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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Ärgerlicher Alltag
Eingestellt am 08. 04. 2013 11:46


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Julius Frank
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Deutschland säuft


Gewidmet Joseph A. Stacks
(Darf in Frieden ruhen seit 2010)

Wir befinden uns in einer gewöhnlichen Reihenhausstraße. Es ist Abend und man hat Gesprächsbedarf.
Hausnummer 33:
„Und was ist bei deinem Besuch beim Bauamt herausgekommen?“
„Nichts Erfreuliches. Die dürfen uns die Sicht zubauen. Es gibt in der Gegend schon so eine Bebauung, sagen die, deshalb ist es erlaubt. Die Bauherren dürfen sich bei Neubauten an den hässlichsten Stellen der Stadt orientieren.“
„Aber mit der verbauten Sicht ist unsere Wohnung weniger wert. Bekommen wir keine Entschädigung dafür?“
„Nein. Dafür gibt es keine rechtliche Grundlage. Wenn das Bauamt die Baugenehmigung auf unseren Wunsch zurückgezogen hätte, dann hätten die Bauherren bei uns gegenüber, per Gesetz, das Recht auf Schadenersatz vom Bauamt, weil sie neue Pläne zeichnen lassen müssten. Mit der Regelung wird sich das Bauamt hüten eine unschöne Bebauung zu stoppen. Bei der Gesetzeslage braucht ein Bauträger hierzulande niemanden zu bestechen. Wenn die neben uns einen Flughafen bauen würden, gäbe es auch keine Entschädigung wegen der Wertminderung. Nur Entschädigung wegen des Fluglärms. Man kann nichts machen. Ich brauche jetzt einen Cognac sonst drehe ich durch.“
Hausnummer 34:
„Diese realitätsfernen Politiker glauben wirklich eine menschlichere Gesellschaft erschaffen zu haben. Die denken der Menschlichkeit ist Genüge getan, wenn sie immer mehr Behindertenparkplätze anlegen, oder wenn man ein paar Rampen für Behinderte baut. Das ist natürlich in Ordnung aber wo bleibt der Beitrag zur Menschlichkeit in der Arbeitswelt? Weil man bei der Arbeit nicht mehr wie Sklaven ausgepeitscht wird, denken die Politiker es gäbe da kein Handlungsbedarf mehr. Wenn aber Menschen nur so viel verdienen, dass es gerade zum Sattwerden und einem Dach über dem Kopf reicht, dann ist das nicht mehr, als das, was man vor 3000 Jahren den Sklaven zugestanden hat.“
„Aber heutzutage gibt es Arbeitsschutzgesetze.“
„Die sind nicht das Papier wert auf dem sie stehen. Es ist zum Beispiel zwar ein gesetzlicher Mindesturlaub festgelegt aber wenn der Urlaub wegen vieler Arbeit nicht genommen werden kann und dann verfällt, wird das durch die Gesetzgebung nicht verhindert. Es ist doch Schwachsinn von der Notwendigkeit eines Erholungsurlaubs zu reden aber kein Gesetz zu schaffen, wonach der Arbeitgeber den auch gewähren muss. Gibt es keinen Betriebsrat, dann ist man gezwungen selbst den Arbeitgebern ihre Grenzen aufzuzeigen, sonst machen die mit einem was die wollen. Es müsste mal wieder eine Revolution geben.“
„Trinke deinen Wein und rege dich bitte ab.“
Hausnummer 35:
„Wegen der Abgeltungssteuer können wir nicht mehr die zu viel gezahlte Kapitalertragssteuer zurück erhalten.“
„Wieso?“
„Die Banken führen, oberhalb der Freistellung, bei allen Anlegern, egal wie viel Einkommen man hat, 25% an das Finanzamt ab. Hat man nun ein geringes Einkommen und muss, wie wir, deshalb nur 15% Einkommensteuer bezahlen, konnten man früher 10% der Kapitalertragssteuer zurück erhalten. Verdient einer viel und hat zum Beispiel 35% Steuern zu zahlen, bleibt es bei dem auch bei den 25% auf seine Zinsen. In diesem Land wird von unten nach oben verteilt und das nennt sich Sozialstaat. Zum Kotzen. Ich brauche jetzt was Hochprozentiges.“
Hausnummer 36:
„Ich habe schon an die 100 Bewerbungen losgeschickt und noch keine Zusage bekommen. Dabei bewerbe ich mich auf Stellen die genau zu mir passen. Die schicken noch nicht einmal Absagen. Das ist die totale Verachtung. Es ist so frustrierend, so abgelehnt zu werden und noch nicht mal zu wissen warum.“
„Diese Personalchefs beurteilen ihre Bewerber nach irrelevanten Details im Bewerbungsschreiben, die sie aus realitätsfernen Büchern kennen. Früher hat man die Bewerbungen mit Hand schreiben müssen, weil die Personalchefs glaubte aus der Handschrift die berufliche Eignung und den beruflichen Werdegang voraussagen zu können. Dafür gab es sogar ein Studienfach. Heute weiß man, dass man die Berufseignung nicht aus der Handschrift ablesen kann. Man muss sich das vorstellen, diese unsinnigen Handschriftanalysen haben früher über Karriere oder Abstieg bestimmt. Heute gibt es andere völlig unsinnige Kriterien, an denen sich die Personalchefs orientieren. Diese dämlichen Personalchefs stellen deshalb ständig Ungeeignete ein, andernfalls würde man es im Alltag nicht ständig mit unfähigen Leuten zu tun haben. Welche Volltrottel suchen immer die falschen Leute für die Arbeitsplätze aus? Wie viel passende Mitarbeiter haben durchschnittlich die Firma? 50%. Diese Quote kann auch ein Kind zustande bringen wenn es mit verbundenen Augen aus einem Krabbelsack Bewerbungen zieht.“
„Die Typen, die in der Schule während der Klassenarbeiten bei mir abgeschrieben haben, haben einen Job bekommen und machen mittlerweile Karriere.“
„Klar, die tricksen sich weiterhin nach oben.“
„Nichts deprimiert mich mehr als diese frustrierende Bewerbungsschreiberei.“
„Wahrscheinlich bekommt man nur noch eine Arbeitsstelle über Beziehungen.“
„Lasst uns eine Ü30-Party feiern.“
„Dann kann niemand von uns kommen, wir sind doch alle unter 30 Jahre alt.“
„Wenn ich von einer Ü30-Party rede, meine ich eine Party auf der es kein Getränk mit weniger als 30% Alkohol gibt.“
Hausnummer 37:
„Man bekommt keinen Job, und will dennoch vermeiden Harz 4 Empfänger zu werden indem man sich notgedrungen selbständig macht und wird prompt von der Gesetzgebung dafür bestraft. 330,-Euro Mindestbeitrag allein für die Krankenversicherung. Das sind bei meinen 1500,-Euro Monatsumsatz, 20% Krankenkassenbeitrag. Ich habe Petitionen eingereicht, habe die Patientenbeauftragte Frau Helga Kühn-Mengel angeschrieben und auch jene Mitglieder des Bundestages, die für Arbeit und Soziales in den verschiedenen Parteien zuständig sind. Alle haben geantwortet, dieser Regelung sei in Ordnung, außer die Linken. Von der SPD kam keine Antwort. Die SPD fühlt sich für Geringverdiener nicht mehr zuständig. Frau Kühn-Mengel ist in ihrem Schreiben mit kaltblütiger Ignoranz überhaupt nicht auf meine Problematik eingegangen, und hat darauf hingewiesen, dass man die Krankenkassenbeiträge auch in Raten zahlen kann. Sehr hilfreiche Antwort auf meine Fragestellung. Wenn es so weit kommt, dass ich mit Raten zahlen muss, dann ist es vernünftiger die Selbständigkeit hinzuschmeißen.
In den Antworten gaben mir alle zu verstehen, dass der Gesetzgeber davon ausgeht, dass alle Selbständigen viel mehr von ihrem Umsatz als Kosten abziehen, als tatsächlich anfielen. Wenn einer der 20.000.-Euro im Monat Umsatz macht und sich auf 1.000,-Euro arm rechnet, dann mag in dem Fall eine Mindestbeitrag sinnvoll sein, ABER wenn einer schon mit seinem Umsatz unter der Mindestbeitragsgrenze von 2.000,-Euro liegt, dann kann er sich vor der Krankenkasse nicht mehr armrechnen. Wenn jemand nur einen Umsatz von 1.500,-Eruo hat und noch echten Kosten von 500,-Euro, dann bedeutet ein Mindestbeitrag, der sich auf der Basis von 2.000,-Euro berechnet wird, ein Beitragssatz von 33% Prozent, was eine absolute Ungerechtigkeit ist. Die Sozialversicherungen sollten eigentlich soziale Not verhindern und sie nicht verursachen! Mit autistischer Sturheit wird diese Regelung verteidigt, ohne dass aber nur eine einzige vernünftige Begründung dazu abgegeben wird, warum das für Selbständige, die unter 2000,-Euro Umsatz machen, dies fair sein soll. Die bedenken nicht, dass es viele solche geringverdienenden Selbständigen wie mich gibt. Das merkt man daran, dass nach dem Gesetz man schon unter 50.000,-Euro Umsatz im Jahr als Kleinunternehmer gilt.
Es wird unterstellt, dass sich alle Selbständigen böswillig arm rechnen können und dies auch tun. Das Problem sind jene Politiker, die vom christlichen Glauben verdorben wurden, denn die halten dann, gemäß der christlichen Lehre von der Erbsünde, grundsätzlich erst mal alle Menschen für böse. Paradoxerweise werden dann Gesetze erstellt, die zum Nachteil der Ehrlichen sind und zum Vorteil der Unehrlichen. Jene Unternehmer, die mehr als 2000,-Euro Umsatz haben und sich armrechnen, trifft nämlich diese Beitragsregelung nicht unfair. Leider trifft es die Ehrlichen und Geringverdiener unfair - wie immer!
Als Alibi haben sie jetzt zwar einen niedrigeren Mindestbeitrag zur Krankenversicherung eingeführt, aber den darf man nur dann bezahlen wenn die Bedarfsgemeinschaft nur ein Einkommen auf Hartz 4 Niveau hat. So ein Schwachsinn, da ist es besser die Selbständigkeit aufzugeben “
„Das ist wirklich sehr ungerecht, Schatz. Soll ich dir ein großes Glas Wodka bringen?“
„Ja, unbedingt. Die Politiker trieben mich in die Alkoholsucht.“
Hausnummer 38:
„Jetzt schwafeln die von Lebensleistungsrente. Es ist krankhafte Überheblichkeit, wenn Politiker sich einbilden, beurteilen zu können wie viel Lebensleistung jemand erbracht hat. Hat ein Erfolgreicher Handwerke, der für Pfusch überhöhte Rechnungen ausgestellt hat, und damit reich geworden ist, eine hohe Lebensleistung erbracht? Hat ein Zahnarzt, der unnötige Behandlungen vorgenommen hat, eine hohe Lebensleistung erbracht? Hat ein Firmenchef, der wegen seiner Fehlentscheidungen immer wieder Leute entlassen hat und Subventionen vom Staat holte, eine hohe Lebensleistung erbracht? Hat ein Kind das von seinen reichen Eltern bildungsmäßig endlos unterstützt wurde bis es nach dem fünften Studium endlich einen Abschluss geschafft hat und dann durch Beziehungen auf einem Faulenzerposten gelangte eine hohe Lebensleistung erbracht? Hat ein Hartz 4 Empfänger, der nie von seinen Eltern unterstützt wurde, aber dennoch arbeitswillig war, was aber von den unfähigen Personalchefs nicht erkannt wurde, weshalb er notgedrungen für 5 Euro die Stunde knochenharte Arbeit erledigte eine niedrige Lebensleistung erbracht? Hat jemand, wo sich aus Gutmütigkeit hat ausbeuten lassen und deshalb keine Kraft mehr hatte um Kinder groß zu ziehen, eine geringe Lebensleistung erbracht? Hat ein Mensch, der immer nur ehrlich, hilfsbereit und rücksichtsvoll war und deshalb in dieser verlogenen, hinterhältigen Welt zu keinem Erfolg kam, eine niedrige Lebensleistung erbracht? Hat eine Frau eine niedrige Lebensleistung erbracht weil sie biologisch nicht in der Lage war Kinder zu bekommen?
Lebensleistungsrente. Schon bei dieser Worterfindung muss man kotzen. Was für einen Schwachsinn die sich immer ausdenken. Das kommt von der irrigen Meinung, es gäbe so was wie Chancengleichheit. Mittels der Behauptung, jeder hat die gleichen Chancen, kann man den Leuten, wenn sie zu nichts kommen, vorwerfen sie hätten ihre Chancen nicht genutzt. Aber so etwas wie Chancengleichheit gibt es nicht, das ist ein moderner Mythos. Wer an Chancengleichheit glaubt befindet sich mit seinen Vorstellungen weit ab von der Realität. Aber realitätsferne Menschen in den Medien und Politik verbreiten diese Augenwischerei. Ich trinke jetzt Alkohol bis ich nicht mehr drüber nachdenken kann.“
Hausnummer 39:
„All die Typen die früher Wegelagerer, Räuber, Erpresser geworden wären, sind heute Arbeitgeber. Die Geschäftswelt absorbiert Menschen mit krimineller Energie besonders gerne. Die Belegschaft zu belügen gehört bei Geschäftsführern zu den normalen Aufgaben. Gefühlskälte ist bei Führungskräften gefragt. Die lassen einem unberührt zu Tode arbeiten. Mir ist kein Fall bekannt wo Fleiß belohnt wurde. Das ist nicht verwunderlich. Die Geschäftsinhaber haben nichts vom Fleiß der Arbeitnehmer wenn sie für Fleiß mehr Gehalt zahlen. Der Chef will doch vom Fleiß profitieren. Es mag vorkommen, dass Festangestellte, die viel leisten mehr Gehalt erhalten und auch im Betrieb aufsteigen, aber Leasingkräfte können in dem Betrieb, für den sie arbeiten wohl kaum aufsteigen. Leistet eine Leasingkraft mehr als andere, zahlt es sich für sie nicht aus. Das Zeitarbeitsunwesen verstößt gegen das Leistungsprinzip. Dass wir in einer Leistungsgesellschaft leben und für mehr Leistung belohnt wird, ist eine Lüge. Belohnt wird Betrug, Trickserei, Kaltblütigkeit. Egal wie viel man arbeitet, es ist nie genug. Wenn dann jemand einen Nervenzusammenbruch erleidet wird kaltblütig darüber hinweggegangen. Arbeitgeberfreundliche Arbeitnehmer, die sich zum Beispiel nicht trauen sich krankschreiben zu lassen, schaden sich zur Freude des Arbeitgebers selbst. Und ganz sicher erhalten sie dafür keinen Dank. Leistung führt nicht zu Erfolg sondern Trickserei, Schlauheit und Hinterlist.
Verbesserungsvorschläge, die helfen, die Arbeit einfacher zu erledigen, werden nicht erlaubt, weil die Chefs diese nicht verstehen oder nicht selbst darauf gekommen sind, denn die Chefs sind meist dümmer als die Angestellten, die wider besseres Wissen die Unsinnigen Anweisungen der Chefs befolgen müssen. Manche Chefs treffen permanent Fehlentscheidungen, die von den Mitarbeitern ausgebadete werden müssen. Was Chefs gut können ist die Untergebenen zu verarschen. Wirst du zum Chef gerufen, vergiss den Baseballschläger nicht. Ich Muss mich jetzt mit Whisky abfüllen, damit ich am Montag nicht wirklich einen Prügel mit ins Büro nehme?“
„Trink nicht so viel!“
„Wenn du mir erklären kannst wie man das Leben ohne Alkohol ertragen kann, dann höre ich auf zu saufen.“
Hausnummer 40:
„Die Zinsen sind nur 2,5% und die Inflation ist 2%. Das bedeutet mein Geld hat sich nur um 0,5% vermehrt. Dennoch muss ich auf die vollen 2,5% Kapitalertragssteuer zahlen obwohl mein Ertrag nur 0,5% ist. Ungerechtigkeit wird gesetzlich festgelegt. Am Wochenende besaufe ich mich.“
Hausnummer 41:
„Die IHK ist wie die Mafia Deutschlands.“
„Warum?“
„Die will Geld von mir, weil ich Gewerbetreibender bin, aber sie tut nichts für mich, wie die Mafia, die auch von Geschäftsleuten Geld erpresst, mit dem Unterschied, dass die IHK ihren Diebstahl per Gesetz legitimiert bekommen hat. Bei der IHK spielen sie wie Kinder „Büro“, und das muss ich finanzieren. Die befragen ein paar Unternehmen und basteln daraus ihre unnötigen Wirtschaftsprognosen, mit denen sie dann oft daneben liegen. Das ist zweckfreie Selbstbeschäftigung. Ich werde mich heute in den Schlaf saufen.“
