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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Abschied für immer
Eingestellt am 08. 08. 2009 23:33


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kaipi
Festzeitungsschreiber
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Juli hatte schon den ganzen Tag über ein seltsames Gefühl im Magen. Ihr Kater Chaplin hatte sich auf dem Sofa eingerollt und schnurrte leise. Er hielt die Augen geschlossen. Sie hatte nicht bemerkt, wie er gekommen war, Chaplin konnte durch eine Klappe an der Haustür kommen und gehen, wie es ihm beliebte. Juli setzte sich neben ihren Kater und begann ihn hinter den Ohren zu kraulen.
Erst jetzt bemerkte sie, dass Feuchtigkeit durch ihre Hose gedrungen war. Sie sprang sofort auf.
„Chaplin“, seufzte sie. Der Kater hatte sich noch nie auf dem Sofa ausgemacht. „Jetzt mach’, dass du fort kommst.“
Juli versuchte Chaplin mit sanfter Gewalt zum Aufstehen zu bewegen, aber der Kater machte keine Anstalten, ihrer Aufforderung nachzukommen. Er hatte die Augen nun einen Spalt breit geöffnet und schnurrte noch immer, aber so leise, dass es kaum zu vernehmen war.
Juli betrachtete die Hand mit der sie das Sofakissen berührt hatte. Es klebte Blut daran. Ein lautloser Schrei drang aus ihrer Kehle.
Katzen schnurren auch wenn sie schwer verletzt sind, um sich zu beruhigen, rief sie sich in Erinnerung.
„Oh, Chaplin.“ Unter dem Kater hatte sich ein dunkler Fleck gebildet und jetzt bemerkte Julia auch, dass eine blutige Spur vom Flur bis zum Sofa führte. Auf dem dunklen Teppich war sie fast nicht auszumachen.
Was soll ich jetzt nur machen, so viel Blut. Ich muss den Tierarzt anrufen. Sie griff nach dem Telefon. Chaplin sah sie aus großen Augen an. Sein Blick war matt und ein schwaches Zittern ging durch seinen winzigen Körper.
„Juli Stegner. Ich brauche Hilfe, mein Kater ist schwer verletzt.“
„Sie schicken sofort jemanden vorbei?. Warten sie, ich gebe ihnen meine Adresse.“
Julia legte den Hörer beiseite. Sie lies sich vor dem Sofa auf die Knie sinken und nahm Chaplin sanft in ihre Arme. Sie achtete nicht darauf, dass das Blut die Ärmel ihrer Bluse besudelte. Wie konnte das nur passieren? Bestimmt hat jemand nicht auf seinen blöden Köter achtgegeben.
„Chaplin, es tut mir so leid.“ Sie spürte wie seine Brust sich auf und ab bewegte. Er lebte noch. Chaplin grinste, wie es alle Katzen tun, aber hinter dieser Fassade musste er furchtbare Schmerzen erleiden.
„Es wird alles wieder gut.“

Juli dachte an den Moment zurück, als sie Chaplin zum ersten mal begegnet war. Er war nicht viel größer gewesen als ihre Faust und hatte mit den Pfoten versuchten eine Kordel ihres Anoraks abzureißen. Juli hatte das winzige Wesen sofort in ihr Herz geschlossen und ihm ein neues Zuhause gegeben.

Das Mädchen legte vorsichtig ihre Hand auf Chaplins Kopf. Unter normalen Umständen hätte er sie angestupst, um zu sagen: du gehörst zu mir! Doch nun fehlte ihm selbst dazu die Kraft. Er hob nur ein wenig den Kopf und sah sie weiter an. Juli stiegen Tränen in die Augen.

Vor einigen Jahren war es Chaplin bereits einmal sehr schlecht gegangen. Der Kater war auf einem Kissen zusammengesunken und Juli hatte erschrocken feststellen müssen, dass er aufgehört hatte zu atmen. Der Arzt hatte diagnostiziert, dass Chaplins Herz vergrößert war und er infolge dessen einen Anfall erlitten hatte. Seitdem verabreichte Juli ihm täglich seine Tabletten, auch wenn es nicht immer einfach war.

Wann kommt nur endlich der Notarzt! Chaplin war wieder eingeschlafen. Juli fühlte seinen Puls und war erleichtert das seine Lebensfunktionen noch nicht erloschen waren. Aber er würde sterben und sie wusste nicht wie sie ihrem Kater helfen konnte. Sie begann leise zu schluchzen.

