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Leselupe.de > Ungereimtes
Abschiedsmord
Eingestellt am 09. 05. 2006 12:32


Autor
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arnoreis
Festzeitungsschreiber
Registriert: Mar 2006

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Ich habe dich gemordet, gerichtet, f├╝siliert
dein Band zertrennt, zerrissen, zernichtet
deine Figur aus Ton zertr├╝mmert, gest├╝rzt, zerworfen
ich habe dich in den Staub zerzerrt, zerschleift, zerwaltet

Dein Herz:
So schwer, so wund, so wei├č in formlosem Ton
Dein Haar:
So glatt, so licht, so wei├č in nacktem Wind
Deine Stimme:
So schrill, so kalt, so verloren in wei├čer Nacht

Ich habe dich getrieben:
In die H├Âlle durch die ├ľfen aus den geschornten Steinen
Habe dein Herz zerschmolzen:
Aus allen Wunden durch die Poren in neue fossile Gestalten
Habe deine Stimme zerlaufen:
Mit allen Lauten durch die Formen in neue Figuren

Du wolltest sterben voll Zweiflung aus Nadelschmerz:
Ich habe dich vermordet zu neuem Leben
habe dich in H├Âllen ohne Teufel ohne Pech ohne Schwefel getrieben
in den ├ľfen verheizt ohne Erinnerung: Du Ton zu reiner Form
Habe dich durch den Schornstein getrieben: Wei├če Fahne des Conclave
Du hast dich gefunden, gesammelt, neu gestaltet, wiedererfunden.
Bist erstanden. Zu neuem Leben.

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HFleiss
gesperrt
Manchmal gelesener Autor

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Abschiedsmord

Lieber arnoreis, richtig leicht f├Ąllt es mir nicht (nach diesem Titel) auf Auschwitz zu kommen. Aber nat├╝rlich ist Auschwitz sofort da, wenn man dieses Gedicht liest. Ich wei├č nat├╝rlich nicht, ob du es so gemeint hast, es k├Ânnte sich n├Ąmlich (sehr metaphernreich) auch um einen simplen Abschied f├╝r immer handeln. Dann allerdings sind es mir zu starke Worte und W├Ârter. Und vielleicht auch zu viele.

Lieben Gru├č
Hanna

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bonanza
Guest
Registriert: Not Yet

eine etwas irre poesie - aber noch lesenswert.

bon.

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arnoreis
Festzeitungsschreiber
Registriert: Mar 2006

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Ja Holocaust

Kann man danach noch dichten - das war ab 1945 die Frage. Doch selbst Celan konnte es, wenn auch mit M├╝hen.
Nat├╝rlich waren die Lager Auftragsmord.

Und wir haben doch alle in unseren zwischenmenschlichen Beziehungen, wenn wir in die Abgr├╝nde zu sehen wagen, etwas davon ins uns.
Deswegen auch die zerkackte und zerfremdete Sprache.
Ich habe mir schon viel dabei gedacht - aber darauf kommt es nicht an. Es kommt auf den Leser an.

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