Hausnummer 42:
„Das Gesetz, wonach eine Leasingkraft, die länger als ein Jahr in die gleiche Firma ausgeliehen wurde, von dieser Firma fest eingestellt werden muss, wurde vor langer Zeit, ich glaube von der SPD, abgeschafft. Weiterhin muss man für das halbe Geld die gleiche Arbeit machen und dazu zeitlich noch flexibler sein als Festangestellte. Wenn ich daran denke, könnte ich zum Hulk werden. Die Gedanken daran muss ich jetzt mit Schnaps ertränken, sonst platzt mir der Kragen.“
„Kein Schnaps mehr da.“
„Was? Ich glaube ich muss durchdrehen.“
„Beruhige dich, ich gehe schnell zur Tanke und kaufe was.“
Hausnummer 43:
„Der BSE-Test soll abgeschafft werden, obwohl eine neue Variante von BSE aufgetreten ist. Es macht weiterhin Sinn das Fleisch zu kontrollieren auch um einen erneuten Ausbrauch frühzeitig zu erkennen. In Deutschland soll der Test bleiben aber die FDP ist für die Abschaffung des Tests weil er ein Kostenfaktor für die Fleisch produzierende Industrie ist. Ich finde es erschreckend wie stur die FDP den Schutz von Unternehmern über alles andere stellen. Gesundheit und Sicherheit der Lebensmittel sind denen weniger wichtig. Aber was noch erschreckender ist, dass die noch nicht mal geistig in der Lage sind ihr eigenes simples Ziel vom Schutz der Unternehmer konsequent zu Ende zu denken. Denn eigentlich müsste die FDP sehr für die Weiterführung der BSE-Tests sein weil es Unternehmer gibt, die am BSE-Test verdienen. Bei einem Wegfall des BSE-Tests haben die dann auch keinen Umsatz mehr. Ich brauche ein Schlückchen, denn ich verstehe nicht wie solche geistigen Tiefflieger es schaffen in der Gesellschaft so weit aufzusteigen, ich meine zur Teilhabe an der Macht im Staat gelangen.“
„Weil intelligente Menschen nicht an Macht interessiert sind. Schon der Philosoph Diogenes war von der Macht von Alexander dem Großen nicht beeindruckt gewesen und hat Alexander nur darum gebeten: Gehe mir aus der Sonne.“
„Das soll nur eine Anekdote sein.“
„Aber die Anekdote ist beliebt weil sie die Verachtung der Intelligenz gegen Macht zum Ausdruck bringt.“
„Es gibt intelligentere Philosophen als Diogenes.“
„Stimmt. Aber das ist egal. Die Botschaft dieser Anekdote kommt dennoch rüber.“
Hausnummer 44:
„Kein Land gibt so viel Geld für Soziales aus, aber bei den Leuten, die bedürftig sind kommt dennoch wenig an. Zu den Bausparverträgen werden Bausparprämien gezahlt. Als würden die 80,-Euro für Verheiratete pro Jahr entscheidend eine Wohnung oder Haus finanzieren. Dafür wird unnötig Geld gegeben. Oder diese hohen Ausgaben für die Familienpolitik. Irgendjemand hatte mal ausgerechnet, dass es 100.000,- Euro kostet ein Kind groß zu ziehen. Manche Politiker meinen, dass der Staat dies finanziell ausgleichen muss. Aber das ist natürlich nicht finanzierbar und bringt auch nichts. Denn dass die Menschen so wenige Kinder bekommen, liegt am kräftezehrenden Arbeitsalltag mit Überstunden. Wer den ganzen Tag vom Chef gestresst wurde, will abends nicht auch noch von den eigenen Kindern genervt werden sondern sehnt sich nach Erholung und Ruhe. Wenn man Karriere machen möchte, dann muss man flexibel sein bezüglich des Arbeitsorts. Ständiges Umziehen ist aber mit und für Kinder problematisch. Finanzielle Zuwendung für Kinder kann über all dies nicht hinwegtrösten.
Oder diese Riesterrenten Zuschüsse. Besser wäre die Förderung einzusparen um dann ganz gezielt Menschen, die unter Altersarmut leiden Geld zu geben. Dieses Bürokratiemonster, namens Riesterrente, bringt den Geringverdienern wenig, weil die nur wenig Geld übrig haben, das sie einzahlen können. Ein Geringverdiener bekommt, wenn er 60,-Euro pro Jahr einzahlt die volle Zulage, aber das ergibt dann eine monatliche Riesterrente von 5,-Euro. Das verhindert nicht die Altersarmut. Geringverdiener könnten auch eine höhere monatliche Riesterrente bekommen, aber dafür müssten sie einen höheren Eigenbeitrag leisten, aber dafür haben Geringverdiener wenig Geld übrig. Die Riesterrente bringt also Geringverdienern nichts.
Der Berater bei der Deutschen Rentenversicherung hat auch klar zugegeben: Riester dient nicht der Bekämpfung der Altersarmut sondern dient dazu, den Lebensstandard im Alter halten zu können. Seit wann muss sich der Staat darum kümmern ob sich jemand im Alter ein teures Auto oder eine Weltreise leisten kann?
Und es können staatliche Förderungen an einen gehen, der später ein Vermögen erbt und gar keine Altersarmut erleidet. Auch die Verzinsung ist ein Witz. Zusammen mit den staatlichen Zulagen sind die Rentenzahlungen aus den Riester Verträgen bedeutungslos gering. Legt man selbst Geld an, dann hat man nach der gleichen Ansparzeit durch den Zinseszinseffekt mehr Geldzuwachs als die garantierte Mindestverzinsung bei Riester und das trotz staatlicher Zulagen zum Riester Beitrag. Außerdem fallen keine Abschlussgebühren und Provisionen an, wenn man sein Geld selbst anlegt. Nach all den großen Versprechungen, mehr als die Mindestverzinsung zu erwirtschaften, haben die Riester Versicherungen sogar ihre Mindestverzinsung auf 1,75% gesenkt. Die haben unser Geld nämlich auch in Griechenland investiert. Über 10 Millionen Verträge wurden abgeschlossen. Da flossen und fließen Milliarden. Das viele Geld musste schnell irgendwo investiert werden. Aber es gab mehr Geld als seriöse und sichere Investitionsobjekte, in die man Geld stecken konnte. Also wurde das Geld auf unsicherem Terrain angelegt. Also - zuerst finanziert der Steuerzahler die staatlichen Zulagen zur Riesterrente sowieso selbst, dann bekommt man weniger Verzinsung als wenn man seine Beiträge selbst angelegt hätte und dann darf man noch die Banken unterstützen, die unsere Riester Beiträge in den Sand gesetzt haben. Dann werden die Auszahlungsbeträge der Riesterrente noch besteuert. Dass die deutsche Regierung für die Schulden von Griechenland einsteht, nützt vor allem der deutschen Versicherungswirtschaft. Andernfalls könnte die ihre Kunden nicht die Riesterrente auszahlen.“
„Das Geld, das der deutsche Staat für die Riesterrente verschwendet fehlt später, um jenen Leuten zu helfen, die unter Altersarmut leiden. Somit verstärkt die Riesterrente das Problem der Altersarmut anstatt es abzumildern. Um das zu verkraften brauche ich jetzt einen Klaren.“
„Der bürokratische Aufwand der Riesterrente ist höher als bei der gesetzlichen Rente. Die Riesterrente ist eine Beschäftigungstherapie für Versicherungen.“
„Ohne Riesterrente gäbe es vielleicht mehr arbeitslose Versicherungsangestellte.“
„Wenn Leute, die unnötiger Arbeit nachgehen, arbeitslos sind, dann spart doch die Allgemeinheit Geld. Ein Arbeitsplatz kostet, sagen wir mal 3000,-Euro an Gehaltskosten und, sagen wir mal 600,-Euro an Arbeitsplatzaufwendungen für Miete, Material, Strom, Reinigung, etc. Wenn man nun beschließen würde, dass die unnötige Arbeit von niemand mehr erledigt wird, dann fallen, in meinem Rechenbeispiel, die 600,-Euro Bürokosten und 720,-Euro für Renten- und Arbeitslosenversicherung weg. Den Arbeitgeberanteil an der Renten- und Arbeitslosenversicherung habe ich mit eingerechnet, denn den zahlen wir, entweder als Kunde oder als Steuerzahler, letztendlich auch. Würde also ein Arbeitsplatz, an dem unnötige Arbeit verrichtet wird, gestrichen werden, kann die Allgemeinheit, in meinem Beispiel, mindestens 1320,-Euro sparen. Und es wird sehr viel unnötige Arbeit verrichtet.“
„Wir trinken jetzt einen Klaren und unterstützen die Schnapsbrenner, denn die machen wenigstens sinnvolle Arbeit.“
Hausnummer 45:
„Das Arbeitsamt steht in Komplizenschaft mit skrupellosen Typen, die sich mit minderwertigen Geschäftsideen selbständig machen, die nur funktionieren, wenn Leute für wenig Geld ausgebeutet werden können. Das Arbeitsamt unterstützt solche Firmen, weil sie die Arbeitslosen zwingen dort zu arbeiten. Jeder unfähige Verbrecher, der denkt er könne als Unternehmer auf kosten verzweifelter Arbeitsloser reich werden, kann einen Arbeitsplatz anbieten und das Arbeitsamt schickt die Leute hin. Typen, die selber harte Arbeit meiden und deren einzige Fähigkeit es ist, skrupellos zu sein, gründen eine Leasingfirma, nehmen läppische Aufträge an, die schlecht bezahlt werden, nur kurzfristig sind, für schäbige Arbeit, die den Festangestellten im Betrieb nicht zugemutet werden, unter Bedingungen unter denen die Festeingestellten nicht arbeiten dürfen. Und dann hetzen die ahnungslosen Medien noch auf die Arbeitslosen, indem die Losung herausgegeben wird: Wer arbeiten will, findet auch was. Klar kann man Arbeit finden, es ist nur die Frage ob sie menschenwürdig ist und bezahlt wird. Wobei es sogar schwierig ist selbst bei solchen Verbrecherfirmen unterzukommen. Eigentlich dürfte das Arbeitsamt keine Leute an Firmen vermitteln, die beim Arbeitsgericht einschlägig bekannt sind.“
„Das Arbeitsamt ist wirklich schlimm. Das Arbeitsamt hat eigentlich die Aufgabe einem zu helfen Arbeit zu finden. Stattdessen wird man gezwungen Zeit zu verschwenden, indem man sich auf Stellen bewerben muss, die schon besetzt sind. Die machen das nur, weil sie darauf warten, dass man sich nicht bewirbt, damit sie das Arbeitslosengeld kürzen können. Das Ziel der Arbeitsämter ist nicht, die Leute wieder in Lohn und Brot zu bringen, sondern sie um ihr Arbeitslosengeld zu bringen. Unabhängig davon, warum die Arbeitslosigkeit eintrat, unterstellt die Gesetzgebung bei allen Arbeitslosen, sie seien arbeitsscheu. Das Arbeitsamt hat die Funktion, zu verhindern, dass das Arbeitslosengeld tatsächlich in Anspruch genommen wird. Dass Deutschland ein Sozialstaat ist, ist ein Etikettenschwind. Ich brauche was zum Betäuben.“
„Das Arbeitsamt zwingt einem sich zum Beispiel auf ein schlecht bezahltes Stellenangebot in einem Callcenter zu bewerben. Selbst wenn man in einem Callcenter Vollzeit arbeitet, muss man mit Hartz 4 aufstocken. Dem Arbeitsamt geht es nicht darum, dass man wieder für sich selbst sorgen kann, sondern darum, dass man den ganzen irgendwas Tag arbeitet. Ob das Einkommen daraus zum Leben reicht, interessiert das Arbeitsamt nicht. Es ist eine völlig verfehlte Zielsetzung, die das Arbeitsamt verfolgt.“
Hausnummer 46:
„Der teure Militäreinsatz in Afghanistan soll Demokratie bringen. In Afghanistan sind die Soldaten nur damit beschäftigt sich selbst zu schützen und zwischendurch töten sie aus Panik in verwirrenden Situationen Unschuldige. Die angebliche mutigen Soldaten sind Feiglinge, die leicht in Panik geraten und dann aus Angst auf alles schießen was sich bewegt und treffen dabei meist Zivilisten. Die erreichen mit ihren Kriegsspielen überhaupt nichts Sinnvolles. Wer schützt eigentlich die Afghanen vor der Nato?“
„Schuld an diesen Einsätzen ist das Dritte Reich. Basierend auf der Vorarbeit des Militärs der Alliierten wurde aus Nazideutschland eine Demokratie. Deshalb hält sich seit damals hartnäckig der Glaube, mit militärischem Einsatz etwas Gutes zu bewirken. Aber die Situation war damals eine völlig andere, das wird verkannt.“
„Es geht nicht nur um die Einführung der Staatsform der Demokratie sondern um Freiheit dort.“
„Die sollen erst mal bei uns die Freiheit einführen. Ich habe zum Beispiel hier nicht die Freiheit kein Rundfunkteilnehmer zu sein.“
„Man darf bei uns frei reden und demonstrieren.“
„Aber es nützt nichts.“
„Hier gibt es die Pressefreiheit.“
„Ob ein Regime seine Lügen über die Presse unter das Volk bringt oder ob, wie bei uns, ein pickliger Nichtswisser, mit seinen verlogenen Nachrichten manipuliert, was die Leute denken und wissen sollen, macht vom Schaden her keinen Unterschied.“
„Und die Meinungsfreiheit.“
„Hier zu Lande wird das Verbreiten von Lügen als Meinungsfreiheit ausgegeben.“
„Aber man kann sich bei der Regierung über die Bundestagspetitionen beschweren.“
„Das ist aber reine Zeitverschwendung, weil solche Petitionen von den engstirnigen, sturen Autisten im Bundestag abgelehnt werden. In Diktaturen gibt es nicht die Möglichkeit einer Petition, aber das ist egal, weil da wo Petitionen erlaubt sind, sich im Ergebnis auch nichts ändert. Der Vorteil bei Diktaturen ist, dass man sich die Zeit spart.“
„Du tust so, als ob Diktaturen was Gutes sind.“
„Nein eben nicht, ich will nur sagen, dass wir uns nicht so sehr von einer Diktatur unterscheiden wie man uns einredet.“
„Esse ein bisschen von der Obstschale hier. Das leckere Obst hebt die Laune.“
„Ich nehme Obst nur in flüssiger Form zu mir, und zwar als Wein.“
Hausnummer 47:
„Jetzt wollen die für dieses schreckliche Fernsehprogramm eine Haushaltsabgabe. Ein Bekannter von mir hat immer den Fernseher laufen. Es ist für mich unerträglich diesen Müll anzuschauen. Wenn ich nur an diese Talkshows denke, wo hirnloser, völlig uninteressanter Schwachsinn gelabert wird. Davon bekomme ich schon nach einer halben Minuten Kopfweh. Und diese langweiligen Rentnerfilme. Ich kann es kaum glauben, aber immer wenn ich meine Eltern besuche, und das ist nur drei, vier Mal im Jahr, und mir dann mit ihnen das Abendprogramm anschaue, habe ich das Gefühl da werden immer die gleichen Geschichten erzählt, nur der Titel der Serie ist ein anderer.
Was das öffentlich rechtliche Fernsehen zeigt interessiert mich nicht. Wenn die von allen Geld wollen, dann müssen die auch ein Programm für alle anbieten.“
„Manchen gefällt das Programm.“
„Dann sollen nur die bezahlen. Ich verlange auch nicht, dass alle das Abo von meinem Lieblingsmagazin bezahlen, auch wenn es nicht alle lesen wollen.
Viele kaufen jetzt einen Fernseher. Das Land der Dichter und Denker wird von der Regierung zur Fernsehnation umerzogen. Anstatt Volkshochschulkurse zu besuchen hängt man jetzt faul vor dem Fernseher rum. Kinder werden zum Fernsehkonsum verlockt. Anstatt Bücher lesen, wird man in schwachen Momenten dazu verleitet, den Fernseher einzuschalten. Es ist doch so, wenn man mal einen Fernseher hat, dann schaltet man ihn auch ein. Und wenn er mal an ist, dann schaltet man auch nicht gleich wieder aus und schon ist der Abend in geistiger Armut verbracht.“
