Diese Seite verwendet Cookies. Wenn Sie das nicht akzeptieren, m├╝ssen Sie Cookies in Ihrem Browser verbieten oder diese Seite verlassen.    OK  
 leselupe.de
Werbung
 Meine Leselupe

Mitglieder:   5438
Themen:   92211
Momentan online:
292 Gäste und 6 Mitglieder
Username:
Passwort:
Registrieren
Passwort vergessen?


Leselupe.de > Kurzprosa
Allein gelassen vor der unbekannten Tiefe
Eingestellt am 13. 02. 2005 21:09


Autor
Ein neues Thema ver├Âffentlichen.     Antwort ver├Âffentlichen.
Veilchen
Festzeitungsschreiber
Registriert: Jan 2005

Werke: 7
Kommentare: 0
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um Veilchen eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Allein gelassen vor der unbekannten Tiefe

Ich stehe vor der mir noch so weit entfernten unbekannten Tiefe, einer anderen Welt, wei├č in diesem Moment einfach nicht mehr was ich denken soll.
Ich stehe auf einem St├╝ck Rasen, merke, wie sich die warme Sommerluft langsam an diesem Vormittag ausbreitet, h├Âre Vogelgezwitscher, nehme irgendwie noch wahr, dass ich nicht alleine bin, dass die anderen ebenso ber├╝hrt sind.
Schon in diesem Moment schie├čt mir ein Gedanke durch den Kopf, der mich in der kommenden Zeit..., nein auch in all den kommenden Jahren besch├Ąftigen und bedr├╝cken wird: ”Mich kann keiner verstehen.” Keiner kann meine Gef├╝hle, dieses Durcheinander nachvollziehen, ich selbst kann es einfach noch nicht begreifen.
Eines Tages bin ich unbek├╝mmert aufgestanden, und mein ganzes Leben hat sich auf einen Schlag ge├Ąndert. Alle Blicke wenden sich nun mir zu: Was erwarten die anderen von mir?

Ich stehe also vor diesem tiefen Loch, Tr├Ąnen laufen mir ├╝ber das Gesicht. Ich h├Âre das Klicken von Fotokameras, Gemurmel und Schluchzen der anderen, mir vertrauten Menschen. Aber der wichtigste mir vertraute Mensch wird von nun an immer fehlen. Die anderen stehen hinter mir, alle ganz in Schwarz, das Wetter dagegen scheint freundlich zu sein. Ich starre immer noch in das Dunkel, halte ein St├╝ck der lebendigen Natur in der Hand -zwei rote Rosen. Nur einige Sekunden sind vergangen, die ich beinah allein verbringen konnte. Ich ├Âffne meine Hand, und die Rosen fallen mit einem dumpfen Ton in das ewige Grab, gefolgt von der mir leblos erscheinenden Erde.
Langsam entferne ich mich vom Grab. Eine Art Abschied, aber ohne Wiedersehen. Die anderen gehen einzeln oder zu zweit zum Grab, langsam, mit h├Ąngenden Schultern, tief in ihren Gedanken versunken. Verwandte und Freunde denken wahrscheinlich an gemeinsame Erlebnisse oder auch einfach nur an ihr Aussehen, ihre Stimme und ihr Wesen.

Dann ist pl├Âtzlich alles vorbei. Das Grab wird zugesch├╝ttet. Sie wird einfach wie selbstverst├Ąndlich von uns genommen. Anschlie├čend werden unsere letzten Geschenke, Blumen und Gr├╝├če, die sie, wie es von au├čen scheint, gar nicht sehen oder wahrnehmen kann, auf die Erde gelegt. Eine kurze Weile bin ich nur damit besch├Ąftigt auf die wundersch├ÂnenBlumenkr├Ąnze zu schauen, und sp├╝re, dass ich etwas loswerden muss, dass ich wenigstens einen Teil meiner Gedanken preisgeben muss. Ich schaue zu meinen hilflos aussehenden Freunden und beginne zu reden: ”Sie liebte Rosen, sie liebte ├╝berhaupt alle Blumen, auch jedes Unkraut. Deswegen wollte ich, dass sie so viele Blumen wie nur m├Âglich bekommt. Sie war auch f├╝r mich wie eine Rose. Blumen sind sch├Ân, aber manchmal merken wir gar nicht, wie schnell eine Blume verwelken kann. Man lernt meistens erst dann denjenigen richtig zu sch├Ątzen, wenn er fort ist. Sie hat mir unendlich viel bedeutet. Ich habe nur eine Bitte an euch, lernt eure Eltern richtig wertsch├Ątzen, auch wenn sie zum Alltag geh├Âren und das Leben mit ihnen ”nur normal” erscheint. Ob ihr sie liebt oder hasst, ihr werdet tief im Inneren immer an ihnen h├Ąngen. Sch├Ątzt eure M├╝tter. Sie haben euch geboren, seid ein Teil von ihnen; schenkt ihnen Blumen und zeigt ihnen wie sehr ihr sie m├Âgt.”
Ich schaue zu den vielen Gr├Ąbern. Das Grab meiner unerwartet verstorbenen Mutter scheint nun nur noch eins von vielen zu sein, und ich denke nur, ”versteht ihr was ich sagen will?”

Bearbeiten/Löschen   ebook  Druckversion


Denschie
Guest
Registriert: Not Yet

Hallo Veilchen,
ich bin nicht sicher: aus dem Tagebuch wurde
dein Text verschoben, deshalb ├Ąu├čere ich mich
mal kritisch, was ich nicht tun w├╝rde, wenn
es sich ausdr├╝cklich um eine pers├Ânliche
Erfahrung handeln w├╝rde.
Denn als Geschichte bietet dein Text f├╝r mich
nicht viel Neues. Die Gef├╝hle der Protagonistin
sind nachvollziehbar, in teilweise holpriger Sprache
wird die Situation auf der Beerdigung geschildert.
Das ist einigerma├čen lesbar, aber auch nicht mehr.
Es beginnt und endet, ohne dass in der Zwischen-
zeit etwas passiert. Keine Spannung, keine Dramatik,
wenn man davon absieht, dass ein trauriger Verlust
beschrieben wird. Das ist schrecklich, aber um
mich als Leserin zu fesseln, m├╝sste es dar├╝ber
hinaus gehen. Ich muss einen Bezug dazu kriegen
k├Ânnen. Der fehlt.
Viele Gr├╝├če,
Denschie

Bearbeiten/Löschen    


bonanza
Guest
Registriert: Not Yet

sprachlich ├╝berzeugt der text nicht.
im "tagebuch" h├Ątte er einen besseren platz.
der titel reizte mich zum lesen.
allein gelassen in unbekannter tiefe.
sind wir das nicht alle? dachte ich.
das gef├╝hlswirrwarr der protagonistin angesichts des
todes ihrer mutter ist verst├Ąndlich.
die rede am grabe kommt platt r├╝ber. ist aber auch
verst├Ąndlich. von tiefe allerdings keine spur.
alles in allem ziemlich unreif. vielleicht der anfang von
mehr.

bon.

Bearbeiten/Löschen    


Zur├╝ck zu:  Kurzprosa Ein neues Thema ver├Âffentlichen.     Antwort ver├Âffentlichen.


Leselupe-Bücher



Amazon



Facebook


Werde Fan der Leselupe auf Facebook!