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Leselupe.de > Kurzprosa
Abschied
Eingestellt am 20. 06. 2008 16:40


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uedeke
Schriftsteller-Lehrling
Registriert: Apr 2001

Werke: 18
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-210 Das MaĂźband liegt aufgerollt im Wertfach.

-180 Die Kabeltrommel darf ans Tageslicht und mitgetragen werden. Zum Warmlaufen.

-150 Endlich. Der erste Zentimeter darf abgeschnitten werden. Und es wird ernst. Wer mit der falschen Tageszahl erwischt wird spendiert einen Kasten Bier.

-10 Der Rest vom Maßband lässt sich nicht mehr rollen und wird gefaltet beim Truppenausweis untergebracht.

-8 Die Ausbildungskompanie, in der ich war, hat Bereitschaft und auf meinem Weg zur Kantine ist Antreten. Als ich auf meinem Rückweg eine Stunde später dort wieder vorbeikomme, werden die LKWs eingeparkt. Wer weiß, was der Bereitschaftszugführer sich in der Zwischenzeit hat einfallen lassen. Vor fast 15 Monaten hatte ich zum ersten Male Bereitschaft.

-7 Jetzt noch jeden Wochentag einmal. Irgendwie werden diese zweigeschossigen, barackenähnlichen Bauten, die schachbrettartige Anordnung der Straßen und der Kantinenmampf immer sympathischer.

-3 Auto auftanken.

-2 Es wird ernst. Klamotten packen.

-1 Ausrüstung abgeben. Im Gegensatz zur Einkleidung werden die Seesäcke zur Bekleidungsstelle gefahren, man muss sie nicht selbst schleppen. Ein letzter Spaziergang durchs Gelände, ein letztes Bier in der Kantine und Packen der Privatsachen.

0 Das letzte Waschen, Anziehen und Frühstück. Verstauen der letzten Privatsachen. Beim UvD den Entlassungsschein abholen, der letzte Gang zur Wache, den Entlassungsschein zeigen. Ich verkneife mir „0 – 0 – 0“ zu sagen und mache meinen Schritt durchs Tor. Zum letzten Male die A1 lang – so lange dieser Tag herbeigesehnt war – so seltsam ist es doch, daß er da ist.

1 Zum ersten Male wach geworden, ohne daß ein komischer Typ schreit: „Kompanie aufstehen“. Und eine Überraschung: Der Papst ist tot.

__________________
ub

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Thys
Guest
Registriert: Not Yet

Hallo udeke,

für Bundeswehr-geplagte ist der Text sofort verständlich. Allerdings beschreibt er auch nicht mehr, als den Count Down bis zum letzten Tag, den wohl jeder so ähnlich erlebt.
Die Assoziation zum Knast ist allerdings auch nicht verkehrt.

Was ich sagen will, mir fehlt etwas in dem Text, was über das Normalerlebte eines jeden WP hinausgeht, was den Text zusätzlich interessant macht. Die Papst-Pointe am Ende ist ganz nett, allerdings auch nicht richtig durchschlagend. Mir kam der Bund zwar auch wie ein Knast vor, man war allerdings trotzdem nicht komplett aus der Welt, so dass man auch noch etwas vom Leben mitbekam.

GruĂź

Thys

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uedeke
Schriftsteller-Lehrling
Registriert: Apr 2001

Werke: 18
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Hallo Thys,

danke für Deine Meinung und Einschätzung. Beides ist mir wichtig.

Wer mit dem Beitrag einen Aufenthalt im Gefängnis assoziiert, ist für mich auch okay.

Alles Gute

Uedeke
__________________
ub

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