„Aber es werden doch auch Nachrichten geboten.“
„Auf diese Desinformationen, die man als Nachrichten verkauft, sollte man lieber verzichten, sonst hat man den Kopf nur mit falschen Infos und Ängsten voll. Es wird nur der angstmachende und aufhetzende Teil eines Ereignisses gezeigt ohne Hintergrundinfos. Nachrichten werden von Lügnern geschrieben, die ihre reaktionäre Weltsicht verbreiten wollen. Dies ist besonders bei den öffentlich-rechtlichen Nachrichten so. Dabei sollen gerade die öffentlich-rechtlichen politisch neutral berichten. Das tun sie aber nicht und somit ist ihre Daseinsberechtigung nicht mehr gegeben. Geschehnisse werden mit den immer gleichen, geistlosen Nachrichtenfloskeln realitätsfern dargeboten, was beweist, dass sie nichts Genaues wissen oder uns nichts Genaues wissen lassen wollen. Der investigative Journalismus wird nicht mehr benötigt. Wenn man mal selbst bei einem Geschehnisse mitten drin war und dann die Nachrichten dazu hört, dann denkt man die berichten von einem anderen Planeten. Und diese nervigen Nachrichtensprecher, die witzig sein wollen und die Nachrichten völlig dämlich darbieten. Die Produktion dieser sogenannten Nachrichten soll sowieso nur als Begründung für die Haushaltsabgabe herhalten. Es geht nicht mehr darum die Leute zu informieren sondern nur ums Abkassieren.“
„Bei den öffentlich rechtlichen gibt es eine gigantische Hierarchie, bestehend aus unzähligen unnötigen Führungspositionen, in denen sich über Beziehungen unfähige Faulenzer eingenistet haben und völlig überzogene Gehälter abräumen.“
„Das was man als Haushaltsabgabe bezahlen muss, kann man nicht mehr für Konsumgüter ausgeben. Die Haushaltsabgabe schwächt den Binnenkonsum.“
„Diese Abgabe ist jedenfalls nicht weniger als Diebstahl. Ich brauch jetzt einen Beruhigungstrank.“
„Dieses hibbelige Gelall im Radio ist auch wertlos. Man könnte glauben, man hat denen eine Elektrode ins Sprachzentrum gesteckt um es zu stimulieren worauf die dann euphorisch anfangen zu lallen und dabei ohne Sinn und Verstand völlig uninteressanten Blödsinn von sich geben. Radio und Fernsehen ist eine Hirn abtötende Zeitverschwendung. Nicht die Zuschauer und Zuhörer müssten Gebühren zahlen sondern das Fernsehen und die Radiosender müssten an uns Geld zahlen, eine Art Schmerzensgeld für die geistige Grausamkeit, die man erleidet wenn man das idiotische Gelaber von diesen hirntoten Schwätzern hört, die offensichtlich von nichts eine Ahnung haben. Aktuell wird immer über den Papst berichtet. Der Papst kauft ein. Der Papst fährt Bus. Der Papst zieht ein. Der Papst arbeitet. Das ist so spannend wie der Text von einem Sprachübungsbuch. Ich hörte auch, der neueste Papst ist für Frieden - wie schön, ich auch.
Also ich will, nein, ich muss auf Rundfunkgeräte verzichten weil mir echt übel wird von dem Gelaber. Für Leute die das Programm nicht nutzen und keine Empfangsgeräte haben ist die Haushaltsabgabe so, als ob sie jedes Jahr von einem Taschendieb um 220,-Euro erleichtert werden.“
Hausnummer 46:
„Wir leben in einem Gottesstaat, denn es ist meistens eine christliche Partei am Regieren und christliche Werte sollen unsere Gesellschaft beherrschen.“
„Blödsinn mit den christlichen Werten. Gerade religiöse Gefühle waren es, die seit Menschengedenken für Mord und Todschlag sorgten. Wenn Werte, wie Frieden, tatsächlich vom Christentum kommen würden und die Menschen sie verinnerlicht hätten, dann hätte es schon seit vielen hunderten von Jahren, seit Einführung des Christentums in Europa keine Kriege mehr geben dürfen. Es gibt auf dieser Welt keinen Boden, der mehr mit Blut getränkt wurde, wie der europäische und das vor allem auch aus religiösen Gründen. Dass wir in Europa in Frieden leben, liegt daran, dass die Leute endlich nach vielen hunderten von Jahren Krieg die Schnauzte voll davon haben. Die Menschen überkommt eeendlich der Verdacht, dass Frieden vorteilhaft ist. Erst danach hat sich der christliche Glaube angepasst, indem man den Hinweis der Nächstenliebe in der Bibel vorne anstellte, um den Willen der Menschen nach Frieden auch vom Glauben her zu untermauern. Die Kirche ist da nur Trittbrettfahrer. Heutzutage blendet sie zum Beispiel Lukas 21,9 aus, wo steht, „erschreckt nicht wenn ihr von Kriegen hört, denn dies muss vorher geschehen“. In dieser Voraussage steht geschrieben, dass erst Nationen sich gegen Nationen erheben, bevor das Gottesreich kommt. Diese Aussage ist keinen Falls Frieden fördernd. Deshalb freuten sich damals im Vatikan einige über den ersten Weltkrieg, weil man dachte, dass danach das Gottesreich kommt.“
„Danach kam nur das dritte Reich.“
„Auch eine Art Religion.“
„In den USA sind viele so wild auf Kriege, weil sie nach den Kriegen das kommende Gottesreich erwarten.“
„Die Werte kommen eher vom Humanismus und von der Aufklärung, und dass man sich ihrer erinnert liegt daran, dass wir uns den Luxus erlauben können Werte anzustreben, weil es uns wirtschaftlich gut geht. Stell dir vor es gäbe eine Hungersnot, dann wäre es vorbei mit den Werten.“
„Meinst du?“
„Schau doch mal wie aggressiv die Leute drängeln können, wenn mal was knapp ist, und das nicht aus Hunger. Es war Böll oder Brecht, ich weiß nicht mehr, der hatte mal was sehr Wahres gesagt, nämlich: Erst kommt das Fressen, dann die Moral.“
„Dass die westliche Welt friedlich miteinander lebt, hat weniger mit Werten zu tun, sondern ist wegen der gemeinsamen Feinde. Erst hat der gemeinsame Feind Kommunismus die westliche Welt zum Zusammenhalt gezwungen und jetzt hat man den Islamismus als gemeinsamen Feind auserkoren. Es hat mich ja fast zu Tränen gerührt als ich sah wie in Köln Seite an Seite deutsche und französische Rechtsradikale anlässlich eines Moscheebaus gemeinsam gegen den Islam wetterten. Vielen Dank Islamismus, du hast das Unvorstellbare wahr werden lassen. Die islamische Gefahr muss schön aufgebauscht werden. Eine Reduzierung der Angst auf ein gesundes und realistisches Maß ist derzeit nicht zu erlauben, weil noch kein neuer gemeinsamer Feind für den Zusammenhalt der westlichen Welt gefunden wurde.“
„God`s own country, ich meine damit die Vereinten Staaten von Amerika, dieser kriegslüsterne Gottesstaat, kommt überhaupt nicht ohne Feindbilder aus. Zum Glück sind Kriege teuer sonst würden die USA an noch viel mehr Orten auf der Welt angreifen“
„Warum muss überhaupt über Werte geredet werden? Das eruieren von guten Werten ist ein Kennzeichen von hartherzigen Idioten, weil denen ihr Herz nicht sagt, wie man sich korrekt den Mitmenschen gegenüber verhält. Dagegen muss man warmherzigen und vernünftigen Menschen nichts von Werten erzählen.“
„Sowieso sind die Werte, von denen man in der Politik redet, minderwertig. Vor Jahren zählte dieser ehemalige Ministerpräsident von Bayern, der Edmund Stoiber, Werte auf. Er erwähnte als Werte den Fleiß und Gehorsamkeit. Das haben die gerne, dass man sich auf Befehl zu Tode arbeitet. Die wollen uns mit ihren Werten nur nieder halten. Er hat aber zum Beispiel die Ehrlichkeit bei seiner Aufzählung nicht erwähnt. Klar, mit Ehrlichkeit hat man als Politiker wenig am Hut. Die wirklichen Werte in dieser Gesellschaft sind Verlogenheit und Heuchelei. Trickser ziehen Vorteile aus den unlogischen Gesetzen. Die Ehrlichen sind die Verlierer. Wer immer nur ehrlich ist, endet unausweichlich in der Gosse. Jenseits jeglicher Fairness und Gerechtigkeit hat der Gesetzgeber eine Welt geschaffen, in der nur Trickser überleben. Die Richtung des Selektionsdrucks ist klar zu sehen, die Ehrlichen sterben aus. In dieser ungerechten Gesellschaft werden Eigenschaften wie Misstrauen, Gleichgültigkeit trainiert, während Eigenschaften wie Hilfsbereitschaft, Vertrauen, Mitgefühl bestraft werden. Wer an andere denkt hat verloren. Und wer nicht an sich selbst denkt auch. Vertrauen ist ein Grundbedürfnis wenn dieses Gefühl in der Gesellschaft nicht gelebt werden kann, dann wird der Mensch krank und braucht Drogen.“
„Es gehört viel Gleichgültigkeit dazu, mit Waffen zu handeln. Leute werden dabei unterstützt sich gegenseitig zu töten.“
„Waffenhandel bringt Geld. Der Waffenhandel ist von den westlichen Werten, wie Geldgier und Menschenverachtung abgedeckt. Alle Eigenschaften, die Geld bringen, zählen in der, vom Kapitalismus beherrschten Welt zu den Werten, also Geldgier, Skrupellosigkeit und Ausbeuterei. Das sind die gewollten und tatsächlich praktizierten Werte. Wenn es Geld einbringt dann zählt es zu den Werten.“
„Deshalb ist es erlaubt Waffen an die Saudis zu verkaufen.“
„Die brauchen Waffen für die Zeit wenn ihnen das Öl ausgeht um dann ihre Nachbarn zu überfallen.“
„Dann werden auch deutsche Soldaten hingeschickt, die dann von deutschen Waffen getötet werden.“
„Der Kreis schließt sich dann.“
„Nein, die Spirale des Wahnsinns dreht sich weiter.“
„Die sollen lieber den Drogenhandel legalisieren. Drogen richten weniger Schaden an.“
„Ich muss mich heute Abend von dieser bescheuerten Welt wegsaufen.“
Hausnummer 47:
„In Holland ist das holländische Gemüse teurer als in Deutschland. Warum? Weil in Holland im Einzelhandel nicht so niedrige Löhne bezahlt werden und es auch nicht diese Minijobs gibt. Wenn man da Geld verdient ist man immer gleich auch sozialversichert.“
„Warum lassen wir uns hierzulande so sehr ausbeuten?“
„Weil wir unseren Frust darüber in Alkohol ertränken.“
„Jener Unternehmer, der gerechte Löhne zahlt, erhält wenig Anerkennung weil gerechte Löhn als selbstverständlich angesehen werden. Deshalb zahlt der Unternehmer lieber ungerecht niedrige Löhne und gibt lieber großzügig Spendengelder und bekommt dafür ehrwürdig die Hände geschüttelt.“
Hausnummer 48:
„Man muss schon Steuern zahlen auch wenn der Verdienst unter der Armutsgrenze liegt, also ab 8000,-Jahreseinkommen.“
„Man bekommt die Steuern wieder in Gestalt von Hartz 4 Aufstockung zurück.“
„Ja, und dafür muss man seine, für die Erholung gedachte, Freizeit mit dem Ausfüllen von Formularen vergeuden und ein Beamter wird benötigt, der alles nachprüft und bewilligt. Das ist wieder so eine unnötige Beschäftigungstherapie. Warum lässt man uns nicht den hart verdienten Hungerlohn ganz behalten?“
„Verstehe ich auch nicht. Lass uns was Hochprozentiges trinken.“
Hausnummer 49:
„Stuttgart 21 wird fast doppelt so teuer wie geplant. Dafür verschwendet die Bahn das Geld der Fahrgäste. Ich brauch jetzt einen Schluck Hochprozentiges.“
Beruhigt durch den Alkohol kamen auch beruhigende Gedanken: „Eigentlich ist es gut, wenn Stuttgart 21 gebaut wird und sehr teuer wird, denn dann hat die Bahn kein Geld mehr übrig für andere unnötige Verschlimmerungen, wie zum Beispiel die geplante allumfassende Neuauslegung des Bahnanschlusses in Mannheim. Denn so wie es jetzt dort ist, ist es vollkommen in Ordnung. Lieber ein großes Ärgernis als viele kleine.“
„Die könnten das Geld für die Verbesserung des Schienennetzes nutzen damit der ICE überall schnell fahren kann und manche Bahnhöfe könnten auch eine Renovierung vertragen.“
Hausnummer 50:
„Was machen die Krankenkassen mit dem vielen Geld? In der Schweiz verdienen Ärzte durchschnittlich 20% mehr als in Deutschland, dennoch ist der Krankenkassenbeitrag dort niedriger. Auch ist die Geburtenrate bei uns niedriger, weshalb weniger Ausgaben für Geburten und kostenlos mitversicherte Kinder anfallen. Die Menschen in Deutschland sterben durchschnittlich ein Jahr früher als im restlichen Europa. Also was passiert mit dem vielen Geld?“
„Die ärztliche Versorgung in Griechenland ist katastrophal, dennoch hat man in Griechenland eine höhere Lebenserwartung als in Deutschland. Dabei zählen in Deutschland noch Menschen dazu, die schon dreiviertel tot sind, aber mit einer aufwendigen Apparatur gerade noch so am Leben erhalten. Und die Deutschen sind Weltmeister was die Häufigkeit der Arztbesuche betrifft. Kein Volk geht öfter zum Arzt als die Deutschen.“
„Vielleicht wird man in Griechenland älter weil man dort weniger arbeitet.“
„Dann muss man sagen, dass die ärztliche Versorgung es nicht schafft die arbeitsbedingte Gesundheitsschäden wieder wettzumachen. Ruhe ist sowieso die beste Medizin. Und Ruhe finde ich in der Alkoholglückseligkeit.“
„Immerhin wurde die Praxisgebühr abgeschafft.“
„Ja, so was wird von der Politik schon als Erfolg gefeiert, dass etwas total Unsinniges wieder rückgängig gemacht wird.“
Hausnummer 51:
„Egal wie sehr man seine Zähne pflegt und egal ob man absolut keine Beschwerden hat, die Zahnärzte finden immer was um die Zähne abzuschleifen, für ihre Füllungen, Inlays und Kronen.“
„Das sind vorbeugende Maßnahmen.“
„Aber bei jeder Behandlung wird etwas vom Zahn abgeschliffen. Als Vorbeugende Maßnahme werden die Zähne immer ein bisschen mehr zerstört. Das ist doch paradox. Konsequent wäre dann, dass alle Zähne gezogen werden und man ein Gebiss bekommt. Das wäre die 100% vorbeugende Maßnahme gegen Karies. Die Zahnärzte zerstören mit ihren angeblich Zahn erhaltenden Maßnahmen meine Zähne.“
„Dann gehe doch einfach nur noch dann zum Zahnarzt, wenn du Beschwerden hast.“
„Aber wenn ich mich denen nicht mindestens einmal im Jahr ausliefere, dann muss ich bei einer Behandlung, die in vielen Jahren mal wirklich nötig sein könnte, alles komplett selbst bezahlen. Per Gesetzt wird man dazu angehalten sich jedes Jahr der Gefahr einer unnötigen Zahnbehandlung auszusetzen.“
„Wenn jemand wirklich kranke Zähne hat, dann sind Zahnärzte, sofern sie ihr Handwerk verstehen, ganz nützlich, aber für Leute die keine Beschwerden haben, sind sie eine Gefahr für deren Zähne. Für Leute wie mich, die gesunde Zähne haben, sind Zahnärzte die größte Gefahr für die Zahngesundheit.“
„Würden die Zahnärzte nur notwendige Maßnahmen vornehmen, dann gäbe es viel weniger Behandlungen und die Krankenkassen würden die Behandlungen komplett bezahlen können. Zahnärzte sind wahre Sozialschmarotzer. Sie lassen sich von der Sozialversicherung ihr Luxusleben finanzieren indem sie für ihre unnötigen Behandlungen abkassieren. Ich muss mir jetzt die Rübe zuballern bis ich mich nicht mehr aufregen kann.“

