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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Abwasch
Eingestellt am 25. 11. 2014 15:49


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Ustrarisa
Wird mal Schriftsteller
Registriert: Nov 2014

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Abwasch
Zurückgeblickt muss ich sagen, dass ich nicht lange klein war, aber wenn ich mir so meine Schandtaten in Erinnerung rufe, war die Zeit wohlgenutzt und angefüllt mit widerlichen Kleinigkeiten. Aus meiner Perspektive betrachtet waren es wunderbare Dinge, für die ich jedoch meist einen Preis zu zahlen hatte. Über die habe ich im Vorfeld absichtlich nicht nachgedacht. Nicht, dass ich zu dumm dazu war, dies einzuschätzen!
Nö!!
Wenn ich jedes Mal die Folgen berechnet hätte, wäre das Leben nur halb so schön gewesen, ich könnte euch gar nichts berichten und es wäre schrecklich langweilig gewesen! Wahrscheinlich wäre ich aus Langeweile gestorben oder Beamte geworden, Samstag und sonntags hätte das Essen um 11.30 Uhr auf dem Tisch gestanden und ich würde meine Akzente aufs “gelbe-Blätter- von- den- Zimmerpflanzen- zupfen” legen.
Oder würde euch interessieren, wie ich artig den Abwasch gemacht, fleißig gelernt und lauter Einsen mit nach Hause gebracht hätte?
Wirklich????
Oh man!
Abwasch! Was für eine eklige Strafarbeit, ölige Pfannen und Kaffeetassen, die manchmal auf dem Fußboden zerbrachen….fettiger Schaum auf dem Waschwasser….und Essensreste, die an meinen Fingern verbeischwammen und ich manchmal würgen musste!
Um das unbeschadet zu ĂĽberleben, habe ich ziemlich oft, also fast immer, Events daraus gemacht!
Meine Eltern fanden die leider nie so schön wie ich, eher abartig, wie ich mich bei einer solch einfachen Aufgabe gebärdete.
Ich lieĂź das Wasser in die SchĂĽssel, in der schon die Tassen und das Besteck lagen.
“Alles, was man zum Munde führt, wird zuerst abgewaschen!”, pflegte meine Mutter zu sagen.
“Ach, der Rest muss dann nicht mehr so sauber sein, hä?“ Ich gebe zu, ich war manchmal sehr mutig. Manche würde es frech nennen. Ich dagegen mutig!
Das fragte ich nur einmal! Danach bekam ich eine Ohrfeige.
Aber…..die Gedanken sind ja bekanntlich frei!
Ich nahm den Abwaschlappen am Zipfel und kreiierte meist wunderschöne Muster in den jungfäulichen Schaum und träumte von anderen Dingen.
Meist untermalte ich meine schöpferischen Tätigen beim Abwaschen mit Gesang. Ja, richtig guter Gesang!
Wer lacht denn darüber so hässlich? ICH KANN UND KONNTE GUT SINGEN! Soll ich euch etwas vorsingen?
Ich übte meine Stimme in selbst erdachten Opern, wobei ich in der Lage war, wie eine Diva zu singen. Und ich sang aus voller Kehle. Arie für Arie! Meine Mutter war meist nach der dritten Arie “not amused”, vor allem, weil sie gern ein Mittagsschläfchen machte und ich nach dem Essen spülen sollte. Nachdem sie erst aus dem Bett herüber schrie, dass ich endlich meine Klappe halten solle, kam sie irgendwann persönlich und giftete mich an. Nachdem sie fertig war, fragte ich sie manchmal todesmutig, wie gut ihr mein Gesang gefallen hat. Ihr Kiefer klappte dann sprachlos herunter . Diese Dreistigkeit! Da konnte man ja auch sprachlos werden! Als sie sich gefasst hatte, fragte sie einmal: “Wie…… selbst komponiert?” Quatsch keine Opern, die Melodien sind bekannt!”, drehte sich dann um und verschwand wieder.
Grummel!!!!
“Ha, von wegen, die sind bekannt, die singe ich ja immer zu!” Sie kannte sie also nur durch MICH!
“Also sind sie gut!”, resümierte ich. Und schon war meine Welt wieder in Ordnung. Manchmal, wenn ich wieder Milch holen musste, kam Charlotte W., unsere uralte Mieterin schnell aus ihrer Wohnhöhle gehumpelt, um mich abzufangen.
“Uta, Kind, du kannst ja sehr schön singen, aber könntest du nicht ab und zu mal deine Klappe halten? Immer diese Opern! Ich halte das nicht mehr aus!” Dabei wackelte ihr schrumpeliger Kopf auf dem dürren Schildkrötenhals verdächtig hin und her. Ich guckte sie dabei immer ganz genau an und hoffte, den Moment miterleben zu dürfen, wenn der Kopf eines Tages abbrechen würde. Ich erlebte es nicht.
Manchmal floh ich mit dem Satz:
“Ja, Sie haben Recht. Ich singe eben leiser!” Dann war sie ein bisschen zufrieden, aber meist nicht lange…
Oft meinte ich aber auch:
“Ein bisschen Kultur wird Ihnen auch nicht schaden! Solch schöne Opern bekommen Sie doch sonst nie zu hören!” und verschwand lieber aus ihrem Dunstkreis, weil sie sehr giftig werden konnte! Sie versuchte sich manchmal bei meinen Eltern zu beklagen, aber die winkten selbst nur entnervt über meine Darbietungen ab. Es war ihnen einfach nicht möglich, mich abzustellen.
Die armen Leute!
Als ich ungefähr elf Jahre alt war, habe ich zu meinem Abwasch einen Angestellten bekommen.
Meinen Bruder Guni!
Endlich! Doch er verstand den Sinn des Abtrocknens nicht. Die Hälfte des Geschirrs landete fortan in der Mülltonne, weil er alles fallen ließ und wir bald nur noch aus einer Tasse getrunken hätten. Von den Tellern ganz zu schweigen. Und was nicht zerbrach, das bekam doch mindestens Sprünge. Unser Service sah aus wie nach einem Polterabend. Es fehlten Henkel, diverse Sprünge veränderten das Muster und die Absplitterungen waren scharfkantig und hässlich. Und ein Nachkaufen gab es in der DDR eigentlich nie! Man bekam kein Geschirr, weil es die Zwerge verkauften, unterm Ladentisch!
Also entschieden meine Eltern, meinen Angestellten wieder abzuziehen! Somit war er frei und ich die Dumme.
Na toll!
Mein Bruder grinste mich oft heimlich und genĂĽsslich an! Dieser Elende hatte das von langer Hand geplant!
Oh, dieser grässliche Kerl (das ist er immer noch!)! Ich habe ihn ab und zu verkloppt, weil er es verdient hatte! Einmal habe ich ihn auf einem Karussell angeschoben…. Es sah schön aus, wie er im Kreis gekotzt hat!
Ich würde älter, die Opern schöner, die Abwäsche mit zunehmender Geschwisterzahl größer und ich zog irgendwann aus.
Gott sei Dank gibt es heute Geschirrspüler! Aber auch das bedeutet, dass man ihn ein- und ausräumen muss.
Schrecklich!
Dabei lohnt es sich nicht mehr, zu singen……schade!

