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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Abschied im Herbst
Eingestellt am 09. 09. 2000 16:48


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[aZrael]
Wird mal Schriftsteller
Registriert: Aug 2000

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Orange. So sahen die Bl├Ątter vor seinem Fenster aus. Orangeleuchtend, wenn die Herbstsonne den Ahornbaum vor seinem Fenster entz├╝ndete. Einige Strahlen landeten auf seinem Schreibtisch und tauchten ihn in orangenes Licht. Es beschien seine Stiffte und Zettel, seine B├╝cher und seine Schreibmaschine. Er sah zu ihr hin und seufzte.Das helle und lebendige Herbstlicht, das seinen Schreibtisch beleuchtete, reichte nicht bis zu ihm. Er sahs in seinem gro├čen Ledersessel, der in einer Ecke seines Arbeitszimmer stand, und beobachtete durch das gro├če Panoramafenster den Himmel. Das hatte er schon den ganzen Morgen getan. Doch jetzt gab es etwas anderes f├╝r ihn zu tun.
Langsam stand er auf und ging zu seinem Schreibtisch. ER bewegte sich langsam, denn auch er hatte seinen Herbst erreicht, genauso wie die Landschaft vor seinem Fenster und er f├╝hlte langsam die K├Ąlte des Winters n├Ąher kommen. Er streckte seine Hand aus und begann die Stiffte, welche auf der Schreibunterlage verteilt lagen, in die Schubf├Ącher zu r├Ąumen. Das selbe tat er mit den Zetteln und seinen B├╝chern. Langsam leerte sich die Schreibplatte. Schlie├člich stand nur noch seine Schreibmaschine da. Er fuhr sachte, fast z├Ąrtlich mit seinen faltigen Fingern ├╝ber die abgegriffenen Tasten und den zerkratzten Stahlkasten. Sie war genau so ein Fossiel wie er selbst, ein ├ťberlebender einer anderen Zeit. Dann h├╝llte er sie in das rissige Plastik der Abdeckhaube und r├Ąumte auch sie weg. Nun war die Platte leer. Er setzte sich und sah aus dem gro├čen Fenster seines Arbeitszimmers. Doch sein Blick nahm diesmal die goldorange gl├Ąnzende Pracht der Natur nicht wahr. Seine rechte Hand zitterte leicht, doch auch das bemerkte er nicht. Sein Blick war nach innen gerichtet. Was er sah, war eine weite Ebene im Schnee, an den R├Ąndern von kahlen und d├╝rren B├Ąumen begrenzt, die sich wie H├Ąnde in den Himmel streckten, als ob sie nach etwas greifen wollten. Leise heulend pfiff der Wind ├╝ber die Ebene, ├╝ber der sich ein makelloser blauer Himmel spannte. Dann kehrte er langsam wieder in das "Jetzt" zur├╝ck. Er stand auf und schob den Stuhl ordentlich an den Tisch. Dann ging er hin├╝ber ins Wohnzimmer und setzte sich auf die Couch. Hier gab es kein orangenes Licht, nur Schatten, die den Raum erf├╝llten. Mit seiner Hand ergriff er ein gerahmtes Photo, das vor ihm auf dem Tisch stand. Er betrachtet es lange und eine einzelne Tr├Ąne lief ihm ├╝ber das Gesicht, wie eine silberne Perle.
"Bald, bald bin ich bei dir........" Dann stellte er das Bild wieder auf den Tisch und lehnte sich zur├╝ck. Er schlo├č die Augen und wartete auf den nun schon nahen Winter.
Und w├Ąhrend drau├čen die letzten Bl├Ątter von einem Windsto├č weggeweht wurden, kam der Winter leise und sanft zu ihm.
__________________
Die klimatischen Bedingungen in der H├Âlle sind sicher unerfreulich, aber die Gesellschaft dort w├Ąre von Interesse.

Oscar Wilde (1854-1900), ir. Schriftsteller

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Petra Koch
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Abschied im Herbst

Ich liebe Geschichten, die so geschrieben sind, dass sie mich innerlich ber├╝hren, wenn ich sie lese, so wie diese hier. Gru├č P.

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