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Leselupe.de > Essays, Rezensionen, Kolumnen
Alex Kava Das Böse
Eingestellt am 24. 08. 2002 18:10


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bluesnote
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Buchkritik


Alex Kava / Debütroman Das Böse


Autorin: Alex Kava

Übersetzerin: Margrit Krätzig

Verlag: Mira Taschenbücher / Paperback

Roman: Das Böse

Genre : Krimi / Thriller

Gekauft bei: Karstadt

Preis: 7,95 (D) / 8,20 (A) / sfr 14,60 (CH)



Die Autorin

Zitat von der Rückseite des Romans:
Alex Kava wuchs in einem kleinen Ort mit weniger als 500 Einwohner im ländlichen Nebraska auf. Sie machte ihren Universitätsabschluss in Kunst und Englisch und verfügt zudem über mehr als 15 Jahre Erfahrung in der Werbe- und Grafikdesignbranche. Ihr Debütroman „Das Böse“ konnte sich auf Anhieb auf der New York Times Bestsellerliste platzieren.

Romanbeschreibung

Zitat von der Rückseite des Romans:
Als der Serienkiller Ronald Jeffreys für die grausamen Morde an drei kleinen Jungen hingerichtet wird, atmet Amerika auf. Auch wenn er die entsetzliche Wahrheit darüber, was wirklich geschah, mit ins Grab nimmt. Doch drei Monate später wird erneut die Leiche eines Jungen gefunden. Sein geschundener kleiner Körper weist alle Merkmale der Jeffreys-Morde auf. Und plötzlich ist der furchtbare Verdacht da: Wurde ein Unschuldiger hingerichtet? Sheriff Nick Morelli und der attraktiven FBI-Profilerin Maggie O’Dell bleibt nicht viel Zeit, den Täter zu finden. Denn ein zweites bestialisch ermordetes Opfer bestätigt das Unfassbare.

Eine Buchkritik von bluesnote:
Man schlägt das Buch auf und schon legt die Autorin flott los.
Schon in den ersten Zeilen erfährt der Leser einen groben Umriss, um was es in diesem Roman geht. Der erste Konflikt wird offenbart, schon ist der Leser mittendrin und gefesselt.

Ein Mörder, fälschlich als Massenmörder zum Tode verurteilt! verbringt in der Death Row zusammen mit einem Prediger die letzten Sekunden seines Lebens und offenbart eine Wahrheit.
Dann eine Überraschung für den Leser von der Autorin ganz einfach und einleuchtend hervor gezaubert.
In wirklich kurzen Kapiteln werden die wichtigsten Figuren eingeführt. Alex Kava lässt ordentliches Handwerk durchblicken, im Sinne von Zeigen, nicht nur behaupten.

Vielleicht ein paar Metaphern zuviel, die nicht immer zu dem schnellen Schreibstil passen. Geschmackssache!
Das tut der Tatsache keinen Abbruch, das der Faden und der Plot der Geschichte dank durchdachter Konstruktion ohne Umschweife voran getrieben wird.
Ohne Ermüden kann der Leser etwas über die Lebensumstände der Personen erfahren.
Ein Bild formt sich und man ist bei jedem Kapitel gespannt, wie’s weiter geht.
Sie zeigt die Charaktere der einzelnen Figuren in einer erfrischend rasanten Weise und mit der richtigen Prise Humor.
Ich hatte Spaß daran, heraus zu finden, welcher Art „Landsmann“ die einzelnen Personen sind.

Alex Kava schafft es, ohne Schnörkel und mit einfachen Beschreibungen den Leser zu locken, in seiner Phantasie Bilder aufzubauen von jeder einzelnen der schnell wechselnden Szenen. Auch der Aufbau der Geschichte erfolgt sinnvoll; Schritt für Schritt.