Chaplin hatte gerne Fliegen und andere Insekten gejagt. Bevor er in Julis Haushalt gelebt hatte, war sie im Sommer regelmäßig von einer Stechmückenplage heimgesucht worden. Doch Chaplin hatte sie alle erlegt. Mitunter belauerte er die ganze Nacht über eines der Biester, dass unter der Zimmerdecke Schutz gesucht hatte. Aber seine Geduld zahlte sich schließlich aus und am nächsten Morgen, sobald das Insekt sein Versteck verlies, schlug er zu. Juli bewunderte diese Ausdauer.

Der Kater hatte noch ein letztes Mal die Augen aufgeschlagen. Er stieß ein piepsendes Geräusch aus. Julis Magen krampfte sich zusammen. Instinktiv spürte sie, dass dies seine Weise war Lebewohl zu sagen.
„Mach’s gut“, flüsterte sie. „Vielleicht sehen wir uns irgendwann einmal wieder.“
Chaplin schloss erneut seine Augen. Dieses Mal war es für immer. Es klingelte an der Tür.

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bluefin
Guest
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hallo @kaipi,

man spürt, dass der autorin der tod eines kätzchens sehr nahe geht und dass sie sich bemüht, dies verbal zum ausdruck zu bringen.

bei dem versuch, tiere zu vermenschlichen, solltest du aber nicht übertreiben. zu einem kater kommt kein "notarzt" auf pfiff; den puls eines verblutenden, "winzigen" (sic!) fleischfressers kann ein laie gar nicht spüren und im tod schließen sich die augen der tiere nicht, sondern sie lassen sie genauso weit offen wie wir, wenn wir dahin scheiden. was, bitte, ist "ausmachen"? wenn eine katze im todeskampf die zähne fletscht, dann sollte sie nicht "grinsen", und lautlose schreie lässt man besser im halse stecken.

alle diese schnitzer sorgen im verein mit der recht oberflächlichen schilderung der protagonistin dafür, dass der leser das g'schichterl als den missglückten versuch einer stilübung ansieht, bei der es der autorin um "betroffenheit" ging.

tipp: tiere nicht zu sehr vermenschlichen, sondern die dinge beschreiben, die nicht jeder sieht und nicht jeder schon mal gehört hat. und wenn's nichts besonderes gibt wie hier, dann probier doch, es auf besondere art zu beschreiben.

hier findet sich leider gar nichts davon.

liebe grüße aus münchen

bluefin

p.s.: dürfen wir wissen, wie alt du bist?


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kaipi
Festzeitungsschreiber
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Hallo bluefin,

ich habe persönlich nicht den Tod eines Kätzchens verkraften müssen, bin aber gezwungen mich von meinen Katzen in naher Zukunft zu trennen. Insofern, ist die Geschichte eher metaphorisch zu verstehen. Sie berührt mich aber trotzdem emotional und ich habe sie geschrieben, um den Verlust zu verarbeiten, also eher für mich selbst...

Ich bin auch nicht weiblich und vermutlich älter, als du vermutest.

Vielleicht habe ich nicht gründlich genug recherchiert, aber Katzen grinsen ohnehin nicht, genau wie Bären, Hunde etc. verfügen sie über keine Mimik. Das ist vermutlich das, was du mit Vermenschlichung meinst. Aber sie erwecken zumindest den Eindruck, als würden sie grinsen.

Und vielleicht schläft die Katze erst ein und wacht dann nicht mehr auf. Dann hat sie die Augen geschlossen.

Ich sehe nicht so viele Fehler wie du...

Dennoch bin ich dankbar für das Feedback, auch wenn du der Geschichte nicht so viel abgewinnen konntest

fg kaipi

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bluefin
Guest
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im grunde genommen, lieber @kaipi, ist der tod einer katze für dritte etwas vollkommen belangloses - so belanglos wie der tod der mücken, den diese hier bei lebzeiten bewirkt hat.

wenn du mit solchem stoff literarisch hervortreten möchtest, solltest du meine ratschläge beherzigen - fehler bleiben auch dann welche, wenn du sie selbst nicht erkennst.

dass tiere nicht grinsen, weiß jedes kind. warum du diese bezeichnung fürs komatöse zähneblecken trotzdem verwendest, bleibt nach wie vor unerklärlich. zu tieren kommt kein notarzt, bei kätzchen findet man keinen zählbaren puls und es schließt im tod seine augen nicht, sondern lässt sie weit offen. daran kann man ihn dann diagnostizieren: die berührung der hornhaut mit dem finger löst keinen lidreflex mehr aus und die pupille bleibt bewegungslos, ganz egal, wie hell oder dunkel es ist.