So wie in dieser Straße ist es überall. Der Alkohol desinfizierte die aufgepeitschten Seelen von der Wut. Die genervten Köpfe saugten sich mit Alkohol voll und entschlummerten selig. Der Alkohol betäubt den Ärger bis den Leuten alles egal ist. Dieses Egalsein scheint die höchste Glückseligkeit zu sein, die in dieser Welt zu erreichen ist, so steht es schon in der Bibel, denn die Kernaussage des neuen Testaments heißt: Alles auf Erden soll dir egal sein, dann findest du Frieden. Jesus sagte: Gib dem Kaisers was dem Kaisers ist. Das heißt zahle brav deine Steuern und rege dich nicht drüber auf. (Matthäus 22,17 und 22,21) Und sein Gleichnis mit den Arbeitern im Weinberg (Matthäus 20)sagt: Rege dich nicht auf, wenn andere für weniger Arbeit das gleiche Geld bekommen wie du, auch wenn du mehr gearbeitet hast. Jesus sagte: Sammle Schätze im Himmel nicht auf Erden. Also rege dich nicht auf wenn du was Weltliches nicht erreichen kannst oder du um es gebracht wirst. Jesus sagte (Matthäus 5,29): Halte auch deine rechte Wange hin wenn man dir auf die linke haut. Auch steht in der Bibel: Sie gehorsam und diene. Herrscher sind von Gott eingesetzt, also lehne dich nicht gegen sie auf. Die Kirche hat noch einen draufgesetzt, als sie sagte: Die Letzten werden die ersten Sein. Soll heißen, wenn ihr auf Erden arm seid und ganz unten seid und euch nicht dagegen auflehnt, dann werdet ihr im Himmel bevorzugt. Diese Art Religiosität ist Opium für das Volk. Karl Marx sagte das.
Jedenfalls geht es darum ruhig zu bleiben. Ähnliches sagt auch die Philosophie der Stoiker. Auch die maßen dem Alltag und überhaupt dem ganzen irdischen Dasein wenig Bedeutung zu. Jesus war wahrscheinlich die Philosophie der Stoiker bekannt. Er hat sich sicher mit griechischen Philosophen auseinander gesetzt und ist dann auf die Stoiker gestoßen. Dass dies so gewesen sein könnte, ist durch Folgendes zu belegen. Denn durch seine Kenntnisse über griechische Philosophen ist zu erklären, warum er im Angesicht seiner baldigen Verhaftung und zu erwartender Pein und zu erwartenden Tod sagte: „Lass diesen Kelch an mir vorrübergehen,…“. (Lukas 22,42 Markus 14,36 Matthäus 26,39) Warum ausgerechnet diese Metapher, für den Wunsch von kommendem Leid verschont zu werden? Er hätte einfach sagen können: Bewahre mich vor dieser schweren Aufgabe, oder, verschone mich mit diesem Leid, oder, lass mich nicht in den Schlund des Löwen fallen, oder sonst so was. Aber er wählte die Metapher mit dem Becher. Warum? Weil der erste große griechische Philosoph, Sokrates, zum Tode verurteilt wurde, indem er den sogenannten Schierlingsbecher, ein Kelch, der mit Gift gefüllt war, austrinken musste. Das ist sicherlich Jesus im Angesicht seiner zu erwartenden Verurteilung zum Tode eingefallen. Der Kelch als Symbol für die Todesstrafe.
Aber zurück zum Egalsein. Unser Seelenheil scheint darin zu liegen, dass uns alles egal ist. Die Botschaft ist die: Es soll dir alles egal sein, was dir auf Erden widerfährt oder nervt. Rege dich nicht darüber auf, es ist nicht wichtig. Leider sind die meisten Menschen zu schwach um in diese stoische oder religiöse Gleichgültigkeit zu kommen. Diese Haltung ist also schwer zu erreichen aber der Alkohol kann dabei helfen, dass einem alles egal wird.

