Ich wei├č jetzt nicht, ob er vielleicht doch fiktiv ist, aber auf mich wirkt es so, als verarbeitest du deine Gef├╝hle. UNd da du dein Werk im Kurzprosaforum ver├Âffentlicht hast, werde ich ihn auch wie Kurzprosa behandeln.

Nun zum INhaltlichen. Sicher ein sehr ernstes und vor allem trauriges Thema behandelst du hier. Und auch der positive, gar zuversichtliche Ton in deiner Sprache gef├Ąllt mir. Jedoch und das finde ich schade, kann ich mich nicht damit identifizieren. Oder nein, besser: Ich kann nciht mitleiden, mithoffen. Woran k├Ânnte es liegen? Mir missfallen die zahllosen Anaphern. Sie nehmen dem text, in ihrer ├ťberf├╝lle, einfach die Leichtigkeit.
Dazu kommen in meinen Augen zu simple Beschreibungen.
Bspsweise hier:

quote:
Nie wieder in Deine blauen Augen sehen.

Mach es bildlicher! Und vor allem in ungew├Âhnlichen Bildern solltest du es ausdr├╝cken.
├ťberhaupt sollte Kurzprosa in meinen Augen ein wenig abstrakter sein. Du sprichst ja ganz kalr alles an, wie zum Beispiel hier:

quote:
Ich bin dankbar, an Dir und Deiner Alzheimer-Krankheit gereift zu sein.


Nun ja, ich halte deinen Text f├╝r Kurzprosa ungeeignet, vielleicht solltest du ihn in das Tagebuch-Diary Forum verschieben. Dort w├╝rde er an anderen Kriterien gemessen. So kann es hierf├╝r nur 4 Punkte geben. Tut mir leid. Aber solltest du ihn verschieben, l├Âscht sich ja meine Wertung und ich w├╝rde mich noch einmal damit befassen

Sehr ernstes Thema, hoffnungsvoller SChluss. Aber die Verpackung finde ich nicht gut.

Ganz liebe Gr├╝├če,
Haki

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Haremsdame
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Hallo Haki,

vielen Dank f├╝r die Besch├Ąftigung mit meinem Text.

Du hast recht: ich habe damit versucht, einen realen Tod zu verarbeiten. Trotzdem habe ich den Text bewusst hier und nicht im Tagebuch eingestellt. Denn jeder hat einmal mit dem Tod zu tun. Auch wenn es ein ungeliebtes Thema ist, geh├Ârt es zum Leben.

Die Anaphern sind "von alleine" entstanden und sie gefielen mir. Aber es kann schon sein, dass sie auf Au├čenstehende nicht so wirken, wie auf diejenigen, die alles "von innen" miterlebt haben.

Mich w├╝rde interessieren, wie andere das sehen. Ich w├╝rde an diesem Text gerne arbeiten, weil er mir sehr am Herzen liegt.

Was die "Leichtigkeit" angeht: in meinen Augen muss so ein Text keine Leichtigkeit haben. Dieses Thema darf schwer daher kommen. Es darf belasten - wie ein schwerer Rucksack.

Du sprichst "simple Beschreibungen" an. Wie kann ich Deiner Meinung nach die "blauen Augen" bildlicher beschreiben? Was w├Ąre Deine Meinung nach daf├╝r ein "ungew├Âhnliches Bild"?

Warum st├Ârt Dich das klare Ansprechen der "Alzheimer-Krankheit"? Ich will damit die Hoffnungslosigkeit, die Unm├Âglichkeit einer Heilung ausdr├╝cken. Den langsamen, stetigen Verfall, die Ver├Ąnderung des Menschen. Das t├Ągliche Abschiednehmen ├╝ber viele Jahre hinweg...

Ich glaube, andere Krankheiten verlaufen f├╝r diejenigen, die den Kranken begleiten, anders; sind von mehr Hoffnung gepr├Ągt... Aber: "Glauben hei├čt nicht wissen."

Ich bin neugierig auf Verbesserungsvorschl├Ąge!

Gr├╝├če von der Haremsdame
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Haki
Guest
Registriert: Not Yet

Sicher darf der Text "schwer" daherkommen, aber diese Schwere sollte nicht in der Sprache zu stark zum Tragen kommen, da sonst das Lesen nicht flie├čend von statten geht, eher tr├Ąge, holprig.
Die Schwere, die du in deinem Text mitschwingen lassen willst, muss auf anderen Wegen sichtbar und f├╝hlbar werden.
Die Anaphern sind ind er F├╝lle einfach zu viel. Es scheint auf mich so, als sei der Topf ├╝bergelaufen und die Suppe breitet sich auf dem Herd aus. Die komplette Form muss m.E. ├╝berdacht werden, um Kurzprosa aus deinem Text zu machen. Denk dir eine Geschichte aus, oder ├╝berlege dir eine m├Âgliche, sinnvolle Anh├Ąufung von Metaphern und Symbolen. Ansonsten ist es mir zu direkt, zu nah an der Wahrheit, wodurch in meinen Augen dein Text zu einem Tagebucheintrag wird.

Wie kann man das ├Ąndern?
Also, du schreibst von blauen Augen, in die nie mehr blicken wirst. Ein ganz einfaches Bild w├Ąre das Meer, in dem sich dein Blick fr├╝her verlor. Nun ist aber das Meer(das blau der Augen) ausgetrocknet, was bleibt ist Sand(f├╝r Knochen, Verwesung stehend). Etwas ind er Art, nur wenn m├Âglich noch ungew├Âhnlicher.

Wie k├Ânnte man dar├╝berhinaus die Alzheimerkrankheit mit seiner Einzigartigkeit ausdr├╝cken?
Nun, vielleicht k├Ânntest du den immer wiederkehrenden, sich vergessenden Abschied, verbunden mit seiner Hoffnungslosigkeit, versuchen als Thema zu nehmen. Da k├Ânnte es sich anbieten, einen Kreis zu nehmen, den dein Prota immer weider und wieder durchl├Ąuft. die Landschaften sind kahl und wirken trostlos(hoffnunsglosigkeit) und immer weider sieht er eine Kr├Ąhe(Tod) auf einem Baum sitzen und ihn n├Ąrrisch anblicken, er l├Ąuft stets weiter und sobald die Kr├Ąhe aus seinem Blickfeld verschwindet, ├╝berkommt ihn ein wehm├╝tiges Gef├╝hl(Abschied).

SO in der Art, solltest du es verpacken. Aber das ist nur meine Meinung. SIcherlich gefallen anderen bereits deine Form. Ich f├Ądne es so sch├Âner. Suche Metaphern und Symbole f├╝r das, was du ausdr├╝cken m├Âchtest, sammle sie und ├╝berlege wie man sie am sinnvollsten verbinden k├Ânnte. Dazu m├╝ssen einige Bilder gestrichen werden, einige gestrafft etc. Bis sich ein Gesamtbild bildet.

Hoffe ich kann dir helfen.
ABer es bleibt DEIN Text und daher musst du nichts von meinen Vorschl├Ągen umsetzen...

Liebe Gr├╝├če,
Hakan

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