Vorab dominiert Sheriff Nick Morelli, doch die zweite Heldin, Profilerin Maggie O’Dell lässt nicht lange auf sich warten, was in dieser rasenden Geschichte auch nicht möglich ist.
Andeutungen auf mögliche Verdächtige werden reichlich gestreut, ich begann mit zu kombinieren, damit ich nicht um mein „Aha-Gefühl“ komme.
Die Autorin zwingt einen zu Vermutungen. Sie gibt den Leser das Gefühl, immer nur ein ganz kleines Stück vom wahren Täter entfernt zu sein, um sich dann abrupt wieder einem neuen Kapitel mit anderen Personen und Sinn zu zu wenden.

Bei einem Roman mit etwas über 400 Seiten kommen einige Figuren zusammen, man muss allerdings schon aufpassen, wer noch mal welche Funktion ausfüllt.
Als Leser vor allem auch amerikanischer Belletristik tue ich mich manchmal schwer mit der „Verwaltung“ ausländischer Namen.
An dieser Stelle möchte ich mich bei der Übersetzerin Margrit Krätzig bedanken, die den Text wirklich hervorragend auf Deutsch rüberbringt.

Neben dem Aufbau der Geschichte lässt sie auch das soziale Miteinander der Figuren so richtig aufblühen, das es eine Freude ist, darüber mehr zu lesen.
Selbst kleine Details, die sie vor 100 Seiten beschrieb, behält die Autorin im Kopf und bringt sie dem Leser wieder vor Augen, wenn nötig.
Beim Lesen bemerkt man, wie geschickt sie mehrere Geschichtsstränge ineinander fließen lässt.
Ab dem ersten Drittel kommt körperliche Action auf.
Nichts wird offenbart, es bleibt spannend; und Gott sei Dank, der fein eingestreute Humor geht ihr nicht verloren.

Ich bin nun auf Seite 188 und muss es einmal bemerken. Ich hoffe, das die beiden Helden endlich gemeinsam ins Bett schlüpfen. Die Bemerkungen über die körperlichen Berührungen nerven etwas.
Ansonsten, kommen mal Absätze, in der Alex Kava eine Szene, eine Stimmung beschreiben muss, fasst sie sich kurz, die Spannung reißt nie ab.

Nach zwei Dritteln des Romans hält sie mehrere Spannungsbögen sicher im Griff.
Im letzten Drittel werden die falsch ausgelegten Fährten zum Teil aufgelöst. Es kommt zu einer Spannungsexplosion, die Kapitel werden wieder kürzer, die Geschichte legt noch mal an Tempo zu.
Doch wo der Roman eigentlich zu Ende ist, folgt ein Nachschlag: der Mörder ist immer noch unter uns!

Auf den letzten Seiten kommt der Verdacht auf: jetzt ist es soweit, ab hier hat die Autorin Schwierigkeiten, die Story zusammen zu halten. Doch keine Bange, es wird alles gut.
Ich glaube, Alex Kava wollte hier Menschen aufzeigen, auch die Bösen nicht dämonisieren und keine übernatürlichen Helden schaffen. Wer am Ende ein großes Show Down erwartet, wird enttäuscht.

Meiner Meinung nach war hier jemand mit Begeisterung bei der Sache und hat mit großem Interesse und Erfolg einen schnellen spannenden Thriller geschrieben.
Alex Kavas Debütroman hat mich gelehrt, das es nichts nützt, nur stur Fritz Gesings „Kreatives Schreiben“ zu pauken oder Patricia Highsmiths „Suspense“ auswendig zu lernen, sondern das Hingabe zum Thema und das Interesse, dem Leser Spannung zu bieten unabdingbar wichtig ist.
Ich gebe hier zu bedenken, liebe/r LeserIn, das Alex Kava es ja geschafft hat, Spannung immerhin (was heißt hier immerhin!) über 400 (vierhundert!) Seiten zu halten.
Ich nehme an, das die Autorin dafür nicht nur einen hervorragenden Lektor benötigte, sondern auch Gespräche mit vielen Krimi begeisterten Leuten führte, um solch eine Leistung zu schaffen.
Während ich diesen Roman las, ist mein Keller verwaist. Der Bierholfaktor war gleich Null.
Es ist alles bestens, Alex. Alles ist gut.

Im Westen, August 02

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