Eines Tages kam es zu einem schweren gesellschaftlichen Einschnitt. Die ruhelosen Politiker mussten mal wieder was verbieten, diesmal war es der Alkoholkonsum. Die Krankenkassen, die selbst ein Ärgernis sind, und somit den Alkoholkonsum fördern, hatten wegen möglicher Gesundheitsschäden durch den Alkoholkonsum, die dadurch entstehenden Gesundheitskosten angeprangert.
Wieder gab es Gesprächsbedarf: „Die Gesundheitlichen Schäden, die entstanden sind, durch Ärgern über die Zuzahlungen und die hohen Krankenkassenbeiträge zur Verschwenden für den unnötig großen Verwaltungsapparat der Krankenkassen, übersteigen die Gesundheitlichen Schäden durch Alkohol. Wenn sowieso Krankenversicherungspflicht für alle besteht, dann wäre es einfacher man würde den Beitrag über das Finanzamt einziehen. Man könnte viele Formulare und Verwaltungsarbeit sparen.“
„Dann würden Leute bei der Krankenkasse arbeitslos werden.“
„Das heißt man muss diese Beschäftigungstherapie bezahlen? Arbeitslose kosten übrigens weniger als Leute, die unnötiger Arbeit nachgehen.“
„Was mich auch aufregt ist Folgendes. Einerseits muss man oft Zuzahlen bei Medikamenten und Behandlungen leisten weil die Krankenkassen dadurch Geld sparen. Aber für Werbung verschwenden die Krankenkassen Geld. Das regt mich so auf, ich kriege Herzschmerzen davon.“
Aber jetzt stand kein Alkoholisches Getränk mehr zur Verfügung, das dazu beiträgt, sich wieder abzuregen.

