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Leselupe.de > Kurzprosa
Abschied von M.
Eingestellt am 01. 12. 2005 10:23


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memo
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Registriert: Nov 2005

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Stundenlang bin ich dagesessen und habe ihre dĂŒnne, weiße Hand gehalten.
Manchmal wollte ich gehen, aber ich konnte nicht.
Ich musste sie immer ansehen, wÀhrend sie schlief.
„Wann war denn die Todeszeit?“ fragte sie plötzlich leise aus dem Nichts.
„Welche Todeszeit?“
„Na, da wo ich gestorben bin.“
„Aber du bist doch noch da. Schau, ich sitze bei dir.“
Sie blickte mich mit großen, dunklen Augen an.
„Mir kommt es vor, als wĂ€re es um halb sieben gewesen. Das muss stimmen, wegen des Totenscheins.“
„Mach dir doch deswegen keine Sorgen.“
Ich hielt sie fest bis sie wieder ruhig wurde.
„Irgendwie kenne ich mich nicht mehr aus.“
Das ist gut, dachte ich und kĂŒsste sie auf die knochige Wange bevor ich ging.

(Das war 2 Tage vor ihrem Tod am 13. Nov. 05.
Im Garten schien die Sonne, das kam mir unwirklich vor.)

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Zarathustra
Routinierter Autor
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Was soll ich sagen:

schön ist sie nicht, deine Geschichte, aber sie ist wahrhaftig, und macht betroffen. Nicht GefĂŒhle, sondern die Wahrheit vermittelt sie.

Ein paar kosmetische Empfehnungen möchte ich trotzdem loswerden:


quote:
UrsprĂŒnglich veröffentlicht von memo
Stundenlang bin ich dagesessenbei ihr und habe ihre dĂŒnne, weiße Hand gehalten.
Manchmal wollte ich aufstehen und weggehen, aber ich konnte nicht.
Ich musste sie immer ansehen, wÀhrend sie schlief.
„Wann war denn die Todeszeit?“ fragte sie plötzlich leise aus dem Nichts.
„Welche Todeszeit?“
„Na, da wo ich gestorben bin.“
„Aber du bist doch noch da. Schau, ich sitze bei dir.“
Sie blickte mich mit großen, dunklen und fragenden Augen an.
„Mir kommt es vor, als wĂ€re es um halb sieben gewesen. Das muss stimmen, wegen des Totenscheins.“
„Mach dir doch wegen dem deswegen keine Sorgen.“
Ich hielt sie fest bis sie wieder ruhig wurde.
„Irgendwie kenne ich mich nicht mehr aus.“
Das ist gut, dachte ich und kĂŒsste sie auf die knochige Wange bevor ich ging.

(Das war 2 Tage vor ihrem Tod am 13. Nov. 05.
Im Garten schien die Sonne, das kam mir unwirklich vor.)


__________________
Was sind das fĂŒr Zeiten, wo ein GesprĂ€ch ĂŒber BĂ€ume fast ein Verbrechen ist, weil es ein Schweigen ĂŒber so viele Untaten einschließt! (Bertold Brecht)

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memo
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Im Augenblick kann ich nur wahre, klare Worte finden.
Um GefĂŒhle auszudrĂŒcken, ist vieles noch zu nah bei mir und die RealitĂ€t ist zu sehr um mich.
Danke fĂŒr deine konstruktive Antwort,
greta

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anemone
Schriftsteller-Lehrling
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hallo memo

Es wird ihr schwer gefallen sein, zu gehen (beiden)
Ich denke oft, ..wenn ein lieber Mensch stirbt, muss die Sonne scheinen.. Doch es war auch schon umgekehrt:
bei Rosi goss es in Strömen.

liebe GrĂŒĂŸe

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memo
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hallo anemone!

Danke fĂŒr deine Worte.

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pipi-barfuss
One-Hit-Wonder-Autor
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Hallo Memo,

ein Text der beim Lesen berĂŒhrt.

Gruß Sandra
__________________
Lebe den Augenblick,auch wenn du mit einem Bein schon in der Zukunft stehst und mit dem anderen noch in der Vergangenheit

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memo
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Es gibt Augenblicke in denen man nur mehr ratlos, staunend und berĂŒhrt zurĂŒckbleibt.
Und manche Dinge geschehen und man denkt sich, das kann nicht die RealitÀt sein - das ist nur ein Traum und wenn du erwachst, ist alles wieder gut.
Aber ich hatte schon AlptrÀume und musste erkennen, dass es die Wirklichkeit war.
Es fÀllt mir aber immer noch schwer manches anzunehmen,
da ich zu gerne das Gute und Schöne sehe.
Platon sagt, es gibt nichts Böses, nur das nicht vorhanden sein des Guten.
memo

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