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Leselupe.de > Gereimtes
Alles für die Katz
Eingestellt am 02. 09. 2001 22:46


Autor
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Willi Corsten
Manchmal gelesener Autor
Registriert: Apr 2001

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‚Alles für die Katz‘
von Willi Corsten

Undank ist der Welten Lohn. In der Tat, diese Aussage kann ich nur bestätigen. Doch lesen Sie selbst, wie es mir ergangen ist.
Ich spazierte mit meinem Dackel am Hinkelbacher See entlang und beobachtete interessiert die Schwäne, die sich auf den Wellen schaukelten. Als ich später die Tiere fütterte, hallte ein Schrei zu uns herüber und störte die himmlische Ruhe. Unwillig hob ich den Kopf und sah mitten auf dem See ein Boot treiben. Wenige Meter daneben zappelte ein Mann im Wasser herum und rief: „Hilfe, Hilfe, ich kann nicht schwimmen.“
Zuerst wollte ich den Mann auslachen, doch dann unterdrückte ich meinen Hochmut, weil auch ich ja nie schwimmen gelernt hatte. Ich setzte mich ans Ufer, zündete meine Pfeife an und überlegte, was da zu machen sei. Nach einer halben Stunde fiel mir ein, dass mein Onkel Bademeister ist. Folglich war es wohl richtig, diesen erfahrenen Mann kommen zu lassen.
Entschlossen stand ich auf, pfiff den Dackel herbei und schlenderte heimwärts. Dort versorgte ich meine vierundzwanzig Kaninchen, kramte Bleistift und Papier hervor und schrieb dem Onkel einen langen Brief. Onkel Bernhard wohnt zwar im Ausland, aber die Postboten dort sind unheimlich schnell.
Danach lief alles wie am Schnürchen. Schon am übernächsten Tag traf die gute Seele ein. Wir begrüßten uns freudig, plauderten ein Weilchen über alte Zeiten, aßen ausgiebig zu Mittag und machten uns dann sogleich auf den Weg.
Meine Enttäuschung war riesengroß, der ganze Aufwand umsonst gewesen. Dass der Mann aus dem Boot so wenig Geduld bewiesen hatte, konnte ich ja noch verzeihen, nicht aber das unmögliche Verhalten seiner Witwe. Die undankbare Person weigerte sich doch glatt, mir das Porto für den Brief zu erstatten.

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leonie
Guest
Registriert: Not Yet

lieber willi

das war aber eine bitterböse geschichte, obwohl ich denke das da auch ein körnchen wahrheit drinsteckt die du überzogen darstellst. wegsehen, im übertragenen sinne, wenn jemand hilfe braucht ist das schlimmste was man tun kann.
Nur das mit den schwänen gefällt mir nicht so. ich denke wenn du das; sich, streichst hört es sich besser an.
ganz liebe grüße leonie

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Willi Corsten
Manchmal gelesener Autor
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Liebe leonie,
dankeschön für die lobenden Worte.
Ja, in der satirsch/komischen Geschichte steckt ein Körnchen Wahrheit.
Das "sich" bei den Schwänen? Seltsam, das Wörtchen habe ich beim posten erst eingefügt. Mit sicherem Gespür hast du erkannt, das meine ursprüngliche Idee doch besser war.
Es grüßt dich ganz lieb
Willi

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Dietmar Hoehn
Schriftsteller-Lehrling
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Ironie vom Feinsten

Lieber Willi,
gratuliere, da ist dir eine sehr schöne Szene nach bester britischer Schwarzhumortradition gelungen. Hätte ich gar nicht so unbedingt von dir erwartet, dass du uns auch in dieser Hinsicht erfreuen kannst. Gerade durch die groteske Überzeichnung der verschrobenen Verhaltensweisen deines Protagonisten kommt die Tragigkommödie erst voll zum Tragen und hinterlässt den beabsichtigten bitteren Beigeschmack wie leonie sich schon treffend äußerte. Weiter so!

Liebe Grüße von Dietmar
__________________
Einsam wie beim Hoeh'nflug
fühl'ich mich, das reicht, genug!

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Willi Corsten
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Registriert: Apr 2001

Werke: 87
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Lieber Dietmar,
freut mich sehr, dass dir diese rabenschwarze Groteske so gut gefällt. Ja, so spielt das Leben einem manchen Streich.

Herzliche Grüße
Willi

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Rote Socke
Guest
Registriert: Not Yet

Lieber Willi,

Du kennst mich ja, so lass mich folgendes sagen: Also ähm, hm, also nee, diese Art Ironie gefällt mir weniger gut.

Die Geschichte beginnt gut und der Mittelteil ist noch besser und wenn der Nichtschwimmer jetzt von jemanden anderem zwischenzeitlich gerettet worden wäre, dann hätt ich die Story als angenehme Ironie empfunden. Aber so? Da ist mir die Ironie zu schwarz ausgefallen.

Verzeih meine hunsrückische schwarzlose Ironielosigkeit.

LG
RS

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