Es folgte die Zeit der Ernüchterung

Nach dem Alkoholverbot gingen natürlich alkoholbedingte Unfälle und Schlägereien zurück. Aber in viel stärkerem Maße nahmen alkoholfreie Unfälle und Schlägereien zu. Die Leute konnten nachts nur noch schlecht schlafen, wegen ihres nicht betäubten Ärgers, und waren deshalb tagsüber sehr gereizt. Weil die Menschen an den Abenden sich nicht mit Alkohol runterbringen konnten, waren sie tags darauf leicht erregbar. Die nicht durch Alkohol abgetötete Wut entlud sich spontan wegen Kleinigkeiten. Da lief mal ein Fußgänger bei Rot über die Ampel. Ein Autofahrer musste deshalb scharf bremsen. Daraufhin schimpfte er den Fußgänger an. Der entgegnete: „DAS IST DIE WELT VON RED BULL. Ich wage riskante Aktionen. Also anstatt mich zu beschimpfen müsstet ihr mich bewundern wie einen Extremsportler.“
„Extremsportler bewundere ich nicht, das sind Verrückte.“
„Nein Extremsportler sind Helden.“, entgegnete ein bislang Unbeteiligter.
Eine hitzige Debatte entflammte. Der Fan von Extremsportlern fuhr mit seinem Auto in das Auto von jenem, der Extremsportler verachtete. Die Debatte zog weite Kreise. Der Verkehr kam zum Erliegen und man prügelte sich wegen unterschiedlicher Meinungen zu Extremsportlern. Ein Polizist kam hinzu. Jemand riss flink dessen Waffe aus dem Holster, entsicherte sie schnell und entleerte das Magazin in die Umgebung.
Andern Orts griffen wütende Patienten von Zahnärzten, die ihnen teure Behandlungen aufschwätzen, die nicht nötig waren, deren Zahnarztpraxen an.
Autoreparaturwerkstätten, die mehr an einem Auto herumpfuschten als Mängel vorhanden waren gingen durch die betrogenen Kunden in Flammen auf.
Sensible brave Menschen, die Jahre langes Schikanieren am Arbeitsplatz durch Vorgesetzte und Alltagsfrust still hinunterschluckten, wurden zu Amokläufern.
Fanatische Vegetarier verprügelte die Kundschaft von Metzgereien.
Die Polizei konnte nur wenige Verbrechen aufklären weil sie mit ihrem eigenen Frust beschäftigt war: Die Polizisten verprügelten Straßenkünstler, irgendwelche Verdächtige und politisch links gesinnte Menschen und hatte deshalb wenig Zeit ihren Pflichten nachzugehen.
Die Leute nahmen auch kein Blatt mehr vor den Mund. Als ein Zeugen Jehova jemanden volllaberte mit: „Wenn man bei uns Mitglied wird, dann kann man mit Gott bis in alle Ewigkeit regieren.“, dann wurde enthemmt entgegnet: „Da will ich nicht dabei sein. Habe keine Lust mit so nervigen Schwätzern wie euch in alle Ewigkeit zusammen sein zu müssen. Im Himmel gibt es nur Scheinheilige, Heuchler, mit denen will ich nicht die Ewigkeit verbringen. Da fühle ich mich unter Atheisten wohler. Ich muss auch nicht mit Gott ewig zusammen sein, nach dessen Ebenbild (Mose 1,27) all die Wichser erschaffen wurden. Besser ich trete diesem Gott nicht gegenüber, der mich mit diesem Leben bestraft hat und mich Zeit meines Lebens hat leiden lassen. Entweder es gibt keinen Gott oder er hasst mich.“
„Nein, er liebt dich. Er liebt uns alle. Schau die schöne Natur, die Gott für uns geschaffen hat, das ist auch Ausdruck seiner Liebe.“
„Eine Natur, der wir mühsam unsere Nahrung abringen müssen, die voller Stechmücken und Krankheiten ist und wenn ein Tier verwest und die Maden darin rumwühlen ist das auch kein schöner Anblick. Diese Liebesbeziehung zu deinem Gott ist besten Falls eine sado-maso Beziehung.“
„Für diese Aussagen wirst du in der Hölle brennen.“
„Ich dachte Gott verzeiht gerne. Und wenn nicht, wie soll ich brennen, wenn ich als Toter keinen Körper mehr habe?“
„Das ist nur symbolisch gemeint. Es wird Heulen und Zähneknirschen sein (Matthäus 13,50).“
„So wie hier auch schon.“
„Es wird schrecklich sein.“
„Dann schaue ich schon mal Horrorfilme an, um mich dran zu gewöhnen. Aber der Tod wird sowieso unweigerlich schön sein, denn ohne Körper fallen die Sorgen weg, wie die Sorgen um Gesundheit, Nahrung, Schutz. Was kann einem da noch Schlimmes passieren nach dem Tod? Gar nichts mehr. Schlimmer wie auf diesem ungerechten Planeten kann es nicht sein.“
„Die Hölle ist Gottesferne.“
„Dann ist dieser Planet die Hölle. Denn hier ist man ganz sicher fern von Gott.“
„Wenn du an ihn glaubst, nimmt er dich nach deinem Tod nahe zu dir.“
„Es gibt kein Leben nach dem Tod.“
„Aber denke an die Nahetoderfahrung, das Licht, das Menschen sahen, die dem Tod nahe waren und zurückgekehrt sind.“
„Die Leute erinnern sich an das Aufwachen. Wenn du einschläfst, dann erinnerst du dich auch nicht mehr an das Einschlafen sondern ans Aufwachen. Das sind eher Nahelebenerfahrungen.“
„Aber viele schweben über dem eigenen Körper, wenn sie dem Tode nahe sind.“
„So ein Herumschweben erleben auch Drogentypen.“
Den Schmerz dieser Aussagen tapfer überwindend widerholte der Zeuge Jehova aufopfernd und leidenschaftlich: „Gott liebt auch dich.“
„Warum muss ich dann so viel erleiden im Leben?“
„Das kommt vom Satan.“
„Warum beschützt mich Gott nicht vor dem Satan? Ist er schwächer wie Satan, also nicht die größte Macht?“
„Nein, aber Gottes Wege sind unergründlich.“
„Der Satz kommt immer, wenn ihr nicht mehr weiter wisst.“
„Dass er dich leibt ist aber sicher.“
„Ich merke nichts davon. Und wenn es so wäre, dass er uns liebt, was hat man denn eigentlich davon“
„Er vergibt dir deine Sünden.“
„Ja, Sünden die es ohne Glauben nicht gäbe, wie zum Beispiel Gotteslästerung. Oder Sex vor der Ehe, was nichts Böses ist, aber zur Sünde erklärt wurde. Und wenn jemand tatsächlich immer schön brav ist und nicht sündigt, dann ist für so einen Menschen Gott nicht mehr zuständig.“
„Gott kann dir immer noch bei Problemen helfen, wenn du ihn darum bittest.“
„Und wenn er nicht geholfen hat, dann heißt es, man hat mit der Bitte Gott versucht, aber man soll Gott nicht versuchen.“
„Gott sorgt nach dem Tod für Ausgleich, für die dir angetanen Ungerechtigkeiten.“
„Das heißt ich bekomme im Himmel die Überstunden, um die ich betrogen wurde ausbezahlt.“
„Nein, so ist das nicht gemeint.“
„Wie dann. Komme ich dann in einen schöneren Himmel. Gibt es unterschiedliche Himmel?“
„Du darfst dann näher an Gott sein.“
„Das ist die Belohnung wenn ich mich verarschen lasse? Und warum werden die, die sich nicht verarschen lassen bestraft. Wenn jemand für die gleiche Arbeit ein höheres Gehalt ausgehandelt hat wie jemand anderes, dann hat so jemand keine Sünde begangen. Und der Chef der seinen Angestellten für die gleiche Arbeit unterschiedliche Gehälter zahlt hat auch keine Sünde begangen. Jesus sagt im Gleichnis von den Arbeitern im Weinberg, man soll mit der Bezahlung zufrieden sein, mit der man einverstanden war auch wenn sie sich als ungerecht herausstellte. In der Bibel wird empfohlen oder eigentlich gefordert, Ungerechtigkeiten klaglos hinzunehmen. Da frage ich mich ob Gerechtigkeit überhaupt ein Thema für Gott ist. Wenn Gerechtigkeit, laut Bibel, unwichtig ist, dann gibt es Gerechtigkeit eben nicht auf Erden, aber dann auch sonst nirgends. Die Bibel macht mir wenig Hoffnung auf Gerechtigkeit.“
„Vergiss die Ungerechtigkeiten, komme zu uns und du wirst die Welt mit anderen Augen sehen.“
„Mit anderen Augen sehen? Klar man kann sich alles einbilden und sehen was man will. Diese Aussage beweist mir, dass euer Glaube nur aus erdachten oder gewünschten Vorstellungen besteht. Da werde ich lieber Stoiker. Dann regt mich auch nichts mehr auf, aber ohne dass ich mir was einbilden muss.“
„Aber die Liebe Gottes erhöht uns Menschen.“
„Wenn man für sich beansprucht von dem größten Wesen im Universum geliebt zu werden, dann mag das für Menschen mit Minderwertigkeitskomplex ein netter Glaube zu sein.
„Ich habe keinen Minderwertigkeitskomplex.“
„Dann ist es ausufernde Anerkennungssucht und Angeberei.“
„Es ist einfach nur ein schönes Geschenk, das man annehmen kann.“
„Merkwürdig ist, dass ihr immer weiter nach Mitgliedern sucht. Das erscheint mir, als würdet ihr zur Bestärkung eures Glaubens, möglichst viele Mitgläubige brauchen. Wenn viele etwas glauben, wird es aber nicht wahrer. Ich vermute, dass ihr nur durch die Gemeinschaft euren Glauben aufrechterhalten könnt. Stelle dir mal vor, alle Menschen dieser Erde glaubten nicht an Gott. Alle Menschen von Horizont zu Horizont, vom Nordpol bis Südpol, alle nahen und fernen Menschen seien Atheisten und nur du alleine würdest an Gott glauben. Wie lange würde dein Glaube noch bestehen?“
„Auf ewig.“
„Mutige Antwort aber das überzeugt mich dennoch nicht. Wenn die Leute von Gott reden haben sie insgeheim immer noch einen älteren Mann mit Bart im Kopf. Wo wohnt der denn? In der 4.Dimension? In den Wolken jedenfalls nicht.“
„-.“
„Und warum soll euer alter Mann der einzig wahre Gott sein? Zeus war auch ein älterer Herr mit Bart und Odin auch. Die einen wohnen im den Wolken, die anderen auf hohen Bergen oder in anderen exponierten Orten. Es gibt viele ältere Männer mit Bart in den Religionen, die als Mythos abgetan werden, aber euer Bartträger soll ein echter Gott sein. Man kann auch sagen, dass Gott eine allmächtige Macht ist, aber dann ist man wieder im Esoterischen oder bei „Star Wars“ wo es auch eine „Macht“ gibt, die das Universum zusammenhält und mit deren Hilfe „Luke Skywalker“ das Böse besiegte. Aber durch die Formulierung in der Bibel, wonach der Mensch Gottes Ebenbild sei, kommt man wieder auf das Bild mit dem bärtigen Mann zurück. Für mich als Atheist ist das natürlich alles belanglos aber was sagen sie dazu?“
„-.“
Der Zeuge Jehova wurde ein wenig verzweifelt bei so viel Widerspruch, was bemerkt wurde: „Wenn das Gespräch zu anstrengend ist, dann können wir es auch abrechen.“
„Ich gehe dann mal weiter.“
Drinnen im Haus: „Ich glaube der kommt nicht mehr.“
Die Alkoholabstinenz hatte auch einen weiteren positiven Effekt. Die durch die betäubende Wirkung des Alkohols verursachte Kurzdenkerei öffnete sich zu weitergehenden Gedankenketten. Das kann man zum Beispiel an der Diskussion über Faschismus erkennen: „Die Bestrebungen des Faschismus sind keine Grundlage für eine stabile Gesellschaft. Selbst Hitler wusste das, denn er sprach von einem tausendjährigen Reich und nicht von einem ewigen Reich. Ihm war klar, dass nach bestimmter Zeit unweigerlich der Niedergang kommt. Das ist so, weil das Erobern und Besiegen, das Zeigen von Stärke zu den faschistischen Bestrebungen gehören. Aber wenn den Nazis die ganze Welt erobert haben, dann haben sie keine Gegner mehr und das Kämpfen fehlt ihnen.“
„Man kann stattdessen friedliche Wettkämpfe führen.“
„Nein, Faschisten genügt das nicht, ansonsten hätten die auch gleich friedliche Wettkämpfe machen könne und auf den Zweiten Weltkrieg verzichten können. Und die andere Bestrebung, die Ausrottung bestimmter Rassen, wenn das erreicht ist, was dann? Dann wird einer glauben, dass dunkelblonde weniger ehrlich sind als Hellblonde und dies mit einer irrigen Statistik belegen und dann geht die Hatz auf die Dunkelblonden los. Das faschistische Aussortieren von Menschen führt zu instabilen Zuständen. Aber die können damit nicht aufhören, denn ohne Gegner zerfallen die Stoßkraft, der Zusammenhalt und der Wille einer faschistischen Gesellschaft. Deshalb kann der Faschismus nie zu einer funktionierenden, beständigen und lebenswerten Gesellschaft und Welt führen.“
Oder jene Diskussion: „Judenhasser sind Leute, die Fans und gleichzeitig Opfer des Kapitalismus sind.“
„Erkläre mal genauer.“
„Also, Es gibt Leute die gegen Sozialismus sind und deshalb für den Kapitalismus. Aber die leiden oft auch unter der Ausbeuterei und anderer Auswüchse des Kapitalismus. Aber weil sie Fans vom Kapitalismus sind, wollen sie den Kapitalismus in ihrer Vorstellung rein halten von Nachteilen. Also schieben sie die Nachteile und das Schlechte am Kapitalismus den Juden in die Schuhe weil sie der irrigen Meinung sind, die Juden würden den Kapitalismus besonders beherrschen.“
Oder jener Gedanke:
„Die Juden anzuklagen, sie hätten den Tod von Jesus auf dem Gewissen, ist unsinnig. Papst Benedikt hat in seinem Buch geschrieben, dass der Mörder, den die Juden anstatt von Jesus frei haben wollten, ein jüdischer Freiheitskämpfer gegen die Römer war. Die haben sich für den Freiheitskämpfer entschieden, und gegen Jesus, der ihnen sagte, dass man den Feinden auch noch die andere Wange hinhalten soll. Wenn Jesus als Germane geboren worden wäre, und wenn die Römer ihn zusammen mit Hermann, dem Anführer der erfolgreichen Schlacht gegen die Römer im Teutoburger Wald, vor dem germanischen Volk zur Wahl gestellt hätten, wer freigelassen werden soll, dann hätten sich die Germanen auch für Hermann entschieden und gegen Jesus. Fast alle Völker hätten in der gleiche Situation so entschieden. Deshalb kann man die Juden nicht für alle Zeiten etwas vorwerfen, was andere auch getan hätten.“
„Christlich wäre gewesen, ihnen zu verzeihen anstatt es ihnen über die Jahrhunderte nachzutragen.“
Oder diese Diskussion: „Eigentlich haben sich die Immigranten, einschließlich der Muslime, dem Hauptmerkmal unserer Gesellschaft schon angepasst. Was ist das Hauptmerkmal unserer Gesellschaft?“
„Demokratie“
„Blödsinn. Wie stark wird dein Alltag von Demokratie beherrscht?“
„Kann ich jetzt nicht so genau abschätzen.“
„Leider sehr gering bis gar nicht. Also was ist das Hauptmerkmal unserer Gesellschaft?“
„Die Aufklärung?“
„Kennst du eine Maxime der Aufklärung?“
„Hmm, alle Menschen sind gleich.“
„Und, wird das im alltäglichen Umgang praktiziert?“
„Nein,“
„Also, was ist das HAUPTMERKMAL unserer Gesellschaft?“
„Humanismus.“
„Ist diese Ausbeutergesellschaft humanistisch.“
„Nein.“
„Also, was ist das Hauptmerkmal unserer Gesellschaft?“
„Ich gebe es auf. Sage du es mir.“
„DER KONSUM!!! Wir leben in einer Konsumgesellschaft! Waren müssen gekauft werden, damit produziert werden kann, damit Arbeitsplätze entstehen, damit Steuern eingenommen werden, damit die Neokonservativen Kriege führen können. Ein hoher Umsatz ist gut für eine gesunde Wirtschaft, das heißt die Fließgeschwindigkeit des Geldes muss umfangreich und schnell sein. Auch die Kopftuch tragenden muslimischen Frauen tragen dazu bei, denn sie haben Handys, fahren Auto, etc. Ein Zeichen dafür dass sie konsumieren und somit dem wichtigsten Inhalt unserer Gesellschaft angepasst sind.“
„Man behauptet aber die würden oft von Sozialhilfe abhängen.“
„Mit Sozialhilfe kann man nicht viel konsumieren. Die Moslems werden und sind schon der westlichen Unterhaltungs- und Konsumwelt unweigerlich verfallen. Das kann kein Glaube aufhalten. Die Konsumsucht wird sie zur Aufnahme einer Arbeit zwingen. Da muss man nicht mal nachhelfen. Die fundamentalistischen Schreihälse, die gegen die westliche Konsumwelt wettern, sind eine ungehörte Minderheit.“
„Für mich sind die noch nicht genug angepasst.“
„Aber siehe doch. Die haben das Beten Richtung Mekka bei der Arbeit aufgegeben. Am Fastenmonat Ramadan sind türkische Restaurants geöffnet und sind auch tagsüber von Moslems besucht, zwar nicht mehr so sehr, aber es sind erstaunlich viele. Und das Kopftuch ist auch nur noch Makulatur wenn die Frauen dazu enge Pullis und enge Jeans tragen. Es ist noch nicht so lange her, als selbst bei uns es unüblich war, dass Frauen Hosen trugen. Über die wurde getuschelt: Was ist das für eine, die trägt Männerkleidung.“
„Es wird den Frauen dieser Welt schlimmeres angetan als Kopftuch tragen. In Afrika werden die Frauen beschnitten, in Südamerika werden unzählige junge Frauen geschwängert und von ihren Lovern im Stich gelassen. In Indien gibt es kaum Frauenärzte weil man dort sagt, dass es normal zum Frausein gehört Schmerzen zu haben. In Bombay gibt es sogenannte „Cage-Women“, Frauen sitzen in engen Käfigen mit einem Tuch darüber und jeder kann mit denen kostenlos Sex haben. Ich habe selbst gesehen wir hart Frauen auf Baustellen arbeiten in Indien. Die balancieren ein dutzend Backsteine auf ihrem Kopf und steigen so eine wackelige Leiter hoch in die höheren Stockwerke, wo die männlichen Maurer warten und ihnen lüstern zuschauen, weil die Frauen statt Arbeitskleidung halbnackt, nur mit dem traditionellen Tuch bedeckt, da hoch wanken. Aber Indien ist toll, wegen der weisen Gurus und dem friedliebenden Gandhi. Und die südamerikanischen Länder sind christlich, da gibt es auch keine Probleme.“
„In den muslimischen Ländern werden Frauen, die Ehebruch begehen, dazu verurteilt, zu Tode geesteinigt zu werden.“
„Das kommt zum Glück immer seltener vor und die Urteile wurden auch wieder aufgehoben.“
„Frauen werden in ihrer Lebensgestaltung eingeschränkt.“
„Aber die wehren sich sehr dagegen. Im Iran zum Beispiel sind mehr Frauen in der Politik als in Deutschland.“
„Aber die Burka tragen ist schon schlimm.“
„Ja. Dennoch müsste man erst mal gegen die noch schlimmeren Untaten vorgehen, wie Beschneidungen, und in einem südamerikanischen Land eine alleinerziehende Mutter zu sein ist auch eine schrecklich hartes Schicksal.“
