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Leselupe.de > Ungereimtes
Abschied
Eingestellt am 20. 09. 2008 14:05


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Kerstin J├Ąckel
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Abschied

Wenn ich mein kleines B├╝ndel schn├╝re,
um mich wieder auf den Weg zu machen,
sehe ich in dunkle, m├╝de Augen.

Und ein trauriges L├Ącheln
reicht mir eine Erinnerung.

Doch wir wissen,
dass es zur├╝ckbleiben wird.

Version vom 20. 09. 2008 14:05
Version vom 11. 01. 2014 20:54

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Kerstin J├Ąckel
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Abschied...

Lieber Bernd,

auch wenn "langweilig" ein ziemlich hartes Urteil ist, danke ich dir ganz aufrichtig f├╝r deine ehrliche Meinng.

Dieses Gedicht ist die eigentliche, urspr├╝ngliche Kurzfassung.
Ich wollte gern probieren, ob sie in diesem, anspuchsvolleren und daf├╝r auch h├Ąrteren, Forum wohl ergr├╝ndet wird.

Nach l├Ąngerem - zeitlichen - Abstand erscheinen mir diese spontanen Fassungen oft viel st├Ąrker und echter als die aufbereiteten.

Nun scheint es aber doch , als w├╝rden sich diese innersten Impulse einem unvorbereiteten Leser nicht so ganz freiwillig erschlie├čen.

Die "dunklen, m├╝den Augen" sind weniger der Kern, als der Hinweis, dass dieser Abschied, nicht der abenteuerlustigen, neugierigen, ungest├╝men Art ist, sondern vielmehr ein weiterer, nicht erhoffter, eher depressiv gef├Ąrbter R├╝ckzug ist.

Die eigentliche Botschaft liegt in der Unterscheidung von Erinnerung und erinnerndem L├Ącheln.
Die Erinnerungen nimmt man, wohlverwahrt und impr├Ągniert f├╝r die Ewigkeit, in seinem Reisegep├Ąck mit.
De F├Ąhigkeit, dar├╝ber zu l├Ącheln oder gar zu lachen, scheint man, bereits auf der Treppe des Hauses, das man f├╝r immer verl├Ąsst, zu verlieren.

Man hat nur noch die Bilder, gleich Negativen.
Der Sinn f├╝r deren Komik, ihre Leben, scheint mt dem Abschied zu sterben.

Ich danke dir nochmals sehr herzlich
f├╝r deine Aufrichtigkeit.

Liebe Gr├╝├če
Kerstin

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Tasso
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Die Thematik des Abschieds immer wieder neu zu erfinden, ist schwer. Und das Gedicht w├╝rde mir eigentlich gefallen, besonders ber├╝hren mich die beiden Zweizeiler. Trotzdem, warum "funktioniert" dieses Gedicht nicht so recht. Es ist meines Erachtens die verbrauchte Metapher gleich zu Anfang des Gedichts: "kleines B├╝ndel schn├╝ren" <um sich wieder auf den Weg zu machen> sowie die eigentlich unn├╝tzen Adjektive "dunkle, traurig." Die Verdichtung des Textes und eine einfachere Sprache w├╝rden aus meiner Sicht diesem Gedicht gut anstehen?

Warum als Beispiel nicht so?

im gehen sehe
ich in m├╝de augen

ein l├Ącheln reicht
mir (s)eine erinnerung

wohl wissend um
sein bleiben


Gru├č
Tasso

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Kerstin J├Ąckel
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Reduktion oder Erz├Ąhlen?

Lieber Tasso,

nat├╝rlich habe ich deine Homepage angesehen und damit vermittel sich mir auch dein Vorschlag sehr gut.
Nun wei├čich na├╝rlich, dass wir beide eher kontr├Ąre Scheiber sind.
├Ąhrend ich mich bei den Erz├Ąhlern und Wortmalern einordnen w├╝rde, she ich dich (ganz im Eiklang mit deinem Vorschlag) doch mehr bei den Abstrakten, Reduktiven und Sprachkonstrukteuren.

Somit ist meine Gegenfrage auch mehr theoretischer Natur:
Was mag in deiner Fssung, die ir wirklich gef├Ąllt, aber nat├╝rlich nicht mehr meiner Art entspricht, verhindern, dass ein unvorbereiteter Leser folgendes aufnimmt:

"Ok, alter Kumpel,
es wird jetzt auch wirklich Zeit f├╝r mich,
ich bin arg m├╝de.
Wir haben jetzt auch wirklich lange genug
von alten Tagen gequatscht.
Und, wei├čt du was?
Es war nicht wirklich lustig.
Also, nichts f├╝r ungut.
Wir sehen uns am Freitag!
Bis denne!"

Das ist nat├╝rlich provokativ ├╝berzogen.
Aber, nimmt nicht die Reduktion der Adjektive auch Information?
"Dunkle" Augen, nur als Beispiel, sind in meiner Erz├Ąhlweise, nicht leeres, redzundantes Beiwerk.
Dieses Adjektiv soll helfen, den Ernst der Situation
zu ersp├╝ren. Es gibt ja viele Artren des Abschieds.

Ich mag die Formulierung des B├╝ndelschn├╝rens.
Ist es doch geringf├╝gig romantischer, als w├╝rde ich erw├Ąhnen, dass ich mal wieder, wie im Schnitt alle 3 Jahre, den Umzugsservice anrufe.
(Was isch aus schw├Ąbischem Geiz heraus, nat├╝rlich auch niemals t├Ąte.)
;

Dank deiner sehr konkreten Anregung,
die mich wirklich besch├Ąftigt, wie du sicher schon merkst,
gerate ich in die Gefahr, hier den Rahmen einer angemessenen Antwort zu sprengen.
Tausend Dank f├╝r dein Hineinf├╝hlen.
(Und nat├╝rlich sind es die Zweizeiler, die auch f├╝r mich den Kern dieses Gedichtes bilden.)
Nochmals herzlichen Dank.

Liebe Gr├╝├če
Kerstin



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Tasso
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Liebe Kerstin,

selbstverst├Ąndlich gibt es unterschiedliche Ans├Ątze, um an Lyrik heranzugehen. Die Reduktion ist mir wiederum pers├Ânlich wichtig, um aus meiner Sicht dem Leser mehr Spielraum f├╝r seine eigenen Interpretationen zu geben. Es ist der vielzitierte "Mehrwert" eines Gedichts, der sich daraus ergibt (Hilde Domin hat das auch so geschrieben). Aber um mich zu wiederholen, das sind unterschiedliche Ans├Ątze, und ich sch├Ątze auch gute Gedichte, die anders gemacht sind. (Ansonsten h├Ątte ich mich garnicht zu Deinem Gedicht gemeldet) So hat sich Dein Gedicht und das Thema bei mir im Kopf festgesetzt - passiert mir auch nicht alle Tage. Danke, dass Du Dich mit meinem Blog besch├Ąftigt hast, und auf ein Wiederlesen hier oder anderswo in den Weiten des Internets:

Tasso

P.S. nat├╝rlich habe ich Deine HP auch gelesen. Hat mich nat├╝rlich interessiert. ;-)

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