die vermittlung von betroffenheit oder rührung gelingt sprachlich nicht via behauptung, sondern nur durch mehr oder weniger gelungene schilderung. wenn du in einem literaturforum einen text wie den deinen einstellst, darfst du nicht erwarten, dass der kritiker deine persönliche betroffenheit respektiert und rücksicht darauf nimmt. das müsste er nur tun, wenn's nicht um literatur ginge, sondern um verbale selbsterfahrung. die leselupe, insbesondere die rubrik "kurzgeschichten", ist aber kein stuhlkreis, sondern ein literatureckerl, in dem man sich um texte bemüht und versucht, ihnen, wenn wie hier dringend nötig, auf die sprünge zu helfen.

mach dir nicht allzu viel draus - das schöne an jeder kritik ist, finde ich, dass man auf sie pfeifen kann...*whistle*...

liebe grüße aus münchen

bluefin

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kaipi
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Hallo Bluefin,

Der Tiernotarzt Berlin kommt zu Ihnen nach Hause.

Wir behandeln Ihr Haustier vor Ort – rund um die Uhr. Von einem Tierarzt wird der Zustand des Tieres eingeschätzt und eine Erstversorgung vorgenommen. Falls notwendig, transportieren wir Ihr Tier zur Tierklinik oder zu Ihrem Haustierarzt.

Rufen Sie uns an,

* wenn Ihr Tierarzt geschlossen hat.
* wenn Ihr Haustier plötzlich oder lebensbedrohlich erkrankt ist.
* wenn Sie lange Wartezeiten in der Praxis oder in der Tierklinik vermeiden wollen.
* wenn Sie selbst keine Möglichkeit haben, das Tier zu transportieren.

Unsere Notrufnummer 0174 160 160 6 erreichen Sie täglich 24 Stunden. Für reguläre Hausbesuche können Sie tagsüber unter der Telefonnummer 030 23 36 26 27 einen Termin vereinbaren.

Der Service des Tiernotarzt-Berlin-Teams ist kostenpflichtig. Bei Notfällen berechnen wir 50 Euro pro Einsatz und für ärztliche Leistungen den 2,5-fachen Satz nach der Gebührenordnung für Tierärzte. Bei normalen Hausbesuchen betragen die Anfahrtskosten nur 25 Euro, und unsere Leistungen werden zum einfachen Satz abgerechnet.

Quelle:http://www.tiernotarzt-berlin.de/

Der Puls liegt bei einer Katze zwischen150 und 240 Schlägen pro Minute.
Richtig messen kann man ihn folgendermaßen:
Man legt eine Hand auf die Brust der Katze direkt unterhalb des Ellenbogengelenks, mit der anderen Hand erzeugt man leichten gegendruck, in dem man sie auf den Rücken legt.Die Hand welche auf der Brust liegt so lange hin und her schieben, bis man den Puls fühlen kann.Dann zählt man 20 sekunden lang die Pulsschläge, das Ergebnis dann mit 3 multiplizieren.
Oder man legt seine Finger auf die Innenseite des Hüftgelenkes. Solange tasten bis man die Arterie gefunden hat, wiederum 20 sekunden lang zählen und mal 3 nehmen.

Quelle: Hier klicken

Ich bin auch nicht der Erste, der die hochgeszogenen Mundwinkel/ Lefzen mit Grinsen assoziert. Ich empfehle die Lektüre von Lewis Carrolls Alice im Wunderland.

Was die geöffneten Augen nach dem Tod betrifft, dazu habe ich jetzt auf die Schnelle nichts gefunden. Möglicherweise hast du in diesem Punkt recht.

Damit will ich dich nicht davon überzeugen, dass meine Geschichte gut ist. Vielleicht ist sie es nicht. Aber ich bleibe dabei, den überwiegenden Teil der von dir aufgedeckten Unstimmigkeiten sehe ich nicht.

mfg kaipi

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bluefin
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ein notarzt ist ein notarzt, ein tiernotarzt ist ein tiernotarzt. zum menschen kommt der arzt, zum tier der tierarzt. herzschläge sind herzschläge, pulsschläge pulsschläge. und die kann man an einem exsanguinierten kleintier als laie nicht zählen.

dass in zeichetrickfilmen und comics die tiere exemplarisch vermenschlicht werden und dauernd grinsen, beweist ihre beliebtheit insbeondere bei kindern. was das mit der katzengerschichte hier zutun haben soll, weiß ich allerdings nicht.

wie schon gesagt - fehler literarischer und sachlicher art sind immer fehler, ganz egal, wem sie auffallen oder nicht. und: keiner muss seinem kritker folgen. wir sind ja schließlich nicht in der schule - ohwohls auch hier noten gibt. bei mir gibt's keine schlechten. nur kritik.

liebe grüße aus münchen

bluefin

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