Uta von Göte

__________________
ustrarisa

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steky
Guest
Registriert: Not Yet

Ich habe nun deine Geschichte gelesen und biete dir ein paar stilistische Verbesserungen an, die natĂĽrlich nur ein Angebot sind.
Zur Geschichte selbst: Mich hat sie nicht sonderlich begeistert. Dieser
trotzige Tonfall enerviert den Leser mehr, als dass er ihn unterhaltet.
Außerdem fehlt es an Spannung; zumindest passiert in der Geschichte nicht viel. Weiterhin: Zu viele Absätze und Doppelpunkte, der Text fließt nicht. Hört sich jetzt vielleicht schlimmer an, als es in Wirklichkeit ist. Du bist ein guter Erzähler, aber manche Dinge könnte man verbessern. Hier ein paar Vorschläge:


quote:
ZurĂĽckgeblicktBeistrich muss ich sagen, dass ich nicht lange klein war,Hier wĂĽrde ich ein Semikolon setzen aber wenn ich mir so meine Schandtaten in Erinnerung rufe, war die Zeit wohlgenutzt und angefĂĽllt mit widerlichen Kleinigkeiten.

quote:
Aus meiner Perspektive betrachtet waren es wunderbare Dinge, fĂĽr die ich jedoch meist einen Preis zu zahlen hatte. Ăśber die habe ich im Vorfeld absichtlich nicht nachgedacht.
Der zweite Satz kommt hier irgendwie unharmonisch herbei. Vorschlag:
Aus meiner Perspektive betrachtet waren es wunderbare Dinge, fĂĽr die ich jedoch meist einen Preis zu zahlen hatte; doch ĂĽber die habe ich im Vorfeld absichtlich nicht nachgedacht.

quote:
Nö!!
Das passt meiner Meinung nicht - wĂĽrde ich streichen.

quote:
Wirklich???? Oh man!
Auch das wĂĽrde ich streichen.

quote:
Abwasch! Was für eine eklige Strafarbeit, ölige Pfannen und Kaffeetassen, die manchmal auf dem Fußboden zerbrachen….fettiger Schaum auf dem Waschwasser….und Essensreste, die an meinen Fingern verbeischwammen und ich manchmal würgen musste!
Vorschlag: Abwasch ... was fĂĽr eine eklige Strafarbeit! Ă–lige Pfannen und Kaffeetassen, die manchmal auf dem FuĂźboden zerbrechen; fettiger Schaum auf dem Waschwasser; und Essensreste, die an den Fingern vorbeischwimmen, sodass einem das WĂĽrgen kommt!

quote:
Aber…..die Gedanken sind ja bekanntlich frei!
Warum hier die Punkte? Lass den Satz flieĂźen. Das nimmt den Rythmus.

LG Steky

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Ustrarisa
Wird mal Schriftsteller
Registriert: Nov 2014

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Hallo Steki,

ich benutze die Punkte als Gedankenpause, als kleine Ăśberlegung und als Abgrenzung vor allzu flĂĽssigen "Ăśberlesen"!
Das "Nö" ist grenzwertig, ich weiß, aber es soll eigentlich ein bisschen das Freche hervorstreichen, das Kurzentschlossene! Vielleicht wirklich to much, mal sehen!
Aber Semikolon vor einem "und"....das ist grammatikalisch nicht nachvollziehbar.
Ich werde mir deine Anregungen durch den Kopf gehen lassen, denn bekanntlichermaßen gefällt mir die Kurzgeschichte in zwei Wochen gar nicht mehr und würde komplett alles anders schreiben!

Vielen Dank
__________________
ustrarisa

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