„Man hat sich eben heutzutage auf die islamische Welt eingeschossen. Es wird dabei auch mit zweierlei Maß gemessen. Benetton hatte eine Werbekampagne gestartete die sich „Unhate“ nannte. Da küsste Obama den chinesischen Präsidenten und der damalige Papst Benedikt einen Iman. Die fundamentalistischen Christen haben sich furchtbar aufgeregt. Es gab wütende Blogbeiträge. Schon am nächsten Tag war die Werbung aus den Läden verschwunden, damit nichts Schlimmeres passiert. Die Medien haben kaum darüber berichtet, wenige wissen davon. Hätte sich der Iman über das Foto aufgeregt, hätte man gesagt: Seht, der Islam ist gegen künstlerische Freiheit. Und die Medien hätte es breitgetreten.“
„Das war doch billige Provokation von Benetton.“
„Wie kann eine „Unhate“ Kampagne eine Provokation sein? Außerdem, wenn es Benetton nur um Provokation gegangen wäre, dann hätte die, zum Beispiel mit Nazisymbolen, brutalen Bilden oder sonst welchen Schockbilden das leichter erreichen können.“
„Aber einfach den Papst in die Werbung einzubauen ist eine Frechheit.“
„Also ich wäre sogar stolz gewesen wenn mein Bild Teil dieser Kampagne gewesen wäre. Ich fand das Besterben von Benetton lobenswert.“
Oder jener Gedanke: „Chinesen unterdrücken die Tibetaner, weil die beim Kapitalismusspiel nicht mitmachen wollen. Man lässt ihnen nicht ihr einfaches Leben. So erging es auch den nordamerikanischen Indianern, den Indios und den Aborigines. Nicht die geistige Überlegenheit sondern die technologische Überlegenheit verleiht den kapitalistischen Ländern das Recht des Stärkeren um damit ihre Lebensweise anderen aufzuzwingen. Dass dies falsch ist wissen wir unterbewusst alle, sonst wäre der Film „Avatar“ nicht so erfolgreich geworden, wo auch ein Naturvolk kapitalistischen Machenschaften im Wege steht und die Zuschauer mit Genugtuung zusehen wie ein Naturvolk sich dagegen erfolgreich wehrt, was aber in unserer Realität nicht vorkommt. Völker die wirtschaftlich schwach sind, werden verachtet, was völliger Blödsinn ist.
Der Kapitalismus ist wie eine Dampfwalze, die zwar blind aber immerzu rollt und dabei alles platt walzt. Damit welche reich sein können, müssen andere in Armut leben. Früher beuteten die reichen Herrscher ihre eigene, in Armut lebende Bevölkerung aus. Dann beutete eine reiche Schicht die Sklaven aus. Heute beuten reiche Länder arme Länder aus. Es kann kein Reichtum geben ohne gleichzeitige Armut. Damit einige Länder in Reichtum leben können muss es arme Länder zum Ausbeuten geben. Allerdings werden, vor Allem in Asien, die armen Länder zu Schwellenländern und dann zu Industrienationen. Wenn es vielleicht mal keine armen Länder mehr gibt, in denen ein Hungerlohn für bezahlbaren Konsum für die reichen Länder sorgt, dann kehrt die Hungerlohnarbeit in die reichen Länder zurück. Schon jetzt kehrt einfache Niedriglohnarbeit zurück nach Deutschland, sorgt aber kaum für mehr Arbeitsplätze, weil die einfache Arbeit unter immer mehr Zeitdruck erledigt werden soll.“
„Viele sehen die Problematik des Kapitalismus aber halten an ihm fest, weil es keine Alternative gibt. Barfuß im Dschungel herumlaufen und mühsam sein Essen zusammen zu suchen und dabei von Mück geplagt zu werden, so will ich auch nicht leben. Ich sage nicht, dass der Kapitalismus schlecht ist aber es sollte ihm nicht alles untergeordnet werden.“
„Ist der Konsum nun was Schlechtes oder was Gutes?“
„Dieser Frage stellt sich für uns Menschen gar nicht, denn das menschliche Leben beinhaltet jenseits des Konsums keinen weiteren Sinn. Das muss den esoterischen und religiösen Träumern, die sich menschenferne Gesellschaften ausdenken, und nach dem Sinn des Lebens suchen, den es nicht gibt, klar werden. Aber es muss daran gearbeitet werden Menschlichkeit und Kapitalismus zu vereinen, weil der wirtschaftliche Wettbewerb immer mehr zu einem Menschen verschleißenden Wettrennen wird. Leider steht im Kapitalismus das Gewinnstreben über dem Menschen. Dass es auch anders geht hat man in den Siebzigern erlebt. Da war die Arbeitswelt erträglicher weil man den westlichen Menschen nicht die hässlichen Auswüchse, die der Kapitalismus haben kann, antun wollte, aus Systemkonkurrenz zum Kommunismus. Man hatte Angst die Leute werden Anhänger des Kommunismus wenn der Kapitalismus sie zu schlecht behandelt. Seit dem Fall des Kommunismus gibt es diese Systemkonkurrenz nicht mehr und der Kapitalismus traut sich, als Alleinherrscher alles zu tun was ihm gefällt.“
Die ernüchterten Gehirne entdeckten noch mehr Tatsachen: „Die wahren Sozialschmarotzer sind die Dummschwätzer vom Fernsehen, die unser Geld mit der Haushaltsabgabe rauben, oder Handwerker, die für Pfusch überhöhte Rechnungen bezahlt haben wollen, Autoreparaturwerkstätten, die mehr am Auto machten als nötig und dafür abkassieren, Banker, die ihre Verluste vom Steuerzahler finanzieren lassen, Zahnärzte die mit unnötigen Maßnahmen die Zähne beschädigen und auch noch Geld dafür bekommen, die vielen Krankenkassen, die eigentlich nach der Krankenkassenpflicht unnötig sind, unnötig viele Vorgesetzte in den endlosen Hierarchien in der Bürokratie oder in der Wirtschaft, von den unzähligen politischen Pöstchen gar nicht zu reden. Leute die unnötiger Arbeit nachgehen, kosten mehr Geld als Sozialhilfeempfänger, die nicht das Glück hatten oder nicht die Tricks kennen oder nicht die Beziehungen haben um an einen überbezahlten, unnötigen Großkotzarbeitsplatz zu kommen. Teilhaber, Spekulanten, Banker, Investoren, kassieren alle ihre Rendite ab. Früher mussten die Arbeiter nur einen Geschäftsinhaber befriedigen, der zufrieden war wenn er sich ein fettes Auto und eine Villa vom Firmengewinn leisten konnte aber heute sind Firmen nur Teil eines größeren Konzerns, der wieder Teil eines noch größeren Unternehmenszusammenschluss sind und jede einzelne Firma muss an all die vielen obendrüber liegenden Hierarchieebene ablöhnen, da bliebt den Arbeitern weniger. Es gibt so viele Leute, die auf einem unnötigen Arbeitsplatz herumlümmeln, in Einrichtungen, die zur Selbstbeschäftigung neigen, wie die IHK, Krankenkassen, etc., die uns alle unnötig Geld kosten.“
Auch eine weitere Wahrheit leuchtete auf: Konservatives Denken zeichnet sich durch Starrsinn, Dummheit, Phantasielosigkeit und Feigheit aus, zu dumm für neue Ideen, zu phantasielos für Visionen, ängstlich vor Neuem und Veränderungen. Und Konservative streiten wegen nichts. Es grenzt schon an geistige Behinderung wenn man darum streitet ob Homopartnerschaften rechtlich der Partnerschaft zwischen Mann und Frau gleichgestellt werden soll. Das macht man einfach und fertig. Da braucht man nicht darüber zu argumentieren.
Aber nicht nur in den Köpfen sondern auch auf den Straßen tat sich auch Einiges:
Jemand fuhr mit Höchstgeschwindigkeit an die Wand des für ihn zuständigen Finanzamtes und ahmte damit den Amerikaner Joseph Andrew Stacks nach, der im Februar 2010 mit einem Flugzeug in ein Gebäude der Finanzbehörde flog und dabei umkam. Er tat dies, weil ungerechte Steuergesetze ihn über Jahrzehnte psychisch und finanziell fertig machten.
Nach dem Alkoholverbot sank die Produktivität, weil sich die Leute wegen ihrer Wut nicht mehr auf ihre Arbeit konzentrieren konnten. Viel Gehirnkapazität wurde belegt um die Wut über Ungerechtigkeiten zu verdrängen. Die geistige Leistungsfähigkeit litt darunter.
Jetzt wo die Leute ohne Alkoholbetäubung zu revoltierten begannen und sich nicht mehr ausbeuten lassen wollten, trat offen zu Tage, dass die zur Selbstausbeutung neigende Bevölkerung den Erfolg ausmacht und nicht weil die Manager gut planen. Es zeigte sich, dass kein verblüffendes Geheimnis hinter dem wirtschaftlichen Erfolg Deutschlands steckte. Der wirtschaftliche Erfolg basiert nicht darauf, dass die Chefs ihre Geschäfte gut führen sondern weil wir uns für sinkende Reallöhne kaputt arbeiten und deshalb auch keine Kraft mehr haben, Kinder groß zu ziehen, öfter krank sind als alle andern Europäer und ein Jahr kürzer leben als der europäische Durchschnitt. Auf die Wände der Gebäude von Ausbeuterfirnen wurde der Spruch „Arbeit gefährdet die Gesundheit“ aufgepinselt.
Ein paar Arbeiter einer Leasingfirma fesselten ihren Chef legten ihn auf die Straße, banden ihn hinten an ein Auto und fuhren los. Er hatte über Jahre hinweg seine Arbeiter immer wieder um einen Teil ihres Hungerlohns betrogen, Stunden unterschlagen, immer fehlt was in der undurchschaubaren Lohnabrechnung. Urlaub wurde nicht bezahlt und Zuschläge auch nicht, Stunden fehlten was allerdings im Nachhinein nicht beweisbar war, weil es nie Belege oder Kopien gab und am Ende hat er ihnen auch noch schlechte Arbeitszeugnisse ausgestellt, aus reiner Lust an Verachtung gegenüber seinen Angestellten.
Es gibt so viele Gesetze, die meisten auch noch unsinnig, aber kein Gesetz, das wirksam die Schwachen der Gesellschaft vor der maßlosen Gier der Ausbeuter schützt. Die nimmersatte Gier kann auf ehrliche Weise nicht befriedigt werden, weshalb Betrug an den Arbeitnehmern nötig ist. Nichts zügelte die Gier, im Gegenteil, ihr wird sogar gesetzlich der Weg geebnet. Der deutsche Gesetzgeber stärkt die Starken, damit die legal die Schwachen schikanieren können. Der Gesetzgeber schützt unfähige aber gierige Geschäftsleute, indem ein menschenwürdiger Mindestlohn verhindert wird. Gegen Mindestlohn zu sein, ist wie, für Sklaverei zu sein. Deutschland hat es ganz sicher nicht nötig Menschen für Hungerlöhne arbeiten zu lassen. Das Geld das den Hartz 4 Aufstockern gezahlt wird, ist das Geld das sich die Unternehmer sparen weil sie Hungerlöhne zahlen. Diese Unternehmer haben den Nutzen davon und sind deshalb die wahren Sozialschmarotzer.“
„Wenn die Leute wenig verdienen, wird auch weniger in die Rentenkasse einbezahlt. Die Sicherung der Renten ist nicht, wie uns eingeredet wird, von der Geburtenrate abhängig, sondern davon, wie viel Geld alle Unternehmer für die gesamte vorhandene Arbeit zu zahlen bereit sind. Lohndumping und sinkende Reallöhne führen dazu, dass weniger Geld in die Rentenkassen fließen kann. Die erwirtschaftete Leistung in Deutschland ging wegen des Geburtenrückgangs nicht zurück. Die anliegende Arbeit wird weiterhin getan. Was früher 4 Leute an Arbeit erledigten, schaffen heute 3. Dafür müssten die 3 das Gehalt von 4 bekommen. Das geschieht aber nicht und deshalb fehlt der Beitrag des 4. Gehalts in der Rentenkasse. Unter Berücksichtigung der Inflation und gemessen an den Reallöhnen zahlen die Unternehmer alle zusammen für alle geleistete Arbeit immer weniger Gehalt und genau deshalb fließt weniger Geld in die Rentenkasse. Was der Rentenversicherung an Beiträgen fehlt, wird zu zusätzlichem Gewinn der Unternehmer. Auch durch das Aufteilen von Arbeitsplätzen in nicht sozialversicherten Minijobs fließt weniger Rentenbeiträge in die Rentenkasse. Die 200 Milliarden Euro, die jährlich fast wirkungslos zum Puschen der Geburtenrate ausgegeben werden, sollten stattdessen zur Bekämpfung der Altersarmut benutzt werden. Würde die Arbeitnehmer weniger ausgepowert werden, dann wäre noch Platz für Kinder im Leben der Arbeitnehmer.“
Auf den Straßen tobte weiter die Menge. Die Ansicht einiger Psychologen, wonach sich das alles bald wieder legen würde, war natürlich falsch. Die Psychologen konnten sich nicht in die Gefühlswelt der Leute versetzen. Egal wie viele Psychologie Bücher jemand gelesen hat, man wird nie die Gefühle anderer Menschen verstehen, solange man sie nicht selbst schon mal empfunden hat. Was in den Menschen vor geht kann man nicht theoretisch erfassen. Psychologen gehören auch zu jenen, die fernab der Realität ihren Blödsinn zusammendenken.
Und die Politiker wollten nicht wahr haben, dass das Alkoholverbot diese Tobsucht entfesselt hat und ließen es bei dem Verbot. Aber der Alkohol fehlte so sehr zur Beruhigung.
Der Grund warum in manchen islamischen Ländern die Leute manchmal so ausrasten liegt darin, weil in solchen Ländern der Konsum von Alkohol verboten ist, mit dem sie ihren Ärger wegspülen könnten.
Ohne alltäglichen Alkoholkonsum wird das Ausrasten zum Alltag.
Der vorläufige Höhepunkt der Raserei war ein Massenprotest vor dem Bundestag. Von allen Seiten liefen die Menschen, mit staksigen Bewegungen, so wie Zombies laufen, auf das Bundestagsgebäude zu, um zu demonstrieren, dass die Gesetze, den nach Freiheit, Gerechtigkeit und kreativem Leben verlangenden Geist abgetötet haben, damit aus den Menschen seelenlose und willenlose Wesen werden, die im System klaglos funktionieren sollen und beim Auseinanderdriften der Gesellschaft in immer Ärmere und immer Reichere ruhig bleiben.
Solche Politiker wie Max Straubinger oder Johannes Vogel bildeten sich ein, die Menschen mit belehrenden Sprüchen beruhigen zu können. Herr Straubinger rief der Menge zu: „Reiche zahlen mehr Steuern.“ Als Antwort bekamen er zu hören: „Die Reichen zahlen die Steuern aus Geld, das andere für sie erarbeitet haben. Die sollen höhere Löhne zahlen, dann müssten sie weniger Steuern zahlen und ihre Sklaven würden mehr Steuern zahlen. Das ist ja wohl ein schlechter Witz, sollen wir jetzt auch noch den reichen Geschäftsleuten dankbar sein, wenn sie uns mit niedrigen Löhnen abspeisen, damit sie dann soviel Gewinn haben um daraus viel Steuern zahlen zu können? Hungerlöhne zulassen und dann der Unterschicht vorwerfen wenig Steuern zu zahlen. Steuern können wir auch zahlen, aber dann zahlt uns erst mal ordentliche Löhne!“
„Was regt ihr euch auf, ihr dürft doch schon ab 8000,-Euro Jahreseinkommen Steuern zahlen. Wenn ihr mehr Geld wollt, dann bildet euch weiter.“, war ein Spruch von Herrn Vogel dazu. Auch dieser Unsinn wurde quittiert, mit: „Frisösen haben eine Ausbildung und dennoch reicht das Geld nicht zum Leben. Und wenn sich alle hoch bilden, wer macht dann die handwerkliche Arbeit? Wenn ein Haus gebaut wird, braucht man einen Architekten und 10 Arbeiter. Wenn jetzt, nach ihrem Rat zur Weiterbildung, die 10 schlecht bezahlten Arbeiter alle Architektur studieren, wer baut dann das Haus? Es werden auch Menschen gebraucht die nicht so hoch qualifizierte Arbeit ausüben, und dafür gehören sie auch menschenwürdig bezahlt!“
„Managergehälter müssen an die Gehälter der Mitarbeiter gekoppelt werden. Managergehälter dürfen nur steigen wenn die Gehälter der Mitarbeiter steigen. Damit nicht die Manager mit höherem Gehalt belohnt werden, wenn sie die Löhne der Mitargeiter drücken.“
Am Bundestagsgebäude wurde ein Transparent angebracht, auf dem der neue Name des Bundestags stand. Der Bundestag wurde wegen seiner realitätsfernen Insassen in „Wolkenkuckucksheim“ umgetauft. Ungerechte und die Lebensgestaltung einengende Gesetze wurden lauthals angeprangert. „Das oberste Prinzip der Gesetzgebung scheint zu sein: Warum einfach wenn es auch kompliziert geht. Oder das andere Prinzip: Warum gerecht, wenn es auch ungerecht geht. Die zappeligen, hyperaktiven Politiker, erfinden, aus Ermangelung sinnvollen Aufgaben, ständig unnötig neue Gesetze, um die zu kümmern man gezwungen ist, was die Freizeit der Bürger vernichtet. Menschen wollen vor allem in Ruhe gelassen werden. Wissen das die Politiker nicht?“, skandierte ein Redner in die Menge. Danach gab eine Rockband den Politikern ein Ständchen. Es ging nach der Melodie von „The Wall“ von Pink Floyd. Anstatt: „Teacher – leave us Kids alone.“ wurde gesungen: „Politiker - lasst uns Leute in Ruh`!“ Der der neue Text ging so: „Alles in allem sind wir nur Steuermelkkühe.“ Und alle sangen mit: „Wir brauchen keine Mindestbeitragsgrenze, Haushaltsabgabe, Umweltplakette, Abschlagssteuer, jährliche Zahnkontrolle, irrsinnige Formulare, die auszufüllen unsere Lebenszeit vergeudet, wir brauche keine Leasing-Ausbeutung, keine Minijobausbeutung, keine Riesterrenteverarschung,...“ Und weiter in der Melodie: „Alles in allem seid ihr nur Marionetten des Kapitals.“
Dann noch mal der Refrain, lauthals von der Menge gesungen: „POLITTICKARR LASST UNZZ LEUTTT IN RRRUHHH!!!“
Die nun nicht mehr vom Alkohol unterdrückte Energie schlug sich ihren Weg durch das brave Verhalten hindurch in entfesselte Proteste. Die Politiker reagierten mit Gewalt gegen die Demonstranten. Aber die schlugen, im Gegensatz zu früher, enthemmt zurück. Die Politiker kamen zwangsweise zur Einsicht etwas ändern zu müssen: Allerdings verbesserten sie nicht die Gesetze sondern hoben das Alkoholverbot auf. Anstatt die Ursachen des Alkoholkonsums zu bekämpfen, haben sie, wie immer, nur den schönen Schein hergestellt. Tatsächlich scheint alles wieder in Ordnung zu sein. Die Leute gaben wieder Ruhe. Der Alkohol streichelte die gequälten Seelen in eine künstliche Ruhe und allmählich sank Deutschland in den sicheren Dämmerzustand zurück. Man schimpfte zwar viel, spülte den Ärger aber runter.
Gute Nacht.
Copyright 2013 Juliane Frank

