Diese Seite verwendet Cookies. Wenn Sie das nicht akzeptieren, m├╝ssen Sie Cookies in Ihrem Browser verbieten oder diese Seite verlassen.    OK  
 leselupe.de
Werbung
 Meine Leselupe

Mitglieder:   5438
Themen:   92211
Momentan online:
62 Gäste und 3 Mitglieder
Username:
Passwort:
Registrieren
Passwort vergessen?


Leselupe.de > Kurzgeschichten
Alles nur Theater.
Eingestellt am 10. 07. 2002 09:11


Autor
Ein neues Thema ver├Âffentlichen.     Antwort ver├Âffentlichen.
pleistoneun
One-Hit-Wonder-Autor
Registriert: Apr 2002

Werke: 173
Kommentare: 57
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um pleistoneun eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

"Mach es dir selbst nicht so schwer, dr├╝ck einfach ab!". Die hektische Stimme kam irgendwo aus dem Hintergrund, er war weggetreten, stand jetzt mit dem Revolver in der Hand vor der schwersten Entscheidung seines Lebens. Viele Dinge gingen ihm pl├Âtzlich durch den Kopf, aber er dachte jetzt nur an seine Schulzeit, an das Drangsal seines Deutschlehrers, der damals mit seiner pedantischen Art sofort alle grammatischen M├Ąngel bei ihm aufdeckte.

Heute setzte er diesen Revolver an, wie er damals bei seinen Aufs├Ątzen die Schreibfeder am Papier ansetzte und innehielt, weil er nicht weiter wusste. Heute w├╝rde er weiter wissen und kr├╝mte seinen Zeigefinger am Abzug noch etwas weiter. Jedesmal, wenn er an die Tafel vor der ganzen Klasse musste, war ein Versagen vorprogrammiert. "Zeiten abwandeln!", befahl der Deutschlehrer mit ├╝bertriebener Strenge. "Erster Satz: 'Der Einbrecher steht vor mir und bedroht mich mit der Pistole.' - Plusquamperfekt". "├äh, ja ....ah .....der Einbrecher ist vor mir gestanden und wird mir seine Pistole in den Kopf ..... nein ..... ├Ąh an den Kopf ..... nein ......... wird seine Pistole bedrohlich ...... Moment ..... Entschuldigung ..... wird, wird .... der Einbrecher wird ...... "Er wird dich erschie├čen, wenn du dich weiter so d├Ąmlich anstellst!! Setzen!!", schrie das deutsche Nervenb├╝ndel.

Mit schwei├čnassen H├Ąnden dr├╝ckte der Zeigefinger gegen den Widerstand des Abzugshebels des Revolvers. Er verstand die Vergangenheit nicht, lieber hatte er die Zukunft, die machte ihm keine Sorgen. Die Zeiten des Plusquamperfekts waren doch ein f├╝r alle Mal vorbei und sollten ihm doch keine ├ärgernisse mehr bereiten. Warum also jetzt diese Blockade? W├╝rde er, wenn er abdr├╝ckte, sein Leben lang fl├╝chten m├╝ssen. Fl├Âhe er sein Leben lang? Er konjunktivierte. Seine Hand zitterte, der Revolver verschwamm in seiner Hand und der Griff rutschte gef├Ąhrlich.

Sein Leben lang h├Ątte er unterwegs sein m├╝ssen, w├╝rde er geschossen haben.... Im selben Augenblick l├Âste sich mit ohrenbet├Ąubendem Knall ein Schuss aus dem Revolver und verfehlte sein Ziel um Haaresbreite, was dem Geschockten mit dem Bewusstwerden der Tatsache, knapp einer verh├Ąngnisvollen Tat vorbeigeschrammt zu sein, den Schwei├č auf seiner Stirn gefrieren lie├č. Totenstille.

Der Beifall des Publikums war umwerfend.

Im kleinen Vorstadttheater war die H├Âlle los. Die Menschen sprangen von ihren St├╝hlen um zu applaudieren, Jubelpfiffe gellten durch den Saal und von euphorischen Frauenbildern wurden fliegende K├╝sse zum meisterhaft agierenden B├╝hnendarsteller geschickt. Das Volk war rasend vor Begeisterung. Kriminalst├╝cke dieser Art hatten stets im Schlussakt ihren H├Âhepunkt und mit diesem ging der Schauspieler nach der Vorstellung in den Umkleideraum und ├╝berlegte, ob er denn wirklich sein Leben lang auf der Flucht gewesen w├Ąre, w├╝rde er getroffen haben, also h├Ątte er nicht vorbei geschossen, tr├Ąfe also die Kugel ...... w├╝rde getroffen haben ....... er schaute in den Spiegel und dachte wieder ver├Ąngstigt an seinen Deutschlehrer.

Bearbeiten/Löschen   ebook  Druckversion


Michael Schmidt
Manchmal gelesener Autor
Registriert: Jan 2002

Werke: 43
Kommentare: 1978
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um Michael Schmidt eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Viele Dinge gingen ihm durch den Kopf, aber er dachte jetzt nur an die Schulzeit...
Ist das nicht ein Widerspruch?

Die Geschichte liest sich sehr schwerf├Ąllig.

Warum ist f├╝r den Schauspieler der Deutschunterricht so wichtig? Und warum denkt er gerade in diesem Moment daran?
W├╝rde mich als Leser eventuell interessieren.

Bearbeiten/Löschen    


pleistoneun
One-Hit-Wonder-Autor
Registriert: Apr 2002

Werke: 173
Kommentare: 57
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um pleistoneun eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil
erkl

Manche Menschen fl├╝chten sich in ihre Vergangenheit oder in die Zukunft, als Methode der schwer oder nicht zu verarbeitenden Probleme, die sie in ihrem Leben haben. Unser Kandidat fl├╝chtet sich ins Plusquamperfekt, dort allerdings hat er aufgrund der Erlebnisse in der Schule mit dieser Zeit als grammatische Aufgabenstellung Schwierigkeiten. Das alles zusammen schafft die Situation, in der er sich als Schauspieler auf der B├╝hne befindet und "r├╝berbringen" soll.

Bearbeiten/Löschen    


Michael Schmidt
Manchmal gelesener Autor
Registriert: Jan 2002

Werke: 43
Kommentare: 1978
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um Michael Schmidt eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Diese Gedanken kann man der Geschichte nicht entnehmen, erwartest du einen Hellseher als Leser?

Bearbeiten/Löschen    


Zur├╝ck zu:  Kurzgeschichten Ein neues Thema ver├Âffentlichen.     Antwort ver├Âffentlichen.


Leselupe-Bücher



Amazon



Facebook


Werde Fan der Leselupe auf Facebook!