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Leselupe.de > Tagebuch - Diary
Ach ja, mir gehts doch eigentlich gut
Eingestellt am 10. 01. 2003 01:02


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franz-josef
Schriftsteller-Lehrling
Registriert: Nov 2002

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Ach ja, mir gehts doch eigentlich gut


WeiĂźt Du, es ist lange her. Wir waren eigentlich verdammt glĂĽcklich. Aber war es wirkliches GlĂĽck. Auf jeden Fall empfanden wir es beide so. Wir lebten und liebten nach dem Motto:

„So viel Nähe wie möglich, so viel Abstand wie nötig“.

Und wir waren einfach mit der Situation zu Frieden. Ja, ich glaube, es war Liebe. Bei uns beiden.
Dann kam der Tag, wo ich leider krank wurde. Du hast Dich super verhalten. Du warst bei mir, und gabst mir Kraft. Meine Krankheit stabilisierte sich und die Krankheit wurde irgendwie Gewohnheit. Sie gehörte zum Leben. Und das ist auch gut so gewesen. Du wusstest, dass ich nie Mitleid wollte und mit mir leiden sollte schon niemand, besonders Du nicht. Meine Erlebnisfähigkeit gegenüber einem gleichaltrigen gesunden Mann war eingeschränkt und nachdem die Krankheit „Gewohnheit“ wurde, wurde auch der normale Tag wieder Gewohnheit, es begannen die Schwierigkeiten, an denen dich nicht schuldlos war. Die Schwierigkeit der Akzeptanz und Toleranz. Sicherlich habe ich Fehler gemacht, aber gehören Fehler in einer Beziehung nicht dazu. Sicherlich habe ich mich hier und da falsch verhalten. Aber gehört „falsch verhalten“ nicht zu jedem Mensch.

Ich wollte Dir mein Vertrauen zeigen und bat Dich, z.B. Ferienreisen (Flugreisen) alleine oder mit anderen, z.B. Freudinnen zu unternehmen, da ich auf Grund der Erkrankung diese Reisen nicht mehr durchführen kann. Ich erklärte Dir, dass ich Dir vertraue und dass du nicht in dieser Hinsicht „zurückstecken“ solltest, nur weil ich eben krank war. Aber meine Bitte bzw. Vorschlag hast du nicht gehört, oder war es schon ein Fehler von mir, Dir zu erklären, dass ich Dir vertrauen würde. Vielmehr gingst Du Deinen eigenen Weg, hin und wieder, dann immer öfters und später fast immer. Erinnerst Du Dich noch daran, wie ich vor einigen Jahren ins Krankenhaus musste, wegen einer Operation? Erinnerst Du Dich noch daran, dass ich verdammte Angst hatte? Ich hätte Dich gerne an dem Abend vor der Operation noch bei mir gehabt, dass wir uns noch hätten unterhalten können. Aber Du hattest einen „Lehrgang“ (?)! An dem Abend vor der Operation riefst Du noch aus einer Kneipe an. Einige Tage später hast Du mir dann gesagt, dass der Lehrgang gar nicht stattgefunden hat. Du warst „unterwegs gewesen“ mit „Anderen“ in mehreren Kneipen. Weißt Du, dass das weh getan hat. Weißt Du, dass ich das nicht vergessen kann, trotz der vielen Jahre? Einige Zeit nach dem Krankenhausaufenthalt und dem fortschreiten meiner Krankheit, wurde ich aus dem Berufsleben „entfernt“. Weißt du wie Du mir nach einiger Zeit sagtest: „Dir geht es doch eigentlich gut“. Ich fragte ganz konfus „Was?“. Du sagtest trotzdem noch mal, „Dir geht es doch eigentlich gut, Du brauchst wahrscheinlich den Rest Deines Lebens nicht mehr arbeiten“. Mein Einwand, dass meine Erwerbsunfähigkeit nur im „Doppelpack“ mit der Krankheit gibt, war für Dich unrelevant. Du sagtest fast wörtlich, „mir ginge es ja auch nur gut, wegen der Situation, dass ich nicht mehr arbeiten brauchte“. Du hast mich damit sehr getroffen. Auch wenn Du es nicht glaubst, ich würde gerne wieder arbeiten, Verantwortung tragen und mein soziales Umfeld von damals haben.

Wir lebten uns weiter auseinander, sahen uns zwar mal hier und dort, aber eine Beziehung war dies nicht mehr. Es war eigentlich „absolut nichts“ mehr.

Wir lebten eigentlich nur noch nach dem Motto:

"So viel Nähe wie nötig, so viel Abstand wie möglich."

Beziehungsmäßig orientiertest Du Dich anderweitig, was ich vielleicht heute sogar vom Verstand aus verstehen kann.

Vor 4 Monate hatte ich einen Unfall. Krankenhausaufenthalt und zwei Operationen waren angesagt. Du warst plötzlich wieder da und kümmertest Dich um mich. Ich habe mich in „Träume“ verrannt, es könnte noch mal was „werden“. Und ich war stolz darauf, Dich als meine "Freundin" bezeichnen zu dürfen.

Meine „Ursprungskrankheit“ besteht immer noch und ist auch nicht besser geworden.
Die akuten Verletzungen aus dem Unfall, werden hoffentlich bald ganz der Vergangenheit angehören.

Jetzt, nach Abheilung der akuten Verletzung entschwindest Du wieder aus meinem Lebensbereich. Wir sehen uns wieder selten. Und plötzlich kommt wieder diese andere Person ins Spiel, welcher Du Dich bereits damals zugewandt hast.

Es tut immer noch etwas weh. Aber immer weniger. Aber ich glaube, ich werde Vertrauen zu einer evtl. neuen Partnerin nur noch sehr schwer aufbauen können.

Oder bin ich schon „Beziehungsunfähig“, weil ich einer Frau nicht mehr vertrauen kann und deswegen Nähe nicht mehr zulassen will.

Auch verstehe ich Dich nicht, warum Du plötzlich wieder da warst, wofür ich Dir heute noch danke. Ich möchte diese Freundschaft erhalten. Aber kann sie überleben? Oder war es alles nur ein Zufall ? Fragen über Fragen, die ich nicht beantworten kann und nicht verstehe, wie soll ich meine Probleme überhaupt jemanden anderes verständlich machen.

Aber eines möchte ich Dir noch sagen, wen es mir „bescheiden“ geht, werde ich Dich als erstes um ein Gespräch bitten, denn ich vertraue Dir noch heute, auch wenn Du mit Deinen eigenen Problemen viel zu tun hast .

Nur wir haben es eigentlich nie verlernt, bei wirklichen Problemen uns zuzuhören und evtl. auch zu helfen. Auch wen das „zuhören“ schon oft die Hilfe war.

Aber ich lebe jetzt erst mal wieder wie frĂĽher. Und eigentlich geht es mir ja gut,.......ich brauche ja nicht mehr arbeiten.

f-j

__________________


"Warum soll ich für die spätere Zukunft leben, wenn der Tod kommt, wann er will und sich an das Wort "später" nicht hält.

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