Anmerkung:
Dieser Geschichte soll kein Aufruf zum Alkoholkonsum sein, sondern will nur darlegen, dass er leider ein notweniger Regulationsfaktor ist.

















Julius Frank

Ich mache ihnen ein Angebot, das sie nicht abschlagen dürfen


„So hier habe ich noch ein Stellenangebot für deutschlandweite Botengänge.“, sagt der Arbeitsvermittler.
„Das liegt mir nicht so.“, erklärt der Arbeitslose.
„Ich muss sie darauf hinweisen, dass sie eine Sperrfrist ihres Arbeitslosengeldes provozieren, wenn sie sich nicht bewerben. Sie haben keine Ausbildung, diese Arbeit erfordert laut Arbeitgeber keine Vorkenntnisse. Das passt zu ihnen. Vermasseln sie es nicht. Ihr Anspruch auf Arbeitslosengeld läuft bald aus.“
„Ja gut, ich bewerbe mich.“

Einige Tage nach der Versendung der Bewerbung für Botengänge kommt hierfür eine Einladung zu einem Bewerbungsgespräch. Nach einem 12 stündigen Frustschlaf geht der Arbeitslose widerwillig zum Vorstellungstermin. Das Treffen findet in einem Café statt. Dort stellt man sich allerdings gegenseitig nur kurz vor, trink einen Espresso und dann fährt man mit einer Limousine mit verdunkelten Scheiben in eine Wohnung in einem Hochhaus.
Ein freundlicher dicker Mann mit gewinnendem Lächeln bittet dort unseren Arbeitslosen sich zu setzen. Der Arbeitslose fühlt sich angenehm angenommen und entspannt sich. Der dicke Mann fragt: „Währen sie bereit ein paar Schüsse für mich abzugeben? Ich hoffe es macht ihnen nichts aus wenn dabei jemand getötet wird. Die Frage ist also, würdest du das für mich tun ohne mich zu enttäuschen.“
„Wenn sie meinen, ob ich loyal zu meinen Arbeitgebern bin, dann ja.“ schleimte der Arbeitslose weil er dringend einen Job braucht um nicht Harz 4 Empfänger zu werden.
„Sehr schön. Hier ist ihre Waffe. Einfach zu handhaben. Den Hebel hier nach unten drücken, dann sieht man einen roten Punkt. Das heißt die Waffe ist entsichert. Wenn man den Schlagbolzen vor dem Abfeuern nach hinten zieht, dann kann man die Waffe mit weniger Kraft abfeuern. Das hat den Vorteil, dass man beim Abdrücken nicht verwackelt und deshalb vielleicht vorbeischießt.“
Mit einer Pinzette holt der Mann dann zwei Fotos aus einem Plastiktütchen und reicht sie dem Arbeitslosen. Der verstand jetzt, dass dies mit den Schüssen abgeben keine Scherz war sondern genauso gemeint.
„Auf diesem sehen sie das Ziel. Und auf diesem Foto sehen sie die Tür, durch die ihr Opfer morgen zwischen 14,30 und 15 Uhr hinein gehen wird. Auf der Rückseite des Bildes steht die Adresse. Sie warten dort und wenn sie ihn sehen, töten sie ihn. Alles klar?“
„Ich habe so was noch nie gemacht. Eigentlich liegt mir so was nicht.“
„Soll ich ihren Arbeitsvermittler berichten, dass sie sich weigern die Arbeit anzunehmen?“
„Nein.“
„Ich verlasse mich auf Sie.“
„Soll ich nach der Arbeit wieder hier her?“
„Nein. Den restlichen Nachmittag haben sie dann frei. Wissen sie was, Ich gebe ihnen den Rest der Woche frei. Entspannen sie sich danach. Aber machen sie bitte ihre Arbeit richtig. Achten sie darauf dass dieser Mann wirklich tot ist. Am besten sie ballern das Magazin auf ihn leer. Ok?.“
„Ja.“, antwortete der Neueingestellte pflichtbewusst und auch weil er den netten Mann nicht enttäuschen wollte.
„Hier gebe ich ihnen einen Vorschuss auf ihre Arbeit damit sie sehen, dass sie es mit einer seriösen Firma zu tun haben und nicht mit so einer verbrecherischen Zeitarbeitsfirma, die oft ihre Mitarbeiter um einen Teil ihres Lohnes betrügen. Wir vertrauen ihnen und sie können uns vertrauen.
Der Mann den sie erledigen sollen hat Geld bei sich. Dieses Geld gehört mir, aber es gehört dann ihnen. Sie können es ihm abnehmen und behalten. Das ist dann die Restzahlung an sie.“

Der Neueingestellte fingert in den Jackentaschen des blutüberströmten reglosen Mannes herum und findet eine, Augen weidend große Portion Bargeld. Er nahm es an sich und ging nach Hause, reif beim Arbeitsamt an, dass er den Job bekommen hat und der Arbeitsvermittler gratulierte ihm und gab ihm den Rat sich ordentlich anzustrengen.

„Das ist der Mann. Ich sah genau wie er geschossen hat.“
„Sie sind angeklagt einen Mann getötet zu haben. Bekennen sie sich schuldig?“
„Ich kann die Frage so nicht beantworten. Ich gebe zu den Mann getötet zu haben aber dafür sollte ich nicht bestraft werden weil mir keine Schuld angehängt werden kann.“
„Wie bitte, muss ich sie allen Ernstes darauf hinweisen, dass Mord eine Straftat ist?“
„Aber ich habe den Mann doch nur beruflich getötet. Soldaten töten auch Menschen und werden nicht bestraft. Manchmal tun das such Politzisten.“
„Aber die töten Verbrecher, oder weil sie sich verteidigen, aber nicht einfach so Unschuldige.“
„Meistens töten Soldaten doch Unschuldige.“
„Doch nur aus Versehen. Es muss ihnen doch klar sein, dass man Menschen nicht kaltblütig tötet!“
„Natürlich ist mir das klar, ich bin doch nicht blöd. Aber Ich habe den Mann nicht aus persönlichen Gründen oder eigener Absicht getötet sondern beruflich.“
„Sie haben einen Auftragsmord von einem Gangster ausgeführt.“
„Dass es ein Gangster ist, wusste ich nicht. Das Stellenangebot hatte ich vom Arbeitsamt. Da dachte ich, es sei eine seröse Stelle.“
„Bitte den Leiter des Arbeitsamtes in den Zeugenstand.“
„Wusste das Arbeitsamt, dass man den Angeklagten an einen Gangster vermittelte.“
„Natürlich nicht.“
„Gut. Das hoffte ich sehr zu hören. Sie überprüfen aber offensichtlich nicht die Leute, die eine Arbeitsstelle anbieten?“
„Schon, aber wie machen keine polizeiliche Arbeit.“
„Wenn zum Beispiel ein Kurierfahrer gesucht wird, der Drogen ausliefern soll, dann vermitteln sie Leute dahin?“
„So lange wir nichts von den Drogen wissen, ja.“
„Sie wissen also über die Firmen, an die sie die Leute vermitteln nichts Genaues?“
„Wie gesagt, es gibt Grenzen wie weit wir den Arbeitgeber durchleuchten.“
„Es könnten also noch mehr Gangster in ihrer Datei Stellenangebote veröffentlicht haben?
„Möglich. Jedenfalls haben wir diese Anzeige so schnell wie möglich nach einer Woche entfernt.“
„Nach einer Woche?“
„Die Zuständige Sachbearbeitern war krankgeschrieben und es verging noch Zeit wegen der Klärung der rechtlichen Lage ob es dem Arbeitsamt erlaubt ist ohne Einverständnis des Arbeitgebers die Anzeige zu entfernen dürfen. Aber dann haben wir dies auch unverzüglich getan.“
„Schön. hervorragend reagiert. Wurden noch andere Arbeitslose dahin vermittelt.“
„Ja.“
„Wurde noch jemand von dieser Firma eingestellt?“
„Wissen wir nicht. Die Leute melden sich oft nicht mehr wenn sie einen Arbeitsplatz gefunden haben.“
„Gab es welche die sich auf diese Arbeitsstelle bewerben mussten und sich danach nicht mehr gemeldet haben?“
„Ja.“
„Wie haben sie reagiert?“
„Wir haben die Zahlung des Arbeitslosengeldes eingestellt.“
„Haben sie auch deren Namen an die Polizei weitergegeben.“
„Nein.“
„Also laufen da draußen vielleicht noch mehr Auftragsmörder herum.“
„Kann sein.“
„Wenn die was anstellen, dann haben sie sich der Komplizenschaft schuldig gemacht. Bitte verlassen sie den Zeugenstand. Bitte den im Fall ermittelnde Polizeibeamte in den Zeigenstand.“
„Die Wohnung, die ihnen der Angeklagte zeigte, in der das Bewerbungsgespräch stattfand, haben sie untersucht. Was kam dabei heraus?“
„Wir trafen dort eine türkische Familie an. Wir haben beim Erstürmen der Wohnung den Sohn erschossen, der mit bösartigem Grinsen die Beamten mit einer Waffe bedrohte. Die Waffe war ein verdammt echt aussehendes Laserschwert aus Star Wars, wie sich später herausstelle. Die Familie hat sich äußerst verdächtig verhalten und wir haben sie vier Wochen festgehalten und verhört. Der Angeklagte behauptet aber, die Personen dort nicht gesehen zu haben weshalb wir die Familie leider nicht länge festhalten konnten. Wir konnten dann herausfinden, dass die erst seit kurzem dort eingezogen sind.“
„Wie fix. Kann man also davon ausgehen, dass die Gangsterfirma die Wohnung nicht mehr hält?“
„Ist möglichweise so.“
„Gibt es weitere Spuren?“
„Nein. Die Mordwaffe hat keine Geschichte. Die Fotos enthalten nur Spuren des Angeklagten. Das Geld ist echt und nicht registriert.“
„Aber sie gehen davon aus, dass der Auftraggeber ein Gangster war oder nicht etwa der deutsche Geheimdienst und unser Angeklagter ist nur ein pflichtbewusster Beamte.“
„Ich würde eher auf Gangster tippen, denn das Opfer war ein Anwalt, der den Sohn eines bekannten Gangsterbosses für viel Geld schlecht verteidigte. Der Mord war offensichtlich Rache gewesen. Die Beschreibung des Angeklagten passt zu diesem Gangster.“
„Warum wird der nicht festgenommen?“
„Es gibt jede Menge Verdachtsmomente gegen diese Person aber keine Beweise um sie zu überführen.“
„Man kann also davon ausgehen, dass es sich um einen Auftragsmord von einem Gangster handelt.“
„Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit war es kein behördlich abgesegneter Mord.“
„Bitte den Angeklagten noch mal in den Zeugenstand führen.“
„Ihr Arbeitgeber war ein Gangster. Somit begangen sie eine Straftat als sie den Mann töteten.“
„Wie ich schon sagte, ich wusste nicht, dass er ein Gangster ist. Ich habe nur getan was das Arbeitsamt von mir verlangt hat.“
„Haben denn ihre Wertvorstellungen ihnen nicht gesagt, dass man nicht Menschen tötet? Hatten sie keine moralischen Bedenken, keine Gewissensbisse?“
„Doch sicher. Es hat mir völlig widerstrebt, aber mir wurde gedroht das Arbeitslosengeld zu sperren. Ich muss doch von was leben. Ich war im Zugzwang.“
„Also für Geld gehen sie über Leichen.“
„Wenn das Arbeitsamt mich nicht gezwungen hätte, mich darauf zu bewerben und mir bessere Jobs angeboten hätte und ich da eingestellt worden wäre, wäre mir das lieber gewesen.“
„Sie schieben also die Schuld ganz auf das Arbeitsamt?“
„Ich suche keinen Schuldigen. Aber wenn sie einen Schuldigen suchen, dann wenden sie sich bitte an den Arbeitsvermittler.“
„Aber sie haben doch abgedrückt. Man bringt doch nicht einfach auf Befehl Menschen um.“
„Viele machen das als berufliche Aufgabe. Was wäre denn richtig gewesen? Was hätten sie getan, an meiner Stelle?“
„Sie hätten zur Polizei gehen müssen, die Waffe abgeben müssen und alles erzählen sollen. Weil sie das nicht taten, hatten die Gangster Zeit die Wohnung aufzugeben.“
„Darf man denn seinen Arbeitgeber verpetzen? Und wenn es kein Gangster gewesen wäre? Dann wäre ich meinen Job los und das Arbeitsamt hätte mir auch kein Geld mehr gegeben.
Leute sterben wegen Betrügereien bei der Lebensmittelherstellung, Manche Mitarbeiter in der Lebensmittelindustrie wissen von den Betrügereien ihrer Firma. Aber nur wenige oder keiner informiert die Behörden darüber. Die meisten verraten ihre Firma nicht, so wie ich auch, um den Arbeitsplatz dort und somit das eigene Einkommen zu schützen. Mitarbeiter aus der Lebensmittelbranche, die etwas wussten, aber nichts nach außen gaben, müssten, so wie ich, auch alle angeklagt werden, denn die waren auch an Verbrechen beteiligt.“
„Solche Vorfälle geschehen bei diesen Mitarbeitern doch erst im Laufe ihres Berufslebens. Aber bei ihnen war durch den Mordauftrag doch gleich bei Arbeitsantritt unmittelbar klar, dass sie Verbrechen begehen sollen.“
„Wenn mir das Arbeitsamt die Wahl gelassen hätte, die Arbeit abzulehnen, dann hätte ich abgelehnt.“
„Wir kommen hier nicht mehr weiter. Das Gericht zieht sich zur Beratung zurück.“
Wie auch immer das Urteil lautet, es ist mir egal, dachte der Angeklagte, ich bin sowieso schon seit Geburt mit diesem Leben bestraft. Immerhin muss ich mir in einem Gefängnis keine Sorgen mehr um mein Einkommen machen.

Copyright 2013 Julius Frank

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